Donnerstag, 30. August 2012

Gewöhnliche Leute...

... kaufen sich Schokolade, wenn sie Frust haben. Da ich bekannter Maßen aber außergewöhnlich bin ^^, habe ich mir heute auf dem Heimweg von der Uni eine Gurke geleistet (bezugnehmend auf den Blogeintrag vom 14.08.12 Dass ich in Norwegen bin, merke ich an...).

Warum war Frustbekämpfung überhaupt nötig? Kurzgefasst könnte man die Gründe wohl mit Technikproblemen und einem Missverständnis umschreiben. Kommen wir zu Ersterem: Es ist sehr angenehm, dass Studenten der NTNU an allen Unirechnern mit entsprechendem Login, d. h. Rechner in Unibibo oder in PC Pools, kostenfrei drucken können. Weniger angenehm ist es, wenn mindestens die Hälfte der Zeit die Drucker nicht funktionieren. Am Dienstag wollte ich im Realfagbygget, einem großen Gebäude auf dem Hauptcampus in Gløshaugen, ein Skript ausdrucken. Der Drucker im PC Pool streikte. Der Wechsel in die Bibliothek direkt nebenan half auch nicht weiter, da dort am Druckerraum ebenfalls ein 'out of order' Schild angebracht war. Von anderen Studierenden habe ich mir sagen lassen, dass der Drucker im Elektrogebäude (natürlich am anderen Ende des Campus) im Grunde immer funktioniert. Blöd nur, dass ich mit meinem Studentenausweis gar nicht erst in das Gebäude dort hineinkomme, was wahrscheinlich daran liegt, dass ich einer anderen Fakultät angehöre. Immerhin funktionierte der Drucker in der Bibo im Hogwartsgebäude, so dass ich meine Ausdrucke am Ende doch noch bekam. Eilig sollte man es aber nicht haben...

Heute war ich in Dragvoll, dem Campus, in dem hauptsächlich die Human- und Sozialwissenschaften untergebracht sind. Ich wollte ein paar Skripte drucken und ging dafür in die dortige Bibliothek. Wer als erster errät, was dort an der Tür zum Druckerraum stand, darf sich einmal auf die Schulter klopfen... Da ich mich auf diesem Campus noch nicht so gut auskenne, fragte ich freundlich die beiden sich langweilenden Herren, die unter einem Schild saßen, auf dem "Informasjon" stand, ob es in Dragvoll noch eine andere Möglichkeit zum Drucken gibt. Sie diskutierten kurz miteinander und gaben mir dann die Auskunft, dass es noch einen PC Pool mit dem Namen Grava gäbe. Toll - und in welchem Gebäude kann ich den finden? (In Dragvoll sind die Gebäude praktischer Weise von 1 bis 12 durchnummeriert.) Wussten sie auch nicht so genau aber da ich nun mal immer noch vor dem Informationstresen stand und keine Anstalten machte zu gehen, fühlte sich einer der beiden Herren schließlich bemüßigt aufzustehen und mir auf einer Übersichtskarte des Campus am Bibo-Eingang Gebäude 10 anzuzeigen. Immerhin eine Antwort. Den Rest würde ich schon selbst finden. In Grava begrüßten mich zwei Drucker. Neben beiden stand jeweils eine Person. Die eine fluchte über den offensichtlich nicht funktionierenden Drucker A und die andere Person hatte bei Drucker B gerade alle zu öffnenden Dinge aufgemacht und schien den Drucker reparieren zu wollen. Super... Irgendwann funktionierte die Technik dann doch wieder und ich konnte meine Skripte drucken. Nur hätte ich die reichliche Stunde, die mich die Aktion heute insgesamt gekostet hat, auch sinnvoller verwenden können! 

Während meine Dokumente schließlich druckten, schaute ich noch auf die Internetplattform "It's learning", über die an der Uni hier alles was die Kurse betrifft geregelt wird. Besonders interessierte ich mich für Neuigkeiten meinen Kurs Innovation Management betreffend, bei dem wir letzte Woche folgende Information bekommen hatten: 
"This is an important message from the department regarding this course. As you can see from the study plan, this course can only take about 25 people. To arrange this, an application process is described in the course description, but something has happened that has allowed students to bypass this and choose the course on studweb. Thus, we have ended up with more than 45 students on this course, and that is way too many. Thus, we have decided to arrange a quick application process...."
Es waren also zu viele Studis für den Kurs zugelassen worden, weshalb wir uns innerhalb von fünf Tagen noch einmal extra für den Kurs bewerben sollten. Die Auswahl sollte ausschließlich anhand bisheriger Studienergebnisse erfolgen. Da mein derzeitiger Notendurchschnitt bei 1,1 bei einem bestmöglichen Durchschnitt von 1,0 liegt, habe ich mir bezüglich der Bewerbung überhaupt keine Gedanken gemacht und es auch im Blog nicht für erwähnungswürdig gehalten. Da vor sechs Stunden nun die Namen der "Erwählten" veröffentlicht wurden und mein Name auf mysteriöse Weise nicht darunter war, muss ich dem Thema wohl doch noch etwas mehr Aufmerksamkeit schenken. Die erste Aktion, die ich ergriffen habe, war dem verantwortlichen Prof eine E-mail zu schreiben, in der ich erneut auf meinen Notendurchschnitt verwies und freundlich fragte, ob es zu einem Missverständnis gekommen war. (Bereits in der Bewerbung hatte ich erklärt, was in Deutschland gute und was schlechte Noten sind, da international kleine Zahlen oftmals für schlechte Noten stehen.) Da es jedoch bereits halb fünf war und man in Norwegen nach 15 Uhr von sämtlichen öffentlichen Einrichtungen keine Anwesenheit mehr erwarten darf, bezweifle ich eine Antwort vor morgen früh. Zurück im Pflegeheim sprach ich mit drei zugelassenen Teilnehmern für den Kurs (die Namen standen ja wunderbar in Klarschrift im Internet). Alle drei haben einen schlechteren Notendurchschnitt als ich. Ich werde also morgen früh ganz normal zum Kurs in die Uni fahren und das kleine Missverständnis mit dem Prof klären...

