Mittwoch, 28. November 2012

Ein Ratespiel...

... gibt es heute für euch. Die Aufgabe: eine Schätzung von Datum und jeweiliger Uhrzeit bei der Aufnahme der folgenden zwei Bilder. Und versucht gar nicht erst zu schummeln. ^^
Fensterausblick 1.
Fensterausblick 2.









Den Preis für den Sieger überlege ich mir noch. :)

Dienstag, 27. November 2012

Yes, we can...

... go to Flåkoia, der statistisch gesehen beliebtesten Hütte von NTNUi. Wie ihr mittlerweile eventuell mitbekommen habt, mag ich Herausforderungen - die schwierigste Hütte, die Nördlichste, die Einzige in einem Nationalpark etc. Die Herausforderung diesmal bestand darin, die gewünschte Hütte zu bekommen. Im Blogeintrag vom 17.10. hatte ich schon einmal angedeutet, dass eine Nacht vor Akademika in der Uni nicht allzu ungewöhnlich ist. Diese Woche wollten wir es wissen. Am Dienstagvormittag bezog das erste Gruppenmitglied Position. Gewappnet mit Laptop und Büchern zum Lernen, geschmierten Broten für den kleinen Hunger zwischendurch, einer Thermoskanne mit heißem Tee und natürlich einem Schild mit dem Grund unserer Anwesenheit saßen wir vor Akademika. Ich schaute um die Mittagszeit für eine gute Stunde vorbei und amüsierte mich köstlich beim Studium der Gesichter der vorbeiziehenden Menschen. Manche schauten wissend, andere irritiert, wieder andere lächelten oder schüttelten den Kopf. Nach einem Abstecher ins Pflegeheim kehrte ich am Abend mit Schlafsack und Isomatte zurück. Was ich durch diese Nacht in der Uni gelernt habe ist, dass fleißig arbeitende Menschen durchaus bis nach Mitternacht in der Uni sind. Nach viertel eins kehrte dann jedoch Ruhe ein. Es waren nur noch drei Gruppen mit dem selben Anliegen übrig - und wir waren die Ersten! Unserem Ausflug nach Flåkoia stand also nichts mehr im Weg.
Wir waren die Ersten! :)
Am Samstag brachen wir auf. 8:20 Uhr sollte der Bus fahren. Zwischen acht und acht Uhr zehn waren wir alle an der Bushaltestelle und warteten und warteten und warteten. Es wurde 8:20 Uhr, 8:30 Uhr, 8:40 Uhr. Der Bus kam nicht. Ein unschöner Start, aber da das Warten in der Gruppe nicht ganz so dramatisch ist und der Weg zur Hütte nur um die zwei Stunden in Anspruch nehmen würde, verloren wir unsere gute Laune nicht, bis wir 10:20 Uhr in den nächsten, planmäßig fahrenden Bus einsteigen konnten.
Flåkoia hat zurecht eine leichte Schwierigkeitsbewertung. Der Waldweg führt bis fast zur Hütte und die letzten Meter sind durch einen deutlich ausgetretenen Trampelpfad ebenfalls gut zu finden. Das tut dem Charme der Hütte jedoch keinen Abbruch. Mitten im Wald an einem See gelegen, inklusive Sauna, einem Boot und während unseres Aufenthalts super Wetter.
Beim Aufbruch.
Wasser hier und da und überall.
Gruppenfoto im Sonnenlicht vor der Hütte.
Sauna und Boot am See.
So lässt es sich leben.

