Dienstag, 12. April 2016

Einen Blizzard in NYC...

... erlebten wir während unserer Zeit dort zwar nicht, aber Ende der Woche hatten wir doch zumindest ein wenig Schnee. Es war nicht wirklich der Rede wert, aber den Gehsteig direkt am Wasser sperrten die übervorsichtigen Amerikaner trotzdem ab - es könnte ja jemand ausrutschen, sich etwas brechen und dann die Stadt auf Schadenersatz verklagen. Am späten Vormittag war der Spuk aber Großteils schon wieder vorbei. Als es die Sonne wieder durch die Wolken geschafft hatte, schmolz der meiste Schnee schnell dahin.

Bis auf einen Tag, an dem es fast die ganze Zeit grau und diesig war, hatten wir die meisten Tage wunderschönes Fotowetter, wie ihr sicherlich schon festgestellt habt. So war auch der Himmel blau, als ich eine Tour durch Harlem machte, den nördlichen Teil von Manhattan der für seine überwiegend schwarze Bevölkerung bekannt und manche würden sagen berüchtigt ist. Um mir nicht selbst alles per Reiseführer anlesen zu müssen, beschloss ich mich einer kleinen fußläufigen Gruppe anzuschließen und konnte so auch Rückfragen an unsere Tourführerin stellen, die die drei Stunden zwischen der 135ten und 125ten Straße sehr unterhaltsam gestaltete. So lernte ich unter anderem, dass Harlem früher der noble Vorort von Downtown Manhattan war, in dem die Reichen und schönen wohnten, weshalb auch die Straßen und Gesteige weiter sind, als bspw. in Greenwich oder der Lower Eastside. Es war eine Gospel Tour und so erzählte unsere Führerin uns viel über die Kirchen und den Möglichkeiten die Gospelchöre zu den Gottesdiensten zu erleben und nebenbei brachte sie uns verschiedene Aspekte der schwarzen Kultur nahe. Dazu gehörten auf der einen Seite die offene Bühne des Apollo Theaters, auf der auch heute noch jeder sein Glück versuchen kann und fast jeder bedeutende schwarze Künstler wie James Brown, Michael Jackson und Louis Armstrong einmal angefangen hat. Sie erzählte uns vom Hotel Theresa, früher einem der größten und luxuriösesten Hotels in den ganzen USA und auch heute noch mit einer hübschen Fassade von außen anzushen. Sie erzählte Geschichten zu den bekannten Brownstone-Häusern und sprach von Bill Clintons Affinität zu Harlem. Auf der anderen Seite standen Graffitti, die nach der Unrechtsbehandlung von Afroamerikanern durch Polizisten entstanden waren und auf denen Jugendliche darauf hinwiesen, dass alle die gleichen Rechte haben und man diese auch einfordern sollte. Ein anderes Wandgemälde machte auf den Umstand aufmerksam, dass farbige Frauen häufiger schwere Formen von Brustkrebs bekommen als weiße Frauen und dann waren da noch die grünen Taxen. Mir war aufgefallen, dass südlich vom Central Park die aus Film und Fernsehen bekannten gelben Taxen von NYC zahlwillige Kunden aufpickten. In Harlem waren die Taxen jedoch fast ausschließlich in einem hellen Grünton gehalten und sie hatten neben den Üblichen ein weiteres Symbol auf der Tür: eine Person mit erhobenem Arm als wöllte sie ein Taxi rufen ist durchgestrichen und daneben steht 'Manhattan südlich von W110 und E96'. Übersetzt bedeutet das, dass diese Taxen südlich von Harlem in Manhattan keine an der Straße winkenden Kunden aufpicken dürfen. Sind diese Extra-Taxen also eingeführt worden, weil die vorrangig weißen Kunden im Süden Angst vor schwarzen Fahrern aus dem Norden hatten? Nach dem, was unsere Führerin uns erzählte, war es eher umgedreht: Die weißen Taxifahrer hatten Angst schwarze Gäste mitzunehmen und damit diese aber trotzdem eine Chance haben, ein Taxi zu bekommen, wurden die grünen Taxen eingeführt. So oder so ist es diskriminierend. Wie wahr diese Geschichte ist, weiß ich nicht, aber Fakt ist, dass es im südlichen Manhattan die Yellow Cabs gibt und in Harlem die grünen Taxen, die zwar Personen in den Süden fahren dürfen, dort vor Ort aber den gelben Taxen kein Geschäft 'wegnehmen' dürfen. Rassismus ist nach wie vor ein Thema und in verschiedensten Formen präsent.
Die Abyssinian Kirche - der Gospel zum Gottesdienst ist berühmt.
Kenne deine Rechte gegenüber der Polizei sagt dieses Wandgemälde.
Jeder kann im Apollo auftreten - einige werden berühmt.
Ein Gemälde, um auf Brustkrebs aufmerksam zu machen.
Nix mit Yellow Cab in Harlem. Hier sind die Taxen grün.
Am Ende unserer Gospel-Tour erlebten wir dann auch noch ein wenig Gospel. Zwar war es ein recht kleiner Chor und er sang weder in einer der bekannten Kirchen noch im Apollo Theater, aber es reichte für einen kleinen Einblick in die Gospelwelt. Da die allermeisten Zuhörer (mich eingeschlossen) jedoch Rhythmus-Legastheniker waren, fehlte ein wenig das Flair, das aufkommt, wenn das gesamte Publikum mitgeht. Die Musiker gaben sich jedoch alle Mühe, uns träge Touristen in Schwung zu bekommen.
Eine kleine Gospel Probe gab es für uns am Ende der Tour auch.
Noch bekannter als die Gospelchöre oder das Apollo Theater in Harlem sind die Broadway Theater mit ihren Musicals. Ich war jetzt insgesamt zum dritten Mal in NYC - diesmal wollte ich auch in ein Broadway Musical gehen. Allerdings wollte ich nicht 70$ für die hinterste Reihe bezahlen aber erst recht keine 200$ für einen der guten Plätze. Wie bei fast allen Aktivitäten gibt es auch für den Besuch eines Musicals Möglichkeiten, den offiziellen Preis um einiges zu reduzieren. Zum einen gibt es für viele Shows am selben Tag bis zu 50% reduzierte Karten. Macht Plätze in den vorderen Reihen immer noch recht preisintensiv. Es gibt jedoch für ausgewählte Stücke auch die Option für 30$ einen super Platz zu bekommen. Manche Theater bieten sogenannte Rush-Tickets an, was soviel bedeutet: sei der erste in der Schlange, wenn das Verkaufsfenster zu einer bestimmten Zeit aufmacht, um Karten für die Vorstellung am selben Tag zu ergattern. Da ich im Urlaub aber ungern spätestens 7 Uhr aufstehen und dann mind. eine Stunde in der Kälte warten wollte, entschied ich mich für die dritte Option: einige Theater bieten auch sogenannte Lotterie-Tickets an. Dabei schreibt man einfach seinen Namen auf einen Zettel, schmeißt diesen 2,5 Stunden vor Vorstellungsbeginn in eine Lostrommel, hofft, dass nicht so viele andere Leute kommen, um seine Chancen zu erhöhen und bangt dann 2 Stunden vor Vorstellungsbeginn, wenn die Namen der Gewinner gezogen werden, dass der eigene Name ebenfalls gezogen wird. Gleich bei meinem ersten Versuch, für eine Nachmittagsvorstellung von Alladin, hatte ich Glück! Das war aber auch wenig überraschend - hatte ich doch die Wunderlampe gerieben und darum gebeten, dass mein Name gezogen wird. Ich versuchte es auch an drei Tagen für das Musical Wicked, aber da gab es leider keine Wunderlampe, um dem Glück auf die Sprünge zu helfen und so blieb es bei einem Broadway-Musical-Besuch, aber der war auch ein richtig tolles Erlebnis.
Einmal an der Lampe rubbeln und schon gibt es ein Ticket.
Happy End im Palast.
Was bis dahin auf unserer New York Liste auch noch fehlte war ein guter Blick auf die Freiheitsstatue, die trotz propagierter Freiheit auf einer kleinen Insel im Süden von Manhattan gefangen ist. Statt einem 20$ teuren Ausflugsboot nahmen wir die Staten Island Ferry, die unermüdlich zwischen dem Südende von Manhattan und Staten Island verkehrt - kostenfrei für alle Nutzer. So bekamen wir auch noch ein gutes Postkartenmotiv auf eines der Wahrzeichen der Stadt und Bootfahren ist ohnehin immer ein tolles Erlebnis. Zurück zum Hotel nach Jersey City nahmen wir hingegen wieder ganz klassisch die U-Bahn und am Samstag ging es dann per Bus in Richtung Boston, doch davon mehr im nächsten Eintrag.
Blick auf Brooklyn und Manhattan Brücke.
Panorama von Freiheitsstatue über Jersey City, Downtown
Manhattan, Brooklyn Brücke bis nach Brooklyn.
Warten in einer U-Bahn Station mit Popkorn-Decke.
Über Greyhound gebucht und mit Peter Pan ins Nimmerland gefahren.

Samstag, 9. April 2016

Abseits ausgetretener Pfade...

... gibt es in NYC natürlich auch noch sehr viel zu entdecken und ich beanspruche für mich nicht, dass ich abseits ausgetretender Pfade unterwegs war (mit all den Menschen in NYC wahrscheinlich ohnehin ein Ding der Unmöglichkeit), aber wenn man halt noch ein paar Tage zum Explorieren hat, dann verschlägt es einen neben lower Manhatten eben auch mal nach Brooklyn, Staten Island, Harlem oder Jersey City.
Colgate Uhr am LibertyStatePark
Letzeres ist wohl nichts übermäßig besonderes, wenn man auf dieser Seite vom Hudson Fluss seine Bleibe hat. Was macht man also in NJ, wenn man nicht gerade die Skyline von Downtown Manhattan bewundert? Tatsächlich bin ich schon hauptsächlich an der Wasserfront entlanggelaufen oder in die andere Richtung bis zum großen Supermarkt zum Einkaufen gegangen. Doch bereits bei einem solchen Spaziergang kommt man entlang von Bootsanliegestellen, Geschäftshäusern, kleinen Pubs und der großen Colgate Uhr, die sich auch sehr gut von Battery Park in Manhatten aus betrachten lässt, bis zu einem erholsamen Park und auch in Jersey City muss niemand auf Hochhäuser verzichten. Zugegeben stehen sie nicht so eng und nicht so zahlreich wie auf der anderen Flussseite aber das ist auch mal ganz erholsam.
Wolkenkratzer in Jersey City.
Ein Teufel und ein Devils Fan
Das die Amerikaner ihren Football genauso lieben, wie die Deutschen ihren Fußball ist sicherlich weitreichend bekannt. Während in Deutschland in der Winterzeit dann bspw. beim Biathlon mitgefiebert wird, schauen die Amerikaner entweder Basketball oder Eishockey. Ich kam während meines Besuchs vor allem mit Eishockey in Kontakt. Warum nicht mal ein Spiel der Profiliga anschauen? Die Teamdichte aus der NHL ist in NY/NJ mit gleich drei Teams sehr hoch. Da es für den Madison Square Garden als prominenteste Spielstätte nur noch Tickets für einen halben Monatslohn und aufwärts gab, entschieden wir uns, ein Spiel der Teufel in Jersey anzuschauen und vorm MSG nur ein Erinnerungsfoto zu schießen. Am optisch ansprechensten fand ich jedoch die (Übergangs-)Arena der Islanders, welche in Brooklyn steht.
Lichtshow kurz vor Spielbeginn.
Kleiner Mensch vor großem Plakat im Madison Square Garden.
Architektonisch hüber Eingangsbereich...
... mit Loch in der Decke.









Da es ja immer nur und ausschließlich um den Sport geht, besitzen die meisten Menschen, die zu einem Eishockey-Spiel (oder in Deutschland eben Fußball) gehen, selbstredend ein paar Assesoirs, um sich noch besser mit ihrer Mannschaft zu identifizieren. Im Allgemeinen ist es sicherlich schön, wenn man Gleichgesinnte auch bereits optisch erkennt und dadurch ein Zusammengehörigkeitsgefühl stärkt, doch wie im Grunde alles übertreibt der Kapitalismus es mit Merchandise-Produkten ein wenig und das nicht nur im Sport. In NYC kann man einfach absolut alles von oder mit welcher Marke auch immer haben. Die Teddies mit Sportlogo sind sicherlich noch zu verkraften, doch in einen flauschigen, mit bunten m&ms bedruckten Bademantel würde ich selbst zu Hause hinter verschlossener Tür nicht gern schlüpfen und ob der Kinderstrampler bereits mit Sportteams bedruckt sein muss, bleibt ebenfalls fraglich. Auch die Marke NYC ist natürlich überall auf Leinwanddrucken, Kleidungsstücken aller Art vom T-Shirt bis zur Unterwäsche, Brieföffnern, Schlüsselanhängern oder eingraviert in Glasskulpturen käuflich zu erwerben. Ich fand es teilweise ganz interessant, in die einzelnen Läden von  Schokoladenherstellern, Sportteams oder auch der Traumfabrik Disney reinzuschauen, denn so stellte ich wieder einmal fest, dass es für so ziemlich alles einen Markt gibt - sofern das Angebot da ist und die Nachfrage zumindest künstlich erzeugt wird. Ebenfalls kaufen konnte man (vorrangig um den Times Square herum) ein Foto mit seiner Lieblings-Comic-(Helden-)Figur. Von den süßen kleinen Minions, über Mickey und Papa Schlumpf bis zu Spiderman und Batman waren sie alle da: Menschen, die den ganzen Tag in Kostümen um die Gunst der Touristen buhlten.
