... ist Boston. Auch von den Einwohnern her unterscheiden
sich die beiden Städte nur um ca. 80.000. Nimmt man jedoch die Metropolregion,
dann liegt Boston mit reichlich 4,5 Millionen klar vorn. Im
Mai letztes Jahr
berichtete ich bereits einmal von der amerikanischen Ostküstenstadt. Damals machte
ich Urlaub. Jetzt verschlug es mich dienstlich wieder hin. Während draußen 30°C
und Sonnenschein zum Entspannen einluden, fror ich teilweise in sehr kalt
klimatisierten Konferenzräumen. Aber die Konferenz zu dynamischen Systemen war
es wert und an je einem Morgen und einem Abend blieb in der Woche dann
doch die Zeit ein paar Schritte durch die Stadt zu laufen.
Es ist eine untypische Stadt für die USA. Es gibt ein
relativ gutes, wenn auch sehr altes Netz des ÖPNV. Es gibt Radwege und
Fußgängerzonen – auch wenn man als Fußgänger im Zweifel einen Umweg laufen
muss, weil eine vierspurige Straße ohne Überquerungsmöglichkeit Vorrang hat. In
der Hitze liegen hin und wieder streng riechende Müllsäcke am Straßenrand, aber
zumindest gibt es eine grundlegende Mülltrennung. Es heißt, man soll die Umwelt
schützen und teilweise werden Plastiktüten auf Wochenmärkten verbannt, aber überall laufen die
Klimaanlagen auf Hochtouren, mancher Amerikaner läuft mit gleich zwei
To-Go-Bechern durch die Gegend und im Hotel werden ohne einen extra
handgeschriebenen Zettel, der um weniger Eifer bittet, täglich nicht nur die
Handtücher, sondern auch die nur für einmal zum Händewaschen aus ihrer
Plastikverpackung genommene Seife ausgetauscht. Wenn man gegen 22 Uhr die Waterfront in Boston entlangläuft, kann es auch plötzlich sehr laut werden, wenn das Militär mit mehreren pechschwarzen Hubschraubern im Rahmen einer Übung vielleicht 30 Meter über dem Grund zwischen einem Haus und dem Meer pendelt. Die Erlebnisse vor Ort waren fachlich wie auch abseits der Konferenz also einprägsam.
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Eindrücke von Boston: Der Freedom Trail am Bunker Hill
Monument; das Stadion der Red Sox; markanter Brücken
pfeiler; Waterfront; Mülltrennung; Steinhäuser (im Uhrzeigersinn). |
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TeilnehmerInnen am Treffen des deutschsprachigen Gruppe der System Dynamics Gesellschaft (Foto von DGSD). |
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| Lichter im Waterfront Park, Radwege und Müll am Straßenrand. |
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| Das Rathaus, Quincy Market und die Faneuil Hall. |
Nach Ende der Konferenz besuchte ich für das Wochenende noch eine Freundin auf einer nahegelegenen Bio-Farm und packte den ersten Tag auch selbst mit an. Wir ernteten Bohnen, Kartoffeln, verschiedene Sorten Auberginen, Mais, Möhren, Blumen, Chilischoten, Tomaten, Gurken, Zucchini, Sellerie und noch einiges mehr. Ich half auch beim Waschen des Gemüses, was bei den hochsommerlichen Temperaturen eine Wohltat war. Am Abend radelten wir dann zum nahegelegenen Walden Pond, an dessen Ufer H. D. Thoreau Mitte des 19. Jahrhunderts seine Blockhütte errichtet hatte und der ihn zu dem Aussteigerbuch Walden inspirierte. Wir genossen einfach das erfrischende Nass bei ein paar Schwimmzügen.
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| Farmerin für einen Tag. |
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| H.D. Thoreau lebte in den Wäldern am Walden Pond, MA. |
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| Erholung nach einem Tag Farmarbeit. |
Während die Kollegen meiner Freundin das geerntete Gemüse am Folgetag auf dem Wochenmarkt unter die Leute brachten, gönnten wir uns einen freien Wochenendtag und fuhren zum nur etwa eine Autostunde entfernten Rockport auf Cape Anne. Es ist ein süßer kleiner Ferienort am Meer mit einigen Künstlerateliers und -geschäften, vielen Eisläden und noch mehr Geschäften, die klassische Touristensouvenirs anboten. Wir schlenderten durch den Ort, erfrischten uns im arg kalten Atlantik und fuhren am Nachmittag noch zum etwas weiter nördlich gelegenen Halibut Point State Park. Es ist eine schöne Gegend mit felsiger Küste.
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| Hafen in Rockport. |
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| Künstler malen und verkaufen Ihre Bilder vor Ort. |
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| Je steiniger der Strand, umso weniger Touristen. |
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| Gefluteter Steinbruch im Halibut Point State Park. |
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Ein guter Platz, um aufs Meer zu schauen und das Wochenende
zu genießen. |
Dann war das Wochenende leider auch schon wieder vorbei und der Flieger zurück nach Deutschland hob ab. Kaum hatte ich mich an die Ostküsten-Zeitzone gewöhnt, war ich auch schon zurück im Büro in Deutschland.
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| Blick aus dem Flugzeug auf Boston. |
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