Freitag, 28. September 2018

Frankfurt am Main...

... ist neben Berlin und München wohl die bekannteste deutsche Stadt. Historisch gesehen, hat die Stadt auch eine bewegte Geschichte: als Freie Reichsstadt ein wichtiger Handelsort, durch Wahl und Krönung von Kaisern schon früher Treffpunkt wohlhabender Bürger, bedeutsam als Tagungsort des ersten deutschen Parlaments Mitte des 19. Jhd. und heutzutage mit seinen Hochhäusern und Banken ein wichtiges Finanzzentrum.
Ich war letzte Woche für eine Fachkonferenz in der Stadt. Die Konferenz selbst fand auf dem Universitätscampus Westend statt, der seit einigen Jahren den Hauptsitzt der Goethe Universität darstellt, nachdem das Gelände zuvor eine psychatrische Klinik, eine Konzernzentrale und zuletzt amerikanische Streitkräfte beherbergte. Die Gebäude auf dem Gelände könnten meines Erachtens noch ein bisschen mehr Farbe vertragen, sind aber insgesamt sehr modern und funktional und somit für Studium und Konferenzen gut geeignet. Die Lage ist außerdem zentral und die Grünflächen zwischen den Gebäuden bieten gute Pausenerholung.
Blick auf das zentrale Hörsaalgebäude der Goethe Universität Frankfurt.
Das alte IG Farben Haus von der Mensa aus gesehen.
Blick über den Campus. Im Hintergrund der Europaturm.
Am Abend nach der Konferenz, zog es mich einen Tag hinunter zum Main. Entlang der alten Oper, vorbei an einigen Glas-Stahl-Bauten und der Gallusanlage, die man Nachts aufgrund des "Frankfurter Applauses" nach Aussage einiger meiden sollte, kam ich schließlich zum Main. Fußgänger und Radfahrer tummelten sich entlang beider Ufer und genossen das Spätsommerwetter. Das Klientel war ein deutlich anderes, als das entlang der Taunusstraße im Bahnhofsviertel, wo ich mein Hotel hatte und später am Abend wieder hin musste. Eros-Club reiht sich dort an Table-Dance-Bar, Spielcasino und Stundenhotel. Vom Fußweg und besonders aus verlassenen Hauseingängen steigt einem Uringeruch in die Nase.
Das Euro-Zeichen deutet auf die Geldgeschäfte hin.
Der Märchenbrunnen zwischen Gallusanlage und Mainufer.
Die Taunusstraße bei Nacht - kein besonders schöner Ort.
Nach dem letzten Konferenztag beschloss ich mir die Stadt von oben anzuschauen, ehe ich sie per Zug wieder verlassen wollte. Am besten eignet sich dazu wohl der Maintower, weil er eins der höchsten Gebäude der Stadt ist und eine entsprechende Aussichtsplattform bietet. Der Fahrstuhl, der die Besucher hinauf und hinunter bringt ist jedoch unterdimensioniert, was längere Wartezeiten in stickigen Gängen zur Folge hatte. Der Ausblick von oben war jedoch sehr gut. 
Der Maintower (mit Antenne) bietet eine gute Aussichtsplattform.
Ich verbrachte bestimmt eine halbe Stunde auf der Aussichtsebene und blickte auf die alten wie neuen Gebäude - die Wolkenkratzer, in denen die meisten Menschen in teurem Zwirn hohe Finanzgeschäfte abwickelten; das Bahnhofsviertel, in dem viele wahrscheinlich mit den Monatsgehältern der Vorhergenannten übers Jahr kommen; die neu restaurierte Altstadt, in der Touristen wie Einheimische in Cafés Espresso schlürfen;  den Flughafen im Südwesten, durch den Menschen unterschiedlichster Nationalitäten eilen und auch auf die vielen Bäume und Parkanlage, die Frankfurt von oben sehr grün aussehen lassen. Der Taunus im Norden scheint auch sehr nah.
Blick nach Norden. Im Vordergrund die Alte Oper. Oberhalb des
kleinen Wolkenkratzers links davon lässt sich der Universitäts-
Campus Westend ausmachen.
Es wird weiter gebaut. Der Main fließt stoisch durch die Stadt.
Beim Blick gen Südwesten konnte ich gut die Flugzeuge im Lande-
anflug auf  FRA beobachten. Es hatte fast etwas Meditatives.
Von oben sehen die meisten Städte schön aus.
Nur gut zehn fußläufige Minuten vom Maintower entfernt, befinden sich Paulskirche, Römer, Altstadt und Dom. Also zog ich meinen kleinen Rollkoffer die Straßen entlang, um mir davon auch noch einen kurzen Eindruck zu verschaffen. Die Paulskirche, in der 1848/49 das erste deutsche Parlament tagte, hat nur von außen noch das Erscheinungsbild einer Kirche. Innen befinden sich Ausstellungsräume und ein Plenarsaal. Um die Geschichtskenntnisse etwas aufzufrischen war der Besuch ganz nett, aber ansonsten empfand ich ihn als nicht sonderlich beeindruckend. So ging es mir auch  beim Römerberg (dem Frankfurter Rathausplatz) und der dieses Jahr erst fertig frisch sanierten Altstadt. Besonders Letztere wirkte auf mich irgendwie künstlich und aufgesetzt. An mehreren Orten in Frankfurt empfand ich ein gewisses "Schicki-Micki-Flair" und eine "Etepetete-Atmosphäre". Einiges wirkte auf mich surreal und unecht. Ich sah im Parkverbot vor einem Café einen geparkten Ferrari und einen größeren Mercedes stehen. In dem Café saßen ein paar Männer. Der eine hielt eine Zigarre in der Hand, der andere schaute aufs Handy und ein Dritter laß Zeitung. Nur wenige Straßen weiter schlurften übelriechende Gestalten in dreckigen Sachen über den nach Urin riechenden Bürgersteig. Ich glaube, es war dieser Kontrast, der mich mit Frankfurt nicht warm werden ließ.
Blick in den Plenarsaal der Paulskirche.
Blick auf den Römer (Rathaus) vom Römerberg (Rathausplatz) aus.