Nach Zeitverlust durch Druckerprobleme und der unerfreulichen Nachricht bezüglich des Kurses brauchte ich jedenfalls eine kleine Aufmunterung und habe mir oben genannte Gurke geleistet. :)

Mittwoch, 29. August 2012

Eine allgemein bekannte Tatsache...

... ist, dass Norweger mit Skiern an den Füßen geboren werden. Und da selbst im hohen Norden Ende August keine geschlossene Schneedecke zu finden ist, schnallen sich die Norweger einfach ein paar Rollen unter die Ski und fahren munter weiter. :)



Dienstag, 28. August 2012

Es braucht nicht viel...

...um glücklich zu sein. Nachdem wir heute 20 Uhr ein Etagentreffen hatten, bei dem Putzpläne, die Aufteilung der vier Kühlschränke für uns gut 30 Leute und andere alltägliche Probleme besprochen wurden, verteilte der Etagenverantwortliche eingegangene Briefe. Einer war für mich! :) Der farbenfrohe Umschlag wölbte sich nach außen, barg er neben einem lieben Brief doch ebenfalls einige duftende Teebeutel und ein kleines Täfelchen Schokolade von einer sehr guten Freundin aus Chemnitz. Vielen lieben Dank dafür! Es war der heutige Höhepunkt meines ansonsten von Uniroutine geprägten Tages. Es braucht eben nicht viel, um glücklich zu sein. :)

Montag, 27. August 2012

Warum braucht man in Norwegen...

... eine Klimaanlage??? Mir ist das prinzipiell ein Rätsel. Bisher habe ich darüber aber noch nie nachgedacht. Die Frage kam mir erst im Laufe des heutigen Tages, seit von der zentral gesteuerten Klimaanlage kalte Luft in den Raum gepustet wird. Wie sinnlos, wie kalt. Tagsüber war es bei Sonnenschein draußen wärmer als in unserem Zimmer. Warum wurde heute die Klimaanlage eingestellt? Niemand weiß es, aber alle auf dem Gang dürfen nun einen kühlen Luftstrom genießen. Viele haben an SiT (Vermieter) bereits eine freundliche E-mail geschrieben und darauf hingewiesen, dass es wohl kaum in deren Interesse sei, wenn die zentral gesteuerte Klimaanlage kalte Luft in die Zimmer pustet und wir dafür individuell die Heizkörper aufdrehen. Schauen wir mal, was morgen passiert.

62.743171,9.291258 ...

... sind die Koordinaten unserer Hütte. Wenn ihr diese in eine recht bekannte Suchmaschine eingebt und bei Route berechnen noch 'Oppdal' hinzufügt, bekommt ihr einen Überblick über unsere ca. 30 km lange Wanderstecke. 30 km in eine Richtung versteht sich! Boa, ich bin so platt! Aber es war super!!!

25. August 2012
Zuvor hatte ich ja nicht verraten, welche Hütte es sein sollte. Wir hatten uns für Kamtjønnkoia entschieden. Die einzige Hütte mit einer Schwierigkeitsbewertung von 5. Die Skala reicht von 1 bis 5. Ist das nicht eine super Idee mit dieser Hütte zu beginnen? Unsere Logik dabei war: Let's do it now because it will be worse during winter. Im März diesen Jahres ist dort oben (die Hütte liegt auf 1180 m, also nur 64 m niedriger als der Fichtelberg) wohl Einer tödlich verunglückt und im Winter vor zwei oder drei Jahren muss es eine ziemlich spektakuläre Lawine gegeben haben, die das Eis im zugefrorenen See umgeflippt hat. Ich hatte meine Gründe über die Hütte vorher nicht allzu viel zu verraten. Manch ein Leser könnte sich sonst Sorgen gemacht haben :) Bei meterhohem Schnee ist es auch ungleich schwerer den Weg zu finden als entlang schlammiger Pfade Ende August.  Nicht, dass wir auf Schnee hätten verzichten müssen... Heute früh zeigte das Thermometer 3°C und aus den uns umgebenden Wolken rieselte ein Regen-Schnee-Gemisch hernieder. Ist es wirklich erst Ende August oder doch schon Ende Oktober?

Was von dem Wochenende bleibt, sind (momentan) schmerzende Schultern, anhaltende Wadenkrämpfe, böse Blasen an den Fußsohlen und (für immer) super Eindrücke, geniale Erinnerungen und natürlich auch viele Fotos, die im Folgenden für sich sprechen sollen. 

Zu Beginn mussten wir leider eine Weile entlang der Haupt-
straße laufen. Zwar gibt es einen Bus, aber der fährt nur
einmal am Tag. Also liefen wir...

Eindrücke entlang der Straße. Zu Beginn hatten wir auch noch
richtig gutes Wetter. Danke fürs Daumendrücken! Es hat geholfen. :)

Eindrücke entlang der Straße 2.

Der See Gjevillvatnet. Der Kreis markiert in etwa die Lage unserer Hütte.


Entlang des Sees gibt es eine für Autos befahrbare Schotterpiste.

Das Häuschen dort könnte mir auch gut gefallen.

Von den blauen Bergen kommen wir, von den Bergen,
ach so weit von hier...

Lieber barfuß durch den Schmelzwasserfluss, als anschließend
mit nassen Schuhen weiterwandern!

Nach 8,5 Stunden der erste Blick auf die Hütte! Geniales Gefühl!
Nach der Umrundung des Sees mussten wir jedoch erfahren,
dass dies nicht unsere Hütte ist. Unsere lag noch hinter dem
Hügel. Es irrt der Mensch, solang er strebt...

Tolle Landschaft!

Ich kann mich gar nicht satt sehen.

