Donnerstag, 22. März 2018

Die zentrale Nordinsel...

... bietet auf recht engem Raum recht verschiedene Landschaften und Attraktionen. Nach der Flusspaddeltour und der Wanderung durch die Vulkanlandschaft entspannten wir erst mal zwei Tage in Taupo am See Taupo - einem großen mit Wasser gefüllten Vulkankrater. Wir kamen dort am 4.3. an und somit einen Tag nach dem diesjährigen Ironman von Taupo. Trotzdem noch einige Wettkämpfer im Ort waren, fiel es uns leicht eine freie Unterkunft zu finden. Auf der Nordinsel gibt es deutlich mehr Übernachtungsmöglichkeiten als auf der Südinsel. Es leben auch etwa dreimal so viele Einwohner auf der Nordinsel verglichen mit der Südinsel. Natürlich ist es für ein paar zivilisatorische Dinge wie ein Bett für die Nacht ganz gut ein paar menschliche Ansiedlungen zu haben die aus mehr als drei Häusern und einer Tankstelle (keine Über- oder Untertreibung) bestehen, aber insgesamt hat mir die Südinsel besser gefallen.
In Taupo ließen wir es jedenfalls ruhig angehen: Wir kauften wieder mal ein und kochten uns etwas. Wir machten einen Abstecher zu den Huka Falls, wo sich der aus dem See Taupo entspringende Waikato Fluss durch einen schmalen Canyon drängt und über mehrere kleine Stufen tosend weiter gen Norden fließt und durch die Wasserverwirblungen dabei eisblau aussieht. Ähnlich sieht es auch am Aratiatia Damm noch etwas weiter nördlich aus, nur dass der Fluss zur Stromerzeugung dort künstlich durch eine entsprechende Engstelle gezwängt wird.
Der Waikato Fluss nördlich des Aratiatia Damms.
Eigentlich wollten wir auch das Vulcanic Activity Zentrum besuchen, das u.a. einen Erdbebensimulator hat, aber ein kleines unscheinbares Schild am Ziel informierte uns darüber, dass es umgezogen sei - ins gut 50km entfernte Turangi, durch das wir am Tag zuvor gefahren waren. Vorherige Hinweisschilder hatten von dem Ortswechsel nichts angedeutet. Wir strichen den Besuch und beobachteten stattdessen etwas länger die schwarzen Schwäne auf dem See Taupo und sprangen natürlich auch selbst ins Wasser. Das Wasser war kühl, aber nicht kalt. Auffällig war ein anderes Temperaturempfinden: unsere Füße waren sehr warm. Es gibt in ganz Neuseeland kostenfreie und auch kommerziell genutzte heiße Quellen. An vielen Stellen im Land merkt man die Aktivitäten der Erde. Während des Tongariro Crossings hatte ich bspw. an mehreren Stellen Dämpfe aus der Erde austreten sehen. Am See Taupo war der Boden warm. Es war natürlich ungewohnt und ein bisschen beängstigend, aber vor allem angenehm. Ich setzte mich an die Wasserkante und buddelte mich mit dem warmen schwarzen Sand ein - bis es mir am Allerwertesten zu heiß wurde.
Schwarze Schwäne am Lake Taupo.
Sonnenuntergang am See.
Am Folgetag fuhren wir ins 80 km nördlich gelegene Rotorua. Unterwegs stoppten wir an blubbernden Schlammtümpeln und  einer heißen Quelle, in die ich mich bis zum Hals hineinbegab. Das Wasser war sehr angenehm und doch achtete ich penibel darauf mit Nase und Ohren nicht ins Wasser zu kommen. Insgesamt ist Neuseeland ein sehr sicheres Land, sowohl von Flora und Fauna wie auch anderen Menschen. Ein paar Gefahren gibt es allerdings schon. Dazu gehört eine Amöbe, die in heißem Süßwasser vorkommen und eine Art Hirnhautentzündung hervorrufen kann. Die Wahrscheinlichkeit sich damit zu infizieren ist extrem gering, aber die Letalität bei einer Infektion liegt bei über 90 Prozent. Wie immer im Leben: einfach vorsichtig sein.
