Mittwoch, 23. Oktober 2024

Den Fluss Krka...

 ... habe ich euch bereits vorgestellt. Wir sind im letzten Blogeintrag von der Quelle bis Roški slap gereist und heute soll es von Roški slap weitergehen bis zur Mündung in die Adria. Je weiter wir uns flussabwärts bewegten, desto mehr Touristen wurden es im Nationalpark. An Roški slap war es noch erträglich. Am bekanntesten Teil, Skradinski Buk, fühlte ich mich unwohl ob der vielen Menschen.

Diese Karte im Kloster Visovac gibt einen guten
Überblick über den unteren Flusslauf der Krka.

Roški slap ist bereits auf einige Touristen ausgelegt. Es gibt zwei Brücken über den Fluss und gut angelegte Wege an den Seiten, so dass man einen entspannten Rundkurs laufen kann. Sowohl oberhalb, als auch unterhalb des mehrstufigen Wasserfallareals kann man eine Bootstour machen. Bootstouren sind toll. Früher genoss ich primär den Wind, der mir um die Nase weht, wenn ich vorn am Bug stehe. Heute genieße ich auch, dass niemand mit kurzen Beinen sich beschwert, dass er oder sie nicht mehr laufen könne. ^^

Eine der Brücken über die Krka am Roški slap.

Redhead mit Backpack.
Auch hier war das Wasser noch
wunderbar klar.
Schattige Plätzchen zum Verweilen und Entspannen.
Wir entschieden uns für eine Bootstour flussabwärts bis zum Kloster Visovac, welches auf einer kleinen Insel mitten im Fluss errichtet wurde. Das Kloster hatten wir bereits von oben gesehen, da unsere aktuelle Unterkunft nur zwei Minuten von diesem Aussichtpunkt entfernt war. Das Kloster selbst war für uns nichts Besonderes. Der Ausflug selbst aber sehr schön. Besonders gefallen hatte mir, als der Kapitän unser Boot zu Beginn der Tour fast bis in den Wasserfall hinein fuhr. Wir waren auf jeden Fall nah genug, um durch Sprühnebel und Gischt des Wasserfalls beregnet zu werden.
Früh kurz nach acht am Aussichtspunkt über die
Krka mit dem Kloster Visovac.
Zurück zum Auto, damit wir zu Roški slap
fahren konnten.
Blick auf Roški slap vom Anlegesteg aus und...
... kurz bevor der Sprühnebel mich die Kamera
wegpacken ließ.
Einmal durch eine schmale Stelle und dann...
... öffnete sich ein weiter See. Es fühlte sich nicht an,
als wäre man auf einem Fluss.
Visovac wurde erstmals im 14. Jhd. erwähnt.
Das Kloster wurde im 16. Jhd. erbaut.
In einer kleinen Ausstellung war das
kleinste Buch der Welt ausgestellt -
gedruckt in Mainz.
Warten auf das Boot für die Rückfahrt.
Abends noch ein letzter Blick auf Visovac beim
Sonnenuntergang.

Unseren letzten Tag im Krka Nationalpark hatten wir für den Bereich des letzten Wasserfalls aufgehoben, wobei "Wasserfall" es nicht ganz trifft. Bei Skradinski buk kaskadiert die Krka über 48 Meter in die Tiefe. Es ist wohl Europas größtes Travertin-Kaskadensystem. Falls ihr nicht wisst, was Travertin bedeutet: Ich musste es auch nachschauen. Travertin ist ein poröser, kalkhaltiger Naturstein, der durch die Ablagerung von gelöstem Calciumcarbonat entsteht.

Um es kurz zu machen, bei Skradinski buk fällt das Wasser über viele Stufen jeweils unterschiedlich hoch nach unten. Dabei fließt der Fluss mal über steile Klippen, mal schlängelt er sich zwischen Bäumen und Schilf hindurch. Mittendrin schwimmen Fische - und drängen sich Menschenmassen. Bereits am Parkplatz ließ sich die Art des Besuchs erahnen. Der Parkplatz ist - sinnvoller Weise - oben auf dem Plateau, so dass genug Platz für all die Automassen ist. Nationalparkbusse fahren die Besucher dann auf einer Serpentinenstraße hinab auf das Niveau des Flusses. Holzstege und Brücken leiten die Besucher durch die an sich sehr schöne Landschaft. Nur fand ich es schwierig die Landschaft zu genießen mit all den Menschen. Bei den Fotos achtete ich auf Winkel und Momente, an denen nicht so viele Menschen im Bild waren - ...