An den Bäumen vor der Hütte findet man auch diverse Wegweiser zu allen erdenklichen Orten auf der Erde und zu Sphären außerhalb unserer Welt. Natürlich ließ ich es mir in den zwei Tagen nicht nehmen, eine noch nicht vorhandene Stadt zu dem Schilderwald hinzu zu fügen. :)
Himmel und Hölle.
Wegweiser in alle Himmelsrichtungen.
Sachsen ist gut vertreten!
Frisch an den Baum geschlagen.
Durch unsere kleine Busverzögerung konnten wir Samstagnachmittag nur noch eine kleine Wanderung gen Norden machen.  Flåkoia findet man ohne Probleme auch im Dunkeln wieder aber es hat einfach nicht so viel Reiz im Dunkeln durch den Wald zu stapfen. Zwar waren das Wasser im Boden großteils gefroren, aber trockene Füße bedeuten noch lange nicht, dass man nicht trotzdem böse umknicken kann. Außerdem gab es zurück bei der Hütte noch ausreichend zu tun: Holz sägen und hacken, das Boot ausprobieren und die Sauna hochheizen.
Zum Holz: Da das Sägeblatt der alten Säge gebrochen und die Axt alt war, hatten wir neues Equipment bekommen, welches wir mit zur Hütte hatten schleppen müssen. Dafür ging das Feuerholz machen wie von selbst. Es war gar nicht so einfach die Axt zu bekommen, um ein bisschen Spaß zu haben. ^^
Zum Boot: Eine Bootsfahrt ist immer super, aber die Stimmung wurde ein wenig dadurch ruiniert, dass wir ständig Wasser aus dem Boot schöpfen mussten, da durch vier kleine Löcher beständig Wasser ins Boot drang.
Zur Sauna: Unseren ursprünglichen Plan von Schneeengeln konnten wir aufgrund des fehlenden Schnees (wer hätte das Ende November erwartet??) leider nicht verwirklichen, aber der an manchen Stellen zugefrorene und das Mondlicht reflektierende See bot definitiv genügend Abkühlung. Nach drei Saunagängen und einer anstrengenden Uniwoche ging bei uns allen am Abend nicht mehr viel, so dass wir zeitig ins Bett gingen und auch nur zwei von uns die im Hüttenbuch von anderen Hüttenbesuchern häufig verfluchte Maus während der Nacht hörten.
11 Uhr.
14:30 Uhr.
16 Uhr.
Sonntag genossen wir nach einem ausführlichen Frühstück eine rucksackfreie Wanderung, was einige Kraxeleien erlaubte, die mit Rucksack nicht so einfach gewesen wären. Am Nachmittag teilte sich unsere Gruppe. Drei blieben eine weitere Nacht in der Hütte, drei mussten sich aus verschiedensten Gründen auf den Rückweg nach Trondheim machen. Es war seltsam anzuschauen, wie sich die Gruppe teilte. Wir Verbliebenen genossen noch eine angenehme Nacht in der gemütlichen Atmosphäre der behaglichen Hütte - Lernen für die anstehenden Prüfungen eingeschlossen. Wenn man allein in einer Hütte ist, könnte das Lernen fern ab von Computern, Internet und meist auch Handyempfang sicherlich recht effektiv sein. In der Gruppe finden sich jedoch immer wieder andere Aktivitäten. Außerdem wäre es doch wirklich ein Frevel gewesen nicht von den Vorzügen des Hüttenlebens (z. B. ein super Blick auf den unendlichen Sternenhimmel vom Hüttendach aus) zu profitieren. Ein wenig melancholisch waren wir auch. Wahrscheinlich war es der letzte Hüttenausflug für dieses Semester. :(
Wanderausflug am Sonntag.
Details entlang des Weges.
An dem See zwischen den Bäumen steht Flåkoia.
Coucou.
Sonne sollte genossen werden, solange sie sich zeigt.

The Blue Man Group ;)
Zurück am See.
Leichte Melancholie.
 Am Montag hieß es dann auch für uns Abschied nehmen. Der Rückweg war noch einfacher, als der Hinweg, da es zu neunzig Prozent bis zur Bushaltestelle nur bergab ging. Das Highlight am Montag war für mich ein Erlebnis im Bus: Der Busfahrer sprach kein Englisch. Ein nicht englisch-sprechender Norweger bildete für mich ein Novum. Ich fand es toll, denn so war ich zum ersten mal wirklich gezwungen Norwegisch zu sprechen.
Guten Morgen!
Das Hüttenbuch.

