Sonntag, 13. Oktober 2024

Kroatien...

 ... ist flächenmäßig dreimal so groß wie Sachsen, hat allerdings weniger Einwohner als der Freistaat. Kroatien ist vor allem für seine Küste bekannt, hat aber auch ein schönes und vor allem touristisch weniger überlaufenes Hinterland. Kroatien beheimatet mit der dinarischen Gebirgsregion die Wasserscheide zwischen Donau und Adria. Kroatien liegt irgendwo zwischen Mittel-, Südost- und Südeuropa und war u.a. ob seiner Lage in der Vergangenheit mittendrin in diversen Machtkämpfen. Kroatien nutzt seit 2023 den Euro als Zahlungsmittel. Kroatien gehört zu den europäischen Staaten mit den größten erneuerbaren Wasserreserven pro Kopf und Jahr. Kroatien ist mit jährlich rund zweieinhalb so vielen Besuchern wie Einwohnern ein beliebtes Urlaubsziel, vor allem auch bei deutschen Touristen, bietet aber zum Glück auch noch viel Natur - besonders ab einer Fahrstunde landeinwärts mit deutlich weniger Gedränge. Der Kroatienkrieg, der nach der Auflösung der Sowjektunion 1991 begann, ist noch keine 30 Jahre her und in der Erinnerungskultur noch sehr präsent. 

Kroatien ist das Land, welches wir als unser diesjähriges Urlaubsziel ausgewählt hatten. Innerhalb von zwei Wochen erkundeten wir die Gegend zwischen dem Dinarischen Gebirge, der Cetina, Knin, der Krka, Šibenik, Pirovac, der Adria, Zadar, Zaton und Nin zu Fuß, mit dem Auto, auf Booten, schnorchelnd, auf dem Rücken von Pferden und bei An- und Abreise auch von oben mit einem Flugzeug. Es gibt viel zu erleben in diesem Land. Von ein paar Dingen möchte ich hier berichten und beginnen tue ich natürlich mit dem Auge von Kroatien.

Ein typisches Bild für Kroatien: eine
Festungsruine, im Hintergrund eine
weite Landschaft und natürlich weht
auch eine kroatische Flagge.
Willkommen!
Als das Auge von Kroatien wird die Quelle der Cetina bezeichet, die am Fuße des Dinara Gebirges sehr frisch und klar aus rund 115 Metern Tiefe einen sehr schönen kleinen See bildet, der von oben mit der richtigen Lichteinstrahlung und ein bisschen Fantasie wie ein Auge aussieht. Zwar habe ich das Auge nicht erkannt, aber eine sehr schöne Landschaft rings um die Quelle gibt es auf jeden Fall. Das Baden in der Quelle selbst ist verboten. Folgt man dem Flusslauf ein paar Meter gäbe es zwar die Gelegenheit im glasklaren Wasser zu baden, allerdings ist dieses das ganze Jahr über eiskalt. Wir zogen unsere Schuhe und Socken aus und stapften ein wenig durch das Wasser. Mehr als Kneipen wollten wir jedoch nicht ausprobieren.
Die Quelle der Cetina.
Einige nennen es das Auge Kroatiens, andere
sogar das Auge der Welt. Ein bisschen Marketing
gehört eben auch dazu.
Nur wenige hundert Meter von der Quelle entfernt...
... balancierten wir ein paar Steine, während das
kalte Wasser in unsere Waden piekste.

Nach nur wenigen Kilometern fließt die Cetina in den Peruća Stausee, welcher je nach Wasserzu- und -abfluss zwischen 10 und 20 Quadratkilometern groß ist. Mitte September sah der See aus, als hätte er einen recht niedrigen Wasserstand. Wir fuhren zwar gar nicht ganz bis zum See, aber von der Festungsruine Tvrđava Prozor in Vrlika hatten wir einen tollen Blick über das ganze Tal und die Berge zu beiden Seiten. Die jahrhunderte alte Festung wurde Anfang des 18. Jhd.s während türkischer Angriffe auf die Cetina Region stark beschädigt und ragt heute wie so viele andere Festungsruinen in Kroatien in den Himmel. 

Festungsruine Tvrđava Prozor hoch über Vrlika.

Ein fantastischer Blick übers Tal bis zum
Peruća Stausee.

Es ist keine große Festungsruine...
... aber für ein paar Erkundungen
reichte es allemal.
Nur eine reichliche halbe Stunde vom Auge Kroatiens und Vrlika entfernt liegt ebenfalls zu Fuße des Dinara Gebirges das gemütliche Städtchen Knin. Dort entspringt auch die Krka. Von beiden werde ich in späteren Blogeinträgen mehr im Detail berichten.

Zwischen dem Auge Kroatiens und Knin.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen