Donnerstag, 27. Juli 2023

Feuer und Wasser ...

 ... spielten in den letzten Sommerwochen bei mir eine Rolle. 

In den Sommermonaten veranstalten die örtlichen freiwilligen Feuerwehren im Dresdner Westen an wechselnden Wochenenden Feuerwehrfeste, bei denen nicht nur die Großen in Spaßwettkämpfen zeigen, was sie so drauf haben, sondern auch die Jugendfeuerwehr demonstriert dann ihr Können. Besonders für die Kinder ist es immer ein Höhepunkt, wenn ein kleines Haus anfängt zu brennen. Die Flammen schießen schnell in die Höhe und lodern hungrig gen Himmel. Mit Blaulicht eilt dann die Jugendfeuerwehr zur Einsatzstelle, rollt die Schläuche aus und schließlich heißt es "Wasser marsch!". Sobald der Brandt unter Kontrolle ist, dürfen auch die bis dahin nur zuschauenden Kinder mit an die Schläuche, um die letzten Glutnester zu löschen. 

Das Haus brennt!
Die Jugendfeuerwehr löscht.
Kühler ging es bei mir bei einem Ausflug auf der Zwickauer Mulde zu. Gemeinsam mit sieben KollegInnen ließen wir kurz oberhalb der Wechselburger Muldebrücke ein Schlauchboot zu Wasser, mit welchem wir anschließend knapp zehn Kilomenter flussabwärts bis nach Rochlitz paddelten. Wir starteten als letztes von vier Booten, überholten die anderen drei jedoch zeitnah.
In Wechselburg startete die Paddeltour.
Nach kurzer Zeit hatten wir die anderen drei
Boote hinter uns gelassen.
Ruhig lag der Fluss vor uns.
Die Hängebrücke in Störnzig voraus.
Überall flogen rastende Reiher aus dem Uferbereich
auf, als wir daran vorbei glitten.
Das Schloss Rochlitz zeigte uns das nahende Ende
unserer Paddeltour an.

Die Strecke zwischen Wechselburg und Rochlitz beeindruckte mich. Ich empfand es als deutlich ruhiger und natürlicher als zwischen der sächsischen Schweiz und Dresden auf der Elbe zu paddeln. Besonders ab dem Zeitpunkt, ab dem wir das vorderste Boot waren, konnten wir Flora und Fauna genießen. Während unserer Fahrt sahen wir unzählige Reiher vor uns auffliegen. Schwarze Libellen zischten dicht über das Wasser. Wolken zogen über uns hinweg. Trotz des landschaflichen Reizes pausierten wir nicht, sondern paddelten stetig weiter. Die relativ hohe Reisegeschwindigkeit zahlte sich am Ende aus. Es waren Gewitter für den Tag vorhergesagt und die ersten Donnerschläge hörten wir kurz bevor wir das Rochlitzer Schloss erblickten. Noch während wir das Boot an der Anlegestelle aus dem Wasser zogen, erreichten ein paar vereinzelte Regentropfen unsere Nasenspitzen. 

Ich hatte mein Auto an der Bootsanlegestelle geparkt und bot den Kollegen an, Rucksäcke im Kofferraum zu verstauen und im Tausch zwei Regenschirme heraus zu nehmen. Noch während wir am Auto waren begann der Wolkenbruch. Der Regen peitschte hernieder. Während wir zu einem kleinen Café beim Schloss eilten, legte das zweite Schlauchboot gerade an. Obwohl wir es auch nicht trocken ins Café schafften, waren wir doch froh durch unsere etwas höhere Paddelgeschwindigkeit zumindest dem Wolkenbruch auf dem Wasser entgangen zu sein. 

Blick in den Schlosshof von Rochlitz.

Auf dem Weg zum Café.
Eine reichliche Kuchenauswahl.
Verregnetes Rochlitz.
Bei der Bootsanlegestelle.

Freitag, 14. Juli 2023

Abtauchen...

