Dienstag, 31. März 2015

Frust dank Deutscher Bahn...

... ist nicht neu und wird wahrscheinlich auch nie aussterben. Sturmtief Niklas fegt über Deutschland und hat unter anderem für einige Störungen im Bahnverkehr gesorgt. Dafür kann die Deutsche Bahn nichts. Sie kann nur auf die Wetterumstände reagieren. Die Frage ist, wie reagiert wird. Meine Erfahrungen des Tages (fast) wertungsfrei zusammengefasst: Auf der Website standen Informationen bezüglich wetterbedingter Probleme. Bei ein und der selben Verbindung stand einerseits, dass der Zug sich (zu dem Zeitpunkt) um 15 Minuten verspätet und gleichzeitig, dass er ausfällt. Verunsichert, welcher Information ich den höheren Stellenwert beimessen soll, entschloss ich mich die 0180er Rufnummer der Bahn zu benutzen. Nach einiger Zeit hatte ich mich soweit durchs automatische Blechstimmenmenü gearbeitet, dass ich mit einem realen Menschen reden konnte. Nur onnte mir die Dame am anderen Ende der Leitumg leider auch nicht wirklich Auskunft geben. "Achso ja, mhh, naja" war leider nicht sonderlich aufschlussreich.
Als ich eine knappe Stunde vor Planabfahrt noch einmal auf die Bahnseite schaute, war von +28 Minuten für meinen 18:03 Zug die Rede. Ok, darauf kann man sich einstellen. Als ich halb sechs erneut nachschaute hieß es plötzlich, der Zug falle aus, aber der Zug von zwei Stunden eher würde ihn mit 120 Minuten Verspätung ersetzen. Also in gewisser Weise doch pünktlich. Das war nicht gut. Schließlich musste ich auch noch zum Bahnhof kommen und hatte mich nun auf die zuvor angegebene Verspätung eingestellt. Eilig packte ich also meine Sachen und hoffte auf weitete zwei Minuten Verspätung, um die Bahn noch zu schaffen. Als ich im Bus zum Bahnhof dreiviertel sechs erneut im Internet nach der Verbindung schaute, erhielt ich die Information, dass der Zug ausfalle, es aber einen Ersatzverkehr gibt. Als ich schließlich 18:04 am Bahnsteig ankam, sah ich nur eine große Menschentraube und auf der Anzeige stand etwas von Hof, also dem Zug in die entgegengesetzte Richtung. Über den Lautsprecher ertönte auch gerade die Aussage, dass an Gleis 10 der Zug nach Hof einfahren würde. Ob 18:03 ein Zug nach Dresden gefahren ist oder nicht, habe ich im Endeffekt nie erfahren. Ein Grund, weshalb sich dies meiner Kenntnis entzieht ist, dass ich im Reisezentrum der DB auch nicht nachfragen konnte. Dort stand ich wie viele andete Reisende auch 18:04 nämlich vor verschlossener Glastür und sah nur noch, wie die Bahnmitarbeiterin hinter ihrem Tresen aus ihrer Kaffeetasse trank. In der Zwischenzeit ertönte erneut die Lautsprecherdurchsage, dass der Zug nach Hof an Gleis 10 einfahren würde. Die selbe Durchsage kam auch 18:14 Uhr noch einmal - als der Zug tatsächlich kam. Niemand kann sagen, die Bahn hätte keine Informationen während des Sturmtiefs herausgegeben. Über die Qualität der Informationen kann man streiten.

Arbeit, Sport und Freizeit...

... brachten mich die letzten drei Wochen an verschiedene Orte in Deutschland. Zum einen war da das 1200 jährige Hildesheim: eine kleine Stadt in Niedersachsen, die mit Hannover und Braunschweig die Eckpunkte eines (fast) gleichschenkligen Dreiecks bilden könnte. Was ist mir von der Stadt, die ich für die Arbeit besuchte, im Gedächtnis hängen geblieben? Ein schöner Marktplatz in der Innenstadt, ein pragmatisches Universitätsgebäude, das nur dank Kunst ein paar Farbtupfer bekommt und sonst vage an Star Wars erinnert, unübersichtliche Verkehrszeichen am Straßenrand und eine Sternwarte in einem Wäldchen, die für die Sonnenfinsternis am 20. März besondere Öffnungszeiten ausgeschrieben hatte.
Hildesheim Zentrum.
Ein bisschen Kunst sorgt für Farbe
auf dem Campus.
An Star Wars erinnernde Treppenauf-
gänge in der Universität.