Blubbernde Schlammtümpel.
Schlammtümpel von oben.
Hot and Cold - im Fluss fließt heißes und kaltes Wasser
zusammen und erzeugt eine angenehm heiße Badetemperatur.
Das heiße Wasser entspannt.
In Rotorua selbst verbrachten wir weniger Zeit als ursprünglich angedacht. Der Ort ist vor allem bekannt für seine geothermalen Aktivitäten, weshalb auch an vielen Stellen Schwefelgeruch in der Luft liegt, und eine relativ hohe Einwohnerdichte von Maori. Er gilt als Kurort und bietet verschiedene Möglichkeiten Maoritänze, -mahlzeiten und -handwerk zu besichtigen. Auf uns wirkte das Ganze jedoch zu künstlich und kommerziell, so dass wir nach einem kurzen Spaziergang und Mittagessen direkt weiterfuhren.
Zaun mit Maori Verzierungen um eines der
Maori-Zentren in Rotorua.
Das iSite (Touristeninformationszentrum) in Rotorua.
Blick auf den See Rotorua und viele schlafende Vögel.
Unser nächstes Ziel waren die Blue Springs, etwa auf halbem Weg zwischen Rotorua und Hamilton gelegen. Die Quelle dort ist nicht annähernd so bekannt wie die Te Waikoropupu Springs in der Golden Bay auf der Südinsel, die wir aufgrund der durch den Zyklon gesperrten Straße nicht besuchen konnten. Dadurch gab es auch kaum andere Touristen auf dem kurzen Spazierweg vom Parkplatz zum Wasser. Sehr angenehm. An der Quelle sollen 42 m3 Wasser pro Minute austreten, was ein 25 Meter Schwimmbecken mit sechs Bahnen in gut zwölf Minuten füllen würde. Etwa 60 Prozent von Neuseelands in Flaschen abgefülltem Wasser sollen aus der Gegend kommen. Die ganzen Zahlen klingen beeindruckend und waren mir beim Spaziergang doch relativ egal. Ich bewunderte einfach nur das extrem klare, blau schimmernde Wasser und füllte mir ein bisschen zum Trinken ab.
Das klare Wasser der Blue Springs.
Die Sandkörner am Grund konnte ich durchs
Wasser blickend zählen.
Zurück zum Auto nahmen wir den letzten Streckenabschnitt des Tages in Angriff: gut 30 km nach Matamata, besser bekannt unter "Hobbiton". Unweit des kleines Ortes mit rund 7.000 Einwohnern befindet sich das aus den Herr der Ringe und Der Hobbit bekannte Filmset vom Auenland. Prinzipiell hätte ich mir dieses durchaus einmal angeschaut, aber entschied mich dagegen. Der mit Autos volle, große Parkplatz entlang der Straße führt lediglich zu einem überteuerten Souvenir- und Ticketshop. Auf der anderen Straßenseite gab es ein Tor, das immer geöffnet und wieder geschlossen wurde, um die großen dunkelgrünen Reisebusse voll mit Touristen hindurchzulassen. Vom Eingangstor fährt man noch mehr als einen Kilometer über die grünen Hügel, bis man das Filmset erreicht. Ohne 50€ Eintritt sieht man von der Straße aus nichts. Wir begnügten uns damit, uns die Touristeninformation in Matamata anzuschauen. Diese wurde 2013 nämlich in Stile eines Hobbithauses neu eröffnet und kostet keinen Eintritt.
Die Tourbusse zweigen auf die Privatstraße zum Auenland-Set ab.
Das iSite in Matamata.
Ganz romantisch unser eigenes kleines Hobbithäuschen.

