Montag, 31. März 2025

Japan...

 ... das Land der aufgehenden Sonne, von Samurai, Karate, Ninjas, Pokemon, Studio Gibli, Anime, Atombomben, Erdbeben, Kirschblüten, Sushi, Kalligraphie und natürlich Mt. Fuji. Jeder assoziiert vermutlich etwas anderes mit Japan, doch wie ist das Land wirklich? So einfach lässt sich das nicht beantworten, denn wie mit jeder Region gibt es nicht "das eine Japan" oder "das eine Deutschland". Jede Region, jede Stadt, jeder Mensch hat seine ganz individuellen Charakterzüge. Eine gewisse übergreifene Atmosphäre kann man inbestimmten Regionen dennoch erleben und in Japan erwarte ich durchaus eine andere Kultur als in Mitteleuropa oder auch Nordamerika. Wir haben dieses Jahr ein paar Wochen Zeit, um Land und Leute in Japan kennen zu lernen, etwas präziser: das südliche Japan mit Kyushu und einer Insel in der Präfektur Okinawa.

Die Welt ist groß. Sieh sie dir an!
Bei uns in der Wohnung blühten schon die Kirsch-
zweige. Auf Kyushu sollten wir etwa zum diesjährigen
Höhepunkt der Kirschblüte (Sakura) ankommen.

Bereits vor unserer Abreise nach Japan kam ich im Rahmen der Reisevorbereitungen mit ein paar kulturellen Besonderheiten in Kontakt, die ich heute als Einstimmung auf das Land mit euch teilen möchte.

Japanisch. 

Mit Englisch über die Runden zu kommen war für die Vorbereitungen z.T. schwierig. Meine japanische Freundin meint zwar, dass Englisch im Tourismusbereich in den letzten Jahren stark zugenommen habe, aber dennoch hatte ich noch nie so viele Sprachprobleme bei Online-Recherchen und -Buchungen. Auf einer Seite musste ich sogar meinen Namen in Kana (japanische Silbenschrift) eingeben, sonst ging es nicht weiter. Gut, dass es Übersetzungsprogramme gibt!

Shinkansen - online buchbar, aber nur 5-23 Uhr. 

Wenn wir schon mal in Japan sind, dann wollen wir natürlich auch die super schnellen Bullettrains ausprobieren. Da diese je nach Strecke und Datum auch gern mal voll sein können, wollte ich unsere Zugtickets bereits von Deutschland aus buchen. Das geht auch - zumindest begrenzt. Die offizielle Seite, vergleichbar mit der offiziellen Seite der deutschen Bahn, lässt nur Buchungen maximal einen Monat im Voraus zu. Darüber hinaus funktioniert die Online-Buchung nur und ausschließlich zwischen 5 und 23 Uhr Ortszeit! Funktioniert die Buchung vielleicht gar nicht digital und im Hintergrund sitzt ein Japaner, der alle Buchungen händisch freigeben muss?? Bei 7-8 Stunden Zeitversatz (je nach Sommer- oder Winterzeit in Deutschland) muss man sich jedenfalls genau überlegen, wann man Zeit für die Reiseplanung hat. 

Kinder. 

Die Geburtenrate in Japan beträgt aktuell rund 1.2 Kinder pro Frau. Wir reisen mit zwei Vorschulkindern. Das bringt einige Besonderheiten mit sich. Beispielsweise kosten Vorschulkinder häufig nichts - im Zug oder Hotel beispielsweise. Allerdings bekommen die Kinder dann meist auch keinen eigenen Sitz oder kein eigenes Bett. Wenn ich für eine vierköpfige Familie eine Unterkunft suche und dabei angebe, dass das älteste Kind sechs Jahre jung ist, dann ist es nicht unüblich, dass ich ein Zimmer mit zwei Einzelbetten für uns alle vorgeschlagen bekomme. Der Preis ist natürlich angenehm, aber schlafen könnten wir dann nicht alle. Auf vielen Hotel-/ Ferienwohnungsseiten kann man auch explizit angeben "Kind mit Bett und Essen", "Kind nur mit Bett", "Kind nur mit Essen" oder "Kind ohne eigenes Bett oder Essen". 

Schön fand ich auch die Informationsseiten von zwei Ausflugszielen. Auf der einen wurden Kinder als "Zwerge" bezeichnet (was zugegebener Maßen ein Übersetzungsfehler sein könnte) und auf einer anderen ging es um "verlorene Kinder". Sollte man sein Kind verloren haben, solle man sich doch bitte bei einem Parkmitarbeiter melden. Die Information wurde direkt in Zusammenhang mit Erster Hilfe und der Verfahrensweise hinsichtlich Dingen im Fundbüro gegeben. Kinder sind ein eigenes Thema in Japan, wie es scheint.

