Samstag, 27. Oktober 2012

Das Ende meines Ausflugs...

... schien heute Morgen 8:45 Uhr gekommen zu sein. Beginnen sollte die Reise heute 10 Uhr - und nein, da sind keine Zahlendreher drin. Leider.
Die meisten Dinge meiner to-do-Wunschliste in Norwegen habe ich bereits abhaken können: UNI (Nr. 1 und immer aktuell ^^), Lofoten, Nordlichter sehen, die Hobbitcabin. Noch unabgehakt war ein Ausflug mit den Hurtigruten, den ehemaligen Postschiffen, die seit 1893 die Küste Norwegens entlang fahren und dank Golfstrom auch im tiefsten Winter Post, Güter und Menschen vom Süden in Bergen bis nach Kirkenses ganz im Norden bringen. Heutzutage sind es moderne Kreuzfahrtschiffe, die immer noch Fracht transportieren, aber vor allem in den Sommermonaten riesige Touristenkäne sind. Ich LIEBE nun mal das Bootfahren und dachte mir, dass so eine kleine Bootsfahrt außerhalb der Saison mit auf den Wunschzettel gehört. Da ich bereits auf den Lofoten im Norden war, beschloss ich das Schiff nach Süden bis zum Ausgangspunkt in Bergen zu testen.
Soviel zur Vorgeschichte. Vor etwa drei Wochen wandelte ich die Idee dann in einen konkreten Plan um. Nachdem ich mir die verschiedenen Schiffe angeschaut hatte, beschloss ich Samstag Morgen 10 Uhr mit der MS Finnmarken nach Bergen abzulegen. Das 10 Jahre junge Schiff hat zwei Whirlpools und ein kleines Schwimmbecken - beides im Freien. Dazu Sauna, Fitnesstudio und all die anderen kleinen Annhemlichkeiten, die die meisten anderen Schiffe aus der Flotte ebenfalls haben und die 28 stündige Fahrt nach Bergen auch bei Nebel und Nieselregen schnell vergehen lassen.
Kleiner Tipp: Falls jemand Interesse an einer Buchung hat und noch Student ist: bucht über die norwegische Website. Dort können Studenten einen 50%igen Rabatt in Anspruch nehmen. :)
Jedenfalls waren Schiff mit Innenkabine und Rückflug von Bergen schließlich gebucht. Ursprünglich wollten noch zwei andere Austauschstudis mitkommen, zogen sich aber schließlich wieder zurück. Ok, ich bin groß genug, um selbst auf mich aufzupassen. Samstag Morgen klingelte viertel acht der Wecker und eine dreiviertel Stunde später stapfte ich durch das verschlafene Trondheim hinunter zur Anlegestelle der Hurtigruten. Es war ziemlich glatt, aber ich kam ohne Sturz am Hafen an. Als ich das Schiff aus der Ferne das erste mal sah, lächelte ich. Als ich näher kam, las ich 'Polarlys' - Mit dem Schiff wollte ich nicht fahren. Hatten die ihren Fahrplan geändert? Nein, hatten sie nicht. Die Polarlys kam aus Bergen und war auf dem Weg nach Norden. Aber wo war nun die MS Finnmarken? Die hatte auf Grund von rauem Wetter ein paar Stunden länger als geplant im vorherigen Hafen Rørvik gelegen und würde an diesem Samstag, um die Zeit wieder heraus zu holen, Trondheim nicht anlaufen, sondern direkt nach Kristiansund fahren. Wollten die mich verarschen??? Nein, leider nicht. Man hätte auch versucht mich per mail und Telefon zu erreichen. Mail konnte ich zu diesem Zeitpunkt nicht bejahen oder verneinen, aber auf meinem Handy hatte es definitiv niemand versucht. Vergangenes zu analysieren brachte neun Uhr am Morgen dann aber auch nichts mehr. Die Frage war doch vielmehr: wie sollte es jetzt weitergehen. Variante 1 bestand darin von der Reise zurückzutreten und den Hurtigrutenpreis erstattet zu bekommen - nicht aber Rückflug und evlt. andere bereits eingegangene Verpflichtungen in Bergen. Variante 2 hieß per Bus nach Krisitansund zu fahren und dort zuzusteigen. Die Dame an der Rezeption der Polarlys suchte eine entsprechende Verbindung heraus. Ein Bus fuhr 9:15 Uhr. Als wir das wussten, war es bereits 9:25 Uhr. Zu spät. Glücklicher Weise würde am Samstag noch ein Bus fahren. 12:15 Uhr. Geplante ankunft in Kristiansund: 16:45 Uhr. Geplante Abfahrt der MS Finnmarken in  Kristiansund 17:00 Uhr. Viereinhalb Stunden Busfahrt und dann 15 Minuten Reserve - sehr beruhigend. Ach und ich vergas zu erwähnen: Es schneite...
Einige Telefonate später und mit der Zusicherung, dass die MS Finnmarken warten würde, ließ ich mich überreden zwei Stunden in der zugig kühlen Buswartehalle auf den Bus zu warten in dem ich dann viereinhalb Stunden auf einem Sitz angeschnallt sitzen würde, um das Schiff, auf dem ich Umherlaufen und die Küste bewundern oder im Jaccuzi entspannen könnte, immerhin eine Stunde vor Einbruch der Dunkelheit zu erreichen. Einen wirklich guten Start versprach mein Bergenausflug nicht.
Die Negativliste geht übrigens noch weiter: Als ich von der Schiffanlegestelle zum Busabfahrtsort lief, muss ich ungünstig auf einen spitzen Kiesel getreten sein, so dass in meiner rechten Sohle auf Höhe der Ferse jetzt ein kleines Loch ist, durch das der Schneematsch bei längerem Laufen ins Innere kommt. Gut, dass ich keine weiteren Schuhe mit auf den Ausflug genommen habe.
Nach zwei Stunden warten und der Bezahlung des Bustransfers, ließ ich mich in den Bussitz sinken und versuchte erst einmal ein wenig zu schlafen. Zumindest war der Busfahrer freundlich und versuchte mich später ein bisschen aufzuheitern. Außerdem holten wir die 10 Minuten Verspätung, die wir zwischendurch hatten und die mich schon ziemlich nervös werden ließen, am Ende wieder raus. 16:48 Uhr verließ ich den Bus und eilte die 150 Meter (günstig gelegene Haltestelle!) Kaimauer entlang zum Schiff. Ende gut, alles gut? Naja, nicht ganz. Da die Crew in Trondheim hätte getauscht werden sollen, was aus bekannten Gründen jedoch nicht möglich gewesen war, wurde die Besatzung in Kristiansund gewechselt, was zu einer gut einstündig verpäteten Abfahrt führte. Anders ausgedrückt: Wir fuhren erst im Dunkeln los und ich sah nur noch ein paar Lichter entlang des Küstenstreifens, aber keine Berge, Täler und Wälder.
Positiv denken! Deshalb möchte ich mit den positiven Aspekten des Tages enden: Ich habe es auf die MS Finnmarken geschafft! Als kleine Entschuldigung bekam ich statt einer Innen- eine Außenkabine und das drei-Gänge-Abendessen auf dem Schiff. Mit einem guten Essen kann man mich doch fast immer besänftigen. :) Anschließend ließ ich mir den Fahrtwind auf dem Schiff um die Nase wehen, nutzte Whirlpool und Sauna und lausche, während ich diese Zeilen schreibe, entspannender Live-Musik.
Schauen wir mal, was der neue Tag morgen bringt.

Freitag, 26. Oktober 2012

Last Christmas I gave you my heart...

... und andere stimmungsvolle Weihnachtslieder bildeten vorhin den  musikalischen Hintergrund beim Mittagessen im Gemeinschaftsraum. Wir schweben derzeit alle auf einer Weihnachtswolke. Wir haben auch schon darüber gesprochen aus dem Wald einen Weihnachtsbaum zu holen - aber das dann vielleicht doch noch nicht im Oktober.
Zur Uni bin ich heute früh mit dem Fahrrad gefahren, gerutscht, geschlittert... Bergab besteht das Problem, dass auf Eis auch angezogene Bremsen nicht immer helfen. Außerdem konnte ich nur meine Vorderbremse benutzen, da die Hintere heute Morgen festgefroren war. Bergauf fährt es sich besser - sofern keine Spurrillen im Schnee sind, denn dann rutscht man quer von einer Rinne zur Nächsten. Mein Fazit: Ich bin heil wieder im Pflegeheim angekommen, aber so lange Schnee und Eis auf den Wegen liegen bleibt das Fahrrad jetzt stehen. Manchmal siegt dann doch die Vernunft. :)

Der Weihnachtsmarkt fehlt...


Fahrräder.
... um die Stimmung perfekt zu machen. Abgesehen davon bin ich in einer super weihnachtlichen Stimmung. Irgendwie waren fast alle Austauschstudis heute wie kleine Kinder. Wir haben uns über den ersten Schnee gefreut, uns zu Schneeballschlachten und Schneemannbauen verabredet. Es war sehr schön. Schauen wir mal, wie lange es dauert, bis wir den Schnee satt haben.
Das Uni-Hauptgebäude flankiert von
herbstlich bunten Bäumen.
Was mir beim Laufen (Fahrrad habe ich heute erst mal stehen gelassen) auffiel war, dass Fußwege generell nicht geräumt werden und Nebenstraßen anscheinend auch nicht wirklich. Jedenfalls war auf beiden am Nachmittag bereits eine glibbrig-glatte Eisschicht. Ich sollte mir wahrscheinlich wirklich ein paar Schneeketten für die Schuhe besorgen. Oder ich laufe nur noch entlang der Einkaufsstraßen im Stadtzentrum. Dort sind die Gehwege nämlich zum Teil beheizt. Die Norweger haben es nicht so mit Energiesparen.

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Here we go...

... first real snow. :)
8:00
9:45
Und es schneit noch immer - mal schauen, ob man heute Abend das Haus noch erkennen kann ;)

Montag, 22. Oktober 2012

Einen Zuckerschock...

... gab es heute gegen Mittag. In Norwegen gibt es zwei große Produzenten von Schokolade: Freia und Nidar. Freia wurde Ende des 19. Jahrhunderts in Oslo gegründet. Vor genau 100 Jahren ist einer der Mitarbeiter dieser Firma unzufrieden nach Trondheim gegangen und hat hier seine eigene Schokoladenfabrik eröffnet, die noch heute unter dem Namen Nidar produziert.  Dort war ich heute.
Bereits seit der Orientierungswoche Mitte August wusste ich, dass es angeschlossen an die Fabrik auch einen Fabrikverkauf gibt und dass ich mit dem Rad nur knapp zehn Minuten bis zum Werkstor brauche. Heute war ich nun endlich dort, um an einer Führung durch die Produktionshallen teil zu nehmen. Zu Beginn gab es ein hübsches Werbefilmchen zu sehen, Hygiene- und Antispionageeinweisungen. Dann zogen wir alle ein Häubchen über die Haare, bekamen einen Plastikkittel zum anziehen, blaue Tüten für die Schuhe und auch noch ein Atemschutz, den wir jedoch nicht unbedingt benutzen mussten. Wer Piercings nicht rausmachen konnte oder wollte, musste sie abkleben. Teilnehmer mit Hautausschlag erhielten zudem Handschuhe. Am Ende erweckten wir den Eindruck, als wollten wir in der Intensivstation eines Krankenhauses anfangen zu operieren.
Die Rundführung selbst lief anders ab, als die Meisten von uns das erwartet hatten. Zu Beginn sagte unsere Führerin, dass wir nirgends selbst etwas aus den Kisten nehmen dürften, sondern nur die Schokolade, die sie uns auf dem Tablett geben würde. Nicht sonderlich überraschend. Dann fügte sie noch hinzu, dass wir den Rundgang sofort abbrechen müssten, sollte es jemandem schlecht werden und die Gefahr bestehen, dass sich jemand übergibt. Mmh, schon klar. Von den drei Stückchen Schokolade, die ich probieren darf, wird mir schon nicht schlecht werden.
Eine Stunde später konnten wir die Aussage nachvollziehen. Die Führung lief wie erwähnt anders ab, als erwartet, da es relativ wenige Erklärungen und Kommentare gab. Im Großen und Ganzen liefen wir von einer Abpackstätte zur nächsten Zwischenlagerstätte zur nächsten Zwischenlagerstätte, eine Treppe hoch, eine Treppe runter zur nächsten Abpackstätte. Fast überall wurde das Tablett reichlich gefüllt und jeder konnte so viel essen, wie er wollte. Chocolate all you can eat, wenn man es so will. Zwischendurch gab es auch verschieden Fruchtgummis und Bonbons, die ebenfalls zum Sortiment gehören. Zum Schluss drehten wir noch eine Runde durch die zwei Museumsausstellungsräume und nachdem wir uns der ganzen Plastikbekleidung entledigt hatten, endete die Tour selbstverständlich im Fabrikverkaufsladen.

Sonntag, 21. Oktober 2012

Es ist so unwirklich...

... nach eineinhalb Tagen 'draußen' wieder im Pflegeheim am Schreibtisch zu sitzen und Unizeug zu machen. Freitag zu Samstag stand Hüttenausflug Nummer drei auf dem Plan. Diesmal ging es nach Hognabu, der einzigen NTNUi Hütte in einem Nationalpark. Mit dem Bus fuhren wir zunächst zweieinhalb Stunden in Richtung Südosten bis nach Gressli. Der Karte zufolge würde uns der Weg zur Hütte so über die Berge führen, was zwar mehr Kraxelei bedeutete, als Option 2 (durch sumpfig, morastiges Gebiet), aber wir schätzten trockene Füße höher, als die Anstrengung, die bergauf-bergab-Läufe zwangsläufig mit sich bringen. Es dauerte nicht lange, bis wir feststellten, dass auch die Bergtour von wetlands geprägt waren. Null bis zwei Grad Celsius sind einfach keine gute Temperatur. Es ist doch recht frisch aber das Wasser ist noch nicht gefroren. Ich sollte mal mit dem Weihnachtsmann reden, ob er mir vielleicht ein paar wasserfeste(re) Wanderschuhe bringen mag. ^^
Zu Beginn unserer Wanderung nieselte es leicht und durch den Nebel bzw. die Wolken, durch die wir liefen, war die Sicht sehr eingeschränkt. Zum Einen war es schade, da wir unsere Augen nicht an schönem Panorama laben konnten und zum Anderen war es beschi...en für die Orientierung. Zwar folgten wir zu Beginn noch einem der rot markierten Wandersteige, aber auch diese Markierungen waren nicht immer einfach zu erkennen. Am nächsten Tag sollten wir feststellen, dass für Crosscountry-Skier teilweise sogar vier Meter hohe Holzstämme in den Boden gerammt wurden, um den Weg zu markieren, aber die sahen wir Freitag im Nebel überhaupt nicht. Der Seteråjønna (See) war glücklicher Weise groß genug, um nicht übersehen werden zu können. Dennoch erblickten wir die große Hütte erst sehr spät. Ab diesem Punkt jedoch klarte es zunehmend auf und die Orientierung war einfacher.
Ein rotes T - wir sind richtig.
Ein See im Nebel - Hütte nicht zu erkennen.
Vielleicht 15 Minuten später von der anderen Seite.
Am nächsten Tag mit Landschaft
Wir stiegen langsam hinab in das Tal, in dem auch unsere Hütte liegen sollte. Dabei sahen wir zum ersten mal eine Herde Rentiere, die sogar relativ nah an uns vorbei lief. Am Abend und auch Samstag sahen wir noch mehr. Durch die nassen Füßen und den Wind auf den durchgeschwitzten Klamotten ein wenig fröstelnd suchten wir nach den Rentierfotos das Tal verstärkt nach unsere Hütte ab. Könnt ihr sie auf dem Bild ausmachen? Ein kleiner Tipp: durch das begrünte Schrägdach sind die als Feuerholz gedachten Baumstämme auffälliger, als die Hüte selbst.
Auf dem Weg ins Tal mit meiner Zimmergenossin.
Rentiere.
Wer (außer mir ^^) kann die Hütte sehen?