Donnerstag, 15. März 2018

Zwischen zwei Nationalparks...

...haben wir unsere ersten Tage auf der Nordinsel verbracht. Im Westen von uns lag der Whanganui NP und im Osten der Tongariro NP. In beiden Nationalparks gibt es jeweils einen der bereits erwähnten Great Walks und wir planten davon je einen Teil zu machen. Zunächst stand der Whanganui Fluss auf unserem Plan. Es ist der einzige Great Walk den man nicht läuft. Stattdessen kann man bis zu fünf Tage im Kanu oder Kajak den Fluss hinab paddeln. Wie bereits erwähnt paddelten wir nur eine Teilstrecke von knapp 40 km an einem Tag. Auf dem Abschnitt, den wir uns ausgesucht hatten, trafen wir nur auf vier weitere Kanus. Ansonsten waren wir allein - von Enten auf dem Wasser und gelegentlich Ziegen oder Schafen am Uferhang abgesehen.
Unsere Sachen wasserfest verzurrt im Boot.
Der Whanganui Fluss.
Blick vom Whakahoro Zeltplatz auf den Fluss.
Whakahoro Hütte und Zeltplatz - Rast für die Nacht.
Den Tag nach dem Paddeln entspannten wir und entschieden uns für einen Zeltplatz zwischen Anfangs- und Endpunkt des Tongariro Crossing, einem Teil des Northern Circuits Great Walk. Leider zeltete dort auch eine Gruppe junger Deutscher, die bis nachts ein Uhr mit viel Alkohol Spaß hatte und anschließend schnarchte. Zeltwände halten Geräusche faktisch nicht ab.
Dafür versprach der nächsten Tag wettertechnisch perfekt zu werden, um "durch Mordor" zu laufen. Ich begann die 19,4 km lange Wanderung mit ca. 800 Höhenmetern Auf- und 1.000 Höhenmetern Abstieg dreiviertel neun am Morgen und war damit schon relativ spät dran. Die ersten Shuttlebusse bringen einen halb sieben zum Startpunkt. Ein offizieller vor Ort sagte auf Nachfrage, dass sie für den Tag mit insgesamt etwa 2.000 Leuten auf Neuseelands wohl beliebtester Tageswanderung rechnen. Ziemlich krass!
Es waren auch immer Menschen vor und hinter einem und trotzdem machte die Wanderung wirklich viel Freude, was ohne Frage an den tollen Ausblicken lag, die ich bei perfekten Bedingungen genießen konnte. Am Anfang machte ich mir noch einen Spaß daraus mitzuzählen, wieviele Wandersleute ich überholte und wieviele mich überholten. Die ersten vier Kilometer funktionierte das noch. Bei reichlich 100 zu ca. 15 musste ich dann allerdings aufhören, da es durch Trink-, Essen-, Foto- oder Klopausen genauso erschwert wurde wie durch die Tatsache, dass es nach einer Weile nicht mehr nur den einen Weg gab, sondern ein paar alternative Routen möglich waren.
Die ersten Kilometer führten seicht ansteigend oftmals über Holzstege durch eine Gras- und Heidelandschaft. Diese wurde von immer mehr (schwarzem) Vulkangestein abgelöst und der seichte Anstieg wich dem Devils Staircase - viele, viele Stufen. Die ganze Zeit hatte man einen tollen Blick auf den Schicksalsberg - bzw. Mt. Ngauruhoe, wie er eigentlich heißt, aber durch Herr der Ringe kennt ihn fast jeder unter dem Namen aus Mittelerde. Insgesamt gibt es im Tongariro Nationalpark drei große Berge. In der Größe nach aufsteigender Ordnung sind das Tongariro, Ngauruhoe und Ruapehu. Es gibt einige Maorilegenden, die sich um diese Berge und die Gegend ranken. Ich fand es spannend, wie die unterschiedlichen Perspektiven durch die Ortsveränderungen beim Wandern immer wieder neue tolle Ansichten ergaben. Da die Sicht wirklich gut war, konnte ich 140 km weiter westlich die Spitze von Mt. Taranaki (Mt. Egmont) sehen.
Den Schicksalsberg läuft man beim Tongariro Crossing nicht bis zum Krater hoch aber inspiriert durch Herr der Ringe gibt es viele, die es doch tun. Mit Fernglas oder gutem optischen Zoom der Kamera erkannte ich einige Menschen am Rand des Kraters. Ich begnügte mich mit dem weiteren Aufstieg zum roten Krater - dem höchsten Punkt beim Tongariro Crossing. Die Aussicht von dort in den roten Krater, auf den Schicksalsberg und hinab auf die Emerald Lakes und den Blue Lake und die Landlandschaft war wirklich richtig gut und lohnte die Mühen. Nach zwei längeren Pausen an Krater und den Emerald Lakes begann ich mit dem Abstieg. Nach kurzer Zeit eröffnete sich ein neuer Blick. Es war keine Vulkanlandschaft mehr, sondern bergiges Grasland und im Tal konnte ich See Rotoaira und im Hintergrund sogar den großen See Taupo sehen.
Der Abstieg zog sich gefühlt deutlich länger als der Aufstieg. Die letzten drei Kilometer führten durch Wald. Der federnde Waldboden war mir genauso willkommen, wie die schattenspendenden Bäume. Trotzdem waren die letzten drei Kilometer gefühlt die Längsten. Ich war froh, als ich nach knapp 20 km und reichlich sechs Stunden wieder in einem bequemen Auto Platz nehmen konnte.
Ich lasse den einen Ring in den Berg fallen. ^^
Rechts im Bild zu sehen Mt. Ruapehu, mittig Mt. Ngauruhoe
(Schicksalsberg) und links noch Mt. Tongariro.
Die Heidelandschaft erinnert noch nicht so sehr an Mordor.
Rauf, rauf, rauf - immer schön die Treppe rauf.
Vulkanlandschaft.
Hier etwa hätte ich abzweigen müssen, um den
Schicksalsberg komplett zu erklimmen.
Ein Auge fürs Detail...
... und für die Weite der Landschaft.
Es fiel mir schwer mich satt zu sehen.
Roter Krater im Vordergrund, Schicksalsberg
im Hintergrund.
Die Erde in der Gegend ist noch immer aktiv.
Wunderschöner Blick auf die Emerals Lakes
und den Blue Lake (links).
Der erste Blick ins Tal zu Beginn des Abstiegs.
Es motiviert nur begrenzt, wenn man den ganzen Weg vor sich
ausgebreitet sieht.
Wundervolle Panoramen.
An verschiedenen Stellen dampfte und qualmte es aus der Erde.

