Dienstag, 27. Juni 2023

Seit 9 Jahren...

 ... bin ich nun schon regelmäßig an den Geierswalder See in der Lausitz gefahren und habe auch oft davon hier im Blog berichtet. Fast immer übernachteten wir direkt in Geierswalde und liefen zum Baden zum naturnahen Badestrand unterhalb des Zeltplatzes im Südosten des Sees. Dieses Jahr waren wir jedoch wahrscheinlich zum letzten Mal in Geierswalde. Der Ort und unsere Ferienwohnung sprechen uns nach wie vor an, aber den Strandbereich wollen wir nicht mehr nutzen. Für pure Sonnenanbeter, Hautkrebshungrige und Renaturierungsgegner mag der Strand noch eine Option sein. Für uns nicht mehr. 

Als wir dieses Jahr zum Strand liefern, waren wir geschockt und sind es noch immer. Bisher gab es Bäume und Büsche, die Schatten gespendet haben, Schilf zwischen dem Fische geschwommen sind und auch genug Sand für die Kinder zum Buddeln und Bauen. Direkt beim Kiosk gab es schon immer bewuchsfreien Strand für die puren Sonnenanbeter.
Und jetzt? Breite Wege, künstlich befestigte Schrägen, fette Treppen, hässliche Steinbarrieren im Wasser gepaart mit knaller Sonne. Was ich nicht entdeckt habe: auch nur einen einzigen Fisch oder irgendetwas Natürliches, das Schatten spenden könnte. Mit Bollerwagen/ Kinderwagen oder auch Rollstuhl kommt man nicht mehr ans Wasser, es sei denn, man trägt die Gefährte die Treppen hinab. Ich finde den Strand jetzt hässlich und charakterlos ist. Die Meinung teilen auch die ortsansässigen Vermieter unserer Ferienwohnung, meine mitreisende Familie und andere Touristen, die wir am Strand reden hören haben. Die Pflanzen fehlen! Selbst wenn man es wöllte: Bäume wachsen nicht von heute auf morgen nach. Geht so Renaturierung und Naturschutz - besonders in Zeiten des Klimawandels? Ein Alibifleckchen Schilf wurde stehen gelassen. In meinen Augen ist es eine traurige Erinnerung an das, was mal war und wohl nie wieder sein wird. 

Hässlich, charakterlos, knallende Sonne, fehlende
Pflanzen - der neue Strand in Geierswalde.
Renaturierung geht anders!

Natürlich war während unseres Ausflugs in die Lausitz nicht alles schlecht. Am Senftenberger See erfrischten wir uns in grünen und sandigen Buchten wie die letzten Jahre. Außerdem besuchten wir auf Empfehlung hin ein Restaurant in dem Ambiente, Essen und Service Lust auf ein Wiedersehen machten. 

Mehr oder weniger aktiv in der Lausitz
unterwegs.

Der große Schlossteich im Senftenberger
Schlosspark
Eine Freude für Auge und Gaumen!
Am Senftenberger See teilten wir uns die Badestelle
liebend gern wieder mit verschiedenen Tieren.

Ein weiteres Highlight dieses Jahr war ein Bootsausflug über den Geierswalder zum Partwitzer See und zurück. Sonnenauf- und -untergänge sind am Wasser natürlich ohnehin oft zauberhaft. 

Eine Bootsfahrt die ist lustig, eine
Bootsfahrt die ist schön. :)
Blick auf den Partwitzer See bei Ausfahrt aus
dem Barbarakanal.
Zeit für eine Abkühlung blieb auch.

Donnerstag, 15. Juni 2023

Schmalspurbahnen...

 ... haben in Sachsen Tradition. Von den ehemals gut 500 Streckenkilometern ist man heutzutage natürlich weit entfernt. Aktuell wird nur noch auf wenigen Schmalspurstrecken klassischer Personenverkehr angeboten. Eine noch mit Dampflokomotive im Regelverkehr betriebene Schmalspurbahn ist die von Freital bis Kipsdorf fahrende Weißeritztalbahn. 

Auf dieser gut 26 Kilometer langen Strecke fährt man entlang der Roten Weißeritz. Für einen erholsamen Wandertag in Familie fuhren wir vor ein paar Wochen von Freital bis Malter mit der Weißeritztalbahn und liefen anschließend zurück zum Ausgangspunkt. Die Strecke verläuft großteils flach im Tal zwischen Bäumen und ist somit auch im Sommer zu empfehlen.

Mit Dieseldampflok entlang der Roten Weißeritz.
Klassische Bahnromantik.
Blick auf die Talsperre Malter von der Staumauer aus.
Die zwischen 1908 und 1913 erbaute Staumauer. Ein
Jahr später ging das am Fuße der Staumauer errichtete
Kraftwerk ans Stromnetz. Heute können ca. 480 3-Personen
Haushalte nachhaltig mit Energie versorgt werden.

Direkt nach dem Verlassen der Schmalspurbahn kreuzten wir über den Staudamm der Talsperre Malter zum ersten Mal über das Wasser und stiegen hinab in den Seifersdorfer Grund. Am Wasserlektrizitätswerk Seifersdorf legten wir eine erste Pause ein. Da die Eisenbahnstrecke und der Wanderweg fast immer direkt nebeneinander her verlaufen, sahen wir auf unserem Rückweg nach Freital die Bahn auch noch ein paar Male. 

Wegweiser benötigten wir im Grunde
nicht, da wir immer dem Fluss folgten.
Pause. :)
Die Bahn kommt. Bitte winken!
Brücken kann man auf verschiedene
Arten überqueren.
Blick auf die Rote Weißeritz.
Der Wanderweg folgte den Gleisen, aber nur selten
waren wir so dicht dran wie hier.
Eine Badestelle fanden wir auch.
Quak.
Die Kaskade vom Rabenauer
Wasserkraftwerk.