Auf dem Rückweg. Die Sonne ist immer nah am Horizont.
Zurück zur Zivilisation.

Freitag, 23. November 2012

Die Lösung...

... für unsere Heizungsprobleme (seit einigen Tagen wieder kalt...) macht derzeit im Internet die Runde. Schaut euch das Video an. Zum einen ist es amüsant anzuschauen und die Botschaft, die damit eigentlich transportiert werden soll, ist auch nicht ganz von der Hand zu weisen.

Montag, 19. November 2012

Wenn Männer spielen...

Kurz nach Mitternacht...
... kann es früh am Morgen ein böses Erwachen geben.
Manchmal kommt man sich im Wohnheim wie auf Jugendherbergsfahrt in der 7ten Klasse vor.

Herz oder Verstand...

... hieß es gestern Nachmittag gegen 14 Uhr. Ich bin ein rational denkender Mensch. Der Verstand hat gesiegt.
Die Wettervorhersage versprach ein trockenes und teilweise sonniges Wochenende. Klang nach guten Voraussetzungen für eine kleine Wanderung. Während wir am Donnerstag noch überlegten, wo wir wandern könnten, stellten wir fest, dass viele Cabins der Uni für dieses Wochenende noch zu mieten waren. Wir suchten uns eine Hütte aus, die wir früher schon einmal ins Auge gefasst hatten und buchten diese ganz entspannt Donnerstagabend. Da es eine kleine, gut an die Umgebung im Wald angepasste und damit schwierig zu findende Hütte war und es auf 63° nördlicher Breite mittlerweile 16 Uhr dunkel ist, fuhren wir am Samstag mit dem frühest möglichen Bus nach Klæbu (südöstlich von Trondheim) und begannen acht Uhr die mit sechs Stunden kalkulierte Wanderung. Zunächst ging es entlang der Straße und dann weiter auf Waldwegen, die zu Beginn noch breit und mit vereisten Autospuren überzogen waren, bis sie nach und nach schmaler wurden. Gegen elf entschieden wir uns an einer Weggabelung bewusst für den zunächst von West nach Ost verlaufenden Weg, der näher am See entlangführte, statt dem strikt nach Süden führenden. Bei beiden müssten wir früher oder später den Fluss Tangvolla kreuzen, um zu unserer Hütte zu gelangen. In der Hüttenbeschreibung war der südlichere Weg aufgeführt, aber da die Karte auf dem von uns gewählten, am See verlaufenden, Weg einen von Westen kommenden Pfad zeigte, der auf der Ostseite des Flusses, an dem eine Hütte eingezeichnet war, weiter nach Osten verlief, sahen wir kein Problem darin den Fluss an dieser Stelle zu queren und somit länger am See Selbusjøen entlang zu laufen. Wir liefen entspannt, stoppten hier und da und machten Fotos.
Selbusjøen
Die Fahrspuren bildeten eine blanke Eisbahn.
Die 'Hexe' schien im Urlaub gewesen zu sein.
Ein Hänsel-und-Gretel-Hexenhäuschen.