Die frisch sanierte Altstadt. Zum Teil wurden Erker
und Vordächer ohne Funktion angebaut, um noch
mehr Puppenstubenflair zu erzeugen. Irgendwie
war das Bild für mich nicht rund, sondern aufgesetzt.

Sonntag, 23. September 2018

Entspannung am Mittelmeer...

... suchten wir für eine Woche im September und fanden sie in Porto Petro, einem kleinen Fischerort rund eine Autostunde östlich von Palma auf Mallorca gelegen. Wir hatten uns eine Woche Pauschalurlaub gegönnt, um zu schlafen, zu essen, auszuruhen, zu baden, zu schlafen, ein bisschen zu spazieren und zu lesen und noch mehr auszuruhen. Unser Plan ging auf.
Porto Petro ist mit 500 Einwohnern ein recht kleiner Ort und beherbergt auch nicht Massen von Touristen, so dass man entspannt am Hafen und an der Küste entlangspazieren konnte. Der Ort liegt geschützt vom offenen Meer in einer Bucht mit mehreren kleinen Seitenbuchten - wie viele Orte dort in der Gegend. Die Hotelanlage war gemütlich und weitläufig. Auf dem Rasen standen tagsüber Liegen mit sonnenhungrigen Touristen und dazwischen liefen Hühner und hin und wieder eine Katze. Eine versuchte sich hin und wieder an eins der Hühner heranzupirschen und es zu erlegen, was aufgrund der Größenverhältnisse natürlich keine besonders gute Idee war und lediglich mit einem wütend gackernden, davonfliegenden Huhn  endete.
Eingang zur Bucht von Porto Petro.
Anpirschen bei der Jagd nach Hühnern.
Stille am abendlichen Hotelpool.
An sich ist die Küste Mallorcas eher rau und felsig, aber in den Buchten gibt es auch immer wieder kleine Strände, die zum Baden einladen. Wie gehofft schwammen auch verschiedene Fische im Wasser, die man beim Schnorcheln beobachten konnte. Allerdings schwammen leider nicht nur Fische im Wasser, sondern auch ganz viel Plastikmüll. Ich war richtig traurig. Wir sammelten jeden Tag vom Strand und im Wasser treibenden Müll, aber alles bekam man nicht weg und jeden Tag trieb die Strömung neuen Müll in die Bucht. Das Meiste waren Fetzen von Plastiktüten, die mitunter so klein waren (Teile von max. einem Zentimeter Länge), dass ich mit der bloßen Hand keine Chance hatte, diese aus dem Wasser zu fischen.
Als Kind sammelte ich am Meer Muscheln. Heute sind die Meer und Küsten dieser Welt voller Müll. Es ist so traurig! Jeder kann etwas dagegen tun! Vermeidet soweit möglich Plastik. Entsorgt den Müll ordentlich. Weist andere auf die Problematik hin und bückt euch auch mal nach Müll, der nicht von euch ist und entsorgt ihn an entsprechenden Orten.
Es ist erschreckend, wieviele die Problematik einfach ignorieren. Wir mussten an den einen Strand auf den Surin Inseln in Thailand denken, an dem man kaum noch Sand unter dem ganzen Müll sah. Die meisten Touristen liefen unbewegt durch und ignorierten die Tatsachen einfach. Die Übernachtung erfolgte schließlich an einem schönen weißen Sandstrand ohne Müll. In der Bucht von Porto Petro spielten kleine Kinder an der Wasserkante, wurden von ihren Eltern mit Schwimmärmeln durchs Wasser gezogen und schluckten dabei bestimmt auch ein bisschen Wasser und damit das ein oder andere Plastikteil - genauso wie wir großen den Fisch essen, der zuvor die kleinen Plastikteilchen gefressen hat. 
Badebucht mit unserer Hotelanlage.
Auf den ersten Blick sieht es ganz hübsch
aus, aber schaut man wirklich hin, sieht man
überall Plastikmüll. Wir haben jeden Tag Müll
gesammelt, aber jeden Tag kam neuer aus dem Meer.
Ohne Auto oder Fahrräder war unser Bewegungsradius im Urlaub ein wenig eingeschränkt. Wir unternahmen zwei mittelgroße Ausflüge zu Fuß. Einen Tag liefen wir soweit möglich immer an der rauen Mittelmeerküste entlang nach Südwesten bis zum Naturschutzgebiet Parc natural de Mondragó. Der Weg führte uns auch an anderen Hotelanlagen, Feldern, Feigenbäumen und ein paar Buchten entlang. Im Naturschutzgebiet gibt es zwei große Strände, die wir natürlich auch ausprobierten, ehe wir zurück nach Porto Petro liefen.
Die Küste Mallorcas ist großteils rau.
Tolle Panoramen beim Spaziergang entlang der Küste.
Unser zweiter Ausflug führte und in den nächstgrößeren Ort nach  Norden: Cala d'Or. Der Ort ist reichlich achtmal so groß wie Porto Petro und, wie wir fanden, sehr tourisitisch und hatte damit für uns wenig Charme. Wir steuerten die alte Militärfestung Es Forti am Eingang der Bucht nach Cala d'Or an, von wo man einen ganz hübschen Blick auf das Meer und die Bucht hatte. 
Die Bucht von Cala d'Or.
Einfach aufs Meer raus schauen (und mal kurz in die Kamera).
Erholung vom Spaziergang.
So verging die Woche Erholungsurlaub auch wie im Fluge und mit vollen Bäuchen und ausgeschlafen traten wir Mitte September die Rückreise nach Deutschland an. 
Mallorcinische Landschaft aus dem Busfenster gesehen.

Freitag, 21. September 2018

Der Luisenpark in Mannheim...

... liegt zwischen Neckar und Rhein und ist Mannheims größte Parkanlage. Wir verbrachten Ende August einige Stunden in der Anlage, die viel Abwechslung zu bieten hat. Neben den klassischen Wiesen, Bäumen und Blühpflanzen, die man in einem Park in der Regel findet, gibt es auch einen befahrbaren Weiher, einen kleinen Tierpark, diverse Spiel- und Grillplätze, ein Tropen- und Schmetterlingshaus und wahrscheinlich noch einige andere Dinge, die wir gar nicht erkundet haben. Es fällt auf jeden Fall nicht schwer, Zeit in der Parkanlage zu verbringen.
Gondeln auf dem Kutzeweiher. Im Hintergrund
der Fernmeldeturm.
Gefräßige Fische im Weiher.

Donnerstag, 6. September 2018

Die Alpen und München...