Die Sternwarte auf dem
Spitzhut.
Mehr oder minder eindeutige
Anweisungen laut StVO.
Dann war da Kassel, wo ich für den Sport ein paar Tage weilte. Streng genommen weilte ich jedoch nicht in Kassel, sondern in den Vororten im Osten und so war ich dann auch nur an einigen Autobahnauf- und abfahrten und hatte keine Zeit den Bergpark Wilhelmshöhe  nach 2013 noch einmal zu besichtigen.
Es folgten Chemnitz und Dresden in Sachsen und am letzten Wochenende gab es noch einen kurzen Abstecher entlang kieferngesäumter Autobahnen hinauf nach Berlin, wo der 35. Berliner Halbmarathon stattfand und sich über 30.000 Teilnehmer auf Schusters Rappen oder Inlinern über die gut 21km schleppten bzw. flitzten. Das ließ sich gut mit Sightseeing verbinden.
Auf dem Rollfeld des alten Flughafens
Tempelhof.
Dom und Fernsehturm - zwei Berliner
Wahrzeichen.


Bäume im Tiergarten. Ein
Weg. Bäume im Weg.
In der Abenddämmerung dinnierten wir
beim Herrn Bundespräsidenten - oder so ähnlich. ^^
Die ewig kaputte Gedächtniskirche.

Dienstag, 24. März 2015

Sommer, Sonne, baden...

... hieß es für uns in der ersten Märzwoche. Eine Woche Urlaub. Eine Woche Ägypten. Eine Woche ausspannen, relaxen, faul sein, Seele baumeln lassen. Eine Woche, die viel zu schnell vorbei war, aber auch viele schöne Erinnerungen hinterlassen hat.
Nach einem unspektakulären Flug nach Hurghada und dem Eintrag eines schönen bunten Touristenvisums in den Pass folgten wird den Schildern mit der Aufschrift unseres Reiseveranstalters, die alle zehn Meter von einem anderen Ägypter gehalten wurden und schließlich an dem Bus endeten, der uns ins Hotel bringen sollte. Während wir auf die restlichen Touristen unserer Busladung warteten, beobachteten wir das Verstauen des Gepäcks anderer Ankömmlinge bei etwas kleineren Bussen. Irgendwann hatte sich dann auch unser Reisebus gefüllt und düste auf der schnurgeraden Straße, die sich entweder durch Dreck und Staub oder zwischen begrünten Hotelanlagen entlang zog, gen Süden. 
Busse am Flughafen von Hurghada.
Eine schnurgerade vierspurige Straße entlang der Küste.
Das optisch im orientalischen Stil gehaltene Hotel machte nicht nur im Katalog einen guten Eindruck, sondern überzeugte uns auch vor Ort. Innerhalb der Hotelanlage war alles einem westlichen Standard entsprechend sauber und begrünt. Durch zwei große Pools und die gut gepflegte Gartenanlage ließ es sich entspannt schlendern und die frische, nach gemähtem Gras und Blumen duftende Luft umschmeichelte die Nasen. Im Grunde ist das alles aber eine große Illusion. Auch wenn das Rote Meer direkt an all den sich entlang der Küste erstreckenden Hotels liegt, so ist die Gegend doch eigentlich ein Wüstengebiet. Dank künstlicher Bewässerung mit dem Abwasser aus dem Hotel wurden jedoch wunderschöne Oasen erschaffen, die jedes Jahr von unzähligen Touristen besucht werden. 
Blick von der Lobby auf die Anlage.
Der Gartenbereich vor unserem Zimmer.
Satte Farben und Wasserspiele.
Entspannung.
Die ersten zwei Tage, in denen es durch kräftige Windböen trotz ägyptischer Sonne gefühlt relativ frisch war, akklimatisierten wir uns erst einmal in der weitläufigen Hotelanlage und vor allem natürlich am Strand. Freundliche Hotelmitarbeiter, nie um ein Gespräch verlegene Ladenbesitzer und mit unter 20°C kälteres Meerwasser als erwartet gehörten zu unseren Eindrücken der ersten Tage.
Ein Kamel auf der Straße. Wir haben gelernt, dass "Kamel" in
Ägypten kein Schimpfwort, sondern eher ein Kompliment ist.
Bettdekoration durch die Zimmerreinigung.
Sand am Strand.
Ich sehe dich.