Auf dem Weg zum Fluss.
Nach einer reichlichen Stunde Wanderung erreichten wir den Fluss, an dessen anderer Seite wir die Hütte stehen sahen. Was wir nicht sahen, war eine Brücke. Wir liefen das Ufer ein Stück auf und ab, fanden jedoch keine von Menschenhand errichtete Hilfe,  um den Fluss zu überqueren. Also folgten wir dem Fluss ein wenig stromaufwärts, um eventuell eine Stelle aus zu machen, an der wir den Fluss entlang größerer, im Wasser liegender Steine überqueren könnten. Da sich das Tal nach ein paar hundert Metern merklich verengte und keine Flussaue, in der man hätte laufen können mehr vorhanden war, standen wir vor der Wahl: Schuhe aus, Hose hochkrempeln und durchwaten oder umkehren und den anderen Weg nehmen. Auch wenn uns die Aussicht auf kaltes Wasser bei Lufttemperaturen knapp über dem Gefrierpunkt nicht sonderlich in Entzücken versetzte, beschlossen wir dies zu versuchen - immerhin ging der Weg zur Hütte auf der Ostseite des Flusses weiter. Als ich den Fluss zu einem Drittel überquert hatte, mir das Wasser mittlerweile bis an die Knie schwappte und die Strömung an den Beinen immer mehr zerrte, beschlossen wir es nicht auf ein Vollbad ankommen zu lassen und kehrten um. Nachdem wir wieder in unsere Socken und Schuhe geschlüpft waren, eilten wir zügig den Pfad bis zur Weggabelung zurück. Zum Einen wärmte der schnelle Schritt die klammen Glieder und zum Zweiten hatte uns die Suche nach einer möglichen Flussquerung viel Zeit gekostet. Dazu kamen die 'umsonst' gelaufenen Kilometer. Kurz vor 14 Uhr erreichten wir die Weggabelung und dann hieß es: Herz oder Verstand? Das Herz wollte nach Lynhøgen. Der Kopf spielte die Szenarien der Hüttensuche im Dunkeln durch und dass wir die Hütte im Wald im Dunkeln - oder allermindestens im schummrigen Zwielicht - würden suchen müssen war mit drei Stunden Zeitverzug sicher. Niemand von uns mochte die Idee umzukehren, denn es klang so sehr nach aufgeben, aber der Verstand sagte ganz deutlich, dass umkehren die rationale Entscheidung war. Wir wollten weder die Notfallhelikopterrettung in Anspruch nehmen müssen,  noch uns eine böse Erkältung kurz vor den Prüfungen einfangen, noch ungünstig treten und sich im besten Fall den Knöchel verstauchen, noch missgelaunt zwei Stunden dasselbe Waldgebiet nach der Hütte durchkämmen. Kurzum: der Verstand siegte - und der Verstand hatte auch gleich eine Alternative zur wirklichen Heimkehr parat: die Studenterhytta in Bymarka, den Bergen westlich von Trondheim. Diese würde ich auch bei kompletter Dunkelheit finden.
Nach der getroffenen Entscheidung stärkten wir uns mit heißem Tee, belegtem Brot und Schokolade, bevor es zurück nach Klæbu ging, wo wir kurz nach sechs den Bus zurück nach Trondheim nahmen, um dort nach der dreiviertel Stunde Fahrt, die als Pause gedient hatte, die letzten fünfeinhalb Kilometer kontinuierlichem Bergauflaufens in Angriff zu nehmen. Kurz nach halb neun, und damit über zwölf Stunden nach Wanderbeginn am Morgen, erreichten wir die Studenterhytta in Bymarka.
Auch eine nette Hütte - ein wenig eng und zugig für die Nacht,
aber für die Mittagspause ideal.
Blick über den See gegen vier Uhr nachmittags.
Heute brachen wir ohne große Hast nach einem reichhaltigen Frühstück auf. Von der Studenterhytta wanderten wir bei strahlendem Sonnenschein zum See Lian, von wo wir die einzige Straßenbahn, die es in Trondheim gibt, zurück in die Stadt nahmen.
Guten Morgen Sonnenschein!
Beim Aufbruch am späten Vormittag.
Auch hier war ein Gruppenfoto vor der Hütte möglich. ;)

Die Schatten sind bereits früh elf Uhr lang.
(Erkennt ihr die Krabbe an der Wand? ^^)
Sonnen ohne Sonnenschutz möglich.

See Lian mit Trondheim im Hintergrund.
Die Straßenbahn.

Donnerstag, 15. November 2012

Jede Woche über 500g Schokolade...

