Donnerstag, 22. Mai 2025

Die Kulturhauptstadt Europas...

... 2025 habe ich dieses Jahr noch gar nicht gesondert erwähnt, wobei die Stadt durchaus eine Erwähnung wert ist. Wie jedes Jahr seit 2007 gibt es nicht nur eine Kulturhauptstadt in Europa, aber ich möchte mich in diesem Beitrag auf die deutsche Vertreterin konzentrieren: Chemnitz. Die drittgrößte Stadt Sachsens welche zu DDR-Zeiten als "Stadt mit den drei o" galt (Karl-Marx-Stadt sächsisch ausgesprochen Korl-Morx-Stodt) feierte, als sie im Oktober 2020 zusammen mit den Grenzstädten Nova Gorcia (Slowenien) und Gorizia (Italien) als Kulturhauptstadt Europas 2025 ausgerufen wurde. 

Das "sächsische Manchester" hatte in den letzten Jahren nicht immer den besten Ruf. Als Arbeiterstadt wurde sie eher als dreckig und nicht sonderlich attraktiv angesehen und Ausschreitungen am Rande des Chemnitzer Stadtfestes 2018, bei dem ein Mann tödlich verletzt wurde, sorgten über die Grenzen Deutschlands hinaus für Negativschlagzeilen. Seitdem ist viel passiert in und um Chemnitz. Den Titel "Kulturhauptstadt Europas" möchte Chemnitz nutzen, um bislang nicht beachtete Juwelen sichtbar zu machen. Unter dem Motto „C the Unseen“ stehen verborgene Orte, Geschichten und Perspektiven im Mittelpunkt. Das Kulturhauptstadtjahr wird in enger Zusammenarbeit mit der Bevölkerung sowie mit über 30 Partnerkommunen in der Region gestaltet. Ziel ist es, ein nachhaltiges kulturelles Netzwerk aufzubauen, das über 2025 hinaus wirkt.

Chemnitz will zeigen, wie viel kreative Energie in der Region steckt – und lädt dazu ein, die Stadt neu zu entdecken.Einige Highlights sind der Purple Path, ein Skulpturenweg durch Chemnitz und 38 Partnerkommunen, sowie das Projekt #3000Garagen, das gewöhnliche Garagen in kreative Erlebnisräume verwandelt. Dazu kommen hunderte Veranstaltungen aus Kunst, Musik, Theater und Literatur.

Am vergangenen Sonntag fand in Chemnitz der 50. Sparkassen Marathon mit über 8.300 Teilnehmenden aus neun Nationen statt. Die Teilnehmenden mit der weitesten Anreise kamen aus Kanada. Das Treppchen war jedoch sehr regional besetzt: Der zweite Platz beim Marathon ging an einen Teilnehmer aus Dresden, der dritte Platz an einen Chemnitzer.  Beide benötigten rund zwei Stunden fünfundreißig für die 42,195km. Der Marathon begann und endete auf dem Neumarkt im Herzen der Stadt. Die Strecke führte durch das Stadtzentrum, den Stadtpark und den Küchwald, vorbei an Sehenswürdigkeiten wie dem Karl-Marx-Monument und dem Theaterplatz. Entlang der Strecke sorgten viele Zuschauer für gute Stimmung und es gab ein vielfältigen kulturellen Rahmenprogramm mit Musik und Kunst. Laut Presse verband die Veranstaltung Sport und Kultur auf einzigartige Weise und war ein voller Erfolg.

Neben dem Marathon gab es auch die Option diesen als Staffel aufgeteilt auf vier Personen zu laufen. Zusätzlich fanden ein Halbmarathon, ein Viertelmarathon und für die Kleinsten ein Bambini-Marathon über rund 500 Metern statt, bei dem der Spaß im Vordergrund stand. Ich hatte auf den verschiedensten Strecken Familie und Freunde dabei, die ich fleißig anfeuerte. Insgesamt hat Chemnitz sich am Sonntag als guter Sportgastgeber präsentiert und es hat Spaß gemacht dabei zu sein.