Das ist nun wirklich unsere Hütte! Bitte beachtet auch rechts
am Bildrand das Toilettenhäuschen :)

YEAHHHHHHHHHHHHHHHHH!

Das Thermometer heute morgen gegen 8 Uhr.

Der Blick war nicht mehr ganz so gut... Deshalb gibt es auch
kaum Fotos vom Rückweg.

Dick eingemummelt kurz vor dem Aufbruch zurück gen Bahnhof.
Sieben Stunden später war das Lächeln erst wieder so breit, als
wir im Bahnhofswarteraum endlich saßen und uns ausruhen konnten.

Natürlich mussten wir uns auch im Hüttenbuch verewigen!


Freitag, 24. August 2012

Regen und Gewitter...

... sind für morgen und Sonntag vorhergesagt. Ihr müsst fester die Daumen drücken!!! Gestern hieß es noch Samstag wird es sonnig, aber das Wetter scheint sich einen Tag verfrüht zu haben. Heute ist es zwar kühl, aber eine geniale Sicht, wie aus dem beigefügten Foto zu entnehmen ist.
Nach der Uni hat sich unsere Wandergruppe heute noch mal getroffen, um die letzten Sachen für morgen zu besprechen und einzukaufen. Ich hatte die Ehre als Gruppenmama auserkoren worden zu sein. Schon deprimierend, wenn man mit Abstand (2 Jahre) die Älteste ist... Nachher werden noch die regenfesten und warmen Sachen zusammengepackt, bevor es zeitig in die Heia geht. Abhängig von Rückankunftszeit und Müdigkeitsgrad gibt es dann Sonntagabend oder Montag den nächsten Bericht. Wunderschönes Wochenende an alle!

PS: Noch ein Lob und Danke für die Rückmeldungen nach dem letzten Eintrag. :)

Mittwoch, 22. August 2012

Es sei euch gestattet...

... den Blog mehr zu kommentieren. Ich freue mich, wenn ich sehe, wie rege das Interesse auf Grund der Leserzahlen zu sein scheint, aber über mehr direkte Rückmeldungen würde ich mich noch mehr freuen :)

Da die erste total ganz und gar aufregende Woche rum ist und mit der Uni langsam etwas wie Alltag einkehrt und Fotos bei grauem Himmel ohnehin nicht so toll aussehen, habe ich derzeit keine neuen Bilder für euch, möchte jedoch ein paar Dinge aus dem Alltag berichten. Fangen wir mit dem Pflegeheim an: Der Ausblick auf den Fjord aus der vierten Etage ist schon toll - sofern man ihn denn sieht. Früh ist er jetzt immer irgendwo in den tiefhängenden Wolken verborgen. Im Laufe des Tages taucht er jedoch meist wieder auf. Obwohl die Temperaturen draußen nicht mehr unbedingt an Sommer erinnern (laut Wetterbericht um die 13°C), haben wir in unserem Zimmer das Fenster die ganze Zeit gekippt. Die Heizung ist kalt, aber trotzdem ist es immer sehr warm hier drin. Ihr braucht euch also keine Sorgen machen, dass ich im Winter erfriere. Gestern früh habe ich das Fenster gegen 6 Uhr dennoch geschlossen, da in irgendeinem anderen Zimmer der Wecker klingelte und klingelte und klingelte und klingelte. Es war einer von diesen Weckern, die erst in einem Intervall von vielleicht fünf Sekunden jeweils einmal fiepen, dann auf ein Intervall von drei Sekunden und zwei Fieptönen wechseln und schließlich dauerfiepen. An der detaillierten Beschreibung könnt ihr erahnen, wie genau ich den Wecker gehört habe und wie angenehm das früh 6 Uhr ist, wenn man eigentlich bis acht schlafen kann. Ich vermute, dass der Weckerbesitzer bereits aufgestanden war und (aus Versehen) die Sleeperfunktion eingeschaltet hatte, so dass der Wecker auch ohne Person im Raum wieder ansprang und die Menschen im Stockwerk oberhalb gleich mit geweckt hat.

Wie bereits die Adresse des Blogs erahnen lässt und ihr ja auch wisst, bin ich mit einem natürlichen Rotschopf gesegnet. Die sieht man hier in Norwegen durchaus häufiger, als bei uns. Auch das Klischee, dass Norweger oft blonde Haare haben ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Natürlich trifft das nicht auf alle Norweger zu, aber der Anteil ist höher als in Deutschland. Jedenfalls führten meine helle Hautfarbe und das bernsteinfarbene ^^ Haar schon öfters dazu, dass mich Leute von hier auf Norwegisch angequatscht haben und nach meiner entschuldigenden Antwort, dass ich nicht von hier bin und (noch) kein Norwegisch spreche, die Entgegnung kam: "Oh, you just looked Norwegian." Prinzipiell finde ich das ja ganz schmeichelhaft, aber eben weil ich kein Norwegisch spreche fühle ich mich dann auch immer etwas unwohl. Zwar ist es mir bisher noch bei keinem einzigen Norweger hier untergekommen, dass er oder sie keine Englisch gesprochen hat (zum Teil besser, zum Teil schlechter), aber je länger ich hier bin, desto mehr vermisse ich die Verständigung in der Landessprache. Natürlich habe ich in den letzten eineinhalb Wochen ein paar Worte des täglichen Lebens aufgeschnappt, aber das ist nach wie vor unterstes Touristenniveau. Schade, dass der Sprachkurs erst nächste Woche beginnt und da im Pflegeheim hier nur Erasmusstudenten wohnen, ist die tägliche Umgangssprache hier ebenfalls Englisch. Das bedeutet Memo an mich selbst: Unbedingt mit ein paar Norwegern näheren Kontakt aufnehmen, um die Landessprache zu üben!! Am Wochenende wird das jedoch noch nicht funktionieren, da wir heute Morgen wie geplant unsere Berghütte gebucht haben. Das heißt Samstagmorgen beginnt das Abenteuer Cabintrip. Zwei Männer, vier Frauen. Zwei Deutsche, vier Franzosen. Ich bin gespannt. Morgen früh geht es aber erst mal zur Polizei, um mich ordnungsgemäß in Norwegen anzumelden. Irgendetwas sagt mir, dass es eine ziemlich lange Schlange werden wird, da der Termin zentral für die Erasmusstudenten organisiert wurde und es gibt nun mal einige von uns...