Hognabu.
In der Hütte machten wir erst einmal Feuer, zogen trockene Klamotten an, aßen und tranken etwas und schon sah die Welt wieder viel freundlicher aus. :) 
 

Auf einen der ganz großen Berge (bis zu 1400 Meter in der Umgebung) würden wir es an dem Tag nicht mehr schaffen, da es 18 Uhr hier mittlerweile dunkel ist, aber ein wenig wollten wir die Gegend schon noch erkunden. Ab Höhen von 700 Metern lag auch Schnee. Insgesamt hatte ich es noch winterlicher erwartet, aber für kleinere Schneeballschlachten oder eine kurze Rodelpartie auf dem Allerwertesten (macht Spaß! ^^) reichte es jedoch aus und der Schnee war noch nicht so tief, dass es das Laufen wirklich behinderte. Im Grunde also eine gute Menge und da wir ohne Rucksack liefen, kamen wir auch schnell voran und waren agil genug für den ein oder andern kleinen Spaß.



Sternhimmel.
 Zurück in der Hütte gab es mal wieder Pasta mit Tomatensoße und Käse. Hüttenessen. :) Nachts konnten wir den atemberaubenden Sternenhimmel bewundern. Erkennt ihr den großen Waagen im Bild?
Am nächsten morgen war es draußen knackig kalt. Die Hütte jedoch glich trotz erloschenem Feuer jedoch immer noch einer kleinen Sauna. Hognabu ist wahnsinnig gut gedämmt. Wir schliefen teilweise auf, statt in unseren Schlafsäcken!!


Das obligatorische Gruppenfoto vor dem Rückweg.
Hüttenbuch.
Auf dem Rückweg.

Fernblick.

Fast wieder am Fluss.
Insgesamt war es - Überraschung... - wieder ein toller Ausflug gewesen. Mich für ein paar wenige Bilder zu entscheiden fällt irgendwie immer schwerer...
Abendstimmung in der Hütte.

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Früher konnte man noch auf die Toilette gehen...

... ohne jedes mal den Schlüssel mitnehmen zu müssen. Seit ein paar Tagen ist das leider keine gute Idee mehr. Bisher haben wir unsere Zimmertür einfach zugezogen und sind in die Küche gegangen, haben mit anderen Leuten im Gemeinschaftsraum gequatscht und was  man in einem Studenten-Pflegeheim eben so macht. Diese Woche gab es jedoch zwei größere Diebstähle (Netbook eine Etage tiefer und Portemonnaie auf unserem Gang), so dass nun niemand mehr niemandem vertraut und alle Türen auch für fünfminütige Abwesenheit verriegelt werden. Es ist nervig. Es ist eine beschissene Stimmung.
Ob es jemand von 'uns' war oder von 'draußen' ist unklar. Bisher konnte die Eingangstür von innen nicht abgeschlossen werden. Sie sah zwar zu aus, aber das war nur die Optik. Mittlerweile ist das Schloss getauscht. Wir werden sehen, wie sich die Sache entwickelt.

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Zur Vorlesung komme ich nie zu spät...