...  es sei denn, ich wollte mal ein realistisches Gefühl des Besuchs vermitteln. Mit den vielen Menschen kamen die Probleme, die viele Menschen meistens mit sich bringen: Souvenirshops und andere Möglichkeiten Geld auszugeben sowie achtlos weggeschmissene Zigarettenstummel und anderer Müll. Der obere Flusslauf der Krka hatte mir besser gefallen.

Von Skradinski Buk fließt der Fluss weiter dem Meer entgegen, vorbei am Ort Skradin hinein in den Prokljan See, der eigentlich kein See sondern eine große Bucht ist, da er durch den Kanal Sv. Ante mit der Adria verbunden ist. Folgt man dem Kanal Sv. Ante bzw. der Krka weiter, erreicht man Šibenik und schließlich das offene Meer. Damit endet unsere Reise entlang der Krka. Wir sind am Meer angekommen.

Von Skradinski Buk fließt die Krka weiter gen Adria.
Im Kanal Sv. Ante ist der Fluss mit dem vereinigten
Meerwasser bereits sehr breit.
Blick von Šibenik auf die Šibenski Brücke.

Von der Quelle...

 ... bis zur Mündung ins Meer haben wir bei unserer Kroatienreise den Fluss Krka begleitet. Aufmerksam geworden bin ich bei unserer Reiseplanung auf die Krka, da große Teile des Flusses und des angrenzenden Gebiets einen der acht Nationalparks Kroatiens formen. Als Highlights werden die sieben Wasserfallstufen entlang des Flusses beworben: Bilusica Buk, Brljan, Manojlovac (der Höhste), Rosnjak (der Kleinste), Miljacka slap, Roški slap und Skradinski Buk (der Bekannteste und mit Abstand Touristischste) sowie zwei Kloster (Krka und Visovac) und einige historische Stätten. Vier der Wasserfälle, ein Kloster und ein paar der historischen Stätten haben wir gesehen. Doch bevor wir zu den Wasserfällen, Schluchten und Klöstern entlang des 75km langen Flusses kommen, beginnen wir an der Quelle der Krka bei Knin. 

Der Krčić Fluss fällt am Rande von Knin als Topoljski buk direkt in die Krka Quelle - zumindest im Frühjahr. Zum Ende des Sommers war der Fluss jedoch ausgetrocknet und nur die Klippe war zu sehen, über die das Wasser des Flusses sonst 22 Meter in die Tiefe stürzt. Dadurch lag die Quelle Großteils ruhig und klar da. Das Quellwasser ist kalt - ähnlich, wie es auch beim Quellwasser der Cetina am Auge Kroatiens war.

Im Frühjahr sicherlich ein schöner Fotorahmen
mit Wasserfall. Im spätsommer ein Fotorahmen
mit Felsen darin.
Die Quelle der Krka. Wasser der Krčić
stürzt gerade keins hinein.
Wir folgten dem Fluss von der Quelle die ersten Meter entlang und später sahen wir ihn auch am Fuße der Festung von Knin. Bei einem Reitausflug trank mein Pferd an einer gut zugänglichen Stelle aus dem Fluss. Das Wasser hat Trinkwasserqualität.

Steine im Wasser haben etwas magisches.
Die Krka am Fuße der Festung von Knin.
Mein Pferd konnte ich auch nicht vom Fluss
fern halten.
Den ersten Wasserfall, den wir von einem Parkplatz entlang der Straße aus betrachteten war Brljan. Der Fluss hat sich verglichen mit der umliegenden Landschaft bereits tief ins Karstgestein eingegraben, doch das Flusstal ist noch relativ breit. Der nur knapp zwei Kilometer flussabwärts gelegene Wasserfall Rosnjak hingegen liegt tief eingebettet in einem relativ engen Canyon. Als wir von Süden auf den Wasserfall blickten sahen wir nicht nur das Dinarische Gebirge im Hintergrund, sondern auf der Hochebene auch den Doppelbogen von Burnum. Burnum ist eine archäologische Stätte, an der unter anderem ein altes Amphitheater ausgegraben wurde und eben diese Bögen, die wohl zum Gebäude des Militärkommandanten gehörten. Wir lernten viel darüber im Eco-Campus Krka - einem sehr zu empfehlenden neuen Museumskomplex hoch oben am Rande der Krka Schlucht.
Blick auf den Bljan Wasserfall. Das war unser
erster Blick auf die Krka direkt am Anreisetag.
Versteckt im Canyon befindet sich der...
... Wasserfall Rosnjak, der Kleinste der sieben Wasserfälle.
Gut zu sehen sind die Steinbögen in der Ferne.

