Montag, 31. Juli 2017

Flächenmäßig kleiner als Dresden...

... ist Boston. Auch von den Einwohnern her unterscheiden sich die beiden Städte nur um ca. 80.000. Nimmt man jedoch die Metropolregion, dann liegt Boston mit reichlich 4,5 Millionen klar vorn. Im Mai letztes Jahr berichtete ich bereits einmal von der amerikanischen Ostküstenstadt. Damals machte ich Urlaub. Jetzt verschlug es mich dienstlich wieder hin. Während draußen 30°C und Sonnenschein zum Entspannen einluden, fror ich teilweise in sehr kalt klimatisierten Konferenzräumen. Aber die Konferenz zu dynamischen Systemen war es wert und an je einem Morgen und einem Abend blieb in der Woche dann doch die Zeit ein paar Schritte durch die Stadt zu laufen. 
Es ist eine untypische Stadt für die USA. Es gibt ein relativ gutes, wenn auch sehr altes Netz des ÖPNV. Es gibt Radwege und Fußgängerzonen – auch wenn man als Fußgänger im Zweifel einen Umweg laufen muss, weil eine vierspurige Straße ohne Überquerungsmöglichkeit Vorrang hat. In der Hitze liegen hin und wieder streng riechende Müllsäcke am Straßenrand, aber zumindest gibt es eine grundlegende Mülltrennung. Es heißt, man soll die Umwelt schützen und teilweise werden Plastiktüten auf Wochenmärkten verbannt, aber überall laufen die Klimaanlagen auf Hochtouren, mancher Amerikaner läuft mit gleich zwei To-Go-Bechern durch die Gegend und im Hotel werden ohne einen extra handgeschriebenen Zettel, der um weniger Eifer bittet, täglich nicht nur die Handtücher, sondern auch die nur für einmal zum Händewaschen aus ihrer Plastikverpackung genommene Seife ausgetauscht. Wenn man gegen 22 Uhr die Waterfront in Boston entlangläuft, kann es auch plötzlich sehr laut werden, wenn das Militär mit mehreren pechschwarzen Hubschraubern im Rahmen einer Übung vielleicht 30 Meter über dem Grund zwischen einem Haus und dem Meer pendelt. Die Erlebnisse vor Ort waren fachlich wie auch abseits der Konferenz also einprägsam.
Eindrücke von Boston: Der Freedom Trail am Bunker Hill
Monument; das Stadion der Red Sox; markanter Brücken
pfeiler; Waterfront; Mülltrennung; Steinhäuser (im Uhrzeigersinn).
TeilnehmerInnen am Treffen des deutschsprachigen Gruppe
der System Dynamics Gesellschaft (Foto von DGSD).
Lichter im Waterfront Park, Radwege und Müll am Straßenrand.
Das Rathaus, Quincy Market und die Faneuil Hall.
Nach Ende der Konferenz besuchte ich für das Wochenende noch eine Freundin auf einer nahegelegenen Bio-Farm und packte den ersten Tag auch selbst mit an. Wir ernteten Bohnen, Kartoffeln, verschiedene Sorten Auberginen, Mais, Möhren, Blumen, Chilischoten, Tomaten, Gurken, Zucchini, Sellerie und noch einiges mehr. Ich half auch beim Waschen des Gemüses, was bei den hochsommerlichen Temperaturen eine Wohltat war. Am Abend radelten wir dann zum nahegelegenen Walden Pond, an dessen Ufer H. D. Thoreau Mitte des 19. Jahrhunderts seine Blockhütte errichtet hatte und der ihn zu dem Aussteigerbuch Walden inspirierte. Wir genossen einfach das erfrischende Nass bei ein paar Schwimmzügen.
Farmerin für einen Tag.
H.D. Thoreau lebte in den Wäldern am Walden Pond, MA.
Erholung nach einem Tag Farmarbeit.
Während die Kollegen meiner Freundin das geerntete Gemüse am Folgetag auf dem Wochenmarkt unter die Leute brachten, gönnten wir uns einen freien Wochenendtag und fuhren zum  nur etwa eine Autostunde entfernten Rockport auf Cape Anne. Es ist ein süßer kleiner Ferienort am Meer mit einigen Künstlerateliers und -geschäften, vielen Eisläden und noch mehr Geschäften, die klassische Touristensouvenirs anboten. Wir schlenderten durch den Ort, erfrischten uns im arg kalten Atlantik und fuhren am Nachmittag noch zum etwas weiter nördlich gelegenen Halibut Point State Park. Es ist eine schöne Gegend mit felsiger Küste.
Hafen in Rockport.
Künstler malen und verkaufen Ihre Bilder vor Ort.
Je steiniger der Strand, umso weniger Touristen.
Gefluteter Steinbruch im Halibut Point State Park.
Ein guter Platz, um aufs Meer zu schauen und das Wochenende
zu genießen.
Dann war das Wochenende leider auch schon wieder vorbei und der Flieger zurück nach Deutschland hob ab. Kaum hatte ich mich an die Ostküsten-Zeitzone gewöhnt, war ich auch schon zurück im Büro in Deutschland.
Blick aus dem Flugzeug auf Boston.