... ist bei den gegenwärtigen Temperaturen eine der wenigen validen Optionen, wie man es draußen aushält. Es ist mittlerweile fast 20 Jahre her, dass ich das Gerätetauchen mit meinem Vater zusammen erlernt habe. Nach einer relativ intensiven Tauchphase pausierte dieses Hobby bei mir für fast ein Jahrzehnt, ehe ein neuer Tauchpartner mich wieder mit in die Tiefe zog. Familienbedingt folgte erneut eine längere Pause. Ende Juni dann hatten wir kinderfrei und besuchten in drei Tagen drei Seen.

Redhead unter Wasser.
Eine Stunde Fahrzeit mit dem Auto ist es von uns bis ins Lausitzer Seenland und ebenso rund eine Stunde Fahrzeit bis ins Leipziger Neuseenland. Neben dem Senftenberger und Geierswalder See in der Lausitz kenne ich auch Markkleeberger, Cospudener und Kulkwitzer See sehr gut, teilweise seit rund 30 Jahren. So wie in der Lausitz in den letzten Jahren weitere ehemalige Bergbaulöcher geflutet worden und weitere Seen wie der Partwitzer, Sedlitzer oder der Großräschener See entstanden, so kamen im Leipziger Süden bspw. der Zwenkauer, Hainer oder Störmthaler See dazu. 

Blick vom Auenhainer Strand am
Markkleeberger See auf alte Stahlriesen
im Bergbau-Technik-Park südlich
der A38.
Blick gen Norden in Richtung Leipziger Zentrum.

Über ein langes Wochenende bebadeten wir vor Kurzem den Markkleeberger, den Kulkwitzer und den Zwenkauer See. Jeder See und jede Ecke hat ihren eigenen Charme. In Zwenkau war ich noch nie gewesen und so spazierten wir an einem trüben Tag bei leichtem Nieselregen entlang des östlichen Zipfels vorbei an teils opulenten, oft hässlichen Würfelhäusern bis zum Zwenkauer Hafen neben dem sich auch der offizielle Badestrand befindet. Der nördliche Bereich des Strandes ist offiziell als Taucheinstiegsplatz ausgewiesen. 

Zu Beginn unseres Spaziergangs diente der Regen-
schirm eher als Wanderstock.
Am Zwenkauer See gibt es einige fertige Häuser
und viele Baustellen mit halbferigen Häusern und
sicherlich noch mehr  Planfeststellungsverfahren
für zukünftige Häuser mit Seeblick.
Die Kapitänin hat das Steuer fest im Griff. :)
Ich schaffte es noch ganz entspannt ein paar
Steine aufeinander zu drapieren, ehe der Regen
uns erreichte. Durch das suboptimale Wetter war
es wunderschön ruhig am See.

Im Zwenkauer See waren wir jedoch nicht tauchen, sondern im Kulkwitzer See, in dem die Sichtweiten deutlich besser sind und der mittlerweile seit genau 50 Jahren schon als Naherholungsgbiet gilt. Damit sind Pflanzen- und Tierbestand im Wasser natürlich auf einem anderen Niveau als im gerade einmal seit acht Jahren für die touristische Nutzung freigegebenen Zwenkauer See. 

Zunächst waren die Fische relativ weit weg.
Doch einigen Karpfen kamen wir ziemlich nah.
Der Schwebezustand beim Tauchen entspannt
Körper und Geist.
Nicht alle Pflanzen(reste) wurden als
Unterwasserpflanzen geboren.
Dieser Karpfen knabberte an den
Muscheln, die sich auf den alten
Stämmen festgesetzt hatten.
Wenn man die Augen offen hält, sieht man auch in
einem alten Tagebausee so einige Tiere.

Nach dem Tauchen mit Gerät planschten wir
noch unbeschwert herum.

Obwohl wir nur drei Tage weg waren, fühlten wir uns im Anschluss gleichzeitig erholt und durch viele neue Eindrücke angenehm aktiviert- vom Seegrund über den Seerand bis hinauf zu den Wolken. 

Steine aufeinander zu stapeln fordert Konzentration
und Geduld und hat gleichzeitig etwas entschleunigendes.
Faszinierende Naturgewalten.
Ich fand Gefallen am Steine stapeln. :)