... besuchten wir an einem Wochenende im August. Freitag Abend trafen wir uns mit Freunden zum Seefest in Bad Wiessee und erlebten so ein bayrisches Volksfest am Tegernsee. Die Musik war laut und sehr blaskapellenlastig. Es gab natürlich halbe Hendl und Maße mit Bier. Zugegeben ist die Essensauswahl bei sächsischen Volksfesten in der Regel auch nicht direkt salatlastig. Kurz nach zehn endete das Fest mit einem Feuerwerk überm See und wir fuhren noch ein Stück weiter nach Südosten zu unserer Unterkunft in den Bergen.
Seefest in Bad Wiessee.
Zum Abschluss gab es ein hübsches Feuerwerk.
Am nächsten Morgen machten wir uns bei schönstem Sonnenschein nach einem reichhaltigen Frühstück auf den Weg einen Berg zu erklimmen. Zugegeben legten wir 400 Höhenmeter von unserer Unterkunft aus in Richtung des Stümpfling zunächst bequem mit einer Seilbahn zurück und kraxelten nur die letzten knapp 100 noch zu Fuß bis zum Gipfelkreuz. Die Aussicht war ganz hübsch. Ein paar Seen oder Fjorde hätten die Sache für mich noch abgerundet.
Gondeln gondeln hoch und runter.
Entspanntes auf den Berg kommen.
Ausblick von oben.
Gipfelstürmer.
Nach dem Abstieg stärkten wir uns bei heißer Schokolade und Kuchen. Später am Tag gab es auch noch Kaiserschmarrn.
Stärkung nach der Wanderung.
Sehr reichhaltiger Kaiserschmarrn.
Nach zwei Tagen Alpenluft besuchten wir Sonntag noch eine Freundin in München. Um der Großstadt zu entgehen, verbrachten wir den Nachmittag im Süden des Englischen Gartens. Ich mag München ja nicht wirklich, aber dort ließ es sich aushalten. Der Eisbach wurde als rießiges Freibad von Groß und Klein genutzt und machte einen wirklich einladenden Eindruck. Leider war ich bereits etwas erkältet, weshalb wir uns damit begnügten anderen im Wasser zuzuschauen.
Der Eisbach im Süden vom englischen Garten in München.
Die Eisbachwelle ist bei Surfern beliebt.
Der Rückweg per Autobahn dauerte leider etwas länger.

Dienstag, 4. September 2018

Schwarze Strände, knuffige Papageientaucher...

