Sonntag, 22. April 2018

Glühwürmchen, Surfstunden und noch ein Zyklon...

... bestimmten unsere letzten Tage am anderen Ende der Welt. Für die letzten vier Nächte reisten wir noch ein Stück weiter nach Norden bis Waipu. Wir schliefen in einem der weitläufig über die grünen Hügel verstreuten Häuser ein bisschen abseits vom Strand aber mit Blick aufs Meer in der Ferne und wunderbarer Ruhe. Unsere Gastgeberin begrüßte uns mit frischen Feigen aus dem eigenen Garten und am dritten Abend bekamen wir noch warme, selbstgebackene Zimtschnecken. Diese waren sehr lecker, hatten aber auch einen verregneten Beigeschmack. Kurz vor unserer Abreise zog nämlich der nächste Zyklon diesmal unweit der neuseeländischen Nordküste vorbei. Zwar wurde die Insel nicht direkt erwischt, aber für reichlich Wind und Dauerregen reichte es trotzdem. Des weiteren wurde bereits am Tag vor dem Regen meine bereits gebuchte Surfstunde in Tutukaka abgesagt, weil der Anbieter es mit der nicht ganz klaren Wetterentwicklung als zu gefährlich einstufte. Ich war angefressenen. Diese blöden Zyklone versauten mir dem Anschein nach fast alle Wasseraktivitäten auf die ich mich in Neuseeland gefreut hatte!
Die grünen Hügel des Northlands. Im Hintergrund das Meer.
Langs Beach.
Abendstimmung an Langs Beach.
Wir hatten am Vorabend bei unserem Besuch von Langs Beach aber schon festgestellt, dass es in Waipu Cove auch einen Surfanbieter gibt. Wir wollten ohnehin noch einmal an den Strand (Waipu Cove war deutlich näher gelegen als Tutukaka) und beschlossen vor Ort nach möglichen Optionen zu schauen. Ich hatte Glück. Für 13 Uhr war eine 90 minütige Surfeinführungsstunde angesetzt. Ich buchte. Die Stunde Wartezeit verbrachten wir auf dem Wochenmarkt in Waipu, auf dem wir mit einem freundlichen Paar aus Vancouver, Kanada ins Gespräch kamen - Dinge die passieren, wenn man ein T-Shirt des entsprechenden Eishockey Teams trägt. ^^
Zurück in Waipu Cove eröffnete der Surflehrer mir, dass ich die Einzige Teilnehmerin bin. Statt abzusagen erhielt ich folglich 90 Minuten Privatstunde für den bezahlten Gruppentarif. Sehr genial! Gray war ein guter Lehrer. Durch den auflandigen Wind gab es viele weiße Kräuselwellen, was das Aufstehen für Anfänger einfach gestaltet, da diese nicht mehr so viel Kraft haben wie höhere Wellen, die gerade erst brechen wollen. Nach einer halben Stunde Theorie und Trockenübungen ging es also ins Wasser. Es machte Spaß! Mit Privatlehrer und einem 2,70 Meter langen und sehr breiten Board war es relativ einfach aufzustehen und das Leben zu genießen.
Mit Surflehrer im Wasser.
Wasseraktivitäten machen Spaß.
Sich vom Wasser tragen lassen.
Stürmisches Vor-Zyklon-Wetter am Uretiti Beach.
Mit den ganzen Glückshormonen im Körper ließ sich der verregnete, stürmische Folgetag in der Ferienwohnung halbwegs ertragen. Wir mussten ohnehin noch den Großteil unserer Postkarten für die Daheimgebliebenen schreiben und nutzten die Gelegenheit auch, um mit Packen für die Heimreise zu beginnen. Am Abend klarte es dann doch noch ein bisschen auf und wir wurden mit bunten Farbenspielen am Himmel verwöhnt.
