... hat seinen ganz eigenen Charme: weniger Trubel als im Sommer, kühlere Luft und genug Zeit, um stehen zu bleiben und zu beobachten. Unsere Tochter hatte im Sommer einen Gutschein für einen Zoobesuch bekommen und diesen lösten wir ein, als die Schenkenden uns in Dresden besuchten.
Nach den obligatorischen Erdmännchenfotos am Eingang bogen wir nach rechts ab, um zu den Humboldt-Pinguinen am südöstlichen Zipfels des Zoos zu gelangen. Dabei stellte ich traurig fest, dass der nette Herr, der über Jahrzehnte als Zookasper ein Lächeln auf die Gesichter vieler Kinder und Erwachsener gezaubert hatte, sein Zookasperdasein beendet hatte. Vielen Dank für all die schönen Vorstellungen. Leider gibt es keine/n Nachfolger/in.
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| In der Flamingo Voliere. |
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| Spaziergänger entlang des Besuchspfades. |
Wir liefen vorbei an den Flamingos und den Watussirindern mit ihren langen Hörnern, ebenso an den zwei Geparden, die trotz kühler Temperaturen auf ihrem großen Stein saßen und vor sich hin dösten. Bei den Pinguinen stellten wir fest, dass wir zu einer günstigen Zeit gekommen waren: eine viertel Stunde später stand die Fütterung an, die wir uns natürlich nicht entgehen ließen. Schon bevor es richtig losging, lag ein deutlich fischiger Geruch in der Luft. Die aus Südamerika kommenden Fischfresser sind ausgezeichnete Schwimmer und Taucher, was sich durch eine großen Glasscheibe schön beobachten lässt. Ich schaue immer wieder gern zu, wie die Humboldt-Pinguine pfeilschnell durchs Becken schießen - und gern dabei auch kacken.
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| Die Humboldt-Pinguine warten auf Futter. |
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| Diesen Unterwasserblick finde ich jedes Mal wieder toll. |
Nachdem die Pinguine Futter bekommen hatten, kehrten wir ins benachbarte Pinguin-Café ein, um uns Menschen Futter zu gönnen. Lage und Ambiente sind für ein Zoo-Café gut, Toiletten nebenan. Einkehren würde ich trotzdem nicht noch einmal. Heiße Schokolade und Kinderpunsch wurde selbst von den Kindern als zu süß beurteilt. Naja, die Pause tat gut, bevor wir weiterzogen zum Schneeleoparden und dann Professor Brandes Haus mit - an dem Tag - zwei sehr aktiven Faultieren, Koalas, verschiedenen Affen und natürlich dem Krokodil De Gaulle.
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| Ein Faultier beim Fressen. |
Ich war besonders gespannt auf das neue Orang Utan Haus, welches erst im Sommer 2024 nach fast drei Jahren Bauzeit und einem Budget von 22 Millionen Euro (10% davon waren Spenden) eröffnet wurde. "Großzügig gestaltete Innen- und Außenanlagen mit vielfältigen Kletterstrukturen, Plattformen und Rückzugsbereichen die sich eng am natürlichen Lebensraum der Tier orientieren" wurden versprochen. Das moderne Gebäude bietet defintiv mehr Raum und Bewegungsmöglichkeiten als die alten Gehege und die Orang Utans waren der große Publikumsmagnet in dem Neubau, der darüber hinaus auch andere Tiere wie bspw. Otter, Netzpython und die großen Aldabra-Riesenschildkröten beheimatet. Vor allem eine Orang Utan Mutter mit ihrem noch sehr kleinen Jungen zog alle Blicke auf sich. Bei den tapsigen Kletterversuche des Kleinen fieberten alle BesucherInnen mit - mich eingeschlossen. Ein bisschen wehmütig fragte ich mich dabei auch, ob ich in der Zukunft die Chance erhalten werde, diese Primaten einmal in ihrem natürlichen Lebensraum in den Regenwäldern Indonesiens zu beobachten.
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| Orang Utan Mama mit Baby. |
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| Binturongs - Marderbären. |
Nach dem Orang Utan Haus mussten wir leider auf direktem Wege zum Ausgang gehen. Im Winter schließt der Zoo bereits halb fünf. Die Zeit hatte gereicht für viele neue Eindrücke. Es war kein spektakulärer, lauter Ausflug, sondern ein ruhiger, intensiver Tag mit vielen kleinen Momenten.
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