...  gefährliche Wellen, massive Basaltsäulen, pittoreske Wasserfälle, weltbekannte Vulkane, eiskalte Gletscherlagunen, weite Landschaften und heiße Quellen bestaunte ich an meinem letzten Tag in Island. Um die Tour entlang der Südküste individueller und zeitlich flexibel zu gestalten, hatte ich mir für Samstag einen Mietwagen ausgeliehen mit dem ich kurz nach acht von Reykjavik nach Vík í Mýrdal, dem südlichsten Ort auf dem isländischen "Festland" düste. Mein Plan war meinen Ausflug am für mich östlichsten Punkt zu beginnen und dann auf dem Weg nach Keflavik überall zu halten, wo es mir gefiel, bis ich schließlich direkt zum Flughafen ganz im Südwesten eilen müsste. Der Plan war gut, denn ich schaffte nur etwa die Hälfte meiner grob geplanten Stopps. Statt alle touristischen Sehenswürdigkeiten strikt abzuarbeiten blieb ich dort, wo es mir gefiel so lange, wie es mir gefiel. 
Raus aus Reykjavik und ...
... die Südküste entlang in Richtung Osten.
Durch diverse mittlere und kleinere Orte, vorbei an den Westmännerinseln im Süden und Eyjafjallajökull im Norden fuhr ich immer weiter nach Osten, bis ich kurz vor Vík í Mýrdal von der Ringstraße abblog. Am schwarzen Sandstrand Reynisfjara und der felsigen Halbinsel Dyrhólaey (Door Hill Island) ein klein wenig westlich von Vík í Mýrdal verbrachte ich mehrere Stunden. Das raue Meer ist einfach wunderschön - und gefährlich. Der schwarze Sandstrand ist unter anderem für seine Sneaker- bzw. Killer-Wellen bekannt. Es kam in den vergangenen Jahren immer mal wieder zu Todesfällen - trotz aufgestellter Warnschilder. Als ich am Strand war, war gerade Ebbe, so dass der Strand breit war und zum Spazieren einlud. Ich beobachtete die Wellen für 5-7 Minuten und alles schien normal, wie an jedem anderen Strand. Nicht alle Wellen kommen exakt gleich weit an den Strand, aber alles im normalen Rahmen. Natürlich ging ich dann auch nah an die Wasserkante, um meine Hände in das kühle atlantische Nass zu halten - und plötzlich erlebte ich eine dieser Sneaker-Wellen. Ohne Vorwarnung oder erkennbaren Anlass rollte eine Welle plötzlich immer weiter und weiter und weiter. Natürlich rannte ich weg vom Meer, aber natürlich schaffte ich es nicht ganz und war am Ende gut knöchelhoch vom Wasser umspült. Es ist nichts weiter passiert, aber nach dieser Erfahrung hatte ich doch etwas mehr Respekt und beobachtete das Schauspiel aus etwas sicherer Entfernfernung. Immer wieder mal kam eine Welle plötzlich 10-20 Meter weiter den Strand heraufgekrochen als alle vorherigen und nachfolgenden. Wenn dieses Phänomen mit Flut (kaum Platz zwischen Sandstrand und aufragenden Klippen - also kein Platz zum Wegrennen) und möglichst noch ein bisschen Sturm  gepaart ist, können die Wellen sicherlich unaufmerksame Touristen hinaus ins kalte Meer ziehen. 
Blick gen Dyrhólaey - markant ist das Loch im Fels.
Schwarzer Strand und wunderschöne Basaltformationen.
Blick die Steilküste entlang nach Vík í Mýrdal.