Oben links geht es um Erste-Hilfe und Fundbüro - auch
falls man ein Kind verloren hat, soll man sich bitte an
die Mitarbeitenden wenden.
Oben rechts werden Kinder als "Zwerge" bezeichnet.
Irgendwie auch süß.
Unten spezielle Buchungskalender.

Kalender. 

Bei vielen Kalendern auf Buchungswebseiten fiel mir auf, dass einige der zwanziger Tag im Monat nicht als Zahl, sondern ausgeschrieben angezeigt werden (siehe Foto). Da dies immer wieder auftrat fragte ich meine japanische Freundin, was es damit auf sich habe. Sie wiederum habe das so noch nie gesehen und vermutet ein Übersetzungsproblem - offensichtlich aber ein konsistentes. 

Definitiv ein Übersetzungsproblem ist bei den Bezeichnungen der Wochentage zu finden. Dienstag bspw. wird im Japanischen eigentlich mit drei Zeichen geschrieben. In Kalenderübersichten wird manchmal aus Platzgründen nur eins geschrieben und so wird dann dieses eine Zeichen für Dienstag dann bspw. mit Feuer übersetzt.

Rauchen.

Gespannt bin ich, wieviel in Japan tatsächlich geraucht wird. In der Öffentlichkeit (z.B. auf der Straße) ist Rauchen meines Wissens nach verboten. Allerdings bin ich in Europa schon lange nicht mehr auf so viele Rauchoptionen gestoßen. Besonders bei der Buchung von Hotelzimmern musste ich stark aufpassen. Oft wurde mir ein Zimmer (für einen recht günstigen Preis) vorgeschlagen, bei dem ich dann im Kleingedruckten etwas von "Raucherzimmer" laß.

Automatisierung.

Manchmal ließt man, dass Japan in der Zukunft leben würde und Vereinsamung leicht möglich sei - zumindest in großen Städten. So gibt es wohl Restaurants, in denen man elektronisch sein Essen bestellen und bezahlen kann, dieses dann durch einen Vorhang gereicht bekommt und in einer kleinen mit Vorhängen abgetrennten Kabine für sich allein essen kann. Klingt für mich nicht sonderlich attraktiv. Spannender finde ich da die Optionen bei Verkaufsautomaten, die in Japan zumindest dem Klichee nach, an jeder Ecke stehen sollen. Wenn ein Getränk am Automaten ein blaues Schild hat, so kommt dieses gekühlt raus. Ist das Preisschild hingegen rot, so soll man ein warmes Getränk bekommen. Ich bin gespannt. Ebenfalls legendär sind beheizte Toilettensitze selbst in entlegenen Hütten. Mal schauen, was wir diesbezüglich herausfinden können. Das Thema Selbst-check-in Hotels, welche in großen Städten normal sein sollen, werden wir jedenfalls direkt bei unserer ersten Übernachtung ausprobieren.

Abschließen mag ich für heute mit einem Disclaimer auf einer Webseite mit Informationen über eine Sehenswürdigkeit: "Please do not use your smartphone while walking inside the station. Our stations are very dangerous as there are many places with poor footing, such as on the tracks. Using your smartphone while walking (including operating Pokemon GO) is prohibited. We are not responsible for any injuries or accidents caused by this." Also Augen weg vom Smartphone beim Laufen! 

Montag, 24. März 2025

Alles erwacht...

 ... wir jedes Jahr im Frühling. Die Tage sind sukzessive immer länger geworden, bis wir seit dem Wochenende nun schon wieder längere Tage als Nächte haben und auch die Sonne gewinnt immer mehr an Kraft. Wir waren im März viel draußen in Dresden und Umgebung, haben getobt, sind geradelt, aßen das erste Eis im Freien, haben angegrillt, Dinge erforscht, waren im Zirkus, beobachteten Pflanzen und kleine Tiere, bereiteten die Beete vor und säten die ersten Dinge aus, Freuten uns über die Kraft der Sonne auf der Solaranlage und ritten entspannt dem Sonnenuntergang entgegen. 

Kaum etwas hebt die Laune, wie ein paar ruhige
Minuten in der Natur an einem sonnigen Frühlingstag.
Wir düsten durch den Großen Garten in Dresden.
Für die Fontaine war es noch zu zeitig im Jahr.
Ein majestetischer Baum.
Feuer, Wasser und Artistik im Zirkus.
Immer wieder knuffig: kleine Marienkäfer.
Die Pflanzen vom letzten Jahr pflegen und Neue aussäen.
Schau mir in die Augen Kleine!
Das Glück dieser Erde, liegt auf dem Rücken der Pferde.