Montag, 26. Januar 2026

Otto's Eck...

... überblickt das zu Dippoldiswalde gehörende Naundorf auf reichlich 550m über NN. Der Aussichtsturm Otto’s Eck steht im Parkbereich nahe des Schloss und Ritterguts Naundorf und wurde 1867 errichtet. Ungewöhnlich ist nicht nur die Wirkung im Gelände, sondern auch der architektonische Mix: Pavillon-Anklänge im maurischen Stil treffen auf einen Turm, der eher italienisch wirken will. Benannt ist Otto’s Eck nach dem Ökonomierat Eduard Otto, der 1846 Schloss und Park erwarb und die Gestaltung des Parks sowie den Bau des Turms maßgeblich veranlasste.Wie so viele historische Bauten war auch Otto's Eck jahrelang dem Verfall preis gegeben, wurde dann allerdings vom Heimatverein mit viel Engagement vor Verfall und Zerstörung gerettet. Heute ist es ein Ausflugsziel mit Blick vom Osterzgebirge in Richtung sächsische Schweiz nach (nord)osten.

Neben dem Aussichtsturm Otto's Eck findet sich auf der anderen Seite der Parkanlage das Schloss und Rittergut Naundorf. Bereits1404 gab es erste urkundliche Erwähnungen eines Guts und Herrschaftssitzes. Die Geschichte, die folgte, war wechselvoll mit vielen Besitzern, Aus- und Umbauten. Zu Beginn des 17. Jhd. erfolgte der Ausbau zum Schloss. 1945 kam es, wie so oft bei solchen Gebäuden, zu einer Enteignung und Unterbringung von Heimatvertriebenen und Kriesflüchtlingen. 1949 bis 1999 wurde das Schloss als Pflegeheim genutzt und verfiel danach zusehends. Nach jahrelangem Leerstand erwarb der jetzige Eigentümer 2017 den Komplex und seitdem wird Stück für Stück saniert. Dem Eigentümer und Freundeskreis Schloss Naundorf e.V. bleibt für die kommenden Jahre alles Gute und viel Elan zu wünschen. Ich finde es toll, wenn solche alten Gebäude mit viel Geschichte bewahrt werden können.  

Was verschlug uns nun an diesen Ort? Die Geschichte, von der ich bis vor kurzem noch nie gehört hatte, war es nicht, sondern die knapp 400m höhere Lage gegenüber unserer Heimatbasis am Rande von Dresden sorgte in Naundorf für eine dicke, fluffige Schneedecke, während bei uns das Meiste bereits wieder weggetaut war. Was taten wir also an einem Sonntagnachmittag mit dem Wunsch Schlitten zu fahren? Wir schwangen uns ins Auto und fuhren zwar in Richtung der Ski- und Rodelpisten von Altenberg, bogen aber vorher rechts von der B170 ab und genossen tolle Rodelbedingungen fast ganz für uns alleine. Vor Ort angekommen hieß es Schlitten aus dem Kofferraum, Mützen zurechtrücken, Handschuhe an und los. Es wurde zu einem tollen Winternachmittag mit viel Spaß und roten Wangen - und neuen Erkenntnissen zur Geschichte von Otto's Eck und dem Schloss Naundorf. 

Auf dem Weg zum Rodelhang.
Angekommen an Otto's Eck. 
Still stand er da, der Aussichtsturm
Wir hatten reichlich Schnee zum rodeln, 
werfen, schlecken, Schneeengel machen.
Draußen ist es toll! 
Ganz schön anstrengend das ständige hoch und runter.
Das Rittergut Naundorf hat eine wechselvolle 
Geschichte hinter sich und wird aktuell Schritt
für Schritt saniert. 

Freitag, 23. Januar 2026

Polarlichter und polare Temperaturen...

 ... erfreuten uns an manchen Tagen bzw. Nächten im Januar in Sachsen. Je nach Höhenlage schwankte das Ausmaß an Schnee, doch über ein wenig weiße Pracht konnte sich wohl jeder freuen. 

