Donnerstag, 30. August 2012

Gewöhnliche Leute...

... kaufen sich Schokolade, wenn sie Frust haben. Da ich bekannter Maßen aber außergewöhnlich bin ^^, habe ich mir heute auf dem Heimweg von der Uni eine Gurke geleistet (bezugnehmend auf den Blogeintrag vom 14.08.12 Dass ich in Norwegen bin, merke ich an...).

Warum war Frustbekämpfung überhaupt nötig? Kurzgefasst könnte man die Gründe wohl mit Technikproblemen und einem Missverständnis umschreiben. Kommen wir zu Ersterem: Es ist sehr angenehm, dass Studenten der NTNU an allen Unirechnern mit entsprechendem Login, d. h. Rechner in Unibibo oder in PC Pools, kostenfrei drucken können. Weniger angenehm ist es, wenn mindestens die Hälfte der Zeit die Drucker nicht funktionieren. Am Dienstag wollte ich im Realfagbygget, einem großen Gebäude auf dem Hauptcampus in Gløshaugen, ein Skript ausdrucken. Der Drucker im PC Pool streikte. Der Wechsel in die Bibliothek direkt nebenan half auch nicht weiter, da dort am Druckerraum ebenfalls ein 'out of order' Schild angebracht war. Von anderen Studierenden habe ich mir sagen lassen, dass der Drucker im Elektrogebäude (natürlich am anderen Ende des Campus) im Grunde immer funktioniert. Blöd nur, dass ich mit meinem Studentenausweis gar nicht erst in das Gebäude dort hineinkomme, was wahrscheinlich daran liegt, dass ich einer anderen Fakultät angehöre. Immerhin funktionierte der Drucker in der Bibo im Hogwartsgebäude, so dass ich meine Ausdrucke am Ende doch noch bekam. Eilig sollte man es aber nicht haben...

Heute war ich in Dragvoll, dem Campus, in dem hauptsächlich die Human- und Sozialwissenschaften untergebracht sind. Ich wollte ein paar Skripte drucken und ging dafür in die dortige Bibliothek. Wer als erster errät, was dort an der Tür zum Druckerraum stand, darf sich einmal auf die Schulter klopfen... Da ich mich auf diesem Campus noch nicht so gut auskenne, fragte ich freundlich die beiden sich langweilenden Herren, die unter einem Schild saßen, auf dem "Informasjon" stand, ob es in Dragvoll noch eine andere Möglichkeit zum Drucken gibt. Sie diskutierten kurz miteinander und gaben mir dann die Auskunft, dass es noch einen PC Pool mit dem Namen Grava gäbe. Toll - und in welchem Gebäude kann ich den finden? (In Dragvoll sind die Gebäude praktischer Weise von 1 bis 12 durchnummeriert.) Wussten sie auch nicht so genau aber da ich nun mal immer noch vor dem Informationstresen stand und keine Anstalten machte zu gehen, fühlte sich einer der beiden Herren schließlich bemüßigt aufzustehen und mir auf einer Übersichtskarte des Campus am Bibo-Eingang Gebäude 10 anzuzeigen. Immerhin eine Antwort. Den Rest würde ich schon selbst finden. In Grava begrüßten mich zwei Drucker. Neben beiden stand jeweils eine Person. Die eine fluchte über den offensichtlich nicht funktionierenden Drucker A und die andere Person hatte bei Drucker B gerade alle zu öffnenden Dinge aufgemacht und schien den Drucker reparieren zu wollen. Super... Irgendwann funktionierte die Technik dann doch wieder und ich konnte meine Skripte drucken. Nur hätte ich die reichliche Stunde, die mich die Aktion heute insgesamt gekostet hat, auch sinnvoller verwenden können! 

Während meine Dokumente schließlich druckten, schaute ich noch auf die Internetplattform "It's learning", über die an der Uni hier alles was die Kurse betrifft geregelt wird. Besonders interessierte ich mich für Neuigkeiten meinen Kurs Innovation Management betreffend, bei dem wir letzte Woche folgende Information bekommen hatten: 
"This is an important message from the department regarding this course. As you can see from the study plan, this course can only take about 25 people. To arrange this, an application process is described in the course description, but something has happened that has allowed students to bypass this and choose the course on studweb. Thus, we have ended up with more than 45 students on this course, and that is way too many. Thus, we have decided to arrange a quick application process...."
Es waren also zu viele Studis für den Kurs zugelassen worden, weshalb wir uns innerhalb von fünf Tagen noch einmal extra für den Kurs bewerben sollten. Die Auswahl sollte ausschließlich anhand bisheriger Studienergebnisse erfolgen. Da mein derzeitiger Notendurchschnitt bei 1,1 bei einem bestmöglichen Durchschnitt von 1,0 liegt, habe ich mir bezüglich der Bewerbung überhaupt keine Gedanken gemacht und es auch im Blog nicht für erwähnungswürdig gehalten. Da vor sechs Stunden nun die Namen der "Erwählten" veröffentlicht wurden und mein Name auf mysteriöse Weise nicht darunter war, muss ich dem Thema wohl doch noch etwas mehr Aufmerksamkeit schenken. Die erste Aktion, die ich ergriffen habe, war dem verantwortlichen Prof eine E-mail zu schreiben, in der ich erneut auf meinen Notendurchschnitt verwies und freundlich fragte, ob es zu einem Missverständnis gekommen war. (Bereits in der Bewerbung hatte ich erklärt, was in Deutschland gute und was schlechte Noten sind, da international kleine Zahlen oftmals für schlechte Noten stehen.) Da es jedoch bereits halb fünf war und man in Norwegen nach 15 Uhr von sämtlichen öffentlichen Einrichtungen keine Anwesenheit mehr erwarten darf, bezweifle ich eine Antwort vor morgen früh. Zurück im Pflegeheim sprach ich mit drei zugelassenen Teilnehmern für den Kurs (die Namen standen ja wunderbar in Klarschrift im Internet). Alle drei haben einen schlechteren Notendurchschnitt als ich. Ich werde also morgen früh ganz normal zum Kurs in die Uni fahren und das kleine Missverständnis mit dem Prof klären...

Nach Zeitverlust durch Druckerprobleme und der unerfreulichen Nachricht bezüglich des Kurses brauchte ich jedenfalls eine kleine Aufmunterung und habe mir oben genannte Gurke geleistet. :)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen