Montag, 31. Dezember 2018

Der letzte Monat des Jahres 2018...

... endet heute. So wie das ganze Jahr war er aufregend und ereignisreich. Wir erkundeten gleichermaßen noch ein paar Ecken in Deutschland und genossen die Vorweihnachtszeit zu Hause. Plätzchen backen gehört im Dezember einfach dazu und versorgt alle Sinne.
Die erste Runde Plätzchen backen...
... und verkosten am ersten Advent.
Am zweiten Adventswochenende tauschten wir erst grau kühles Wetter am See mit einer künstlichen Tropen- und Badelandschaft südöstlich von Berlin, um am Sonntag einen liebevoll gestalteten Weihnachtsmarkt in Ebersbach zu besuchen. Dort konnten die Kinder basteln, die Erwachsenen warme Vorweihnachtsgetränke schlürfen, sich draußen alle an kleinen Feuern wärmen und auch der Weihnachtsmann schaute vorbei und verteilte ein paar Kleinigkeiten.
Groß Köris südlich von Berlin.
Schlossweihnacht am zweiten Advent auf Schloss Lauterbach.
Wer das Jahr über artig war, bekam auch etwas
vom Weihnachtsmann.
Dekoration zur Schlossweihnacht in Lauterbach.
Mitte Dezember kam dann zumindest in ein paar Ecken noch weihnachtlichere Atmosphäre auf, da ein paar weiße Flocken vom Himmel fielen. Zumindest im Erzgebirge lag ausreichend Schnee für eine kleine Schneeballschlacht und einen Weihnachtsmarktbummel im Flockenwirbel.
Der Weihnachtsmarkt in Annaberg Buchholz.
Blick auf die Bergkirche St.Marien.
Schnee ist toll.
Zu Weihnachten selbst war die weiße Pracht natürlich wieder weggeschmolzen, so dass das einzig Weiße um den Weihnachtsbaum herum das Geschenkpapier und Fell unseres weißen Katers waren. 

Frohe Weihnachten.
Genießer.
Den Jahresausklang verbringen wir gerade in der thüringischen Landeshauptstadt. Neben einem kleine Stadtbummel und kurzen Spaziergängen nutzten wir die Zeit der letzten Tage zum entspannten Kochen, quatschen und für Brettspiele. 
Die Ägidienkirche am Osteingang zur Krämerbrücke.
Die erste Krämerbrücke stammte aus dem 12. Jhd..
Heute ist es eins der Wahrzeichen der Stadt und die
längste bebaute und bewohnte Brücke Europas.
Bekannt und beliebt ist der Eiskrämer. Eine Kugel Krämertrüffel-
eis habe ich probiert. An Thüringisches Kloßeis habe ich mich
nicht herangetraut. Frittiertes Eis soll lecker sein.
Hallo Bernd.
Wir wissen nicht, wie der Heiratsantrag
beantwortet wurde.
Modern und vielseitig nutzbar: die Gunda-Nieman-Stirnemann
Eissporthalle.
Unsere Basis haben wir im Südwesten der Stadt: Erfurt Bischleben, unweit des Flusses Gera. Überall über der Gera hängen hier derzeit Angelschnüre von denen rot-weißes Absperrband herunter hängt. Uns wurde erklärt, dass dies im Winter seit einigen Jahren vom örtlichen Angelverein gemacht wird, um die mühsam in der Gera wieder angesiedelten Forellen und Äschen vor den hungrigen Komoranen zu schützen, die sonst innerhalb eines Winters wohl bis zu einer halben Tonne Fisch aus dem Fluss holen. Enten und Reiher stören die Komoranscheuchen anscheinend nicht.
Hübsch frisch sanierte Häuser an der Gera in Erfurt Bischleben.
Die Gera mit vom lokalen Angelverein gegen die Komorane
aufgehängten "Komoranscheuchen".
Guten Rutsch und Frohes Neues 2019 an alle treuen Blogleser!

Mittwoch, 28. November 2018

Die technischen Sammlungen...