Mittwoch, 14. März 2018

Die südlichste Hauptstadt der Welt...

... ist Wellington und damit trägt Neuseeland tatsächlich mal einen "xy der Welt" Titel zu Recht. Leider erlebten wir in unserer Zeit hier nämlich sehr oft, dass irgendetwas (von Restaurants über Naturerscheinungen oder Personen bis zu glücklichen Hühnern) mit "World's best/ longest/ smallest/ famous..." beworben wurde aber den Titel bestenfalls sehr zweifelhaft führen sollte. War es allzu zweifelhaft, wurde gern auch die Referenz angepasst: von "Welt" zu "südliche Hemisphäre" oder auch "Neuseeland". Am Anfang wurden wir mit den Werbeslogans z.T. noch gelockt, dann irgendwann gernervt und mittlerweile mache ich mir einen Spaß daraus wieder einen neuen Werbeslogan in der Art zu finden.
Dieser Artikel soll sich jedoch mit Wellington beschäftigen - zurück also zu der knapp 200.000 Einwohnerstadt. Wir verbrachten nur wenig Zeit dort. Im Allgemeinen dienten uns die Orte in Neuseeland fast ausschließlich zum Essenkaufen und Tanken, da wir ohnehin nicht für die Städte hierhergekommen sind und der Charme der Orte sich meist auch stark in Grenzen hielt. Für die Hauptstadt nahmen wir uns zumindest einen Tag Zeit.
Wie schliefen unweit der oberen Haltestelle des roten Cablecars und liefen am Abend unserer Ankunft durch das entsprechende Stadtviertel, den botanischen Garten und betrachten die Stadt beim Sonnenuntergang von oben. Am nächsten Tag liefern wir dann durchs Zentrum, recht zielstrebig in Richtung des Nationalmuseums TePapa. Es hat Ausstellungen zur Geschichte der Maori, zur Besiedlung der Inseln durch Europäer und andere Volksgruppen, zur Entwicklung von Flora und Fauna nach der Entdeckung und einige andere Ausstellungen, wie bspw. eine recht große zu Neuseelands Beitrag zum ersten Weltkrieg. Allgemein haben wir häufiger Gedenktafeln oder kleine Ausstellungen gesehen, die sich mit Neuseelands Beitrag zu den beiden "großen Kriegen" beschäftigen. Das fanden wir interessant und seltsam - war Neuseelands Einfluss diesbezüglich doch eher gering und fanden wir Krieg ein wenig zu positiv dargestellt. Nach unserem Besuch im TePapa suchten wir uns noch etwas zu essen und fuhren anschließend weiter gen Norden.