... kann ich von jetzt bis zum Ende meines Aufenthaltes hier essen. Ein bisschen (100g) hatte ich noch in meiner Schublade und dann ist heute ein süßes ^^ Paket angekommen. Vielen Dank dafür! Ich glaube, so werden sich die langen, kalten Winternächte aushalten lassen. :)
Wobei die Nächte derzeit nicht kalt sind. Die Tage auch nicht. Wir haben konstante fünf bis sechs Grad plus. Ich hätte nicht gedacht, dass ich über Norwegen einmal sagen werde, dass es zu warm ist. Prinzipiell ist es nicht wirklich zu warm, aber mit dem Schnee war es einfach schöner.
Weißer Schnee, der aussieht wie Quark. - ok, ich gebe zu, diese Überleitung war mit der Brechstange eingeleitet.^^ Ich finde es nur recht lustig, dass mittlerweile in ziemlich vielen Kühlschrankfächern unserer Etage Kesam (=Quark) steht. Einige der Jungs fragen mich immer mal wieder, wie ich trainiere und was ich so esse. Warum sollte ich verheimlichen, dass ich gern Quark esse und dieser viele Proteine enthält? Jedenfalls scheint das Quarkessen in Mode gekommen zu sein. :)

Mittwoch, 14. November 2012

Transportkosten...

... bilden oft nur einen verschwindend geringen Anteil an den Kosten für ein Produkt. Wie sonst ließe sich erklären, dass in der Nordsee gefangener Fisch zur Verarbeitung teilweise nach Afrika transportiert wird und zum Verkauf wieder in europäischen Regalen landet? Ich kann das Phänomen derzeit an den Gurken im Supermarkt beobachten.
Ihr erinnert euch an den Eintrag vom 14. August? Eine Gurke kostete 19,90NOK. Da Obst und Gemüse in Deutschland außerhalb der Saison (im Winter) üblicher Weise teurer wird, war ich gespannt, wie sich die Preise in Norwegen entwickeln würden. Für Gurken sind sie gesunken. Mit 8,90NOK kostet die Gurke Mitte November hier weniger als die Hälfte des Preises im August. Wie kommt es dazu? Ganz einfach: Die Gurken im August kamen direkt aus Norwegen. Die, die jetzt im Supermarkt liegen, kommen aus Spanien. 

Montag, 12. November 2012

Bildung...

... soll in der Universität vermittelt werden, nicht wahr? Hier etwas, was ich in einer meiner Vorlesungen gelernt habe: "The stone-age did not end because of a lack of stone."
So habe ich die Sache bisher noch gar nicht betrachtet gehabt, aber es ist wohl wahr. Auf das Eisenzeitalter trifft selbiges zu und der Hintergrund für den weisen Spruch in der Vorlesung war, dass es auch mit dem Öl so sein könnte. Das Zeitalter des Öls muss nicht deswegen zur Neige gehen, weil uns das Öl ausgeht, sondern weil es von einer neuen Technologie abgelöst wird. - Zumindest wäre es sehr praktisch, wenn wir vom Öl unabhängig werden, bevor es uns ausgeht...

Samstag, 10. November 2012

Der letzte Blogeintrag...