Dienstag, 21. August 2012

Wenn ich hungrig bin...

habe ich schlechte Laune. Daran ändert sich auch in Norwegen nichts. Zwar ist mein Bauch mittlerweile gut gefüllt aber Groll auf das Pflegeheim habe ich dennoch immer noch. Eine Küche für über 30 Leute. Nur ein funktionierender Herd in der Küche. Kein Wunder, dass das Ding irgendwann nicht mehr will, wenn sich alle nacheinander etwas Warmes zu essen machen wollen. Aber warum muss es ausgerechnet dann aussetzen, wenn ich meine Pfanne draufstelle?? Und während ich darauf warte, dass dieser blöde Herd endlich wieder anfängt zu arbeiten, wandern meine Gedanken zu einer mail, die heute früh rein kam und den Betreff "Noise, littering and blocked parking spaces" trug. Mein Verständnis dafür hielt sich in Grenzen. Statt undifferenziert jeden zu beschuldigen sollten sie vielleicht einfach mal dafür sorgen, dass wir eine funktionierende Küche haben. Mir ist klar, dass das eine mit dem anderen nicht wirklich zusammenhängt, aber wenn ich hungrig bin und dadurch schlechte Laune habe lasse ich mich noch unlieber ungerechtfertigt beschuldigen, als wenn ich gute Laune habe. Bin derzeit auch noch am überlegen, ob ich dem Herren, der die mail gesendet hat, nachher ebenfalls noch ein paar freundliche Worte schreibe... Oder ich mampfe einfach ein wenig Schokolade, um meine Stimmung zu heben. Jedoch keine Rocher-Kugeln. Für eine Packung wollten sie im Supermarkt ca. 10€. Ich ließ die Packung dankend im Regal stehen. Dafür habe ich heute mal eine kleine Packung Fiskepudding gekauft, da ich ja gestern schon davon geschrieben hatte. Als der blöde Herd endlich wieder funktionierte, machte ich mir drei Scheiben davon zum Abendbrot. Fazit: genießbarer als Brunost, aber auch nicht so, dass ich es unbedingt wieder kaufen muss. Fiskepudding erinnert mich ein wenig an Leberkäse (auch was die Konsistenz angeht), nur ist eben ohne Fleisch aber mit Fisch, von dem man meiner Meinung nach nichts schmeckt. Die Packung wird alle...

Schreiben wir mal was zur Uni, oder? Da mein Stundenplan für Montag keine Präsenzveranstaltungen in der Uni vorsieht, sollten heute meine ersten Vorlesungen stattfinden. Da ich von vielen gestern gehört hatte, dass deren Veranstaltungen in der ersten Woche nicht stattfinden, habe ich gestern Nacht (nach dem Feueralarm) noch im Internet nachgeschaut. Es gibt an der NTNU eine Plattform, über die von Kursinfos, über Skipte, Uni-mail und Bibo alles geregelt wird. Jedenfalls fand ich darin auch, dass meine erste Veranstaltung am Morgen erst nächste Woche beginnt. Gut, dass ich ins Netz geschaut hatte, denn so konnte ich länger schlafen. Die Veranstaltung 12:15 Uhr sollte jedoch geplant stattfinden. Der Hörsaal war auch voll und sogar der Prof war da. Nur die Technik wollte nicht.  Zunächst fragte der Prof um Hilfe in die Runde, dann rief er die Techniker der Uni an. Die tauchten nach gut 20 Minuten auch immerhin schon auf, versuchten sich erfolglos 15 Minuten daran die ppt-Präsi und das Mikro in Gang zu bekommen (die legten auch ein Engagement an den Tag... - Wahnsinn!) und als dann immer noch nichts ging fing der Prof nicht etwa ohne technische Hilfsmittel an - nein - er verabschiedete uns bis zur nächsten Woche. Sehr sinnvolle Anwesenheit... Im Anschluss an die nicht stattgefundene Vorlesung suchte ich den Buchladen, in dem es das Kompendium zur Veranstaltung geben sollte. Ich war ja mal gespannt, wie der Preis dafür in Norwegen sein sollte, aber für einen vom Prof zusammengestellten, lediglich in Pappkarton gebundenen Reader 402NOK zu verlangen fand ich dann doch seeehr happig. Mal schauen, ob man an das Ding irgendwie von Studis vom letzten Jahr rankommt. Für 55€ bekomme ich sonst schon richtig gute Fachbücher mit Hardcoverbindung und allem PiPaPo.

Das vielleicht sinnvollste am heutigen Tag war das Training, was ich anschließend absolvierte, wenngleich ich mich nicht völlig verausgabte, sondern erst mal die Trainingsstätte am Gløshaugen Campus testete. Dragvoll am Sonntag hat mir vom Ambiente und allem mehr zugesagt. Am Donnerstag will ich noch den Trainingsraum in der Stadt ausprobieren und dann entscheiden, wo in Zukunft geschwitzt wird. Alle drei Einrichtungen sind vom Pflegeheim etwa gleich weit weg. Bereits nach leichten Kniebeugen am Sonntag und auch nach dem Kreuzheben heute musste ich feststellen, dass die Hügel des Fjordes nach dem Training nicht unbedingt leichter zu erklimmen sind...

Montag, 20. August 2012

Frühsport war gestern...

