Montag, 29. Dezember 2025

Weihnachtszeit...

 ... du warst da und erreichtest vor ein paar Tagen deinen offiziellen Höhepunkt. Du kamst leise und doch bestimmt, mit dem ersten Duft nach Gebäck und kalter Luft, mit Lichtern in Fenstern und dem Gefühl, dass die Tage kürzer, aber die Abende wärmer werden. Du hast Straßen und Plätze verwandelt, hast Menschen hinausgelockt – auf Weihnachtsmärkte groß und klein, modern und mittelalterlich, als Geheimtipp oder weltweit bekannt. Zwischen Holzbuden und Lichterketten mischten sich Musik und Stimmen, ein Bergmannsumzug zog vorbei, anderswo spielten Puppentheater für staunende Augen. Feuerkünstler ließen Funken tanzen, Fahrgeschäfte drehten ihre Runden, und überall lockten Essen und Schmuck – mal traditionell, mal verspielt, immer ein bisschen zu viel und genau deshalb so schön. Dresden und Chemnitz boten die Märkte, die wir dieses Jahr besuchten.

Klar zu erkennen, auf welchem Weihnachtsmarkt 
wir hier waren. 
Auf einen Mittelaltermarkt passt natürlich gut ein 
Feuerkünstler. 
Neben Rittern dürfen auch Burgfräulein
nicht fehlen. 

Lichtinstallationen auf einer gemütlichen,
nachbarschaftlich organisierten Adventsfeier.
Der Weihnachtsmann öffnet das erste Türchen des
Adventskalenders auf dem 591. Dresdner Striezelmarkt.
Der Andrang zum Bergmannsumzug auf dem
Dresdner Weihnachtsmarkt am vierten Advents-
wochenende war rießig. 
Es war der erste Bergmannsumzug durch Dresden
nach 14 Jahren Pause. 
Ein Feuerkünstler am Augustusmarkt in Dresden.
Abwechslung und Innehalten vom sonst trubeligen
Marktleben. 
Leider nicht unsere Heimfahrgelegenheit. 

Weihnachtszeit, du hast Briefe und Päckchen auf Reisen geschickt. Wichtelpost, sehnsüchtig erwartet, zog täglich bei uns ein. Kleine Umschläge mit großen Fantasien, die den Alltag ein Stück weiter weg rückten und die Vorfreude wachsen ließen.

Ende November tauchte bei uns zu Hause wieder 
eine kleine Tür an der Wand auf. 
Wichtel Sami wohnte diese Weihnachtszeit bei uns.

Weihnachtszeit, du stehst jedes Jahr auch für Märchen- und Theaterzeit. Geschichten von Gut und Böse, von Mut und Hoffnung, erzählt auf Bühnen und Eis, gelesen bei Kerzenschein oder gespielt vor vollen Reihen. Für einen Moment verschwimmen dabei Fantasie und Wirklichkeit.

Der gestiefelte Kater - auf Kufen beim Eismärchen.
Weihnachtliche Klänge aus einer
Scheune heraus.

Weihnachtszeit, in den Küchen hast du Mehlstaub hinterlassen und klebrige Finger an der Ofentür Wir haben gebacken, probiert, noch einmal probiert und Nachschub gebacken. In Fenstern wurde gelichtelt, Sterne aufgehängt, Räume mit warmem Schein gefüllt. Räucherkerzen glimmten vor sich hin. Ihr Duft lag schwer und vertraut in der Luft und machte aus Häusern ein Zuhause.

Hatten wir es am Ende doch etwas übertrieben? ;)
Weihnachtsbaum in einer Bibliothek.
Der dritte Advent. 
In der Dresdner Altstadt leuchten immer wohlig
warme Lichter entlang der Elbe.
Weihnachtszeit, du bist mehr als ein Datum. Du bist ein Zustand. Ein Innehalten, ein Sammeln von Momenten, ein leises Versprechen. Vor ein paar Tagen erreichtest du deinen Höhepunkt – und auch wenn du bald wieder gehst, bleibt doch jedes Jahr etwas von dir zurück in unseren Herzen: Erinnerungen, Rituale und das wohlig warme Gefühl, dass du uns gibst, wenn wir mit unseren Liebsten im Lichterglanz um den Tannenbaum sitzen nachdem wir viel zu viel gegessen haben. Auch wenn mein Weihnachten dieses Jahr etwas ruhiger und einsamer war, als in den vergangenen Jahren, so hatte ich dennoch das Gefühl des Festes im Herzen. 

Frohe Weihnachten und einen Guten Rutsch!  

Am Weihnachtsabend versammelt um
den Baum.
Blick über Dresden. 
Frohes 2026!

Montag, 22. Dezember 2025

Spätherbst im Dresdner Zoo...