Ein Regenbogen.
Sonnenuntergang.
An unserem letzten vollen Tag in Neuseeland beschloss ich noch mal in einer Höhle nach neuseeländischen "Glühwürmchen" zu schauen. Eigentlich sind es keine Glühwürmchen, sondern leuchtende Larven der Arachnocampa luminosa. Dem lateinischen Namen nach also leuchtende SpinnenWürmer, biologisch gesehen jedoch eine spezielle Mückenart. Die Referenz zu den Spinnen kommt durch klebende, von der Decke hängende Fäden, in denen sich Beute verfangen soll. Die Referenz zu den Glühwürmchen kommt recht offensichtlich durch das blaue Biolumiszieren besonders der Larven. Es gibt die Tiere an verschiedenen Stellen in Neuseeland. In den Clifden Caves in unserer ersten Woche auf der Südinsel habe ich nur einige wenige gesehen, da ich mich in der doch sehr engen Höhle nicht ganz so weit vorgetraut habe. In Waitomo gibt es die bekannteste Höhle mit den Glühwürmchen - und damit natürlich auch die Teuerste. Die Waipu Cave ist kostenfrei und bietet neben den Glühwürmchen noch einige interessante Stalagmiten und Stalagtiten. Bereits nach fünf Minuten (in denen man auch durch knietiefes Wasser waten muss) kommt man in einen großen Höhlenraum. Sobald man dort seine mitgebrachte Taschenlampe ausmacht und sich von der Dunkelheit einhüllen lässt, tauchen an der Decke unzählige leuchtende blaue Punkte auf. Es ist, als würde man in einer mondlosen Nacht direkt unter der Milchstraße stehen. Es war ziemlich beeindruckend, so dass ich insgesamt eine Stunde in der Höhle verbrachte und "in die Sterne" schaute. Auf den Fotos lässt sich das leider nicht annähernd festhalten. 
Blick zurück zum Höhleneingang.
Bild in der Höhle mit Blitzlicht.
Die Waipu Cave von innen.
Von der Decke hängende, angeleuchtete Glowworms.
Meine beste, aber nicht annähnern gute Aufnahme der
Glowworms in der Dunkelheit der Waipu Cave.
Nach einer Stunde in der Höhle wirkte das Grün am Ausgang
besonders satt.
Den Nachmittag genossen wir bei tollem Sommerwetter mit reichlich Sonne, leichter Bewölkung und einer leichten Brise noch einmal im Wasser und am Strand von Waipu Cove.
Am Strand von Waipu Cove.
Entspannung.
Stets gefräsige Möwen.
Urlaubsflair.
Unsere Heimreise traten wir wie im vorletzten Blogeintrag erwähnt vom Flughafen in Auckland an. Dort verabschiedete uns eine riesige Styroporfigur aus einem der Hobbit Filme - Leihgabe aus Mittelerde war am Schild zu lesen. Da wir erst nach 21 Uhr abhoben, konnten wir durch die Flughafenfenster noch einen letzten Sonnenuntergang in Neuseeland beobachten, eher der reichlich 17 stündige Nachtflug (im Dunkeln losgeflogen und im Dämmern in Dubai angekommen) begann. Als wir in Dubai wieder abhoben, hatten wir das Glück einen guten Blick auf die bekannte Skyline mit dem höchsten Gebäude der Welt zu erhaschen.
Eine der Zwerge-Statuen aus dem Hobbit: eine
Leihgabe aus Mittelerde am Flughafen von Auckland.
Unser letzter Sonnenuntergang in Neuseeland.
Dubai aus der Luft.
Deutlich zu erkennen waren das höchste Gebäude
der Welt und der verschwenderische blaue Pool.