Nachdem ich mir die leicht feuchten Hosenbeine geholt hatte, erkundete ich den Strand mit etwas mehr Abstand zum Wasser. Ich schaute mir die Basaltsäulen aus der Nähe an und kletterte auch auf die untersten drauf. In Richtung Vík í Mýrdal konnte ich dank Niedrigwasser auch um die kleine Landspitze herumgehen und mir die vorgelagerten, wie Nadeln spitz aus dem Wasser ragenden Felsen aus der Nähe anschauen, die Stoff vieler Legenden sind. Die beiden Populärsten involvieren beide Trolle, die zu Stein erstarrten, als sie von den Strahlen der aufgehenden Sonne getroffen wurden.
Die Menschen sind so klein gegen die Naturphänomene.
Die Hálsanefshellir Höhle am Strand.
Nahansicht des Gesteins.
Reynisdrangar - die spitzen Felsen direkt vor der Küste bilden
den Stoff für verschiedene Legenden.
Auf den Hängen der nadelgleichen Felsen konnte ich viele Seevögel erspähen, die dort ungestört zwischen Steinen und Gras saßen. Doch auch die Steilküste auf dem Festland wimmelte nur so von Vögeln. Neben Möwen und vielen mir namentlich unbekannten Seevögeln tummelten sich dort auch die knuffigen Papageientaucher. Der Schnabel ist besonders in der Brutsaison so farbenfroh. 
Überall gab es (brütende) Papagaientaucher zu beobachten.
Aufgrund der Klimaerwärmung wird prognostiziert, dass sie
in ein paar Jahren von der Südküste Islands verschwinden werden,
weil es den Fischen, die sie jagen, im Wasser zu warm werden wird.
Der Halbinsel Dyrhólaey auf der entgegengesetzten Seite des schwarzen Strandes stattete ich auch einen Besuch ab und erfreute mich neben den Papageientauchern vor allem an der Aussicht über den Strand. 
Der schwarze Strand Reynisfjara.
Links Berge mit Gletschern, vor den Füßen Gras auf steilen
Klippen und rechts das Meer.
Dazu wehte eine steife Brise um die Nase.
Nachdem ich mich am schwarzen Strand dann doch irgendwann satt gesehen hatte und ich auch meinen Mittagshunger mit Proviant im Auto gestillt hatte, begann ich die Fahrt zurück in Richtung Westen mit spontanen und geplanten Stopps unterwegs. Mein nächster Halt am Gletscher Sólheimajökull stand ursprünglich nicht auf meiner Liste, bot sich aber an. Ich lief vom Parkplatz ein paar hundert Meter bis dem Ort, an dem der Gletscher derzeit in einen kleinen Gletschersee kalbt, setzte mich an den Rand des wirklich kalten Wassers und beobachtete windgeschützt zwischen den Bergen für eine Weile die Landschaft. Trotz der anderen Touristen in geringer Entfernung empfand ich den Aufenthalt dort als sehr friedlich. 
Rechts im Bild die Gletscherzunge, mittig abgekalbte Eisberge
im Gletschersee.
Natürlich kann man den Sólheimajökull auch mit geführten
Touren besteigen. Ich begnügte mich mit einem ruhigen Platz
am Wasser und sog die Szenerie in mich auf.
Mein nächster Halt war zusammen mit tausenden anderen Touristen am Skógáfoss - neben dem Seljalandsfoss dem wohl bekanntesten Wasserfall entlang der Südküste. Der mächtige Skógáfoss ist der letzte Wasserfall des Skógáflusses, bevor dieser dann in das Meer mündet und von der Straße aus extrem leicht zugänglich. Bequem kann jeder beobachten, wie über eine Schwimmbeckenbreite von 25 Metern das Wasser 60 Meter in die Tiefe donnert. 
Der Skógáfoss.