 ... hat seinen ganz eigenen Charme: weniger Trubel als im Sommer, kühlere Luft und genug Zeit, um stehen zu bleiben und zu beobachten. Unsere Tochter hatte im Sommer einen Gutschein für einen Zoobesuch bekommen und diesen lösten wir ein, als die Schenkenden uns in Dresden besuchten. 

Nach den obligatorischen Erdmännchenfotos am Eingang bogen wir nach rechts ab, um zu den Humboldt-Pinguinen am südöstlichen Zipfels des Zoos zu gelangen. Dabei stellte ich traurig fest, dass der nette Herr, der über Jahrzehnte als Zookasper ein Lächeln auf die Gesichter vieler Kinder und Erwachsener gezaubert hatte, sein Zookasperdasein beendet hatte. Vielen Dank für all die schönen Vorstellungen. Leider gibt es keine/n Nachfolger/in. 

In der Flamingo Voliere.
Spaziergänger entlang des Besuchspfades.

Wir liefen vorbei an den Flamingos und den Watussirindern mit ihren langen Hörnern, ebenso an den zwei Geparden, die trotz kühler Temperaturen auf ihrem großen Stein saßen und vor sich hin dösten. Bei den Pinguinen stellten wir fest, dass wir zu einer günstigen Zeit gekommen waren: eine viertel Stunde später stand die Fütterung an, die wir uns natürlich nicht entgehen ließen. Schon bevor es richtig losging, lag ein deutlich fischiger Geruch in der Luft. Die aus Südamerika kommenden Fischfresser sind ausgezeichnete Schwimmer und Taucher, was sich durch eine großen Glasscheibe schön beobachten lässt. Ich schaue immer wieder gern zu, wie die Humboldt-Pinguine pfeilschnell durchs Becken schießen - und gern dabei auch kacken. 

Die Humboldt-Pinguine warten auf Futter. 
Diesen Unterwasserblick finde ich jedes Mal wieder toll.

Nachdem die Pinguine Futter bekommen hatten, kehrten wir ins benachbarte Pinguin-Café ein, um uns Menschen Futter zu gönnen. Lage und Ambiente sind für ein Zoo-Café gut, Toiletten nebenan. Einkehren würde ich trotzdem nicht noch einmal. Heiße Schokolade und Kinderpunsch wurde selbst von den Kindern als zu süß beurteilt. Naja, die Pause tat gut, bevor wir weiterzogen zum Schneeleoparden und dann Professor Brandes Haus mit - an dem Tag - zwei sehr aktiven Faultieren, Koalas, verschiedenen Affen und natürlich dem Krokodil De Gaulle. 

Ein Faultier beim Fressen.
Ich war besonders gespannt auf das neue Orang Utan Haus, welches erst im Sommer 2024 nach fast drei Jahren Bauzeit und einem Budget von 22 Millionen Euro (10% davon waren Spenden) eröffnet wurde. "Großzügig gestaltete Innen- und Außenanlagen mit vielfältigen Kletterstrukturen, Plattformen und Rückzugsbereichen die sich eng am natürlichen Lebensraum der Tier orientieren" wurden versprochen. Das moderne Gebäude bietet defintiv mehr Raum und Bewegungsmöglichkeiten als die alten Gehege und die Orang Utans waren der große Publikumsmagnet in dem Neubau, der darüber hinaus auch andere Tiere wie bspw. Otter, Netzpython und die großen Aldabra-Riesenschildkröten beheimatet. Vor allem eine Orang Utan Mutter mit ihrem noch sehr kleinen Jungen zog alle Blicke auf sich. Bei den tapsigen Kletterversuche des Kleinen fieberten alle BesucherInnen mit - mich eingeschlossen. Ein bisschen wehmütig fragte ich mich dabei auch, ob ich in der Zukunft die Chance erhalten werde, diese Primaten einmal in ihrem natürlichen Lebensraum in den Regenwäldern Indonesiens zu beobachten. 

Orang Utan Mama mit Baby.
Binturongs - Marderbären.
Nach dem Orang Utan Haus mussten wir leider auf direktem Wege zum Ausgang gehen. Im Winter schließt der Zoo bereits halb fünf. Die Zeit hatte gereicht für viele neue Eindrücke. Es war kein spektakulärer, lauter Ausflug, sondern ein ruhiger, intensiver Tag mit vielen kleinen Momenten.

Samstag, 20. Dezember 2025

Wasser, Wind, Wald und Wipfel...

 ... genossen wir während unserer Woche im Herbst in Juliusruh auf der rund 64.000 Einwohner zählenden Insel Rügen mit rund 75.000 Gästebetten. Wir wohnten in einer Ferienwohnung in der gleichen Anlage im Wald, direkt am Strand wie vor sechs Jahren. Die Anlage ist klein und weitläufig genug, dass man seine Ruhe hatte, aber mit Schwimmbad, Spielplätzen und sogar einem Kinderclub auch gut auf Familien vorbereitet. So konnten wir je nach Wetter und Laune zwischen Strandspaziergängen und actiongeladenen Stunden auf dem Gelände wechseln. Das kleine Schwimmbad der Anlage wurde ausgiebig genutzt, denn in die Ostsee ging im Oktober nur noch Redhead.

