Donnerstag, 22. Februar 2018

Zyklon Gita...


... hat uns die letzten Tage vermiest. Eins meiner persönlichen Highlights in Neuseeland sollte unser Aufenthalt in Kaikoura werden. Der Ort liegt an der Küste im Nordosten der Südinsel und ist bekannt für seinen Reichtum an Meeressäugern vor der Küste. Man kann Wale beobachten, im Meer mit Delfinen oder Pelzrobben schwimmen,  Kayak fahren, tauchen und vieles mehr. Da vor allem die Delfin- und Waltouren oft schon Wochen vorher ausgebucht sind, hatte ich beides für uns vorab reserviert und zum ersten Mal seit unserer Ankunft in Neuseeland auch zwei Nächte an selben Ort eingeplant.
Leider hat uns das Wetter einen gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht. Zyklon Gita zog über Neuseeland und wir waren mittendrin. Die für uns konkret spürbaren Auswirkungen waren, dass die Küstenstraße von Süden nach Kaikoura gesperrt war und wir wie aller anderer Verkehr auch über die enge, kurvenreiche, aber zumindest asphaltierte Inlandstraße (einzige andere Option) fahren mussten und somit ca. eine Stunde länger brauchten. Immerhin sind wir noch durchgekommen. Es war aufgrund des Regens unklar, ob die Straße auch noch gesperrt werden muss.
Wir erkundigten uns denn Nachmittag direkt nach unserer Delfintour am nächsten Morgen. Da die Veranstalter nie langfristige (so ziemlich alles, was über drei Stunden hinausging) Aussagen tätigen wollten, waren wir mehrfach vor Ort. Um euch die Details zu ersparen: sämtliche Touren mit Booten für Dienstag, Mittwoch und Donnerstag wurden gecancelt. Ich war/ bin deshalb ziemlich enttäuscht. Wie gesagt hatte ich mich darauf besonders gefreut. Ein bisschen Puffer hatte ich eingeplant, aber noch länger konnten wir nicht bleiben, da die nächsten Sachen vorgebucht sind und ohnehin unklar war, wann die Boote wieder fahren würden und wann wir überhaupt einen Nachrückerplatz von der Warteliste bekommen könnten. Schweren Herzens verließen wir Kaikoura also wieder. Da die Straße entlang der Küste nach Norden ebenso gesperrt war (bis mindestens Montag), verlängerte sich unsere Fahrstrecke erneut, da wir diesmal nicht nur die Extrazeit für die kurvige und enge Inlandstraße einplanen mussten, sondern auch einige extra Kilometer. Die Inlandstraße geht nach Südwesten. Wir mussten nach Nordwesten.
Außer Spesen also fast nichts gewesen in Kaikoura für uns. Ein paar schöne Stunden am Meer hatten wir dennoch. Ich habe auch bei Sturm am Meer Spaß. Man muss sich nur richtig anziehen. Einen Großteil von Mittwoch und den gesamten Donnerstag war es außerdem schön sonnig. Lediglich in den Bergen hingen noch dicke Wolken. Wir erkundeten also ein bisschen den Ort und die zugehörige Halbinsel. Auf letzterer verbrachten wir besonders viel Zeit und beobachteten die Pelzrobben, die zum Teil keine 20 Meter von der Straße entfernt lagen und verschiedenste Meeresvögel. Das war schön.
Umleitung ohne Aussicht.
Vogel.
Anderer Vogel.
Pelzrobben in der Ferne mit gutem Kamerazoom.
Pelzrobbe ganz nah.
Pelzrobbe neugierig.
Die Sonne scheint, aber die Boote fahren nicht.
Ein bisschen Gischt.
Pelzrobbe faul (fast immer der Fall).
Für Foto posierende Pelzrobbe (fragt nicht, wie viele
Fotos ich davor schon gemacht habe).

Dienstag, 20. Februar 2018

Eine Woche Mittelerde...