Sonntag, 16. Juli 2017

Flugreisen ermüden...

... wie wahrscheinlich jeder weiß, der bereits längere Strecken möglichst noch mit Umsteigeverbindung geflogen ist. Am Flughafen München habe ich jetzt zum ersten mal einen kombinierten Ruhe- und Arbeitsbereich gesehen, in dem es noch einmal separat abgetrennte Kabinen gibt, die zum Schlafen einladen. Leider konnte ich mir die Boxen nur von außen anschauen, da sie alle belegt waren. Ich entschied mich stattdessen dafür, einen der noch freien Arbeitsplätze zu nutzen und später so gut wie möglich in der Holzklasse beim Langstreckenflug zu schlafen.
Wo der Rotschopf diesmal hinreist? Schaut demnächst wieder vorbei und ihr werdet es erfahren.
Die Schlafkabinen zum Mieten mitten auf dem Flughafen.
Die Arbeitsplätze sind geräumig, abgeschirmt
und mit allem Wesentlichen ausgestattet.

Sonntag, 2. Juli 2017

Entspannung in Görlitz...

... suchten wir am letzten Wochenende bei einem Besuch in der Oberlausitz. Letzten September hatte ich von meinem ersten Besuch in der östlichsten Stadt Deutschlands berichtet. Damals waren wir nur in der Altstadt und im Garten bei einer Freundin gewesen. Diesmal stapften wir auch noch den Hausberg hinauf und schwammen eine Runde durch den südlich gelegenen Berzdorfer See.
Details in der Stadt.
Schlendern durch die Straßen.











Der 420 Meter hohe Hausberg heißt ähnlich, wie die lokale Biersorte: die Landeskrone. Ein paar gepflegte Wege führen hinauf zu einer Bismarcksäule, einem Hotel samt Restaurant und einem Aussichtsturm. Trotz des guten Rundumblicks stiegen wir nach kurzer Verweildauer wieder ab, um den ersten Tag bei Grillgut und Lagerfeuer ausklingen zu lassen.
Die Lindenallee säumt einen Teil des Aufstieges.
Auf der Landeskrone angekommen.
Blick nach Osten. Am linken Bildrand sieht man Görlitz und
Zgorzelec. Rechts schimmert das Wasser des Berzdorfer Sees.
Die Stadt herangezoomt. Die Plattenbauten sind auf polnischer Seite.
Am Sonntag fuhren wir nach einem späten Frühstück zum Berzdorfer See, der im Süden von Görlitz ebenfalls direkt an der polnischen Grenze liegt und so ein gemischtes Badepublikum anzieht. Interessant fanden wir einen Freiluftgottesdienst, der damit endete, dass alle eine Runde schwimmen gingen. Auch wir gingen etwas später ins Wasser. Zum Schwimmen allerdings ist es nicht das schönste aller Gewässer, da bis kurz unter die Wasseroberfläche Pflanzen wachsen, in denen man sich beim Schwimmen leicht verfangen kann. Die Erholungsamosphäre war gut, aber das Schwimmerlebnis nicht ganz so. 
Am Ufer des Berzdorfer Sees.