Feiner Sandstrand, Dünen, Strandkörbe und graues
Meer - das ist die deutsche Ostseeküste. :)
Spielplatztest in der Ferienanlage. 
Fund am Spülsaum.
Kurz vor unserer Ankunft hatte es eine ganze Menge
Algen am Strand angespült.
Ferienwohnungen im Wald.
Ebenfalls Ferienwohnungen im Wald. 
Hübsche Schäfchenwolken.
Fotografen aus dem Hintergrund. 
Einen Tag machten wir einen Ausflug zum Kap Arkona. Dort zeigte sich der Herbst von seiner rauen Seite: Es war ordentlich stürmisch, aber genau das gehört meiner Meinung nach auch zu einem Ostseebesuch im Herbst dazu. Wir gingen von oben am Aussichtspunkt hinunter bis ans Meer und spürten den Wind und die Kraft der Ostsee hautnah. Ich mag es ja, wenn weißer Schaum die Küste säumt und mit dem nächsten Windstoß über das Land getrieben wird. Anschließend besuchten wir den Arkona-Peilturm, von dem aus wir noch einmal einen tollen Blick über das Kap und bis zum Fischerdorf Vitt hatten. So wie vor sechs Jahren schon befindet sich im Turm ein Geschäft mit peruanischer Kleidung und verschiedenen anderen handwerklich hergestellten Dinge aus Peru. Ich bin niemand, die immer etwas kaufen muss, aber schauen macht durchaus Spaß. 
Auf dem Peilturm am Kap Arkona. Im Hintergrund
liegt das alte Fischerdorf Vitt. 
Farbenfrohe, warme Kleidung für Groß und Klein
aus Peru. 
Der Peilturm von unten. 
Schaum am Steinstrand des Kaps. 
Panorama am Kap Arkona.
Vom Ausichtspunkt auf dem Weg zum Wasser. 
Hallo! :)
Blick aufs Meer mit Erklärungen für die Kinder. 

Wie erwähnt waren wir im Oktober unterwegs und so passte eine geführte Pilzwanderung an einem anderen Morgen perfekt zur Jahreszeit. Gemeinsam mit anderen Interessierten und mehreren Pilzkundlern aus Sachsen (!) lernten wir einige neue essbare (vor allem Täublinge), aber auch giftige Pilze kennen. Am Ende war unser Korb ausreichend gefüllt für eine leckere Pilzpfanne am Abend. Ich liebe die Konsistenz von selbstgesammelten Waldpilzen und selbst gesammelt schmeckt es einfach doppelt so gut.

Ansichtsexemplare, welche die Pilzkundler uns
mitgebracht hatten. 
Ein schöner Apfeltäubling.
Am Ende der Wanderung breiteten wir unsere Funde
aus, um noch einmal drüberschauen zu lassen. 
Mjam! Lecker! 
Die sollte man nicht essen! 

Was für uns fast schon zum Pflichtprogramm gehört, sind Baumwipfelpfade. Lehrreich, kurzweilig, Wohlfühlatmosphäre im Wald. Daher machten wir an unserem letzten Tag noch einen Ausflug auf den Rügener Baumwipfelpfad, der vor mittlerweile schon 12 Jahren eröffnet wurde. Schon der Barfußpfad am Anfang sorgte für Spaß, bevor wir dem kleinen Adlerjungen folgten und uns Schritt für Schritt bis zum "Adlerhorst", dem 40 Meter hochen Aussichtsturm, hocharbeiteten. Auch der Museumsbereich am Eingang mit seinen interaktiven Elementen war einen Besuch wert und bot interessante Einblicke. Einzig die Konsistenz von Informationen war leider nicht immer gegeben, so dass es schwerfiel sich auf dargebotene Fakten zu verlassen. Produziert ein ausgewachsener Baum pro Tag oder pro Jahr Sauerstoff für drei Menschen? Oder stimmt noch eine ganz andere Zahl? 

Barfußpfad am Eingang des Baumwipfelpfades.

Barrierearm schraubt sich der Rollstuhl- und Kinder-
wagengeeignete Pfad aus Douglasienholz in
die Höhe. 

Oben angenkommen auf dem Adlerhorst
Runter ging es für die Kinder über die Rutsche.
Eine Informationstafel über die fleißigen Bienen.
Alles in allem war es wieder eine wunderbare Zeit auf Rügen – mit viel Natur, frischer Seeluft und schönen gemeinsamen Erlebnissen. Umso schade, dass der Urlaub wie immer viel zu schnell vorbei war.

Ein letzter Blick auf die Ostsee vor der Heimfahrt.