Der Wind hatte den kleinen Weihnachtsbaum umge-
pustet und der darauffolgende Schnee ihn zugedeckt.
Wenn man zum Kindergeburtstag erst rodeln und
anschließend zum Aufwärmen rein geht müssen die
Schlitten im Treppenhaus warten. 
Sofern der Schnee nicht zum Rodeln reichte, gab es immer noch die Option sich Kuven unter die Füße zu schnallen und auf dem Eis zu laufen. Wir gingen selbst eislaufen - und schauten an einem anderen Tag im Dresdner Fußballstadion anderen dabei zu. Im Wintergame der DEL (dt. Eishockey Liga) ließen die Dresdner Eislöwen vor über zweiunddreißigtausend Zuschauern nach 14 Sekunden in der Verlängerung gegen die Eisbären Berlin einen gar nicht so unwahrscheinlichen Sieg leider liegen. Es war dennoch ein gutes Spiel und ein schöner Abend. 

Kurz nach Ankunft - noch mit warmen Füßen. ^^
Einlaufshow.
Begrüßung.
Ein einsamer Eislöwe.
Während des Spiels.

Inwiefern man am 19. Januar die Aurora Borealis in einer sternenklaren Nacht bewundern konnte hing einerseits davon ab, ob man bei zweistelligen Minusgraden überhaupt draußen war und den Blick gen Nordhimmel wandte und andererseits, mit wieviel Lichtverschmutzung man zu kämpfen hatte. Ich war die Nacht am Rande von Chemnitz und trotz Tallage sahen wir das Farbenspiel überm Horizont. Es war nicht so flackernd und intensiv wie in Norwegen, aber es war trotzdem schön und besonders. 

Die Aurora Borealis... 
... war stets im Wandel. 

Donnerstag, 1. Januar 2026

Ein Schäferwagen mit Fasssauna...

 ... und unbeheiztem Außenplumpsklo am Waldrand beim Chemnitzer Adelsbergturm boten uns in einer sternenklaren Winternacht eine perfekte Gelegenheit, ein wenig Zeit zu zweit außerhalb des Alltags zu verbringen. Der Adelsbergturm, der faktisch zum Chemnitzer Stadtteil Kleinolbersdorf gehört, ist mindestens seit dem Bau einer Gaststätte mit Aussichtsturm Ende des 19. Jhds. ein beliebtes Ausflugsziel von dem man seinen Blick über Chemnitz und das Erzgebirgsvorland schweifen lassen kann. Ein paar engagierte Menschen haben es sich seit rund einem Jahr zur Aufgabe gemacht, diesem traditionsreichen Ausflugsziel neues Leben einzuhauchen – mit Ideen, Tatkraft und viel Herzblut. In diesem Zusammenhang wurden am Waldrand auch der Schäferwagen und die Fasssauna aufgestellt, welche man für einen entschleunigenden Aufenthalt mieten kann. Die Wiese, auf der der Schäferwagen steht, wird von Walliser Schwarznasenschafen beweidet, welche ganzjährig draußen und total putzig sind. 

Im kleinen, aber liebevoll eingerichteten Innenraum des Schäferwagens mit großer Glasfront gen Chemnitz fühlten wir uns sofort wohl. Ein Gasofen ließ es auch im Schäferwagen angenehm warm werden. Die Sauna ist im Preis inklusive und macht eine Übernachtung besonders im Winter natürlich so richtig muckelig. Der einzige Nachteil ist ein fehlender See, in den man nach dem Saunabesuch hüpfen könnte. Es gibt aber ein großes Wasserfass und einen Eimer mit Handbrause, um sich nach dem Schwitzen abzuduschen.  

Ein kleines Augenzwinkern in Richtung Nostalgie bot die Außentoilette ohne Spülung, die ein paar Schritte vom Schäferwagen entfernt steht. Ein klassischer Holzverschlag, mit einem obligatorischen ausgeschnittenen Herz in der Tür, ließ mich an unsere Hüttentouren in Norwegen zurückdenken. 

Walliser Schwarznasenschafe, Fasssauna und Schäferwagen.
Eine sternenklare Vollmondnacht.
Auf in die Sauna mit Blick über Chemnitz.
Licht im Außenklo.
Der Herzchenblick. 
Die Sauna von innen. 
Sauna und Ruhebereich von außen.

Die Übernachtung im Schäferwagen fühlte sich an wie eine liebevolle Pause vom Alltag: Natur, entspannte Sauna-Momente und viel Zeit zum Reden, da Laptop, Haushalt und Kinder weit weg waren. Für Menschen, die ruhige Nächte und ein bisschen Abenteuer im kleinen, besonderen Rahmen suchen, ist dieser Schäferwagen mit Fasssauna am Chemnitzer Adelsbergturm eine wunderbare Wahl.