Freitag, 5. Dezember 2025

Draisine und Tretboot...

 ... probierte ich diesen Herbst aus. Im Frühherbst löste ich einen Gutschein für das Anmieten zweiter Fahrraddraisinen für zwei Stunden zwischen Arnsdorf und Dürröhrsdorf-Dittersbach ein und nahm kurzerhand die Familie mit. Zum einen machen solche Aktivitäten in der Gruppe stets mehr Spaß und zum anderen hätte ich ohnehin kaum selbst zwei Fahrraddraisinen gleichzeitig fahren können. 

Ende des 19. Jh. wurde eine Bahnstrecke zwischen Kamenz und Pirna gebaut, welche auch ein 24 Meter hohes Viadukt in Dittersbach erforderlich machte. Ohne die umfangreichen Planfeststellungen und Arbeitsschutzbedingungen von heute, konnte die Bahnstrecke auch schon bald in Betrieb genommen werden. Doch schon in den 20er Jahren des 20. Jh. wurde der Güterverkehr auf der Strecke rückläufig und in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde auf der Strecke zwischen Arnsdorf und Dürrröhrsdorf der Personenverkehr eingestellt. Es kam zu einer kurzen Reaktivierung der Strecke 2002/03 nach Schäden durch das Elbehochwasser an der regulären Strecke, doch das Ende eines regulären Bahnverkehrs auf dieser Strecke war besiegelt. 2007 folgte die endgültige Stilllegung. Doch seit 2018 ist es im Sommerhalbjahr möglich von einer Ausleihstation nahe der B6 entweder mit Handhebeldraisinen gen Arnsdorf oder mit Fahrraddraisinen nach Süden gen Dürrröhrsdorf-Dittersbach zu fahren. 

Für die rund 4km lange Strecke hat man eine Stunde Zeit. Danach heißt es umdrehen und zurückfahren. Es war ein lustiger Ausflug, nur ist die Strecke wirklich kurz. Auch mit kleinen Kindern, Zeit für Fotos, Draisinenwechsel und dem Öffnen und Schließen der Schranken beim Überqueren der Wilschdorfer Straße schafft man eine Richtung locker in einer halben Stunde. Wir wären gern auch noch die Handhebeldrainsinenstrecke gefahren. Das ging zwar an dem Tag, an dem wir den Ausflug machten, nicht mehr, aber der nette Herr an der Ausleihstation hat uns die Handhebeldraisine zumindest mal 100 Meter weit ausprobieren lassen. Kleinkinderfreundlicher ist die Fahrraddraisine, aber die Handhebeldraisine ist natürlich noch einen Ticken cooler. 

Schneller Oma! Schneller Opa! Juhu! :)
Bewohner am Wegesrand. 
Ausblick auf die Strecke vor uns. 
Am Ende der einspurigen Strecke gab es eine Vor-
richtung, um die Fahrraddraisinen vor der Rück-
fahrt zu drehen. 

An einem Wochenendtag im Oktober traten mein Mann und ich ebenfalls in die Pedale - diesmal jedoch nicht auf der Schiene, sondern auf dem Wasser. Wir liehen uns wohl als einzige an diesem Tag ein Tretboot am Stadthafen in Senftenberg aus. Tretbootfahren auf dem Senftenberger See bringt eine ausgewogene Mischung aus Entspannung und Naturerlebnis mit sich. Während man gemächlich über das Wasser gleitet, eröffnet sich ein weiter Blick auf die sanft geschwungenen Ufer mit Wäldern, Stränden oder Bebauung und die ruhige Weite des ehemaligen Tagebausees. Ob allein, zu zweit oder mit der ganzen Familie – auf dem Tretboot lässt sich der Alltag wunderbar ausblenden. Wer mag, legt im Sommer zwischendurch einen Badestopp in einer der idyllischen Buchten ein oder rutscht stilecht direkt vom Tretboot ins Wasser. Das ließen wir Mitte Oktober jedoch weg. Es war frisch und wir waren sicherlich nicht ohne Grund abgesehen von zwei Saunabooten und ein paar Anglern in Ruderbooten die Einzigen auf dem Wasser. Damit war der Ausflug aber sicherlich auch entspannter, als wenn man im Sommer auf Segler und Motorboote achten muss. 

Fleißig in die Pedale treten.
(Fast) allein auf dem Wasser. 
Neben den ausgefallenen Pedalearbeiten fuhren wir im Herbst natürlich auch ganz regulär Fahrrad. Bei meinem gelben Lastenrad knackte ich die 5.555 Kilometer und unsere große Schulanfängern fuhr auf eigenen Wunsch mit ihrem Rad mehrfach selbst zur Schule und wieder heim.  

Schnaps-Kilometer-Zahl.
Der Sonne entgegen. 

Sonnige Herbsttage laden ein sie draußen zu verbringen - sei es für die letzten großen Gartenarbeiten des Jahres, zum Fahrrad- oder Tretboot fahren oder einfach nur zum Toben. Der Herbst ist aber auch die Zeit, um gemütlich ins Theater, Museum oder Konzert zu gehen und anschließend wärmende Gerichte aus der eigenen Ernte zu genießen. Jede Jahreszeit hat ihren Reiz. 

Draußen toben... 
...drinnen lauschen - hier bei Peter und der Wolf im
Dresdner Kulturpalast.

Die Ernte verarbeiten...
...die Ernte genießen.

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