... die coolen Leute im Pflegeheim sorgen abends um elf einfach mal für einen Feueralarm (sehr nerviges und lautes Geräusch, aber das ist wohl Sinn und Zweck der Sache) und alle laufen aus dem vierten und aus dem dritten und aus dem zweiten und aus dem ersten Stock nach draußen. Zuvor schauten bei uns auf dem Gang erst mal alle nach draußen, machten fragende Gesichter und holten in aller Ruhe die Jacke aus dem Schrank. Anscheinend lag es zumindest nicht an unserem Rauchmelder in der Küche oder wo auch immer. Woran es wirklich lag weiß (noch) keiner. Jedenfalls hörte es auf, kurz bevor wir entspannt quatschend die unterste Etage erreicht hatten, so dass wir umdrehten. Treppe wieder rauf. Mal schauen, welche mehr oder weniger wahren Geschichten sich ab morgen zu den Ursachen des Feueralarms verbreiten werden.
Good night.

Food for free...

Nidaros Kathedrale
... ich bin dabei. So der gängige Slogan unter den Austauschstudis hier. Sobald es etwas kostenlos gibt, werden die Studis zu Hyänen. Ich nehme mich da nicht aus. ;) Heute Nachmittag gab es speziell von meiner Fakultät noch mal eine Ein- führungsveranstaltung, zu der auch Pudding- taschen und Waffeln mit braunem Käse (komme ich später noch mal drauf zurück) gereicht wurden. Außerdem wurde die Infoveranstaltung für ein spezielles Fach eine Stunde später angekündigt. In der Ankündigung war vorn 'free pizza' die Rede... Ich war nicht die Einzige, die plötzlich großes Interesse an dem Kurs über die norwegische Gesellschaft hatte... ;) In der freien Stunde bis zum Pizzaessen ließ sich noch super die Bibo erkunden und gegen 17 Uhr machte ich mich mit vollem Bauch auf den Weg zur Nidaros Kathedrale, wo 18 Uhr alle Austauschstudis eingeladen waren den Eintrittspreis zu sparen und sich die (glaube) größte Kathedrale Norwegens kostenlos von innen anzuschauen. Natürlich waren super viele Menschen da (es gab schließlich was umsonst!!), was den Charme einer Kirche etwas genommen hat. Interessant war es trotzdem.
 Außerdem bin ich auf zwei meiner Mitstreiter für den geplanten Wochenendausflug gestoßen, so dass wir uns gut über das Thema Cabin Trip unterhalten konnten. Um die Erklärung kurz zu halten: Die Uni hat 24 Hütten irgendwo draußen in der Wildnis. Diese können gemietet werden. Dann wandert man dort hin und genießt die Ruhe. So die romantisch nordisch wilde Idee dahinter ;) Ein paar mehr Infos (sogar auf Deutsch!) findet ihr bei Interesse unter http://org.ntnu.no/koiene/tysk.php  Da die Cabins wohl ziemlich begehrt sind (eine Übernachtung kostet für Mitglieder im Sportclub auch nur 30NOK, d.h. 4€!) wird einer aus unserer derzeit fünfköpfigen Gruppe aus Deutschen und Franzosen Mittwoch früh gegen halb 8 vor der Anmeldung, die 8 Uhr beginnt, stehen und versuchen die Hütte zu ergattern. Drückt uns die Daumen! Und wenn ihr schon mal dabei seid: Drückt doch auch die Daumen, dass die Wettervorhersage bezüglich Regen und so dann nicht stimmt. Es muss ja keine Sonne auf uns herniederbruzeln, aber 7h wandern im Regen könnte unlustig werden...

Was wollte ich noch schreiben? Ach ja, ich hatte weitere Infos zum Brunost versprochen. Zu was? Zu Brunost. Dem braunen Käse. Eine der norwegischen Spezialitäten und meines Erachtens definitiv nicht zu empfehlen! Ich hatte bereits letzte Woche das Vergnügen eine kostenfreie Waffel mit braunem Käse (wer mag gern auch noch Marmelade dazu...) genießen zu dürfen. Schmeckt vielleicht am ehesten ein bisschen wie überlagerter Käse. Die Konsistenz erinnert, wenn er sich der Zimmertemperatur annähert, ein wenig an Knete. Zumindest konnte ich aus dem Rest, der nach dem ersten Bissen geblieben war, super eine Kugel formen und diese elegant in den Mülleimer werfen. ^^ Jedenfalls habe ich den Brunost jetzt mal probiert und das ohne mir selbst eine rießige Packung im Supermarkt kaufen zu müssen. Was noch auf meiner Norwegenessensprobierliste steht ist Fiskepudding. Hat mit Pudding wohl nicht wirklich was zu tun. Ist irgendwie aus Fisch gemacht und kann zum Beispiel in der Pfanne gebraten werden. I will let you know as soon as I will have tried it.

Da wir gerade beim Essen waren hier noch eine Geschichte dazu: Bekannter Maßen bin ich hier auf gut 63° nördlicher Breite. Es ist etwas kühler, als in Mitteleuropa. Deswegen findet man hier im August an den entsprechenden Bäumen oder Büschen auch durchaus noch reife Kirschen, Johannisbeeren oder Himbeeren. Alles sehr leckere Dinge und bei den hiesigen Obstpreisen sollte man meinen, dass diese Früchte, sofern man sie im eigenen Garten hat, genussvoll verspeist werden. Nur scheint mir dies nicht der Fall zu sein! Kirschbäume habe ich noch nicht allzu viele gesehen, aber die Kirschen von dem Einen, an dem ich heute vorbeikam und dessen Äste ziemlich tief über die Straße hingen, waren zwar sauer, aber auch super lecker. Ebenso die Johannisbeeren von dem einen Busch auf dem Weg zur Uni, der zufälliger Weise direkt an der Straße steht. ^^ Blöd nur, dass die meisten Büsche einige Meter vom Straßenrand entfernt mitten im kurz gemähten Rasen der Grundstücksbesitzer gepflanzt sind. Dort glänzen die Beeren reif im Sonnenschein und stellen meine Selbstregulationskapazität jedes mal aufs Neue auf die Probe. 