... aber heute früh klingelte mein Wecker aus unerfindlichen Gründen nicht kurz nach 6 Uhr. Da ich heute Vormittag einmalig kein Norwegisch hatte, könnte man meinen, das sei nicht weiter schlimm. Weit gefehlt! Als ich erst unbewusst und plötzlich ganz klar das Klingeln des Weckers meiner Zimmergenossin (nach gut zwei Monaten kennt man den Klingelton) vernahm, schreckte ich hoch. Es war draußen schon mehr als dämmrig hell. Es war acht Uhr! In meiner Muttersprache fluchend sprang ich aus dem Bett, lief ins Bad, schnappte mir meine Klamotten und Rucksack, rannte hinunter zum Fahrrad und eilte auf den Campus nach Gløshaugen. 8:18 Uhr schloss ich mein Fahrrad an und war eine Minute später im Akademika.
Was hatte mich zu solcher Eile getrieben? Wer oder was ist Akademika?
Akademika ist ein in der Uni angesiedelter Buchladen, der neben Fachliteratur auch Schreibkram, Fahrradnotfallreperatursachen und einigen anderen Krimskrams verkauft. Der größte Andrang herrscht wahrscheinlich immer Mittwoch Morgen acht Uhr. Dann nämlich öffnet der Laden. Akademika öffnet jeden Tag unter der Woche acht Uhr. Allerdings nur in der Nacht von Dienstag zu Mittwoch schlafen Leute auf Isomatten und im Schlafsack vor dem Eingang. Ja, ihr habt richtig gelesen. Es gibt Leute, die eine Nacht in einem Unigebäude auf dem Fußboden schlafend verbringen und die Chancen, dass wir dass bis Dezember auch einmal machen stehen gar nicht so schlecht.
Warum tut das jemand, fragt ihr euch? Nun gut, ich will euch nicht länger auf die Folter spannen. Mittwoch ab acht Uhr, wenn Akademika öffnet, werden dort die Hütten in der norwegischen Einöde für die nächste Woche vermietet und da man nicht spontan auf einen Cabintrip geht, sondern diesen vorher gut plant und sich natürlich auch eine bestimmte Hütte ausgesucht hat, will man diese dann auch bekommen. Freundlicher Weise gibt es auf der Koiene-Webseite eine Übersicht über die Popularität der einzelnen Hütten. Will man also in die Hütte für 11 Leute mit Sauna, sollte man durchaus bereit sein, sich Dienstag Nachmittag und die folgende Nacht vor Akademika häuslich einzurichten, um Mittwoch Morgen der Erste zu sein, wenn die Türen sich öffnen. Da sage noch mal einer etwas über die braven DDR Bürger, die ein paar Stunden für Bananen anstanden...
Bisher hatten wir es nicht für nötig gehalten, in der Uni zu übernachten, aber kurz vor sieben Uhr hatte sich der 'Schlüsselverantwortliche' bisher schon immer in die Schlange der Wartenden eingereiht. Diesmal war es meine Aufgabe, die Buchung zu übernehmen. Wie erwähnt gab es ein kleines Problem mit dem Wecker... Da wir uns jedoch jedes mal eine Notfalloption (anderer Tag bzw. andere Hütte) überlegen und unsere Hütte nicht so super populär ist, gelang es mir am Ende doch noch von Freitag zu Samstag (ok, eigentlich wollten wir Samstag - Sonntag...) Hognabu zu reservieren. Die Hütte liegt auf 620 Metern und ist von einigen Tausendern umgeben. Es wird definitiv ein Winterausflug werden...


Montag, 15. Oktober 2012

Auch auf die Gefahr hin...

... dass der Blog langsam in ein Essenstagebuch abzugleiten droht: Heute habe ich zum ersten mal Elch probiert. Schmeckt nicht schlecht, aber hat auch keinen herausstechenden, einzigartigen Geschmack. Erinnert an Rindfleisch mit einer sehr guten Fleischqualität, was wohl daran liegt, dass der Elch nicht domestiziert ist und sich in der Wildnis Norwegens austoben konnte.
Wie im Video zu sehen ist, haben aber auch wild lebende Tiere nichts gegen nahrhafte Unterstützung aus Menschenhand. :)



Eine kulinarische Weltreise...

... gab es heute Abend. Einmal pro Semester wird von ICOT (International Club of Trondheim) ein international food festival organisiert. Insgesamt waren 15 Team und damit 15 Länder vertreten und hatten jeweils ein Hauptgericht und ein Dessert/ Snack aus ihrem jeweiligen Heimatland vorbereitet. Es gab Essen aus Bangladesch, Indien, Pakistan, Venezuela, Tschechei, Polen, Spanien, Lettland, Serbien, Italien, Iran, Ghana, Vietnam, Japan und einem weiteren Land, das mir gerade nicht einfällt.
Eins der 15 teilnehmenden Ländern: Iran.
Allein von Tisch zu Tisch zu gehen und sich die einzelnen Gerichte erklären zu lassen war super spannend. Für das Ticket bekam jeder vier Coupons für zwei Hauptgerichte und zwei  Desserts/ Snacks nach Wahl. Nur gut, dass man in der Gruppe unterwegs war und so kreuzweise probieren konnte, denn die Wahl fiel wirklich schwer! Die europäischen Gerichte waren definitiv nicht zu verachten, waren jedoch nicht meine erste Wahl, da ich es etwas exotischer wollte. Italienisch kann man schließlich in jedem zweiten Restaurant essen, aber wann gibt es schon mal die Gelegenheit etwas aus Ghana zu probieren? Am Ende der zwei Stunden war ich jedenfalls gut satt und außerdem um zwei 'wertvolle' Preise reicher. Auf einer Leinwand wurden die einzelnen Länder in loser Reihenfolge mit kurzen Videos vorgestellt und dazwischen gab es kleine Gewinnspiele. Unter anderem: First person wearing a green shirt that gets up on the stage und First person that has a 50 oere coin in his/ her wallet that gets up on the stage. Da ich statistisch gesehen jeden zweiten Tag ein grünes Shirt trage, war die erste 'Aufgabe' wie für mich gemacht. Für die zweite 'Aufgabe' müsst ihr wissen, dass die 50 Öre Münze in Norwegen seit Mai kein offizielles Zahlungsmittel mehr ist und somit auch nirgends mehr im Umlauf ist. Die in meinem Portemonnaie habe ich an meinem ersten Tag in Norwegen auf dem Gehweg gefunden. Mein kleiner Glückspfennig. :)
Zurück im Pflegeheim gab es dann noch slovakischen Kuchen, den meine Zimmergenossin für ihren heutigen Geburtstag gebacken hatte und deutschen und französischen Kuchen, der von anderen für sie gebacken worden war. Das heißt, meine grauen Zellen zehren derzeit von einem großen Glukosevorrat, der jetzt noch in norwegische Hausaufgaben investiert wird. International eben. :)

Sonntag, 14. Oktober 2012

Erstens kommt es anders...