Dienstag, 13. März 2018

Die Marlborough Sounds...

... war die letzte Region, die wir uns auf der Südinsel anschauten. Zwei Nächte verbrachten wir bei einer freundlichen Gastgeberin nahe Havelock direkt am Wasser. Die Gegend erinnert stark an Fjorde: Meerarme umgeben von grünen Hügeln.
Wir nutzten die Zeit zum Entspannen, um mit dem Kayak durch den Sound zu paddeln, in Havelock die in den Sounds geernteten Grünlippenmuscheln zu essen und zum Packen. Nach zwei Wochen hatten sich die Inhalte unserer drei Aufgabegepäckstücke gleichmäßig in unserem geliehenen Toyota (Kennzeichen mit unserem Hochzeitsdatum ^^) verteilt und mussten zurück in Koffer und Taschen gedrängt werden, da wir das Auto in Picton abgeben und in Wellington einen neuen Mietwagen aufnehmen sollten.
Die Fährfahrt zwischen Neuseelands beiden großen Inseln dauert etwa dreieinhalb Stunden und wird hauptsächlich von zwei verschiedenen Firmen durchgeführt. Am 28. Februar war das Wasser der Cook Strait ruhig und entsprechend entspannt verlief unsere Überfahrt.
Blick über einen Sound.

In Havelock kämpft jemand um sein Mittagessen.

Grünlippenmuscheln sind groß.
Wolken hängen in den Bergen.


Magische Stille früh auf dem Wasser.
Auch ohne Sonnenschein hat die Gegend Charme.

Picton.

Mit der Fähre verlassen wir die Südinsel.
Gut geschützt vorm Fahrtwind.

Sonntag, 11. März 2018

Neuseelands Great Walks...

... sind Wandertouren von jeweils mehreren Tagen Dauer in verschiedenen reizvollen Landschaften, die von einigermaßen fitten Leuten ohne spezielle Ausrüstung oder Kenntnisse bewältigbar sein sollen. Es sind die Vorzeigewanderwege Neuseelands und entsprechend ausgeschildert und überlaufen. Übernachtungen während der Touren sind fast ausschließlich in Hütten oder auf Zeltplätzen des DOC (Department of Conservation) möglich und häufig schon Monate im voraus ausgebucht. Derzeit gibt es neun Great Walks. Ein Zehnter so nächsten Sommer öffnen. Wir haben Teile von vier dieser in Neuseeland bekannten Wanderwege beschritten. Direkt nach unserer Ankunft liefen wir einen Teil des Routeburn Tracks und nach zwei Wochen Neuseeland hatten wir uns noch einen Teil des Abel Tasman Weges im Nordwesten der Südinsel vorgenommen. Ein organisatorisch schwieriger Punkt bei den meisten Great Walks ist, dass nur wenige Rundwanderwege sind. So ist der Routeburn Track bspw. 32 km lang. Um mit dem Auto jedoch vom Anfang zum Ende zu gelangen, sind 324 km zurück zu legen. Entsprechend gibt es eine große Industrie, die Shuttleservice oder auch das "Umparken" des eigenen Autos anbieten. Für den Abel Tasman Wanderweg, der stets nahe der Küste entlangführt, ist der Shuttleservice besonders reizvoll, denn er erfolgt per Wassertaxi.
Nach unserem Stopp in Motueka und an den goldenen Stränden von Keiteriteri, übernachteten wir Ende Februar im von Zyklon Gita recht schwer getroffenen Marahau, dem südlichen Ausgangspunkt für den Abel Tansman Track. Der Campingplatz auf dem wir übernachten war noch von einer dünnen Schlammschicht bedeckt. Überall am Strand lagen Unmengen von angeschwemmtem Treibholz und eine der Brücken am Beginn des Tracks war einfach weggespült worden, so dass alle Besucher über notdürftig gebastelte Steine und Holzstege balancieren mussten. Das stand für uns aber erst am Ende unserer Wanderung im Abel Tasman Nationalpark an. Wir ließen uns zunächst mit einem Wassertaxi bis zur Bark Bay nach Norden fahren und wollten von dort wieder nach Marahau zurückkaufen.
Das Boot bestiegen wir bereits an Land. Es lag auf einem Anhänger, der von einem Traktor erst ein paar hundert Meter die Straße entlanggezogen und dann über den bei Ebbe recht breiten Strand gefahren wurde. Schließlich hatten wir dann wirklich Wasser unter uns und fuhren nach einem kurzen Abstecher zu einer Split Apple Rock genannten Steinformation zu einer vorgelagerten Insel. Auf den Felsen um die Insel herum sahen wir Babyrobben. Super süß. 
Der Strand in Keiteriteri.