Apropos Selbstregulationskapazität: jetzt heißt es noch ein bisschen Arbeiten. Zum einen für den Hiwijob in Deutschland (irgendwie muss man sich das Essen, wenn es mal nicht 'for free' ist dann doch kaufen) und dann will für die deutsche Uni auch noch eine Hausarbeit geschrieben werden und morgen habe ich dann auch wirklich meine ersten Vorlesungen hier in Norwegen - hach, das Leben kann schon hart sein ;)

Zum Abschluss noch zwei sehr typische Bilder - zum einen der Tisch in einem Pflegeheim und zum anderen ein typisches Bild aus Norwegen (Schnee und Skianzüge sind doch ohnehin nur Klischees!)
Nahrungsmittel auf dem Tisch im
Pflegeheim - oder wollte irgendwer
etwas anderes zum Frühstück?
typisch norwegischer Sport mit typisch
norwegischer Bekleidung bei
typisch norwegischem Wetter


Sonntag, 19. August 2012

Der Unterschied zwischen 10 Uhr und 0 Uhr...

... im Pflegeheim ist, dass man heute früh um 10 ohne Probleme eine Stecknadel hätte fallen hören können. Ist nachts nicht unbedingt der Fall. Allerdings dämpfen die Türen die Geräusche von draußen relativ gut, so dass man, wenn das ständige Laufen, Radfahren und ähnliches ihren Tribut fordern, auch ganz gut schlafen kann. Eigentlich wollte ich jetzt gerade mit dem Fahrrad zum Training fahren, aber vor einer guten Stunde hat uns hier das typische Trondheim Wetter eingeholt. Mit anderen Worten: Es regnet... Das Einheitsgrau am Himmel erweckt zwar nicht den Eindruck, als käme ich heute noch irgendwo trockenen Fußes hin, aber als Optimisten habe ich den Sport jetzt trotzdem mal guter Hoffnung auf heute Nachmittag verschoben - und als Realistin auch schon den Regenschirm bereitgelegt. :)

Die letzten Tage waren leider auch die letzten unifreien Tage mit lediglich Spaßprogramm (noch mal Fjord, Freilichtmuseum, Trondheim Stadttour, Teambuilding, Abendprogramm). Morgen endet meine vorlesungsfreie Zeit auch schon wieder. Laut Wetterbericht soll es sogar möglich sein per Fahrrad von Campus zu Campus zu kommen, aber man hat uns schon vorgewarnt, dass die fehlenden Regentropfen in der Wettervorhersage nur deshalb fehlen, um die Leute bei Laune zu halten.

Das erste mal Wäsche waschen habe ich auch durch. An sich kein Problem, aber ich muss mir noch ein gutes Buch besorgen und gegen Waschmaschinen- und Trocknergeräusche sowie -gerüche immun werden, damit ich mich die ca. 2 Stunden im Waschsalon beschäftigen kann. Das Problem ist nämlich, dass es im Pflegeheim hier keine Waschmaschinen gibt. Sehr freundlicher Weise dürfen wir den Waschsalon in Moholt, dem großen Studentenwohnheim, mit nutzen. Blöd halt nur, dass man für eine Strecke mit dem Fahrrad ca. 15 und zu Fuß ca. 30 Minuten braucht. Wenn die Wäsche in der Maschine eine knappe Stunde wäscht bringt ein Rückweg zum Pflegeheim folglich nicht viel. Nach dem Waschgang muss die Wäsche in den Trockner, der dann ebenfalls noch mal eine Stunde rumpelt. Da hilft es auch nichts, dass die Maschine fünf Minuten vor Waschende gratis eine Erinnerungs-SMS aufs Handy schickt.

Und es regnet immer noch gleichmäßig...

Freitag, 17. August 2012

Mit was soll ich anfangen...

... zu erzählen? Tausend neue Eindrücke in den ersten Tagen und ich werde nicht müde das geile Wetter zu betonen, was morgen jedoch voraussichtlich langsam enden soll.

Samfundet
Ich versuche es mal mit einer Art Ablaufplan und danach das ein oder andere Blitzlicht zu den kleinen Dingen des täglichen Lebens.
Montag begann früh im Samfundet. Das ist die größte Student Society in Norwegen mit eigenem, recht markantem Haus am Eingang zum Stadtzentrum. Ich langweile euch jetzt nicht im Detail mit den ganzen Infosachen.  Am Nachmittag ging es auf Erkundungstour durch Campus und Stadt.

Das Fahrrad, die berühmte Brücke und ich
Das Hogwarts-Hauptgebäude der NTNU









Und dann fuhr ich Montag wie schon irgendwo mal erwähnt noch zum Fjord zum Ausspannen und Baden. Trondheim liegt strenggenommen zwar nicht direkt am Meer, aber so ein Fjord reicht, um zu schwimmen und die Seele baumeln zu lassen.

Warum bin ich in Trondheim?
Darum bin ich in Trondheim :)
Dienstag begann schon 9 Uhr die Imma-Feier, die geringfügig anders verlief, als in Chemnitz. Der größte Unterschied besteht wohl darin, dass alles draußen stattfand - wo will man auch sonst ca. 7000 (davon ca. 1200 ausländische) neue Studis unterbringen? Das war ein interessantes Feeling. Die Kleiderordnung ging von weißem Hemd mit Jackett bis zu normalen Freizeitklamotten (definitiv der überwiegende Teil). Bis ca. 10 Uhr wurde außerdem nur ein bisschen informell Musik gespielt und auf einer kleinen Bühne irgendwas vorgeführt. Viel interessanter waren da die ganzen Stände von den Studentenorgas, wo es im Grunde überall was 'for free' gab - etwas zu essen, Kulis, Kondome, Spielkarten, viel zu viele Werbeblätter, Beutel... Da hier wie erwähnt alles recht preisintensiv ist, nimmt man als armer Studi natürlich mit, was geht. Gut, dass ich einen von den Beuteln gleich zu Beginn absahnen konnte. Das machte die Trophäensammlung später einfacher *g*
Von 10 bis 11:30 fand dann die offizielle Immafeier statt, die mit wechselnden Reden und Musi unserer an der TUC recht ähnlich war. Die Atmosphäre mitten zwischen den alten Gebäuden auf der Wiese, wo es auch niemanden störte, wenn gequatscht wurde, war dazu sehr interessant. Für alle internationalen Studis folgte ein BBQ - wieder nichts zu bezahlen, also kräftig zulangen! Später habe ich mir mal noch den anderen Campus (Dragvoll) angeschaut, wo ich aber nur den Sprachkurs haben werde.
freie Bananen zum informellen Immateil
Erstis zum offiziellen Immateil









