... gibt es seit über 1.300 Jahren. Sie wurden ursprünglich als Ritual aufgeführt, um die Götter zu besänftigen, besonders in Shinto-Schreinen. Jede Bewegung im Kagura-Tanz hat eine tiefere Bedeutung, die von der Schöpfung der Welt bis hin zum göttlichen Schutz der Menschen reicht. Der Kagura-Tanz ist am bekanntesten mit dem Mythos von Amaterasu, der Sonnengöttin, verbunden, die mit dem Tanz aus ihrer Höhle gelockt wurde und so das Licht wieder in die Welt brachte, daher sind Kagura-Aufführungen in und um Takachiho wohl besonders verbreitet, auch wenn Kagura prinzipiell in ganz Japan aufgeführt wird.
Die Tänze werden oft von traditionellen Shinto-Instrumenten begleitet, wie Flöten, kleinen Taiko-Trommeln oder Shamisen (gezupften Lauten), die zur spirituellen Atmosphäre beitragen. Im Takachiho Schrein gibt es jeden Abend ab 20 Uhr ein einstündiges Tanzritual, welches in einem kleinen Theater direkt auf dem Schreingelände aufgeführt wird. Es ist für Touristen aus dem In- und Ausland konzipiert, kostet lediglich umgerechnet 6€ Eintritt und greift vier verschiedene Tänze auf, welche durch kurze Pausen unterbrochen werden, in denen ein Priester auf Japanisch einige Erklärungen zu den Tänzen ausführt. Im Winter gibt es zwei Tage, an denen eine umfangreichere Performanz gezeigt wird, welche die ganze Nacht dauert und wohl 33 mythische Tänze beinhaltet.
Die Bühne ist kaum erhöht. Das Publikum sitzt ohne Schuhe auf Tatamimatten auf dem Boden. Die ausschließlich männlichen Schauspieler trugen Masken, um unterschiedliche Gottheiten zu verkörpern. Für uns waren bereits der Spielraum und die Art, mit der sich die Tänzer/ Schauspieler bewegten interessant, da sich die Aufführung von uns bekannten Theateraufführungen unterschied. Etwas überrumpelt wurden wir, als ein Gott und eine Göttin in einem Tanz zunächst rituell zusammen Reiswein tranken und dann "angeheitert" gen Publikum kamen und dieses in ihre Performanz einbezog. Wir waren zeitig gekommen uns saßen so ganz vorn. Wir verstanden die japanischen Erklärungen nicht, doch es wurde deutlich, dass die angeheiterten Götter einander eifersüchtig machen wollten und so kam die "Göttin" auf meinen Mann zu und umarmte diesen. Der "Gott" war wütend und "schubste" meinen Mann eifersüchtig auf den Boden. Die Fallhöhe war entsprechend gering, da wir ohenhin auf Tatamimatten auf dem Boden saßen. Anschließend gingen die Götter eine Runde durchs Publikum und wiederholten das Spiel mehrfach in wechselnden Rollen, bevor sie wieder auf die Bühne kamen und sich für alle sichtbar miteinander versöhnten.
Auch ohne die japanischen Erklärungen zu verstehen und alle dahinterliegenden Mythen zu kennen war es für uns ein sehr interessantes kulturelles Erlebnis. Die Kinder fanden es natürlich besonders toll, dass ihr Papa ins Spiel einbezogen worden war.
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| Ein Kagura Tänzer auf der Bühne, welche mit ver- schiedenen shintoistischen Symbolen geschmückt ist. |
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| Zwischen den Tänzen erklärte ein Priester ein paar Sachen auf japanisch. |
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| Mittendrin statt nur dabei: eine "Göttin" umarmt meinen Mann. |
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| Im Hintergrund der Szene is die Höhle aus dem Mythos zu sehen, am rechten Bildrand Musiker, welche die Tänze instrumentell begleiteten. |

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