... in Dresden besuchten wir im November, als das Wetter doch langsam ungemütlich nassgrau und kalt wurde und bevor im Dezember die Lichterzeit beginnt in der es Spaß macht über Weihnachtsmärkte zu schlendern und die leuchtenden Schwibbogen in den Fenstern zu betrachten. Die technischen Sammlungen sind ein Museum, dessen Besuch sich sehr lohnt und für den man deutlich mehr als die zwei uns vor der Schließzeit noch verfügbaren Stunden einplanen sollte. Es ist ein Mittmachmuseum für Groß und Klein. Wir hielten uns fast die gesamte Zeit im Erlebnisland Mathemtik auf und probierten uns an den verschiedenen Ausstellungsstücken. Die Interaktivität macht es sehr kurzweilig. Für inhaltlich interessierte Besucher fehlt jedoch die ein oder andere Erklärung. Das Museum kann zum Nachdenken anregen. Nachlesen muss man dann im Zweifel selbst zu Hause.
Neben dem Erlebnisland Mathematik gibt es u.a. eine Ausstellung mit alten Radio- und Fernsehgeräten und eine Dauerausstellung zu Feuer und der Feuerwehr. Dazu kommen wechselnde Ausstellungen. Wir hatten wie gesagt zu wenig Zeit, um uns alles anzuschauen, haben uns jedoch vorgenommen, die restlichen Ausstellungen bei einem nächsten Besuch zu erkunden.
Wachstum der Weltbevölkerung.
Ich stehe inmitten einer Seifenblase.
Muster nach bestimmten Prinzipien selbst gestalten.
Sieben blaue Teile sollen zu einem Quadrat werden.
Alle Herausforderungen am Tisch gemeistert.
Ein Bild aus drei Teilen. Je nachdem, wie man die oberen
zwei Teile positioniert, gibt es 15 oder 16 Kinder auf dem
Bild. Zählt nach! Kopfzerbrechen garantiert.

Donnerstag, 15. November 2018

Lange Strandspaziergänge auf Usedom...

... trugen Anfang November zu unserer Entspannung bei. Mittwoch war Feiertag und mit den (fast) letzten Urlaubstagen des Jahres gönnten wir uns noch zwei Brückentage und Erholung an der Meeresluft. Das Wetter erinnerte mehr an Anfang Oktober als an Anfang November und so erkundeten wir Deutschlands zweitgrößte Insel von Penemünde am nordwestlichsten Zipfel bis zu den recht zentral gelegenen Loddin und Kölpinsee. Unsere Basis hatten wir in Zempin - der schmalsten Stelle der Insel zwischen Ostsee und Achterwasser.
Der Ostseestrand von Zempin.
Blick gen Norden in Richtung Zinnowitz.
Ostsee.
Obwohl die Sonne lachte und die Temperaturen mild waren, blieben die meisten Fischbuden und Läden geschlossen. Die Ostsee in der Nebensaison versprüht ein ganz anderes, noch deutlich entschleunigteres Flair, als im trubeligen Sommer. Natürlich hatten einige Touristenattraktionen sehr wohl noch geöffnet und dort fanden sich auch viele Menschen. Wir genossen jedoch hauptsächlich die Ruhe. Ein Fischbrötchen auf die Hand bekamen wir zum Glück dann doch noch überall.
Der unsanierte Teil der Koserower Seebrücke.
Bademode in Kölpinsee.
Am Strand von Kölpinsee.
Das Museumsgebäude in Peenemünde.
Historisches Peenemünde.
Nach der Entschleunigung auf Usedom, wo wir nachts seit langem mal wieder einen richtig guten Blick auf die Milchstraße hatten, besuchten wir am Wochenende noch ein paar Freunde in Berlin. Dort erlebten wir natürlich ein komplettes Kontrastprogramm. Es war immer etwas los, überall waren Menschen und der Himmel war nachts so hell, dass es schwer fiel, überhaupt ein paar helle Sterne zu erkennen.
Wir nutzten unseren Aufenthalt für einen Ausflug nach Potsdam und schauten uns die im 18. Jh. angelegte Parkanlage von Sanssouci an. Ähnlich wie der Barockgarten in Großsedlitz ist die Parkanlage in den Frühlings- und Sommermonaten sicherlich mit diversen Statuen, wärmeliebenden Pflanzen und Beeten voller leuchtender Blumen noch hübscher anzusehen, aber auch so ist Sanssouci definitiv einen Besuch wert. In einigen Gebäuden muss man Eintritt bezahlen aber ansonsten ist das Schlendern durch die Anlagen kostenfrei.
Das Schloss Sanssouci.