Da gestern vor allem wieder viel Infogedöns stattfand und das für euch eher nicht so interessant ist abschließend zum heutigen Programmpunkt: Wandern in Bymarka. Es war soooo toll! Nach 6 Stunden wandern in der Gruppe, 2 Stunden zurück zum Campus plus der Fahrradfahrt zum Campus und zurück ins Pflegeheim war/ bin ich aber auch total platt - und leicht verbrannt. Wer hätte auch solches Wetter in Norwegen erwartet??? Auch zur Wanderung möchte ich einfach die Bilder sprechen lassen. Es ging sowohl bequeme Waldwege entlang, als auch über Stock und Stein und mitten durch den Wald und durchs Sumpfgebiet. Die Wanderschuhe waren definitiv praktisch, wenngleich einer der norwegischen Begleiter einfach gleich barfuß gelaufen ist. Warum auch nicht... Immerhin besser als der eine Kerl mit Flip Flops oder das eine Mädel mit weißen Sneakers... (Kleine Anmerkung: die Art der Wege war vorher beschrieben wurden. Man hätte auch nur Asphaltweg für eine Dauer von lediglich zwei Stunden auswählen können.)
Der offizielle Teil endete beim Lian Lake und es tat super gut die Schuhe auszuziehen und im kühlen Nass unterzutauchen. Mit einem Serbier lief ich dann noch zwei Stunden zurück zum Campus Gløshaugen, wo mein Fahrrad stand. Zugegebener Maßen wurden die Beine gen Ende doch relativ schwer...
wieder ein Bild mit Fernsehturm!



Zum Schluss noch unzusammenhängend ein paar Dinge, die mir einfach so durch den Kopf gehen:

Amis und Norweger: ich habe mich die letzten Tage immer mal wieder dabei erwischt, dass ich dachte: 'Die Norweger haben einen ähnlichen Baustil wie die Amis' 'Die Norweger sind bei der Rasenpflege im Vorgarten anscheinend genauso pingelig wie die Amis' 'Im Supermarkt gibt es viele amerikanische Marken' ... Bis auf den letzten Gedanken kommen die Dinge aber wohl kaum aus den USA nach Norwegen, sondern die norwegischen Einwanderer haben die Dinge eher in die USA gebracht. Interessant finde ich die Vergleiche trotzdem. :)

Fragt Norweger bitte nie nach dem Weg! Norweger sind voll freundlich und auch gewillt zu helfen, wenn man sie anspricht, aber sofern ihr auch nur eine grobe Idee der Richtung habt in die ihr müsst: Lauft einfach los und fragt am besten nicht. Die haben keinen Plan! Das musste ich zum ersten Mal an meinem Ankunftstag feststellen, als ich mir an der einen Straße nicht ganz sicher war und drei Personen im Garten um Hilfe bat. Nachdem die drei fünf Minuten auf norwegisch untereinander diskutiert hatten, kam der Mann zu mir, schaute auf die Karte, fand unseren Standort, den ich mit dem Finger grob angedeutet hatte, nach weiteren fünf Minuten, diskutierte noch mal mit den zwei Frauen und schickte mich schließlich in die Richtung, die ich eigentlich nicht wollte, wie ich ein bisschen später feststellen durfte. Ähnliche Erlebnisse wiederholten sich noch zwei mal und seitdem frage ich nicht mehr :)

Und schickt am Besten auch keine Karten oder ähnliches mit der Post aus Norwegen in die Welt - zumindest informiert euch vorher, was eine Briefmarke kostet und gebt dem Postbeamten konkrete Anweisungen, welche Briefmarke ihr braucht und am besten sagt ihr ihm auch gleich noch, wo diese zu finden ist. Als ich gestern Briefmarken kaufen wollte, musste der Herr erst mal in seinem Katalog blättern, welche Briefmarke denn nun nötig sei und danach wühlte er noch einige Zeit in seinem Schubfach rum, bis er sie gefunden hatte und wollte mir am Ende auch noch 5NOK mehr abnehmen, als die Briefmarken zusammen wert gewesen waren. Gut also, dass ich während seiner Suche Zeit gehabt hatte, den Preis im Kopf selbst zu überschlagen.

Preis... Wenn wir schon mal wieder beim Thema sind, hier noch mal ein paar Preise: die billigsten Eier im 6er-Pack für 3€. 300g Quark (ich bin ja begeistert, dass es hier so was in der Art gibt!) 2,53€ - dafür bekomme ich in Deutschland knapp fünf 500g Becher. Aber ich sollte aufhören über die Essenspreise zu weinen. In Zukunft werde ich mir am Besten ohnehin nichts mehr kaufen, was ich erst in der Küche zubereiten muss, denn...

... zum einen ist ein Ofen (der Zweite funktioniert derzeit irgendwie nicht) für gut 30 Leute einfach zu wenig! Und zum anderen fühlt sich in der Küche natürlich nie jemand dafür verantwortlich, wenn es immer ein bisschen dreckiger wird. Seit heute haben wir unseren neuen Floor Supervisor, der u. a. für Reinigungspläne zuständig sein soll. Theoretisch bräuchte man den nicht, wenn jeder sein Zeug wegräumen und auch mal den Tisch abwischen würde, weil es einfach von Zeit zu Zeit nötig ist. Aber die Vorstellung, dass das jeder selbst sieht und dann auch noch tut ist wahrscheinlich genauso utopisch, die der Gedanke Frieden auf Erden...