Der Eco-Campus besteht aus drei Häusern mit thematisch unterschiedlichen Museen und einem weiten Außengelände, mit weiteren Erklärungen und auch einem Spielplatz für die Kinder. Die Häuser und einzelnen Etagen sind thematisch geordnet. Es gibt Erklärungen und Anschauungsobjekte zu Flora und Fauna, zum Karstgebiet, zur Besiedlung von Urmenschen, die in Höhlen lebten; zu den Römern, die der Gegend ihren Stempel aufdrückten. In jedem Bereich gibt es auch viele interaktive Elemente, so dass auch Kinder ihren Spaß haben. Mehr als drei Wochen nach unserem Besuch des Eco-Campus meinte mein kleiner Sohn, dass eine selbstgebastelte Kastanienschlange mit etwas Spitzem am Kopf aussehen würde wie eine Hornviper. Die Hornviper ist die giftigste in Kroatien vorkommende Schlange. Eine Nachbildung wurde im Museum gezeigt - und scheint Eindruck hinterlassen zu haben. Der Eintritt in den Museumskomplex ist im Eintritt des Krka Nationalparks enthalten. Für einen Tag im Krka Nationalpark werden 2024 vierzig Euro fällig. Wir waren mehrere Tage entlang der Krka unterwegs. Gut, dass ich mich vorher informiert hatte, dass man für sechzig Euro dem "Freunde der Krka Club" beitreten kann, was im Grunde einer Jahreskarte entspricht. So konnten wir mit den Kindern langsam reisen und mussten nicht ständig wieder neuen Eintritt bezahlen, denn was die Kontrolle bzw. das Kassieren dessen angeht, waren die Kroaten sehr hinterher.

Den Römern entkommt man nirgends.
Eins der Häuser des Eco-Campus war
besonders auf Kinder ausgelegt. So
konnte man bspw. mit Stempeln verschiedene
Fußspuren von Tieren zuordnen.
Viel Spaß hatten wir auch bei der digitalen Ver-
kleidung als Kämpfer, Bürger oder Gladiatoren.
Der heutige Bericht von der Krka soll hoch über dem nächsten Wasserfall Roški slap enden. Der Canyon weitet sich kurz vor Roški slap. Hoch über dem Fluss hat man im Felsen eine Höhle entdeckt, die Oziđana pećina Höhle. Archäologen wollen nachgewiesen haben, dass bereits 5.000 vor Christus Menschen in der Jungsteinzeit in dieser Höhle gelebt haben. Vom Fluss aus erreicht man die Höhle über 517 Stufen, die sich eng an die Felswand schmiegen. Kurz vor der Höhle gibt es einen tollen Aussichtspunkt, von dem man flussauf- wie -abwärts schauen kann. Über alles, was sich von Roški slap flussabwärts erstreckt, berichte ich im nächsten Blogeintrag.
Die Krka kurz vor Roški slap.
Der Eingang zu einer Höhle, die seit der Jungstein-
zeit von Menschen bewohnt worden ist.
Junge Menschen aus der heutigen Zeit auf
Entdeckungstour in der Höhle.
Blick flussabwärts gen Roški slap.

Donnerstag, 17. Oktober 2024

Knin...

 ... liegt im Hinterland Norddalmatiens und ist mit gut elftausend Einwohnern eine funktionierende, unaufregende Stadt. Für unsere Kroatienreise war es unsere erste Basis, von der aus wir bspw. das Auge Kroatiens, die Dinara Region und natürlich das Quellgebiet der Krka erkundeten. In Knin gibt es alles, was man braucht und rings um gibt es tolle Natur. Die größte Sehenswürdigkeit in Knin selbst ist eine rießige Festungsruine auf dem Berg Spas rund 100 Höhenmeter über der Stadt. Mit einer Länge von 470 Metern und einer Breite von bis zu 110 Metern ist die Festungsanlage von Knin eine der größten ihrer Art in Europa. Knin war in der Vergangenheit noch mehr als heute eine bedeutende Wegkreuzung zwischen dem Meer und dem Hinterland. Könige residierten hier.

