Freitag, 18. Dezember 2015

Als Männelmacher im Erzgebirge...

... kennt man die, die auch heute noch traditionell in Handarbeit die klassischen hölzernen Weihnachtsfiguren herstellen. Das Erzgebirge trägt den Beinamen Weihnachtsland und zieht besonders in der Adventszeit mit Traditionen wie den Bergparaden, Pyramidenanschieben oder Mettenschichtfeiern zahlreiche Touristen an. Auch in Chemnitz, das sich gern als das Tor zum Erzgebirge bezeichnet, gibt es jedes Jahr eine große Bergparade und auf dem Weihnachtsmarkt darf klassische Holzkunst natürlich auch nicht fehlen.
Bergmannumzug in Chemnitz vor den Augen
von Karl Marx.
Dieses Jahr machten wir zudem zusätzlich mal wieder einen Ausflug ins Spielzeugdorf Seiffen, das wie kaum ein anderer Ort im Erzgebirge für seine Männelmacher berühmt ist. Auch wenn ich es schon mehrfach gesehen habe, faszinieren mich die Schauwerkstätten und besonders die Technik des Reifendrehens immer wieder aufs Neue.
Die Technik des Reifendrehens gibt es seit dem zeitigen 19. Jh. und ermöglichte damals trotz Handarbeit das Herstellen großer Stückzahlen in recht kurzer Zeit. Wer das Reifendrehen nicht kennt, dem empfehle ich sich ein Video anzuschauen, den Eintrag in ein verbreitetes Online-Lexikon zu lesen oder noch besser: einfach mal im Freilichtmuseum in Seiffen vorbei zu schauen.
Aufgeschnittener Fichtenstamm mit stilisierter Darstellung
der Schritte beim Reifendrehen.
Ein Elch im Kanadagewand - Überreste von der
sächsischen Beteiligung an den olympischen
Winterspielen in Vancouver.
Ein in die Einzelteile zerlegtes Ehepaar.
Blick in eine der Werkstätten, in denen die
Zusammensetzung der Holzteile erfolgt.
Neben den klassischen Figuren gibt es auch gegenwartsbezogene
Neuerscheinungen wir die Queen als Nussknacker oder
den Pabst als Räuchermann.
Ich wünsche allen einen erholsamen und freudigen 4. Advent!