... und zweitens als man denkt... Heute Abend wollte ich keinen Blogeintrag schreiben, sondern schön am gemütlichen Kaminfeuer in der Studenterhytta sitzen. Für eine Weile klappte das ja auch ganz gut, aber dann hieß es doch wieder mitten in der Nacht 13 Kilometer zurück ins Pflegeheim strampeln, wo ich nun nicht ganz so zufrieden mein Dasein friste.
Gegen frostige Frische gewappnet.
Der Wettervorhersage entsprechend begann der Tag wolkenlos und sonnig und damit entsprechend frostig. Warm eingepackt schwang ich mich kurz nach 10 auf mein Radl und fuhr erst hübsch den Fjord zum Fluss hinab, um mich anschließend wieder auf 500 Höhenmeter hoch zu quälen. Ich bin Kraftsportler. Sieben Kilometer bergan Fahrrad fahren fällt nicht unter die Art von Sport, die mir richtig viel Spaß macht. Irgendwann schnaufte ich dann so langsam im ersten Gang vor mich hin, dass mich ein Jogger überholte. Warum ich das hier schreibe? Der Fairness halber. Schließlich erwähnte ich auch, als ich per Fahrrad ein Auto überholt habe. Das hat dem Ego gut getan. Der Jogger heute nicht so sehr. Allerdings tröstete ich mich mit den zwei Tatsachen, dass er Norweger war und die ohnehin alle die Berge auf und nieder rennen und ich zweitens einen großen, vollgepackten Rucksack auf dem Rücken und er nur ein paar Klamotten am Leib hatte.
Sei es drum. Je höher ich kam, umso kälter wurde es auch. In Norwegen merkt man 500 Höhenmeiter schon ungemein. Dennoch war der Schnee von Mittwoch bis auf in ein paar schattigen Ecken durch das sonnige Wetter erst einmal wieder weggetaut. Auf dem 710 Meter hohen Vassfjellet, den wir letzte Woche Freitag bestiegen hatten und den man von der Studenterhytta in der Ferne sehen konnte, lagen noch Schneereste und auf den noch höheren und weiter entfernten Bergkuppen im Landesinneren wird es bis nächsten Juni wohl nicht mehr schneefrei sein.

