... ist auf Pellworm mit dem Rad locker an einem Tag zu schaffen. Im Gegensatz zum in die Länge gezogenen Amrum ist Pellworm mit seinen 6x7 Kilometer Ausdehnung schon fast rund. Es gibt Wege vor und hinter dem Deich und man kann auch auf dem Deich entlang laufen. Dieser zieht sich acht Meter hoch einmal um die gesamte Insel, die im Durchschnitt unter dem Meeresspiegel liegt.
Auf den Deichen trifft man immer wieder auf Schafe, die zur Beweidung frei herumlaufen können und dort auch ihre Hinterlassenschaften abwerfen. Genauso verhält es sich mit den Ringelgänsen, Austernfischern, Enten und all den anderen (Zug-)Vögeln. Zu den Tieren werde ich nochmal einen extra Beitrag verfassen. Heute soll es vor allem um die Landmarken Pellworms gehen.
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| Blick aufs Meer geht immer. |
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Seit Anfang April wurden es immer mehr Schafe auf den Deichen und Wiesen. |
Mit der Fähre kommt man i.d.R. tidenunabhängig am 30 Jahre alten Tiefwasseranleger im Südosten der Insel an. Der alte Hafen liegt direkt im Osten Pellworms. Auch dort liegt eine Fähre, sowie einige Krabbenkutter und andere Boote. Sturmflutmarken erinnern an teils inselverändernde Ereignisse. Pellworm in seinen heutigen Umrissen gibt es seit knapp 400 Jahren. 1634 ereignete sich die zweite Grote Mandränke bei der die Insel Strand in Pellworm und Nordstrand geteilt wurde. Zwischen beiden fließt der Norderhever Strom, der weiterhin die Landschaft formt und sich immer tiefer zwischen Pellworm und dem Festland eingräbt. Tatsächlich kann man den Markern am alten Hafen deutlich höhere Sturmfluten als die von 1634 entnehmen. Durch die Eindeichung der Insel hält Pellworm dem Meer bisher jedoch stand.
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| Krabbenkutter |
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| Zugang zum Sportboothafen. |
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| Sturmflutmarken am alten Hafen. |
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| Die Pellwormer Fähre am Tiefwasseranleger. |
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| Etwas viel Wasser am Hafen. |
Um den alten Hafen herum im Osten der Insel befindet sich Tammensiel, mit rund 90 Einwohnern der Hauptort der Insel, wo sich Einkaufsmarkt, Bäcker, Bank, Arzt, Touristeninformation, Schwimmbad und der eine diensthabende Polizist der Insel befindet.
Im Süden der Insel bildet der Leuchtturm den within sichtbaren Anlaufpunkt. Seine Feuerhöhe liegt 38 Meter über dem mittleren Tidehochwasser. Unweit des Leuchtturms befinden sich auch das Bürgerhus, welches eine Art Mehrzweckhalle für Bewohner und Touristen der Insel ist. Dort fand bspw. die Osterwiese oder Kino Veranstaltungen statt. Daneben gibt es einen großen Abenteuerspielplatz, Barfußpfad und eine Minigolf Anlage. Kurz hinter dem Leuchtturm auf dem Deich liegt ein Bootsrumpf, der als Gedenkort für Angehörige nach einer Seebestattung genutzt werden kann.
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| Blick hinter den Deich am Leuchtturm. |
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Eine Gedenkstätte für Hinterbliebene nach einer Seebestattung. |
Folgt man dem Deich mit dem Rad weiter gen Westen erreicht man nach 20 Minuten Fahrt das Wahrzeichen der Insel: die alte Kirche. Gefühlt ist diese, bzw. vor allem die Ruine des alten Kirchturms, den Pellwormern heilig. Vor Ort verstand ich nicht warum. Ich empfand die Ruine als banal bis beliebig. Bei dem Ausflug nach Amrum und einem anderen Bootsausflug, von dem ich später berichten will, stieg mein Respekt vor dem alten Kirchturm jedoch wieder. Die Silhouette der alten Kirche ist wirklich wahnsinnig weithin sichtbar. Ich verstehe gut, warum der 26 Meter hohe Turm, welcher ursprünglich etwa doppelt so hoch war wie jetzt, als markanter Orientierungspunkt für Seefahrer galt.
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| Immer fleißig strampeln. |
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| Die Turmruine der alten Kirche. |
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| Die klassische Silhouette. |
Auf dem Weg zur Nordermühle im Norden von Pellworm passierten wir die Landestelle der Hooger Fähre. Es gibt auf der Welt wohl nur 10 Halligen, welche sich alle in der Nordsee befinden. Halligen sind flache Inseln ohne Deiche, welche regelmäßig von (Sturm-)Fluten überspült werden. Die Häuser auf einer Hallig werden auf Warften, künstlichen Aufschüttung, errichtet, die das Haus vor dem Wasser der Nordsee schützen soll. Die Nordermühle selbst ist eine schicke Windmühle, die heutzutage Ferienwohnungen beherbergt.
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| Nordermühle auf Pellworm. |
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| Stets unterwegs mit Rad und Anhänger. |
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| Abfahrt für die Hooger Fähre. |
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Viele kleine Muschelteile ergeben optisch eine Art Sandstrand. |
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| Nordermühle mit Schafen. |
Nachdem ich einmal alle Himmelsrichtungen durch habe, ein paar letzte Worte zum Zentrum der Insel. Zentral gelegen sind Feuerwehr, Schule, neue Kirche und der Tierarzt, der auf einem Hof mit ganz vielen Pferden (Stichwort Ponyreiten für Kinder) beheimatet ist. Außerdem befindet sich recht zentral gelegen auch das in einem anderen Blogeintrag bereits beschriebene Solarfeld.
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| 37 Pferde wohnen aktuell auf dem Appelhof. |
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| Blick hinein in die neue Kirche. |
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| Kirche von außen. |
Damit habe ich die markantesten Punkte der Insel beschrieben. Natürlich lassen sich an verschiedenen Stellen liebevoll dekorierte, reetgedeckte Häuser oder kleine Galerien finden, aber dass soll jeder für sich selbst entdecken.
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Stets mit Muskelkraft unterwegs bei Sonnenschein und Sturm. |