Mit dem Traktor werden Boote und Kayaks
ins Meer gelassen.

Der gespaltene Apfel Felsen vom Wasser aus. 

Babyrobbe.
Die Wanderung von Bark Bay zum Arkersten Zeltplatz war abwechslungsreich und sehr schön. Zeitweise sah man das Meer. Zeitweise lief man durch Wald. Es gibt auch Abschnitte, die nur bei Ebbe gelaufen werden können. Uns gefiel der Wanderweg beiden sehr gut. Den Zeltplatz, den ich ausgesucht hatte, erreichten wir am späten Nachmittag. Nur drei Zelte mit insgesamt sechs Personen sind dort zugelassen. Das erzeugte eine sehr gemütliche Atmosphäre. Nachdem wir eine Runde schwimmen gewesen waren und unser Zelt aufgebaut hatten, gesellten wir uns zu zwei Südafrikanern, die mit dem Kayak im Nationalpark unterwegs waren und gerade Nudeln zum Abendessen kochten. Hatte es bei uns auch geben sollen, aber wie wir beim Zeltaufbau festgestellt hatten, lag die Tüte mit dem Abendessen anscheinend noch der Rückbank im Auto - ein Fakt, den ich mir wahrscheinlich noch die nächsten Jahrzehnte anhören werden darf. ^^ Da ich gleichzeitig aber auch immer ein bisschen Reservenahrung einpacke, hatten wir eben ein bisschen Brot mit Marmelade, einen Apfel und Nüsse als Abendessen und als die Südafrikaner von unserem Malheur hörten, bekamen wir sogar jeder noch eine kleine Portion bereits gekochter Nudeln. So ging ein sehr schöner Tag zu Ende.
Am nächsten Morgen hatte sich die Sonne hinter grauen Wolken versteckt, so dass es nichts wurde mit Sonnenaufgang schauen. Wir lernten, dass unser Zelt zumindest leichtem Regen gut standhält und nahmen nach dem Frühstück die restlichen zehn Kilometer zum Auto zurück in Angriff. In Marahau gönnten wir uns zum Mittag dann einen Gourmetburger beim Fat Tui - einem Imbiss in einem Bauwagen, der wirklich sehr leckere Burger (Rind, Huhn, Lamm, Muschel, vegetarische...) zubereitet, bevor wir in Richtung Marlborough Sounds weiterfuhren. Mehr davon im nächsten Eintrag.
Das Meer schimmert durch den Farnwald.


Die Hängebrücken sind immer wieder toll.

Ausblick auf die nächste Bucht.
Zwei Wandersleute.


Wir laufen bei Ebbe wo bei Flut Wasser ist.

Maori Kunst am Zeltplatz Anchorage.

Ein Weka - vergleichbar mit einer diebischen Elster.

Farnbäume sind cool.
Der Aufstieg wurde mit einem herrlichen
Ausblick belohnt.


Sich entrollender Farn.
Unser Zelt am Strand.