Das Sparkassenmaskottchen verbreitete
gute Laune und rannte bei den Bambinis
auch selbst mit.
Zwanzig Minuten vor dem Marathonstart war es
noch sehr ruhig im Startbereich.
Um neun fiel der Startschuss für den Marathon und
die Marathonstaffel.
Halb zehn liefen die Bambinis eine Runde durch
die Innenstadt.
Der Streckenplan des 50.
Sparkassenmarathons.
Der Viertelmarathon zog viele Freizeitsportler an.
Die Marathonstrecke hatte die Form einer Schleife,
so dass man auf dem (Neu-)Markt mehrfach "seine"
LäuferInnen anfeuern konnte.
Am Ende warteten die Finisher Medaillen auf
die Teilnehmenden.
Am Rande der Veranstaltung gab es einige
Informations- und Mitmachstände. Redhead probierte
im Überschlagssimulator der Verkehrswacht, wie es
sich anfühlte mit dem Auto auf den Kopf gedreht
zu werden und wie man sich aus dieser misslichen
Lage befreit - in der Hoffnung, es nie zu brauchen.

Samstag, 10. Mai 2025

Einen Inselbriefkasten...

 ... gibt es im Cospudener See im Süden von Leipzig. Während der knapp 4,4km² große See an seiner tiefsten Stelle mit fast 55 Meter Wassertiefe aufwarten kann, gibt es an einer imaginären Linie für das südlichste Drittel des Sees eine Stelle mit kaum Tiefgang und sogar ein paar aus dem Wasser ragenden Steinen, welche im übertriebenen Sinne auch als Insel gewertet werden können. Dort, umgeben von Flamingos, steht der "Inselbriefkasten", welcher zumindest im Sommerhalbjahr einmal wöchentlich geleert wird. Die Briefe und Postkarten aus diesem Kasten erhalten einen besonderen Stempel, bevor sie über den herkömmlichen Postweg zu ihren Adressaten weitergeleitet werden. Es ist eine kleine Besonderheit, die mir trotz vieler Jahre des Besuchs am Cossi, bisher noch nicht bekannt gewesen ist. Es war jedoch allgemein mein erstes Mal auf der Hafenseite des Cospudener Sees, an dem deutlich mehr Betrieb herrschte als am Westufer, aber - zumindest im Mai -  immer noch auf angenehme Weise. Es gibt dort eine Infrastruktur und trotzdem noch genug Ruhe zum Erholen und Seele baumeln lassen. Urlaubsflair. 

Am Muttertagswochenende 2025 fand eine
Segelregatta auf dem Cossi statt. Die Skipper
wussten, was sie taten.
Der Inselbriefkasten inmitten von Flamingos.
Auf, am oder im Wasser fühle ich mich immer
wieder wohl.
Nicht jeder schien das Wasser des Sees zu finden. ;)
Ein bisschen Seele baumeln lassen.
Dieser Erpel hoffte auf Futter von mir. Leider
wurde er enttäuscht.
Ein Fischbrötchen gegen den "kleinen Hunger".

Freitag, 9. Mai 2025

Fingerschnipsen...

 ... und schon ist wieder über ein Monat um. Ostern und Hexenfeuer liegen bereits hinter uns - genauso wie unsere Zeit in Japan. Es wird vermutlich noch ein wenig dauern die Bilder und Geschichten aus dem Land der aufgehenden Sonne aufzubereiten und mit euch zu teilen. Seid geduldig. Es lohnt sich. :) 

Bis dahin gibt es ein paar kurze Impressionen von unserer diesjährigen (verspätet durchgeführten) Osterwanderung von Diesbar-Seußlitz durch den Seußlitzer Grund, über Löbsal bis nach Golk - alles rechtselbisch ein Stück flussabwärts von Meißen gelegen. 

Das Schloss Seußlitz.
An den Elbhängen wird seit Jahr-
hunderten Wein angebaut, folglich...

... ist ein guter Tropfen auch bei einer Rad-
tour stets nur einen Griff entfernt.
Auf in den Seußlitzer Grund.
Im Wald ist es immer schön und im Frühjahr besonders.

Belohnt wurden wir am Ende mit einem tollen
Ausblick (und lecker Essen) im Winzerhof in Golk.
Im Wald einfach mal auf den Rücken legen!
Zum letzten Tag im April durfte natürlich auch das traditionelle Hexenfeuer nicht fehlen. So ein Feuerberg ist ziemlich warm, wenn man direkt davor steht. Eine Abkühlung (an einem Folgetag) tat daher Not!
Keine Hexe musste brennen.
Abkühlung.