... liegt bereits hinter uns. Gefühlt sind wir jedoch schon viel länger hier. Jeden Tag erleben wir so viele Dinge, dass wir am Abend nach dem Essen nur noch müde ins Bett fallen. Entsprechend kam ich bisher auch noch nicht zum Blogschreiben. Heute will ich euch einen kleinen Überblick über die erste Woche geben, ehe einzelne Einträge unsere unterschiedlichen Abenteuer ausführlicher beleuchten sollen.
38 Stunden nachdem wir unsere Wohnung verlassen hatten, landeten wir mit Zwischenstopps in Dubai und Sydney in Queenstown auf der Südinsel von Neuseeland. Wir nahmen unser Mietauto entgegen und ausgeruht wie ich war setzte ich mich hinteres Steuer. In Neuseeland herrscht Linksverkehr. Vor uns lag noch eine reichliche Stunde Fahrt. Wir kamen gut in Glenorchy am Nordende des Wakatipu Sees an. Wir quatschten sogar noch eine ganze Weile mit unseren Gastgebern, aßen zu Abend, spazierten durch den kleinen Ort und am See entlang und genossen eine heiße Dusche, bevor wir gegen 22 Uhr Ortszeit (12 Stunden vor deutscher Zeit) ins Bett fielen und sofort einschliefen.
Die folgenden Tage wanderten wir einen Teil des Routeburn Tracks; bewunderten baumgroße Farne und malerische Bergpanoramen; übernachteten im Gästezimmer von Einheimischen, im Zelt oder in einem Zigeunerwagen; fuhren fast 2000 km im Auto; waren in glasklaren Gletscherseen Baden und im Meer, während Hector Delfine um uns herum schwammen. Neben den Delfinen hatten wir das Glück Gelbaugenpinguine und Seehunde, Robben bzw. Seelöwen zu beobachten. Vögel sahen und hörten wir natürlich ebenfalls, können die meisten davon aber nicht benennen. Die Lichter der südlichen Aurora sahen wir leider nicht, aber dafür staunten wir mehrere Nächte über den fantastischen Sternenhimmel. Die Anzahl von Schafen, Kühen, Pferden, an Rehe erinnernden Tieren auf den Weiden und überfahrenen Possums auf den Straßen können wir weder zählen noch abschätzen. Wir krabbelten in unserer ersten Woche hier auch schon durch Höhlen auf der Suche nach blau leuchtenden Glühwürmchen, die eigentlich keine Glühwürmchen sondern leuchtende Spinnenlarven sind; wanderten über schwingende Hängebrücken; über- oder durchquerten endlos breit erscheinende Flussbetten; erfreuten uns an schmalen, breiten, hohen und niedrigen Wasserfällen und ließen das milchig türkise Wasser der Seen in den neuseeländischen Alpen auf uns wirken. Die Städte oder auch nur kleine Häuseransammlungen am Straßenrand beachteten wir meist nicht weiter, sondern nutzten sie hauptsächlich zum Einkaufen von Lebensmitteln und Tanken - in Dunedin an der Südostküste schauten und hörten wir außerdem beim Eisessen verschiedenen Musikvereinen von der Südinsel zu, die ihrer schottischen Herkunft bei einem Dudelsackwettbewerb Tribut zollten.
Insgesamt war unsere erste Woche hier also wirklich, wirklich erlebnisreich und bisher meist sonnig. Seit gestern regnet es jedoch ununterbrochen und es soll auch die nächsten Tage grau bleiben. Wir sind gespannt, ob unsere Bootsausflüge auf den Pazifik trotzdem stattfinden werden und sind ganz froh, die nächsten drei Nächte planmäßig nicht zu zelten. Unten noch ein paar erste bildhafte Eindrücke unserer Reise. Mehr Details folgen, sobald ich wieder Zeit zum Schreiben habe.
Ausblick beim Wandern des Routeburn Tracks.
Wanderequipment am Morgen wieder verstauen.
Lake Wakatipu bei Bob's Cove - herrlich klares Wasser.
Curio Bay, Catlins.
Einer von vielen Wasserfällen in den Catlins.
Oamaru ist bekannt für seine Pinguinkolonien.
Blick auf den größten
Gletscher Neuseelands. 
In den neuseeländischen Alpen nahe Mt. Cook.
Lake Alexandrina am Morgen.
Ganz viele Flussbettquerungen.
Beim Wandern.
Slope Point - der südlichste Punkt
der Südinsel.
Ein Gelbaugenpinguin.
Ein Zwergpinguin.
Farnwald.
Ich auf einem Moeraki Boulder.
Achtung - Pinguine kreuzen.
Ein Fingerzeig auf den höchsten
Berg Neuseelands.