... sprach das Thema der Heizungsproblematik an. Fand ich es gestern noch ein wenig nervig, finde ich es mittlerweile super nervig. Bevor ich ins Bett gegangen bin, hatte ich das Fenster 20 Minuten lang auf. Trotzdem bin ich nach knapp drei Stunden aufgewacht, weil ich so geschwitzt habe. Nervig! Als ich das Fenster geöffnet habe, wachte natürlich meine Zimmergenossin auch noch auf.
Die Luft im Zimmer ist trocken, warm und stinkt nach Heizung. Ich habe Kopfschmerzen. Meine Sichtweise, dass es viel zu warm ist und SiT nächste Woche definitiv noch einmal etwas an der Heizung machen muss teilt hier niemand. 'Wir können doch die Fenster aufmachen. Bezahlen wir doch nicht.' Ich hasse diese Einstellung, die immer nur auf das Geld schaut. Kann man nicht mit gesundem Menschenverstand an die Angelegenheit gehen? Es ist Verschwendung von Ressourcen! Wir beuten unseren Planeten schon genug aus. Ich bin ja nun kein 'Öko'. Mein ökologischer Fußabdruck könnte besser sein. Ich nutze das Flugzeug, um im Dezember von Norwegen nach Hause zu fliegen. Zug wäre wahrscheinlich umweltverträglicher. Nur wäre ich dann statt einem halben Tag zwei Tage unterwegs. Natürlich sind wir Menschen bequem und wir geben unseren Luxus nicht gern auf aber es gibt auch schon so viele Dinge, die wir tun können, ohne uns einschränken zu müssen.
Es ist traurig aber wahr, dass viele Menschen nur über die Geldschraube zu durchdachterem Verhalten gezwungen werden können. Sofern die Heizkosten extra bezahlt werden müssten, ließen die Leute im Winter die Fenster nicht freiwillig offen stehen, während die Heizung auf Hochtouren läuft und sie im Zimmer im T-Shirt sitzen. Ein weiteres Beispiel ist, dass das Licht im Gang oftmals die ganze Nacht brennt. Wozu? Es ist ohnehin immer eine Notbeleuchtung angeschaltet. Warum muss es zwischen ein und sechs Uhr nachts auf dem Gang taghell sein? Zwar schalte ich es oftmals nach Mitternacht aus, aber manchmal ist es schon zehn Minuten später wieder an.
Da ich gerade so schön in Fahrt bin: Das Küchenequipment hier in Persaunet wurde uns gestellt. Konkret bedeutet das, dass bei unserer Ankunft kleine und große Teller, Schüsseln, Gläser, Tassen, Töpfe, Besteck etc. in massenhafter Anzahl vorhanden waren. Niemand musste es sich kaufen. Das heißt: niemand hat dafür bezahlt. Das heißt: niemand fühlt sich dafür verantwortlich. Da jede Etage ein paar andere 'Extras' wie Käsereibe oder Auflaufform hat, wandern diese Dinge zwischen den unterschiedlichen Etagen hin und her. Das ist nervig genug, aber zumindest tauchen die Dinge (meistens) wieder auf. Seit gut zwei Wochen sind jedoch nur noch knapp zehn Gläser. Auf der Etage unter uns sieht es nicht besser aus. Außerdem fehlen uns die Tassen. Die Etage unter uns hat nur noch acht Messer. Gläser und Tassen können zerbrechen (und das passiert hier regelmäßig, da ja niemand dafür bezahlt hat und es deshalb niemanden wirklich stört, wenn mal wieder was zu Bruch geht) aber warum werden die Messer auch weniger? Letztens habe ich ein leeres Glas im Schnee neben der Bushaltestelle gefunden. Es ist sooo nervig.

Fünf Stunden...

... später geht die Sonne mittlerweile auf, als vor knapp drei Monaten. Das linke Bild ist der Ausblick aus meinem Zimmer früh vier Uhr. Das rechte Bild ist von heute Morgen acht Uhr.
09.11.12 - 8 Uhr MEZ
13.08.12 - 4 Uhr MESZ