Je näher man rangegangen ist, desto nässer und einsamer wurde es.
Neben dem Wasserfall führt ein Weg hinauf neben die Fallkante. Natürlich stapfte ich nach oben und folgte anschließend noch eine Weile dem Weg entlang des Flusses nach Norden ins Inland. Je weiter ich lief, umso weniger andere Menschen waren da. Trotzdem ist es ein sehr beliebter Wanderweg und überall stehen Schilder, dass man auf dem Weg bleiben soll, da die Natur durch all die Wanderschuhe schon stark beschädigt ist. Das sieht man leider auch. In Island braucht die Vegetation sehr lange, um auch nur gering zu wachsen und natürlich ist sie nicht auf hunderttausende von Besuchern im Jahr ausgelegt.
Blick von der Aussichtsplattform neben dem in die Tiefe
stürzenden Wasser.
Der Skógáfluss bildet aus dem Hochland kommend viele kleine
Wasserfälle, bis er im bekannten
Skógáfoss nach unten stürzt.
Irgendwo hinter mir, weiter nach Norden, ist der unscheinbare
Vulkan Eyjafjallajökull, der durch seinen Ausbruch 2010 in
aller Munde war - sofern man ihn denn aussprechen konnte.
Wunderschöne, karge Landschaft.
Im Grunde direkt nebem dem Skógáfoss liegt das Heimatmuseum von Skógar. Es soll eins der besten Museen in Island sein und vermittelt auch im Freilichtmuseumsstil historische Lebensumstände auf der Insel im Nordatlantik. Aus Zeitgründen schaute ich mir nur von außen ein paar Hütten an, ehe ich zu einem Ort weiterfuhr, auf den ich mich noch etwas mehr freute - einer heißen Quelle inmitten der isländischen Hügel.
Das Skógar-Freilichtmuseum mit viel Wissenswertem zur
isländischen Geschichte.
Nicht im Museum, aber auch historisch und entlang der Straße.
Seljavallalaug ist eine Anfang des 20. Jhd. richtig als 25-Meter-Schwimmbecken angelegte Bademöglichkeit ein bisschen im Nichts, die mit heißem Wasser aus der Erde gespeist wird. Von der Ringstraße geht eine erst noch asphaltierte, dann nur noch eine Schotterstraße ein Stück gen Norden bis zu einem Schotterparkplatz von dem aus man etwa 20 Minuten einem Trampelpfad entlang eines kleinen Flusses folgt, bis sich links davon ein Freibad abzeichnet. Absolut toll! 
Das Becken wurde in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts angelegt, damit die Menschen, die häufig vom Fischfang lebten, eine sichere Möglichkeit hatten, um Schwimmen zu lernen. Es ist einer der ältesten Schwimmbecken in Island. Zwar ist das Wasser, dass in das Becken fließt so heiß, dass man die Hand nicht direkt in das heiße Wasser halten will, aber dadurch dass das Becken eine recht große Oberfläche hat und der Zufluss nicht allzu stark ist, ist das Wasser im Becken zwar warm, aber nicht zu warm. Es hat eine angenehme Schwimmtemperatur. Wie lange ich genau das warme Wasser mit dem Ausblick genoss kann ich nicht sagen. Als ich das Becken verließ war es aber schon nach 18 Uhr und damit so langsam Zeit für mich das Auto auf relativ direktem Wege zum Flughafen zu steuern.
In diesem Tal liegt hinten auf der linken Seite das warmwasser-
gespeiste Schwimmbecken Seljavallalaug.
Blick von der tiefen Seite auf die einfachen Umkleideräume.