Frieden - schon wieder eine schöne Überleitung. Wir haben hier im Pflegeheim bereits eine leicht ermahnende Rundmail bekommen, dass wir uns doch ein bisschen besser benehmen sollen, weil es Beschwerden vom Kindergarten nebenan gab, da unsere Fahrräder zu nah am KiGa Eingang geparkt sein. Hallo? irgendwo müssen wir da ja wohl abstellen, oder? Und wo genau kann ich mich eigentlich beschwerden, wenn meine Schlafruhe früh 7 Uhr durch schreiende Kinder unterbrochen wird, die nicht in den KiGa wollen? Ich habe nichts gegen Kinder und es ist natürlich, dass die auch mal lauter sind - aber dann bitte auch nicht über Fahrräder in der Nähe des KiGa beschweren!

So, ich denke das war so ziemlich alles für heute. Vielleicht noch die Info, dass ich jetzt eine norwegische Sim-Karte habe (musste auch nur 1,5 Stunden in der Schlange warten...). Meine alte Nummer bleibt aktuell, wird aber bis Dezember nur sporadisch gecheckt werden. Wer die norwegische Nummer will, soll mir einfach schreiben.

Mittwoch, 15. August 2012

Den Fernsehturm...

... sieht man fast von überall. Auf dem Weg in die Uni fahre ich relativ nah an ihm vorbei, aber auch sonst ist er fast immer im Bild (überzeugt euch selbst *g*). Mir zeigt er jedes mal an, wie weit ich schon wieder gefahren bin. Der Rotschopf fährt hier in Trondheim nämlich nicht mit dem kleinen vierrädrigen gelben Flitzer, sondern mit dem teilweise gelben Fahrrad. Die Oberschenkelmuskeln haben mir am Montag Abend gesagt, was ich bereits Sonntag auf dem Weg vom Bahnhof zum Pflegeheim feststellen musste: So ein Fjord ist toll anzuschauen, aber bringt bei einer Wegstrecke x von A nach B mindestens x-halbe zu überwindende Höhenmeter mit sich. Verständlicher ausgedrückt: es geht hier bergauf und bergab und das ist ziemlich anstrengend. Wenn ich aus Persaunet (meinem Wohngebiet) weg will, ist das kein großes Problem, da wir auf einem Hügel so ziemlich ganz oben liegen. Früh in die Uni kann ich mich beispielsweise hauptsächlich einfach nur rollen lassen. Dafür ist das Heimkommen umso gemeiner. Ich habe auch gleich am Sonntag Nachmittag festgestellt, dass es in Trondheim nicht unbedingt weise ist, die kürzeste aller Straßen zu nutzen. Wenn ihr auf die Karte schaut und euch wundert, warum eine Verbindungsstraße zwischen zwei parallel verlaufenden Straßen nicht gerade, sondern s-förmig ist, liegt das ganz einfach daran, dass bereits die S-Form einen Anstieg von gefühlten 20% aufweist und man für eine gerade Straße wohl schon Kletterausrüstung zur deren Bewältigung bräuchte! Seit dieser Erkenntnis wähle ich lieber eine etwas längere Straße mit flacherem Anstieg oder das Fahrrad wird eben, wie hier üblich, die steilen Anstiege hoch einfach mal ein paar Meter geschoben.
Der erste (bewusste) Blick auf den
Fernsehturm am Sonntag auf meinem
Weg vom Bhf nach Persaunet.
Das ist Trondheim! Wie man am
Kleidungsstil der Dame links erkennen
kann, ist es derzeit sommerlich warm.
Blick aus der Nähe vom Dragvoll
Campus (dort sitzen u. a. die Psychos).



Findet ihr den Fernsehturm in jedem
Bild? :)

Blick gen Osten.

Blick vom Fluss Nidelva auf die ins
Zentrum führende Hauptstraßenbrücke.
Die letzten drei Tage bin ich mindestens so viel Rad gefahren, wie zuvor  im letzten halben Jahr zusammen, aber das Wetter und die vorlesungsfreie Zeit schreien einfach nach Erkundungstouren! Zu einzelnen Erlebnissen komme ich vielleicht morgen - nach der Wanderung in den Bergen westlich von Trondheim (Bymarka).

Dienstag, 14. August 2012

Dass ich in Norwegen bin, merke ich an...

... wunderschönen, klischeehaften Bildern...

...und an den Preisen. Der Kurs steht derzeit bei 1€ = 7,3NOK. Gurkensalat werde ich auf absehbare Zeit (bis Ende Dezember) wohl keinen machen...

Das Kilo Kirschen für 18,90€.
Eine Gurke für 2,73€


Pros und Cons...

... vom Pflegeheim: erst mal ein paar Bilder von innen:
der Gang (am Ende ist ein Gemeinschaftsraum)
Küche (nur die eine für den Gang)
erkennt man ja, oder?

unser Zimmer


... und nun der nicht zu verachtende Ausblick aus unserem Zimmer im vierten Stock zu verschiedenen Tageszeiten. Zu beachten: Momentan ist es noch sehr lange hell. Im Dezember werden die vier Bilder zu allen Zeiten gleich aussehen: schwarz! ;) Weiterhin ist im Hinterkopf zu behalten, dass wir bisher super genial tolles Sonnenwetter hatten. Es gibt Leute die mir immer wieder einreden, dass dies nicht immer so sei, aber von denen lasse ich mir meine Laune jetzt nicht vermiesen :)
gegen 4 Uhr früh
gegen 7 Uhr früh


gegen 20 Uhr
gegen 17 Uhr