Blick auf den Ruinenberg.
DieOrangerie.
Das Neue Palais.

Sonntag, 21. Oktober 2018

Bunter Spätsommer...

... herrscht momentan bei uns in Deutschland. Die Bäume sind zum Teil noch bunt, zum Teil mittlerweile braun und blattlos. In den letzten Wochen war es an vielen Tagen noch einmal sommerlich warm und die Sonne lachte ohnehin jeden Tag. Es war eine gute Zeit für Spaziergänge draußen entlang von Flüssen, durch Parks oder ein paar Hügel hinauf und hinunter. Die Herbstabende waren reserviert für Oper, Theater, Spieleabende oder auch einfach gemütlich auf der Couch liegend.
Die Elbe in Dresden am Abend.
Den Oktober verbrachte ich an unterschiedlichen Orten in Sachsen. In Radebeul westlich von Dresden besuchten wir bspw. ein Weinfest.
Hoflößnitz in Radebeul.
Zum Weinfest ist alles hübsch dekoriert.

Wir kamen natürlich angemessen gekleidet. ^^
Bei 25°C entspannten wir tagsüber im Chemnitzer Küchwald und beobachteten die dampfend ihre Runden drehende Parkeisenbahn.
Die Dampflok zieht die Parkeisenbahn durch den Chemnitzer Küchwald.
Einer der schönsten Plätze in Chemnitz mit Kunstsammlungen,
Opernhaus und Petrikirche.
Dieses Wochenende zog es uns ins Umland von Dresden. Auch wenn die Orangenbäumchen bereits vor der nächtlichen Kälte in die Orangerien geräumt und die Blumenrabatten leer waren, so empfanden wir unseren Besuch im Barockgarten von Großsedlitz doch als sehr entschleunigend.
Friedrichschlösschenund obere Orangerie von Großsedlitz.
Als der Oktober etwas grauer wurde, brachten wir mit unseren
Jacken Farbe ins Spiel.
Die Barockanlage ist geprägt von vielen offenen Plätzen und
langen Sichtachsen.
Die Zitrusbäumchen waren bereits in den Orangerien eingelagert.
 Entlang des Elbtals gibt es einiges zu entdecken.
Blick von Großsedlitz über das Elbtal in Richtung Dresden.

Freitag, 28. September 2018

Frankfurt am Main...