Seit dem 9. Jhd. wurde von verschiedensten Gruppen immer wieder an der Festung gearbeitet, Erweiterungen eingezogen, Umbauten vorgenommen. Die Festung hat auf jeden Fall eine aufregende und abwechslungsreiche Geschichte hinter sich, die gespickt ist mit Schafhirten, Ottomanen, Venezianern, Franzosen, Österreichern, kroatischen Königen, explodierenden Schießpulverlagern, der Nutzung als Gefängnis und in der neuesten Zeit wirklich toller Restaurationsarbeit bis hin zum Erlebnis eines virtuellen Fluges im Heißluftballon über die gesamte Festungsanlage. Erwachsene zahlen gerade einmal 6€ Eintritt und dafür kann man im Grund einen ganzen Tag in der Anlage verbringen. Wir erkundeten die alten Gemäuer von Zisternen über Lagerräume und mehr als armdicke Mauern. Die Kinder entdeckten wieder und wieder unzählige Schießscharten. Wir fanden auch eine Latrine in einer Mauerwand, wo man (früher) einfach sein Geschäft verrichten konnte und die Hinterlassenschaften direkt durch ein Loch nach unten außerhalb der Mauer fiel. Wir besuchten in liebevoll wieder hergerichteten Häusern verschiedene museale Ausstellungen zu archeologischen Funden, früheren Lebensweisen und Trachten der Menschen der Gegend, Informationen zum noch gar nicht so lange vergangenen Kroatienkrieg Anfang der 1990er und interaktive Ausstellungen, die die wechselnde Besetzergeschichten und ständigen Umbauten der Festung darstellten. Die Festung von Knin ist defintiv einen Besuch wert - ob alleine, als Paar oder in Familie. 

Blick über einen Teil der Festung und umgebender
Landschaft.
Aus der Ferne erkennt man gut, welche Teile der
Festungsanlage schon lange stehen und welche
Gebäude kürzlich gebaut wurden.
Ein anderer Teil der Festungsanlage.
In der Festung geht es stets hoch...
... und runter.
Die Flagge am höchsten Punkt der Festungsanlage
hat einen großen symbolischen Wert in Zusammen-
hang mit dem Ende des Kroatienkrieges 1995.
Blick über Festung, Statt und Dinara Gebirge.
Ein alter Webstuhl als eines von vielen Ausstellungs-
stücken in den musealen Bereichen.

Am Fuße der Festung fließt die Krka durch Knin und auch die Quelle dieses Flusses findet sich unweit des Stadtzentrums. Von unseren Entdeckungen entlang des Flusses berichte ich ein anderes Mal. Wenn man nach Attraktionen in Knin sucht, werden einem recht schnell auch die farbenfrohen Šarena Seen vorgeschlagen. Davon kann ich nur abraten. Es sind kleine Seen direkt neben der Straße und statt beeindruckenden Farbspielen konnten wir leider nur sehr viel Müll entdecken. 

Vermüllte Sarena Seen.

Ein Zufallsfund, den wir hingegen als Ausflug empfehlen können ist das Topoljska Fort - zumindest ist dies der Name, unter dem ich es im Internet gefunden habe. In Knin fiel es uns auf, da wir auf einem Hügel obenauf ein weißes Gebilde entdeckten. Zunächst nahmen wir es als einen Anker war, bei genauerem Betrachten stellte es sich als großes weißes (Gipfel-)Kreuz heraus. Wir sahen es immer mal wieder in der Stadt aufblitzen und auch von der Festung konnte man es sehen. Als wir zur Quelle der Krka fuhren war es schließlich so nah, dass wir beschlossen zum Gipfelkreuz zu wandern. Mit einer groben Richtung im Bauch fuhr ich einen enge Straße bis diese endete, parkte das Auto und wir machten uns auf den Weg nach oben. Der Weg ist gesäumt von 14 kleinen Häuschen mit kleinen Kreuzen die eine christliche Geschichte (evtl. Leidensweg Jesus??) erzählen. Besonders mit Kindern ist das super - die 14 Stationen sind wie kleine Krümel entlang des Weges, die kurzfristige Ziele und Belohnungen bieten. Auf dem Gipfel dann fanden wir unseren "Anker" bzw. das Gipfelkreuz und wurden zudem mit einem schönen Ausblick belohnt.

Die rote Ellipse umfasst den Hügel mit dem weißen
"Anker"/ Gipfelkreuz.
An der höchsten Erhebung von Topoljska fort.
Vierzehn kleine Schreine waren entlang des
Weges verteilt.
Ausblick ins Hinterland.
Ausblick auf Knin und die Festung.