Eine m&m-Freiheitssatue direkt neben dem passenden Bademantel,
kostümierte Menschen, und viel mehr Kaufartikel.
Neben dieser schimmernden Glitzerwelt mit hübschem Anschein und viel Geld existiert eine zweite Welt, die manchmal ein paar Querstraßen entfernt ist, sich häufig genug aber direkt neben dem Hochglanzfotobild abspielt. Auf Bettler stößt man sehr oft in NYC und das Leben in der Großstadt ist teuer. Da versucht es der ein oder andere auch mal mit Tricks wie einem Rollstuhl, obwohl er problemlos laufen kann. Selbst da sind Schein und Sein im glitzernden Amerika manchmal schwer auseinander zu halten. Müllsäcke auf den Fußwegen sowie der allgegenwärtige Restmüll, der sich am Rand der Straßen sammelt, wenn das Behältnis oder die Serviette einer To-go-Mahlzeit ausgedient hat und achtlos fallen gelassen wird, tragen auch nicht zum Glitzerimage der Stadt bei. Beides sind zumindest in einem gewissen Grad sicherlich Nebeneffekte einer Großstadt in der sich Millionen von Menschen drängen.
Rollstuhl ohne 'Nutzer'
Warten auf die Müllabholung
Ein weiterer Nebeneffekt dabei ist, dass es zumindest in Manhattan ein chronisches Platzproblem gibt. Ständig hupen Autos, um am Ende doch nicht schneller voran zu kommen. Genauso ist es aussichtslos, auf den Fußwegen schnellen Schrittes vorwärts zu kommen, da man meist nur die Chance hat mit der Masse mit zu treiben. Zumindest muss man sich als Fußgänger aber nicht um Abstellmöglichkeiten für sein Auto kümmern, denn das wird in Manhattan richtig schnell richtig teuer (über 20$ die halbe Stunde) und kann auch abenteuerlich aussehen.
Happige Preise und trotzdem sind die Parkhäuser voll.
Autostapeln für Fortgeschrittene. Jeder Platz wird genutzt.

Mittwoch, 6. April 2016

Ein großer Apfel...

... wird häufig als Synonym für die Stadt genommen, die niemals schläft und ein Schmelztiegel der Kulturen sein soll. New York City hat sicherlich viele Beinamen und auch viele Menschen unterschiedlichster Herkunft und sozialen Standes, die die Stadt zu dem machen, was sie ist - neben all den berühmten Sehenswürdigkeiten wie der Freiheitsstatue, dem One World Trade Center, der Brooklyn Brücke, dem Empire State Building, dem Times Square, dem MoMa, dem Central Park und vielem, vielem mehr mehr. Vor mittlerweile einem Monat erkundeten wir diese Stadt als die Touristen, die wir waren. Was kann man an einem Tag in New York City fußläufig alles so erleben?
Wir begannen unsere Tour am Schauplatz der Anschläge vom 11. September 2001, denn mittels dem Path (Port Authority Trans Hudson) Zug kamen wir genau dort an - in der Station des World Trade Centers. Die Path verbindet unterirdisch Manhattan mit New Jersey, was prinzipiell total logisch und einfach klingt und zudem auch bitter nötig ist, da werktäglich über 250.000 Menschen diese Verbindung nutzen, und doch sind die Systeme des ÖPNV in NJ und in NY kaum kompatibel. Eine Zeitkarte bei der Path gilt nicht auch in Manhatten und auch nicht in NJ. Wenn man also Grenzgänger ist, sollte man immer am besten mehrere Fahrscheine haben. Wir hatten nur Tickets für die Path, denn den Hudson Fluss zu Fuß zu queren war uns nicht möglich, aber in Manhattan kamen wir mit bequemen Schuhen auch fußläufig gut zurecht. 