Bevor mich jemand darauf hinweisen möchte, dass vier subtrahiert von acht nicht fünf ist: Das weiß ich. Danke. Bitte noch die Zeitumstellung beachten. :)
Früh ist es mit der Dunkelheit weniger das Problem. Studenten stehen ja ohnehin lieber acht Uhr als vier Uhr auf ^^, aber wenn es Nachmittags vier Uhr dunkel wird nervt das schon. Klar ist das in Deutschland auch so - aber Mitte bis Ende Dezember. Dann wird es hier in Trondheim nur noch für etwa vier Stunden pro Tag Sonnenlicht geben, wie ich mir habe sagen lassen. Der Schnee hilft jedoch, um es zumindest ein wenig heller erscheinen zu lassen.
Das zweite Thema, das ich heute neben dem Tageslicht anreißen möchte, sind die Temperaturen. Nein, ich spreche nicht über die paar Grad Frost draußen. Da ist alles im grünen Bereich. Ich spreche von den Temperaturen im Pflegeheim. Ihr könnt euch vielleicht erinnern, dass zu Beginn des Aufenthaltes eine Klimaanlage für Unmut gesorgt hat. Seit einem reichlichen Monat sorgte die Heizung für Gesprächsstoff, da diese nicht funktionierte. Die Heizung funktionierte von Anfang an nicht richtig, aber im August stört das üblicher Weise niemanden. Ich persönlich fand es auch bis heute nicht zu kalt. Der Heizkörper wurde schon warm, wenn man die Heizung aufdrehte - aber nur ca. ein Zehntel des Heizkörpers. Der Rest blieb kalt. Je nach Zimmer konnte der Anteil variieren, so dass sich manche mehr, manche weniger über Kälte beschwerten. Vor einigen Wochen kamen schon einmal ein paar Leute vorbei und entlüfteten die Heizkörper. Danach funktionierte alles prima - für zwei oder drei Tage. Heute hat SiT (das Studentenwerk von hier) es hinbekommen, die Heizungen nun wirklich reparieren zu lassen. Wie erwähnt: mir war bisher nicht kalt. Meines Erachtens ist es im Winter normal mit einem Pulli im Zimmer zu sitzen. Warum sollte ich das Zimmer so weit hochheizen, um im ärmellosen Top umherlaufen zu können??? Genau das tat ich heute Abend jedoch - gezwungener Maßen. Denn nun wird der ganze Heizkörper warm - oder sagen wir: heiß. Dabei habe ich den Heizkörper auf die niedrigste Stufe gestellt, die möglich ist. Es änderte an der Temperatur des Heizkörpers nichts. Der feuert volle Kanne. Nun ist es nicht das große Problem bei plus-minus-null-Grad das Fenster zu öffnen, um das Zimmer zu kühlen, aber das ist nicht sonderlich intelligent... Schauen wir, was die Zukunft bringt. Ich habe den verantworlichen Personen schon eine e-mail zu dem Thema geschrieben, aber da es bis jetzt gedauert hat, die Heizkörper zum Laufen zu bringen, befürchte ich, dass mir bis Ende Dezember fast nur die Fensteröffnung-Lösung bleiben wird.

Freitag, 9. November 2012

Endzeitstimmung...

... scheint hier um sich zu greifen. Die ersten Leute beginnen die Tage bis zur Rückreise ins Heimatland herunter zu zählen. Dabei sind wir doch gerade erst in Norwegen angekommen! Ich bin noch nicht einmal ganz drei Monate hier und soll jetzt schon wieder über die Heimfahrt nachdenken? Anscheinend schon - und ganz aus der Luft gegriffen ist es ja auch nicht. In dreieinhalb Wochen habe ich meine erste Prüfung. In einem reichlichen Monat bin ich wieder in Deutschland. Aber ich bin doch gerade erst angekommen! Und mit 'gerade' meine ich 'gerade'. Es mag vor drei Monaten gewesen sein, dass mein Flieger südlich von Oslo auf norwegischem Boden aufgesetzt hat, aber bis man in einem anderen Land wirklich 'ankommt' braucht es seine Zeit. Zwei bis drei Monate sind dafür meines Erachtens ein guter Zeitrahmen. Während ich in den USA und in Frankreich nach dieser Zeit in die mittlere Phase meines Aufenthaltes übergegangen bin, fehlt der Hauptteil hier irgendwie. Von der Einleitung geht es direkt über in den Schluss. Meine Deutschlehrerin hätte mir dafür im Aufsatz keine gute Struktur bescheinigt, aber so ist nun einmal die Realität und ich versuche das Beste daraus zu machen. So lange die Vorlesungen noch laufen, fühle ich mich persönlich noch nicht in dieser Endzeitstimmung. Wenn in dreieinhalb Wochen die Prüfungen beginnen, mag das anders aussehen, aber bis dahin versuche ich es hier noch zu genießen.