Trondheim.
Die Stundenterhytta war bei dem genialen Spätherbstwetter natürlich gut besucht und für das Pancake Dinner 15:30 Uhr waren alle 60 Plätze ausgebucht. Gemeinsam mit zwei anderen freiwilligen Helfern bereitete ich alles für das große Essen vor. Die Köchin legte in der Zwischenzeit letzte Hand an die Eierkuchen und Suppe. Etwa eine halbe Stunde vor Essenbeginn gab es ein paar Probleme mit dem Wasser. Anscheinend die Pumpe. Beim Einlass hatten wir dann auch Probleme mit dem Kartenlesegerät, so dass alles ein wenig chaotisch und langsamer vorwärts ging, als es hätte sein sollen. Am Ende verließ jedoch jeder die Hytta mit kugelrundem Bauch oder setzte sich verträumt vor das Feuer und wir hatten immer noch um die 60 Eierkuchen und ein wenig Suppe übrig.
Nachdem das ganze Geschirr gesäubert und an seinen Platz zurück gestellt war, machte ich einen kleinen Verdauungsspaziergang bis zur Spitze des Gråkallen, auf dem die zwei Radarkugeln tronen. Die Sonne ging so langsam unter und tauchte wieder einmal alles in wunderschöne, warme Farben. Halb sieben war ich zurück in der Hytta, um zu sehen, ob für das Abendbrot Hilfe nötig war. Da es schon wieder Wasserprobleme gab (sprich: kein Wasser aus der Leitung - weder in der Küche, noch in den Toiletten, noch in den Duschen für die Leute, die gerade aus der Sauna kamen), wurde das Abendbrot jedoch eine Stunde nach hinten verschoben. Augenscheinlich war das Wasserreservoir der Hytta leergepumpt worden und musste nun erst wieder aufgefüllt werden.
Mit den anderen Hyttevakten (Freiwilligen) setzte ich mich also ins gemütlich warme Kaminzimmer und spielte Karten. Als ich aus dem Schuppen nebenan Feuerholznachschub holte, rollte das angekündigte Feuerwehrauto den Schotterweg hinauf, dass per Schlauch die Zisterne wieder auffüllen sollte. Wir begannen das Abendbrot vorzubereiten. Während die Pizza im Ofen buk dann die traurige Nachricht: wahrscheinlich gibt es ein Leck in einer der Leitungen. Nach wie vor kein Wasser. Die Hütte würde noch die Nacht geschlossen werden und auf unbestimmte Zeit zu bleiben. Alle müssten heim fahren. Och nö! Nachdem die erste emotionale Enttäuschung gewichen war, rückten die praktischen Probleme in meinen Fokus. Bis in der Stadt wieder Straßenlampen den Weg erleuchten würden, lagen fünf Kilometer dunkle Straße mitten im Wald vor mir. Auch wenn ich nicht geplant hatte, im Dunkeln zu fahren, hatte ich zwar mein Headlight dabei, aber dessen Leuchtkraft reicht eher, um im Dunkeln nicht zu stolpern, als bergab Fahrrad zu fahren. Ein weiterer Deutscher, der ebenfalls mit dem Fahrrad da war, teilte mein Problem, nur dass er noch nicht einmal eine Taschenlampe hatte. Für die rund 15 geplanten Übernachtungsgäste wurde ein Sammeltaxi bestellt, welches mit knapp 20 Plätzen eher einem kleinen Bus glich und in das locker zwei Fahrräder hineingepasst hätten. Der Fahrer lehnte jedoch ab. Sehr hilfsbereit... Während drei Jungs noch die letzten Sachen in der Hütte zusammenräumten und alles abschlossen, machten wir zwei Deutschen uns auf unseren zwei Fahrrädern und mit einem Headlight mit angezogenen Bremsen auf den Weg zurück nach Trondheim. Zu zweit war die Situation irgendwie ganz lustig. Nach wenigen Minuten kam ein Auto von hinten. Es blendete auf, fuhr schön langsam und blieb hinter uns. Da hatten wir unsere Straßenbeleuchtung. Fuhr sich super! Nur meine Fingerkuppen wurden trotz Handschuhen mit der Zeit sehr frostig. Beim bergan strampeln auf der Ostseite des Nidelva wurde mir jedoch wieder warm. Zu warm. Bei kalten Temperaturen macht das ständige bergauf, bergab nicht wirklich Spaß. Wenn man sich rollen lässt, kann man gar nicht dick genug eingemummelt sein, aber wenn die eigenen Muskeln bergauf erneut auf Hochturen arbeiten, kommt man ständig verschwitzt ans Ziel. Das Leben ist hart.

Danke für die Karte aus der Türkei - wenngleich das ein wenig geschummelt war! ^^

Samstag, 13. Oktober 2012

Heute gab es dann doch Frühsport...

... auch wenn ich in einem anderen Blogeintrag behauptet hatte, dass 'Frühsport gestern war'. Ihr erinnert euch? Der Feueralarm abends um elf? Heute stellte ich fest, dass 23 Uhr für einen Feueralarm eine ganz angenehme Zeit ist - zumindest besser, als Samstag früh kurz vor 7 Uhr... Es war durchaus lustig die ganzen verschlafenen Gesichter zu sehen. Mein eigenes habe ich ja zum Glück nicht gesehen. ^^
In einer Stunde gehts nach Bymarka. Da werde ich heute Abend (wahrscheinlich) eine ruhigere Kugel schieben, als gestern. Aber ihr müsst zugeben: Das Foto sieht aus, als könnte ich bowlen, oder? Tatsächlich wurden zwei Fotos von mir gemacht - die beiden einzigen Male, als mir ein Strike geglückt ist. Warum gab es nicht mehr Fotos?

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Gurken...

... waren heute im Sonderangebot. Nur 10 NOK das Stück. Da musste ich natürlich zuschlagen! :) Dazu 250 g Cherrytomaten ebenfalls nur 10 NOK. Des Weiteren kaufte ich Nektarinen, Kiwis und ein paar andere Lebensmittel des alltäglichen Bedarfs. Es hätte also ein sehr gesundes Abendbrot werden können, wären die Safari Kekse mit Chocolate Chips und die ganz heimtückischen Lefse snacks nicht ebenfalls für 10 NOK zu haben gewesen...
Die süßen Lefse sind wirklich ein Teufelszeug! Es ist eine Art Sandwich aus Kuchenteig in dessen Mitte gesüßte und häufig mit Zimt versetzte Butter gestrichen ist. Sooooo lecker. Dummerweise haben 100 g davon über 400 kcal und eine kleine, nur 10 mal 13 cm große Packung enthält 240 g und deckt somit etwa die Hälfte des täglichen Kalorienbedarfs.
Als Beilage zum Abendbrot habe ich eine halbe Gurke gegessen. Ich schweige mich darüber aus, wieviel von der Lefse Packung als Dessert herhalten musste...

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Alltag...