Das 1776 Fuß hohe One World Trade Center.
Die Friedenstaube umgeben von Wolkenkratzern.
Der frisch eröffnete WTC Transportation Hub von innen.
An dem ersten Sonntag unserer Reise konnten wir zwar schon am WTC aussteigen und hinter einigen Bauzäunen das weise Gerippe der Oculus genannten Haupthalle erkennen, aber eben noch nicht richtig betreten. Die Terroranschläge sind zwar bereits fast 15 Jahre her, doch im Bereich des WTC wird noch immer gebaut - sei es oberirdisch oder unterirdisch und die Haupthalle des neuen WTC Transportation Hubs wurde erst in der ersten Märzwoche 2016 eröffnet. Wir waren also einige der ersten Besucher. Von außen soll das weiße Stahlgerippe eine Friedenstaube darstellen. Es ist sicherlich ein hübsches Symbol, aber eingezwängt zwischen die Hochhäuser des Finanzdistriktes und momentan noch mitten in einer Baustelle stehend, schwindet die Symbolkraft ein wenig.
Draußen bestaunten wir das neue höchste Gebäude der USA von unten und betrachteten die Reflexionen der Sonne in seiner Glasfasade. Der neue Freedom Tower steht leicht nördlich der Grundrisse der Twin Towers. Genau auf der Fläche dieser zwei Quadrate finden sich heute rießige Wasserfallbassins, die neben dem Museum das Herzstück der Gedenkstätte bilden. Der dunkle Stein und die zweifache Vertiefung in den Boden lassen die Becken so wirken, als würden sie Hoffnung und Freude verschlucken und gleichzeitig geht durch das sanfte Rauschen des über den Rand hinabfallende Wasser eine angenehme Stille und Ruhe aus, die einen gern verweilen lässt. 
Das nördliche Bassin. Am Rand sind die Namen derer eingraviert,
die den Anschlag im Turm nicht überlebt haben.
Der berühmte Börsenbulle.
Nachdem wir die Stätte auf uns haben wirken lassen, liefen wir über die Trinity Kirche und die Wall Street vorbei am Börsenbullen zum südllichsten Ende Manhattens: Battery Park. Obwohl wir noch gar nicht so lang in Manhattan waren und durch Sonntag das Treiben auf den Straßen ohnehin ein wenig ruhiger war als während der Woche, genossen wir doch die autofreie Zone, betrachteten die süßen kleinen Eichhörnchen und ließen den Blick gen Freiheitsstatue schweifen.
Im südlichsten Park Manhattans.
Ein typisches US Eichhörnchen.
Der Blick zur Freiheitsstatue.
Nach einer kleinen Stärkung am Wasser drehten wir wieder um und begannen den Broadway, der deutlich länger als nur der Abschnitt um den Times Square und die bekannten Musicaltheater ist, nach Norden zu laufen. Der Weg führte uns vorbei an Chinatown und Little Italy, durch SoHo und NoHo (South and North of Houston Street - etwa ab dort haben die Streets von West nach Ost und die Avenues von Süd nach Nord Nummern, so dass man sich definitiv nicht verlaufen kann), durch Greenwich Village bis zum Union Square. Es ist nur ein kleiner Park dort, wo die vierte Avenue und der schräg verlaufende Broadway sich kreuzen - und er war voller Menschen. Es war ein herrlich sonniger Frühlingssonntag und die Menschen saßen und standen um die abgesehen vom Central Park nur sehr kleinen Grünflächen, die man in Manhattan findet und ließen sich die Sonne ins Gesicht scheinen. Es war nicht ansatzweise ruhig. Ruhig wird es in NYC nie, aber wenn man sich darauf einließ, war es doch möglich Geräusche und Menschen um einen herum großteils auszublenden und das Grün und die Sonne zu genießen. So saßen wir dort eine Weile, eher wir uns weiter nach Norden zum Flatiron Gebäude treiben ließen. In Manhattan muss man sich fast immer ein bisschen Treiben lassen, denn durch die vielen Menschen sind nicht nur die Straßen chronisch überlastet, sondern auch die Fußwege ständig voll. Wenn man es mal eilig hat, kann man zwar schneller gehen wollen, aber ob man auch wirklich schneller vorwärts kommt, ist die Frage, da zum einen ständig Leute im Weg stehen und die Ampelphasen von Straße zu Straße häufig gefühlt auch nicht auf ein schnelles Lauftempo abgestimmt sind. Nicht, dass eine rote Ampel Fußgänger aufhalten würde, aber sie nerven, wenn man einfach nur von A nach B kommen will.