Montag, 16. April 2018

Schnorcheln in Neuseelands ältestem Meeresschutzgebiet...

... waren wir Anfang März. Die Schnorchel- und Tauchbedingungen um Goat Island, einer kleinen, nur etwa 100 Meter vom Festland entfernten Insel, wurden in Reiseführern häufig beworben. Aufgrund unserer häufig enttäuschten World-best-Erfahrungen und den zurückhaltenden Berichten von Freunden sind wir mit niedrigen Erwartungen hin gefahren.
Wenn man kein Schnorchelgebiet mit vielen bunten Fischen und Korallen erwartet und möglichst unter der Woche nach Goat Island fährt, dann macht ein Ausflug dorthin Spaß. Der Strand ist eine Mischung aus Sand und rauem Stein. Etwas zurückgesetzt stehen einzelne Bäume und zum Teil liegt etwas Treibholz am Strand. Unser erster Abend vor Ort war wirklich schön. Wir waren den Großteil der Zeit alleine. Da ich mir eine Erkältung eingefangen hatte, spazierte ich nur am Strand entlang und ließ mir im Anschluss von Fischen, Kelp und sogar einem Rochen berichten.
Grüne Hügellandschaften und Küste prägen das Bild des Northlands.
Bäume am Strand.
Bei Ebbe ragen die Steine aus dem Wasser.
Fisch und Seetang.
Das waren die buntesten Fische. Davon gab es reichlich.
Ein Rochen von vorn.
Der selbe Rochen von oben.
Den nächsten Tag regnete es nahezu ununterbrochen und ich schlief die meiste Zeit, um wieder gesund zu werden, was auch ganz gut klappte, so dass wir Freitag zusammen vor Goat Island schnorcheln gehen konnten. Es war schon deutlich mehr Betrieb als Mittwoch, aber noch angenehm. Da mit Schwimmen und Schnorcheln nicht sonderlich viel Geld zu verdienen ist, gibt es natürlich auch noch andere Angebote, die alle auf die Beobachtung der Meereslebewesen abzielen und mehr oder weniger Kontakt mit dem nassen Element erfordern. So gibt es mehrere Tauchanbieter, einen Verleih von durchsichtigen Kayaks und auch ein motorisiertes Glasbodenboot. Als wir Samstag Morgen noch ein letztes Mal zum Schnorcheln kamen, blieben wir nicht lange. Zum Einen trieben im Wasser einige Quallen und noch viel anstrengender waren die ganzen Menschen am Strand und im Wasser. Bis nach Auckland ist es nur eine reichliche Stunde Fahrzeit und am Wochenende schwärmen die 1,5 Millionen Menschen gern an die Strände aus.
Ein durchsichtiges Kayak liegt verankert vor der Küste. Als Anker...
... diente diese Hantel.
Ein Meeresbewohner...
... ein anderer Meeresbewohner und...
... eine Meeresbesucherin.
Insgesamt gab es schon einige Fische zu sehen.
Viel zu viele Menschen am Samstag.
Die Möwe betrachtet das Treiben.
Geschlafen haben wir im kleinen Örtchen Leigh mit nicht einmal ganz 500 Einwohnern in einem Bed and Breakfast, das von einem sehr freundlichen Paar betrieben wird. Wir haben gern bei Kiwis übernachtet, weil wir in den Gesprächen mit den Bewohnern so einiges über Kultur, nicht ganz so bekannte Orte und auch Alltagsdinge wie das Rentensystem in Neuseeland gelernt haben. Etwas abseits der Hauptsaison Anfang März erlebten wir Leigh als gemütliches, verschlafenes kleines Fischerdorf mit einem hübschen Hafen, teurem Gemischtwarenladen und - wie in so vielen der kleinen Orte in NZ - einer TakeAway Eatery, in der sich die Leute des Ortes Abends gern auf einen Plausch treffen.
Abendessen einer Möwe am Hafen von Leigh.
Unter Beobachtung am Hafen von Leigh.

Sonntag, 15. April 2018

Auckland...

... ist wohl die bekannteste und mit fast 1,5 Millionen Einwohnern definitiv auch die größte Stadt Neuseelands. Etwa ein Drittel der neuseeländischen Bevölkerung lebt dort. Nachdem wir in Queenstown lediglich eingekauft, Christchurch gänzlich umfahren und in Wellington gerade mal einen Tag verbracht hatten, wundert es euch sicher nicht, dass wir auch Auckland keine Beachtung weiter schenkten. Trotzdem kommt man als Neuseelandbesucher kaum um Auckland herum. Zum einen traten wir vom größen Flughafen des Landes unseren Heimflug an (von dem heute aber noch nicht die Rede sein soll) und zum anderen zwingt einen die Lage der Stadt an einem schmalen Streifen Land durch sich hindurch, wenn man ins Northland (alles nördlich von Auckland) fahren möchte. 
Skyline von Auckland mit Skytower.
Im Großraum Auckland gab es vielbefahrene, mehrspurige Straßen.
Da wir nach spontanem Umplanen beschlossen hatten unsere letzte Urlaubswoche mehr oder minder faul an den Stränden des Northlands zu verbringen, fuhren wir  von Matamata straff nach Nordwesten und durch die Großstadt hindurch. Wir blickten auf das Panorama mit dem von überall sichbaren SkyTower - dem mit 328 Metern höchsten Gebäude der Südhalbkugel - während wir die Schnellstraße entlangfuhren. Eine reichliche Stunde die Füße vertreten haben wir uns in Auckland an unserem letzten Tag in Neuseeland. Wir waren in Parnell, einem der wohlhabensten Stadtteile von Auckland. Wir waren wenig beeindruckt. Natürlich ist es unmöglich den Character einer Stadt in solch einer kurzen Zeit richtig zu erfassen, aber wir waren auch nicht böse, dass wir so wenig Zeit in Neuseelands Städten verbracht haben. Die Natur ist einfach schöner.
Aucklands Skyline von Wesen aus betrachtet.
Blick auf den Skytowern von Parnell.