Aufenthaltsraum unserer Etage.
... herrscht derzeit bei mir in Trondheim. Alltag bedeutet konkret,

- dass Küche und Aufenthaltsraum im Pflegeheim das Wort sauber nicht kennen

- dass es mittlerweile 19 Uhr dunkel ist und es immer weniger Tageslicht gibt

- dass die Uhr generell nach Mitternacht anzeigt, wenn ich ins Bett gehe

- dass ich die Nordlichter letzte Nacht mal wieder verpasst habe

Wer hat das designt???
- dass die Vorlesungen und Übungen in der Uni meine Müdigkeit entweder vertreiben oder verstärken (Übrigens war diese Woche ein Prof aus dem ET/IT Bereich von der TU Chemnitz an der NTNU und hat einen Gastvortrag gehalten.)

- dass mir nach wie vor diverse Elektroautos in Trondheim entgegenkommen und ich diesmal sogar eines der hässlichen 'Buddy'-Exemplare fotografieren konnte

Blick aus meinem Fenster.
- dass der Himmel Regen oder Schnee zur Erde sendet und mit ein bisschen Glück die Sonne für einen Regenbogen sorgt. Dem Wetter sei dank habe ich heute früh ein paar zusätzliche Minuten zum Anlegen aller wasserfester Sachen gebraucht. Dann bin ich 20 Minuten nach Dragvoll gestrampelt, habe im dortigen Fitnesscenter die Duschen genutzt und alltagstaugliche Klamotten angelegt. Nach 20 Minuten Rad fahren und weiteren 20 Minuten an-/ aus-/ umziehen  saß ich wissbegierig im Seminarraum, um an meinem Norwegisch zu arbeiten. Als ich halb eins in Richtung Gløshaugen fuhr, stellte ich fest, dass es in Trondheim zwar regnet, es in Bymarka (bis zu 552m hoch) jedoch geschneit hatte. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis ich den Schnee auch vom Fahrrad fege und da ich das WE in Bymarka verbringen werde, könnte das zeitnah passieren. Allerdings soll es das gesamte Wochenende sonnig werden. Schauen wir mal.
Im Hintergrund ist Bymarka zu sehen.
Rangezoomt, um den Schnee besser zu erkennen.







 

- dass die nächsten Wochenenden geplant werden. Für dieses Wochenende habe ich mich zur Freiwilligenarbeit auf der Studenterhytta gemeldet und für die folgenden zwei Wochenenden konkretisieren sich die Pläne bereits in meinem Kopf, aber ich will es mal spannend lassen und noch nicht zu viel verraten. :)

- dass ich am Abend vor dem PC sitze und einen Blogeintrag verfasse ^^

Sonntag, 7. Oktober 2012

Einen sonnigen Spätherbst...

... konnten wir in Trondheim die letzten Tage genießen. Gestern Abend und heute früh hat es geregnet, aber ansonsten schien die Sonne und tauchte die bunten Blätter an den Bäumen in strahlendes Licht.
Das Pflege-/ Wohnheim.
Herbst auf dem Campus.










Montag bis Donnerstag schaute ich nur sehnsüchtig nach draußen, wenn ich eine Arbeitspause einlegte. Freitag Nachmittag entschlossen sich meine Zimmergenossin und zwei weitere Pflegeheimbewohner für einen kleinen Nachmittagsspaziergang. Irgendwie enden 'Spaziergänge' in Norwegen immer in einer mehrstündigen Wanderung. Seltsam. Wir starteten kurz nach eins und kamen zurück, als es schon dunkel war. Leider wird es hier jetzt immer eher dunkel und später hell.
Unser Spaziergang führte uns auf den 710 Meter hohen Vassfjellet im Süden von Trondheim. Dort gaben wir uns typisch norwegisch und bruzelten unser Essen auf einem Einweggrill, bevor wir uns auf den Rückweg machten.










Gestern früh klingelte mein Wecker bereits 6 Uhr - zeitiger, als wenn ich in die Uni muss. Warum? Vor zwei Wochen beim Training wurde ich mal wieder darauf angesprochen, dass ich augenscheinlich mit recht hohen Gewichten trainiere. Wir kamen ins Gespräch und ich erfuhr, dass am 06.10. in Skogn die mittelnorwegischen Meisterschaften im Kraftdreikampf (Styrkeløft) stattfinden sollten. Ob ich nicht Lust hätte mit zu machen. Klar! :) Von einer intensiven Wettkampfvorbereitung innerhalb von zwei Wochen, in denen ich auch noch fünf Tage auf den Lofoten war, kann man natürlich nicht sprechen, aber das hielt mich nicht davon ab, einen zufriedenstellenden Wettkampf abzuliefern. Es war auch einfach interessant, einen norwegischen Wettkampf zu erleben und außerdem die Powerliftingatmosphäre wieder zu spüren. Eine große Familie, in die man immer herzlich aufgenommen wird.

Zum Abschluss des heutigen Blogeintrags noch ein paar zufällige Fragen in ungeordneter Reihenfolge:
Warum nehme ich während längeren Auslandsaufenthalten unabhängig von Land und Aktivität (Highschool USA, AuPair Frankreich, Uni Norwegen) zu?
Warum brauchen so viele Leute Musikgedudel im Hintergrund statt in Ruhe zu arbeiten?
Warum stellen manche den dreckigen Teller direkt neben den Spülmaschinenbehälter statt hinein? Warum betrinken sich die Leute immer wieder absichtlich und liegen einem am nächsten Tag mit ihrem Hangover in den Ohren?