Entlang der Straßen von Manhattan.
Ein hübsches Fluchttreppenexemplar in Little Italy.
Das Flatiron Gebäude hat Charm.
Ein wenig Natur Mitten in NYC.
Einige Avenues weiter westlich findet sich die über zwei Kilometer lange High Line - eine schon lange stillgelegte und seit einigen Jahren in einen Park umgewandelte Hochbahntrasse, die weite Teile entlang der 10ten Avenue verläuft und im Süden im Meatpacking District beginnt. Im Sommer ist der Parkcharakter sicherlich mehr zu spüren, als Ende Februar/ Anfang März, wenn die meisten Pflanzen noch im Winterschlaf sind. So genoss ich vor allem die Aussicht von ein paar Metern über dem Grund und das auto- und ampelfreie Laufen.
Blick von der High Line gen Empire State Gebäude.
Stets in die Parklandschaft eingearbeitet sind die alten Gleise.
Auch wenn die New Yorker Parks keine wirkliche Ruhe bieten, so sind sie doch sehr entspannend verglichen vor allem mit dem weltweit bekannten Times Square. Ich finde immer wieder, dass er das Herz von NYC ist. Dort pulsiert immer alles. Menschenmassen, Verkehrschaos, Touristen, Polizisten, Werbeleuchtreklame, Wolkenkratzer und Kapitalismus überall. Reizüberflutung.
Vom Times Square war es für unsere doch langsam müden Füße dann nur noch ein Katzensprung bis zum Rockefeller Center. Es gibt mindestens drei Optionen von den oberen Etagen bekannter Gebäude New York und Umgebung annhähern aus der Vogelperspektive zu betrachten.  Wir entschlossen uns vom Top of the Rock auf das Häusermeer zu schauen. Zeitlich gut geplant erreichten wir die Aussichtsplattform kurz vor fünf am Nachmittag, was zu dieser Jahreszeit etwa eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang war, den wir uns natürlich ebenfalls von oben anschauten. Am Besten lasse ich einfach die Bilder für sich sprechen.
Blick gen Norden auf den Central Park...
... und gen Süden auf die weltbekannte Skyline.
Die untergehende Sonne, zauberte schöne Farben an den Himmel.
Empire, WTC und wir.
Wenn die Sonne den Himmel rot färbt...
... gehen in den Häusern die Lichter an.
Noch bevor es komplett dunkel war, fuhren wir mit dem Fahrstuhl wieder nach unten. Dort war dann gefühlt doch schon Nacht, wenngleich es durch all die Lichter in Manhattan natürlich nie richtig dunkel wird. Die Fassade des Rockefeller Centers wird genauso angestrahlt, wie viele andere markante und weniger markante Gebäude. Man soll die Skyline schließlich nicht nur tagsüber als unverwechselbar erkennen.
Das Rockefeller Center mit dem Eislaufring davor.
Times Square bei Nacht.
Das Eislaufen am Fuße des Rockefeller Centers vor der Promoetheusstatue verkniffen wir uns. Zum einen sind um die 40$ für ein bisschen Eislaufen absolut überteuert, zum zweiten ist der Eislaufring winzig klein und schien ohnehin gerade geschlossen zu haben, zum dritten können wir jederzeit zu Hause in Deutschland eislaufen und vor allem waren wir am Ende des Tages simpel und einfach knülle. Auf dem Rückweg zur U-Bahn kamen wir erneut am Times Square vorbei. Spätestens bei Nacht ist die Reizüberflutung durch die wechselnde, bunt leuchtend  Werbung dann komplett. Wir kämpften uns zurück bis zur 33ten Straße, stiegen in die Path, fuhren zurück zum Hotel in New Jersey und fielen mit vielen neuen Eindrücken geschafft ins Bett.