Sonntag, 10. Juli 2022

Die (Unter-)Wasserwelt...

 ... der Lausitzer Seen erkundeten wir während unseres Urlaubs natürlich auch. Die meisten Tage lagen die Temperaturen um die 30°C, so dass ein Verweilen am und im Wasser neben anstrengungsarmen Aktivitäten wie Eisessen einzig sinnvoll erschienen. Der schon viele Jahre zu Erholungszwecken genutzte Senftenberger See hat einen zeitlichen Vorsprung bei der Entwicklung von Leben am und im Wasser gegenüber noch in Flutung befindlichen oder relativ kürzlich erst voll gefluteten Seen. So sah ich im Senftenberger See nicht nur Fische, sondern entdeckte auch einen Krebs, diverse Muscheln, verschiedene Pflanzen sowie leider auch menschliche Hinterlassenschaften. Zu den größten Funden gehörten diesen Urlaub eine bereits reichlich muschelbewachsene Taucherbrille sowie ein ebenfalls schon muschelbewachsenes Doppelpaddel.

See-Bewohner.
See-Besucher.
Dinge, die nicht im See verbleiben sollten.
Pflanzen streben vom Grund des
Senftenberger Sees hinauf gen Licht.
Die meiste Zeit planschten wir jedoch am und im Geierswalder See, da dieser von unserer Ferienwohnung aus gut fußläufig zu erreichen war. Dort konnten wir unter der Woche viel Ruhe genießen, Steine übers Wasser springen lassen, im Sand buddeln, uns gegenseitig nass spritzen, Fische beobachten und den Tag bei einem weiteren Sonnenuntergang ausklingen lassen.
Blick aufs Wasser.
Blick vom Wasser.
Bollerwagen - eine super praktische
Erfindung für Familien mit kleinen Kindern.
Burgen, Gräben, Schlösser, Tunnel - so viel lässt
sich am Wasser bauen.
Da hinten fährt das große Boot!
Unter der Woche waren wir oftmals allein am
Strand. Das war sehr angenehm.

Die Fische waren zwar vorsichtig aber auch sehr
neugierig und knabberten gern an der Hornhaut der
Füße, wenn man nur lang genug ruhig stand.
Steine hüpfen lassen.
Sonnenuntergänge am Wasser faszinieren Klein...
... und Groß.

Donnerstag, 7. Juli 2022

Vom Bergmann...

 ... zum Seemann ist ein Slogan, mit dem das Lausitzer Seenland für sich wirbt. Treue Blogleser können sich vielleicht noch daran erinnern, dass ich 2014 bereits Urlaub in der Gegen machte. Mit über 20 gefluteten Seen und Kanälen wird das Lausitzer Seenland nach seinem Transformationsprozess die größte durch Menschen geschaffene Wasserlandschaft Europas darstellen. Vor acht Jahren wie heute lässt sich die Gegend bei größeren Distanzen herrlich per Rad erkunden. 

Entlang des Partwitzer Sees.

Barbara-Kanal zwischen Partwitzer & Geierswalder See.
In der Nähe des Leuchtturm am Geierswalder See.

Badepause am Geierswalder See.
Gedenkstein für den weggebaggerten
Ort Scado.
Die Schwarze Elster fließt durch das Lausitzer
Seenland - sofern genug Wasser da ist.
Koschener Kanal und Schleuse zwischen
Geierswalder und Senftenberger See.
Entspannung am See.

Für kleine Ausflüge sind Inliner, Spaziergänge oder auch eine Bootstour ebenso zu empfehlen.

Spannend so eine Bootsfahrt.
Besonders interessant waren der relativ enge
Kanal und die Schleuse.
Koschener Kanal zum Geierswalder See.
Blick gen Osten.
Neben der Erkundung neuer Orte, besuchten wir auch einige Landmarken von damals erneut. Am 2008 eingeweihten Rostigen Nagel ließ sich bspw. gut erkennen, wie die Flutung des Sedlitzer Sees vorangeschritten ist. An anderen Stellen fiel auf, dass die Bäume größer geworden sind und die Vegetation in die ehemals vom Bergbau geschundene Landschaft zurückkehrt.
Aussichtspunkt auf den Geierswalder See. Büsche
und Bäume sind deutlich größer geworden.
Der Sedlitzer See mit unterschiedlichen Flutungs-
zuständen. Noch immer ist er nicht voll.
Wo damals Ende des Sommers noch grüne Wiese
war, ist jetzt fast nur noch Dreck.

Gleichzeitig kann ich leider nicht behaupten, dass es dieses Mal grüner gewesen sei, als im August 2014. Die Trockenheit der letzten Jahre ist trotz des überall glitzernden Wassers allgegenwärtig. Vor acht Jahren waren die Wiesen Ende August grün und saftig. Nun waren sie bereits Ende Juni gelb und ausgedörrt. Der direkt am Rostigen Nagel liegende Sedlitzer See führt zwar mehr Wasser als damals, allerdings liegt der Wasserspiegel immer noch rund zwei Meter unter dem geplanten Endstand, welcher bereits vor Jahren hätte erreicht werden sollen. Fließgewässer wie die Schwarze Elster liegen großteils trocken.

Im Urlaubsalltag bekommt man von den Problemen nur etwas mit, wenn man etwas mitbekommen will. Wir nahmen die beginnenden Folgen des Klimawandels sehr wohl wahr. Ebenso nahmen wir jeden Tag einen Müllbeutel mit auf unsere Ausflüge, denn entglang der Wege, am und im Wasser fanden sich immer Reste von (Plastik-)verpackungen, Kronkorken, Zigarettenstummel und andere Dinge. Leider gibt es wahrscheinlich nur noch wenige Orte auf der Welt, an denen Menschen keine (ungewollten) Hinterlassenschaften abgeladen haben. 

Auch wenn somit nicht alles perfekt war, genossen wir auch unsere Zeit an den Seen und konnten fast jeden Abend einen tollen Sonnenuntergang genießen. Im nächsten Eintrag gibt es noch ein paar mehr Informationen zur Unterwasserwelt.