... ist neben Berlin und München wohl die bekannteste deutsche Stadt. Historisch gesehen, hat die Stadt auch eine bewegte Geschichte: als Freie Reichsstadt ein wichtiger Handelsort, durch Wahl und Krönung von Kaisern schon früher Treffpunkt wohlhabender Bürger, bedeutsam als Tagungsort des ersten deutschen Parlaments Mitte des 19. Jhd. und heutzutage mit seinen Hochhäusern und Banken ein wichtiges Finanzzentrum.
Ich war letzte Woche für eine Fachkonferenz in der Stadt. Die Konferenz selbst fand auf dem Universitätscampus Westend statt, der seit einigen Jahren den Hauptsitzt der Goethe Universität darstellt, nachdem das Gelände zuvor eine psychatrische Klinik, eine Konzernzentrale und zuletzt amerikanische Streitkräfte beherbergte. Die Gebäude auf dem Gelände könnten meines Erachtens noch ein bisschen mehr Farbe vertragen, sind aber insgesamt sehr modern und funktional und somit für Studium und Konferenzen gut geeignet. Die Lage ist außerdem zentral und die Grünflächen zwischen den Gebäuden bieten gute Pausenerholung.
Blick auf das zentrale Hörsaalgebäude der Goethe Universität Frankfurt.
Das alte IG Farben Haus von der Mensa aus gesehen.
Blick über den Campus. Im Hintergrund der Europaturm.
Am Abend nach der Konferenz, zog es mich einen Tag hinunter zum Main. Entlang der alten Oper, vorbei an einigen Glas-Stahl-Bauten und der Gallusanlage, die man Nachts aufgrund des "Frankfurter Applauses" nach Aussage einiger meiden sollte, kam ich schließlich zum Main. Fußgänger und Radfahrer tummelten sich entlang beider Ufer und genossen das Spätsommerwetter. Das Klientel war ein deutlich anderes, als das entlang der Taunusstraße im Bahnhofsviertel, wo ich mein Hotel hatte und später am Abend wieder hin musste. Eros-Club reiht sich dort an Table-Dance-Bar, Spielcasino und Stundenhotel. Vom Fußweg und besonders aus verlassenen Hauseingängen steigt einem Uringeruch in die Nase.
Das Euro-Zeichen deutet auf die Geldgeschäfte hin.
Der Märchenbrunnen zwischen Gallusanlage und Mainufer.
Die Taunusstraße bei Nacht - kein besonders schöner Ort.
Nach dem letzten Konferenztag beschloss ich mir die Stadt von oben anzuschauen, ehe ich sie per Zug wieder verlassen wollte. Am besten eignet sich dazu wohl der Maintower, weil er eins der höchsten Gebäude der Stadt ist und eine entsprechende Aussichtsplattform bietet. Der Fahrstuhl, der die Besucher hinauf und hinunter bringt ist jedoch unterdimensioniert, was längere Wartezeiten in stickigen Gängen zur Folge hatte. Der Ausblick von oben war jedoch sehr gut. 
Der Maintower (mit Antenne) bietet eine gute Aussichtsplattform.
Ich verbrachte bestimmt eine halbe Stunde auf der Aussichtsebene und blickte auf die alten wie neuen Gebäude - die Wolkenkratzer, in denen die meisten Menschen in teurem Zwirn hohe Finanzgeschäfte abwickelten; das Bahnhofsviertel, in dem viele wahrscheinlich mit den Monatsgehältern der Vorhergenannten übers Jahr kommen; die neu restaurierte Altstadt, in der Touristen wie Einheimische in Cafés Espresso schlürfen;  den Flughafen im Südwesten, durch den Menschen unterschiedlichster Nationalitäten eilen und auch auf die vielen Bäume und Parkanlage, die Frankfurt von oben sehr grün aussehen lassen. Der Taunus im Norden scheint auch sehr nah.
Blick nach Norden. Im Vordergrund die Alte Oper. Oberhalb des
kleinen Wolkenkratzers links davon lässt sich der Universitäts-
Campus Westend ausmachen.
Es wird weiter gebaut. Der Main fließt stoisch durch die Stadt.
Beim Blick gen Südwesten konnte ich gut die Flugzeuge im Lande-
anflug auf  FRA beobachten. Es hatte fast etwas Meditatives.
Von oben sehen die meisten Städte schön aus.
Nur gut zehn fußläufige Minuten vom Maintower entfernt, befinden sich Paulskirche, Römer, Altstadt und Dom. Also zog ich meinen kleinen Rollkoffer die Straßen entlang, um mir davon auch noch einen kurzen Eindruck zu verschaffen. Die Paulskirche, in der 1848/49 das erste deutsche Parlament tagte, hat nur von außen noch das Erscheinungsbild einer Kirche. Innen befinden sich Ausstellungsräume und ein Plenarsaal. Um die Geschichtskenntnisse etwas aufzufrischen war der Besuch ganz nett, aber ansonsten empfand ich ihn als nicht sonderlich beeindruckend. So ging es mir auch  beim Römerberg (dem Frankfurter Rathausplatz) und der dieses Jahr erst fertig frisch sanierten Altstadt. Besonders Letztere wirkte auf mich irgendwie künstlich und aufgesetzt. An mehreren Orten in Frankfurt empfand ich ein gewisses "Schicki-Micki-Flair" und eine "Etepetete-Atmosphäre". Einiges wirkte auf mich surreal und unecht. Ich sah im Parkverbot vor einem Café einen geparkten Ferrari und einen größeren Mercedes stehen. In dem Café saßen ein paar Männer. Der eine hielt eine Zigarre in der Hand, der andere schaute aufs Handy und ein Dritter laß Zeitung. Nur wenige Straßen weiter schlurften übelriechende Gestalten in dreckigen Sachen über den nach Urin riechenden Bürgersteig. Ich glaube, es war dieser Kontrast, der mich mit Frankfurt nicht warm werden ließ.
Blick in den Plenarsaal der Paulskirche.
Blick auf den Römer (Rathaus) vom Römerberg (Rathausplatz) aus.

Die frisch sanierte Altstadt. Zum Teil wurden Erker
und Vordächer ohne Funktion angebaut, um noch
mehr Puppenstubenflair zu erzeugen. Irgendwie
war das Bild für mich nicht rund, sondern aufgesetzt.