Am Dienstag machten wir einen Ausflug in die eigentliche Stadt Hurghada, wo auch alles sehr durch die Touristen geprägt war, die nun einmal DIE Einnahmequelle der Stadt sind, aber hier und da blitzte auch ein wenig ägyptischer Alltag auf. Wie in vielen südlichen Ländern waren die meisten Gebäude absichtlich unfertig, da noch offiziell im Bau befindliche Gebäude steuerlich so gut wie nichts kosten. Aber auch tatsächlich im Bau befindliche Gebäude sahen wir viel. Der Tourismus sorgt noch immer für eine Expansion der Stadt. Gleichzeitig sind kleine Läden omnipräsent. Besonders gut gefallen haben mir die Fleischer. In der Straße hängende Kuhköpfe sieht man bei uns nun mal nicht so häufig. Ebenfalls omnipräsent ist in Ägypten leider der Müll. Plastewasserflaschen und andere zivilisatorische Errungenschaften liegen leider überall – vom Straßenrand bis auf dem Meeresgrund. Das hängt vor allem in der Stadt mit zwei Sachen zusammen: es gibt (fast) keine Müllbehälter und es gibt keine Strafen, wenn man den Müll einfach irgendwohin wirft. In der neuen Marina in Hurghada ist das anders – es gibt Strafen und Mülleimer – und schon ist es sauber. Allerdings ist dieses Gebiet auch nur für die Touristen und die Wohlhabenden gebaut. Die Häuser sind fertig, bunt und dazwischen stehen angepflanzte Palmen. Neben der Marina befindet sich der alte Fischmarkt, wo noch heute frisch gefangener Fisch den ganzen Tag lang dargeboten wird. An den Firschmarkt wiederum schließt sich die erst 2012 fertig gestellte El Mina Moschee an. Prestigeträchtig nahe der Marina und direkt am roten Meer gelgen, dient sie als Besuchermagnet und darf auch von Nicht-Muslimen besucht werden. Als Frau bekommt man noch vor dem Eingang eine Galabija, ein traditionelles langes Gewand, inklusive Kopftuch.

Mein persönlicher Favorit der
Kategorie "abenteuerliche Baugerüste"

Abgehangenes Fleisch am Straßen-
rand bei knapp 30°C.
Nicht touristisch genutzte Boote.
Blick von den Booten auf den neuen Hafen. Rechts die Moschee.
Die El Mina Moschee.
Sonnenuntergang auf der Rückfahrt zum Hotel.
Nach diesem Stadtbesuch, konzentrierten wir uns die restliche Woche dann jedoch vollumfänglich auf das Meer. Der Artenreichtum an Fischen und Korallen gepaart mit klarem Wasser und das ganze Jahr über recht warmen Temperaturen waren es, die das Rote Meer zu einem beliebten Tauch- und Schnorchelgebiet haben werden lassen. Wie vorhin schon erwähnt, findet sich auch im Meer menschengemachter Müll und die Masse an Touristen und Booten ist an den Korallen natürlich leider nicht spurlos vorüber gegangen, aber dennoch hat Hurghada auch jetzt noch in und um das Roote Meer einiges zu bieten. So fuhren wir einen Tag mit einem Boot auf die Giftun Inseln, wo das Wasser noch etwas wärmer und klarer ist und die Korallen noch intakter sind. Für mich als Boot- und Wasserfan war es einer meiner schönsten Tage in Ägypten.

Mit Volldampf ins Vergnügen. ^^
Die Bootsanlegestelle bei Mahmya.
Sonnenschirme aus Palmenblättern spenden Schatten.
Der Ausblick beim Mittagessen.
Ich wurde auf Händen getragen.
Rückfahrt aufs Festland.
Im Wasser um die Insel und auch die folgenden Tage im Meer am Hotel ließen wir uns Schwimmhäute und Kiemen wachsen und bestaunten die bunte Unterwasserwelt.
Unterwasserwelt im Roten Meer.
Steg am Hotel.
Fische, Korallen und Muscheln am Hotelsteg.
Untergetaucht
Auf Wiedersehen Ägypten - gern mal wieder.