Danke für den Brief mit dem Tee. Eure Postkarten verdecken die hässlichen Fließen unterhalb des Spiegels mittlerweile fast vollständig. Danke dafür - aber ein bisschen Platz ist noch - findet ihr nicht? ;)

Dienstag, 6. November 2012

Mit ein bisschen Verspätung...

... kommt heute der Eintrag vom letzten Cabin Trip. Da ich die letzte Woche mehr Tage außerhalb Trondheims verbracht habe als im Pflegeheim und für die Uni derzeit auch ziemlich viel zu tun ist (gestern in vier Wochen werde ich meine erste Prüfung haben...), musste der Blog ein wenig warten.
Diesmal ging es nach Kvernmovollen. Das außergewöhnliche an dieser Hütte ist laut Beschreibung die Toilette mit zwei Sitzplätzen. Der Fakt an sich stimmt, aber die Frage wer davon Gebrauch macht bleibt.
Nach einigen Überlegungen (Wie weit ist es zu laufen? Wie hoch liegt die Hütte? Wie war das Wetter die letzten Tage? ...) hatten wir beschlossen noch einmal ohne Ski aufzubrechen. Ski kann man sich bei einer Studentenorganisation hier ausleihen. Schneeschuhe leider nicht. Letztere wären durchaus nicht nachteilig gewesen. Besonders am Samstag auf dem Heimweg glich es einem Spiel über die Schneefelder zu laufen. Teilweise trug der Schnee einen, da es in der Nacht dann doch ganz gut gefroren hatte, teilweise sackte man ein. Im Normalfall war es kein Problem durch den Schnee zu stapfen (wenngleich es für den 'leader' immer ein wenig schwieriger war, als für die 'follower'). Ein paar mal sind wir dann jedoch bis fast zur Hüfte weggesackt. Man sieht dem Schnee einfach nicht an, wie tief er ist. Falls ihr jetzt denkt, dass es so schlimm ja nicht gewesen sein kann, da man auf den Bildern ja überall noch schneefreien Boden sieht: stimmt in gewisser Weise. So schlimm war es noch nicht. Schließlich sind wir ohne Ski sicher ans Ziel gekommen, aber das Problem bestand eben an den Stellen, wo es den Schnee zusammengetrieben hatte bzw. wenn ein Fluss oder See überfroren und zugeschneit waren. In den Schnee absacken ist eine Sache - wenn sich darunter Wasser befindet wird es unlustig. Natürlich war mir das Glück auf dem Rückweg beschieden eins dieser Wasser-/ Schlammlöcher unter dem Schnee aufzuspüren...
Aber genug vom Schnee, der wirklich noch sehr harmlos war. Insgesamt hatten wir sechs Studis wieder zwei schöne Tage draußen in Norwegens Bergen. Da es hier mittlerweile 17 Uhr dunkel ist, genossen wir einen langen, geselligen Abend in der vom Feuerholz gewärmten Hütte.
Überfrorene Seen im Wald.
Wir hatten zwei Tage super Wetter.
Es war nicht immer möglich den Schnee zu umgehen.
Die übliche Einsacktiefe.
Der Bach sprudelt unter dem Schnee hervor
und verschwindet auch wieder darunter.
Eine kleinere Wasseröffnung.
Unsere Hütte - durch das Toilettenherz gesehen.
Kerzen und Thermosflaschen mit heißem Tee -
beste Voraussetzungen für einen angenehmen Abend.
Guten Morgen Welt!
Ein weiterer Tag voller Sonnenschein.
Natürlich gab es ein Gruppenfoto.

Bezüglich des Wettkampfes gebe ich einen kleinen Tipp: Es
hat das Mixed-Team gewonnen. ;)
Und besten Dank für die Karten aus der Türkei (ohne Briefmarke angekommen) und die aus dem Spreewald.