Panorama mit Schwimmbecken, Tal und Fluss.
Den ebenfalls sehr bekannten Wasserfall Seljalandsfoss, den man auch umlaufen kann, schaute ich mir aus Zeitgründen nur kurz von der Straße an. Einen kurzen Stopp musste ich ein paar Kilometer weiter einlegen, als ich auf einem Parkplatz entlang der Straße etwas entdeckte, mit dem ich gar nicht gerechnet hatte: einen Trabant! Ich lachte wirklich laut los im Auto, als ich die gute alte VEB Rennpappe (leider etwas runtergekommen) mitten im Nirgendwo am Straßenrand in Island entdeckte. Da schien sich ein ostdeutscher Auswanderer ein bisschen (N)ostalgie erhalten zu wollen.
Links ein Trabant aus der DDR, rechts mein Mietwagen für den Tag.
Nachdem es auf der Hinfahrt nach Vík í Mýrdal schon etwas geregnet hatte, zog die Wolkendecke auf der Rückfahrt zum Flughafen nun richtig zu und der Himmel öffnete seine Schleußen. Das war zwar fürs Fahren nicht ganz so angenehm, aber zum einen hatte ich tagsüber deutlich freundlicheres Wetter gehabt, als angekündigt und zum anderen genoss ich auch den grauen isländischen Charme.
Allein auf der Straße.
Regenstimmung am Abend entlang der Küstenstraße auf
der Reykjanes Halbinsel.
Einen letzten, wirklich nur fünf minütigen Fotostopp legte ich rund 20 Kilometer vor dem Flughafen ein, um einen Blick auf das sehr bekannte Thermalbad Blaue Lagune zu werfen. Trotz Eintrittspreisen in der günstigsten Version ab 60€ ist diese nach wie vor eine der top Touristenattraktionen in Island. Dabei ist die Blaue Lagune ursprünglich nur ein zufälliges Abfallprodukt gewesen. Ein Geothermalkraftwerk pumpt bis zu 240°C heißes Wasser aus den Tiefen der Erde, um Strom daraus zu gewinnen und das Fernwärmenetz der Region zu versorgen. Im Anschluss wurde das Wasser, dass unter anderem reich an Kieselerde, Mineralsalzen und Algen ist, einfach in das das Kraftwerk umgebende Lavafeld geleitet, wo es einen durch die Kieselsäure blau schimmernden See erzeugte in den zunächst die einheimische Bevölkerung baden ging. Durch die heilende Wirkung des Wassers bei Hautproblemen und die magische weiß-blaue Färbung inmitten des schwarzen Vulkangesteins, wurden mit der Zeit auch immer mehr Touristen angelockt. Die Nähe zum Flughafen und Reykjavik sowie entsprechendes Marketing taten ihr übriges. Aufgrund des Preises (ein vierstündiger Wellnessaufenthalt kann ganz schnell auch 230€ kosten und mit Übernachtung in einer luxuriösen Suite kommen locker auch über eineinhalbtausend Euro zusammen) hatte ich einen Besuch für mich von vornherein ausgeschlossen. Hinzu kam die zeitliche Restriktion. Bei dem kurzen Fotostopp tauchte ich dennoch ganz kurz in die Magie des Farbspiels ein und konnte mir eine entspannende Wirkung im warmen Wasser schwebend, während die Nebelschwaden um einen wabern sehr gut vorstellen.
Das Geothermalkraftwerk, das die Blaue Lagune speist.
Nur ein ganz kleiner Ausschnitt des Farbspiels der Blauen
Lagune direkt an der Straße. Baden war natürlich verboten.
Zudem war das Wasser an dieser Stelle bereits komplett kalt.