Donnerstag, 27. Dezember 2012

Gänseblümchen...

Eins der Gänseblümchen.
... die Ende Dezember am Rande des Erzgebirges in Deutschland blühen sind ein Bild, an das wir uns wahrscheinlich gewöhnen sollten. Die letzten Tage habe ich mich nicht gefragt, 'ob' es die Klimaerwärmung gibt, sondern wie lange es wohl dauern wird, bis ich nicht mehr die Einzige bin, die zu Weihnachten im T-Shirt durch den Garten läuft. Durch vier Monate Norwegen erschienen mir 15°C und Sonnenschein dazu ausreichend.
Die letzten Tage in Familie waren schön, aber Weihnachten? Nein, es war wohl eher Ostern.
Reiche Ernte aus dem eigenen Garten Ende Dezember.
Blauer Himmel und Sonnenschein -immer dann, wenn es
gerade nicht geregnet hat.

Sonntag, 23. Dezember 2012

Die Welt ist klein...

Chemnitzer Weihnachtsmarkt.
... wie sich immer wieder zeigt. Wer annahm, dass meine norwegischen Erlebnisse jetzt der Vergangenheit angehören, erliegt einem Irrtum. Auf dem Chemnitzer Weihnachtsmarkt herrschte heute ein wenig norwegisches Flair. Daran waren jedoch garantiert nicht die im einstelligen plusbereich liegenden Temperaturen schuld. Allerdings sah ich zum einen mehrere Weihnachtsmarktbesucher, die eine Mütze mit Norwegenflagge oder -schriftzug trugen. Zweitens traf ich einen der beiden anderen von der TU Chemnitz stammenden Studenten, die das letzte Semester ebenfalls an der NTNU studiert hatten. Er ist erst seit gestern wieder in Deutschland. In Trondheim haben wir es nur zwei oder drei mal geschafft, uns zu treffen. Im Trubel des Weihnachtsmarktes laufen wir uns über den Weg... Und das dritte Erlebnis, was mich nostalgisch hat werden lassen, fand an einem Weihnachtsmarktstand statt, an dem frische Waffeln verkauft werden. Einer der möglichen Beläge war mit 'Blåbær' Marmelade ausgeschrieben. Die norwegische Schreibweise ließ mich stutzig werden. Als ich dann den Stand absuchte, erfreute sich mein Auge an drei Kilopackungen echt norwegischer Blåbær Syltetoy von Rema 1000 (norwegische Supermarktkette). Nur konnten die Verkäufer leider kein Norwegisch und konnten mir auch nicht die ganze Geschichte hinter der Blaubeermarmelade erzählen. Schade.

DDR vs. Norwegen :)
Gute norwegische Blaubeermarmelade.


God jul alle sammen!!

Dienstag, 18. Dezember 2012

Knapp 1.000°C...

... sagt der Wetterbericht für Freitag voraus. Schauen wir mal, ob sich das bewahrheitet.
Zumindest gibt es für Samstag und Sonntag keine falschen Vorhersagen. ^^

Montag, 17. Dezember 2012

Ich habe ein wenig Heimweh...

... nach Trondheim. Mittlerweile ist es schon vier Tage her, dass ich das faszinierende Land im hohen Norden verlassen habe und wieder in Deutschland weile.
Das kommt überraschend für euch? Nunja, ich war mit meinem Rückflugdatum vielen gegenüber nicht sonderlich freigiebig. ^^ Ich wollte ein paar Menschen überraschen und ich kann rückblickend sagen: Die Operation war erfolgreich. ^^
Ab dem zweiten Adventssonntag begann ich mich langsam von allen meinen Freunden in Norwegen nach und nach zu verabschieden, mental und physisch zu packen und die Details für meine Rückkehr zu planen. Mittwoch Morgen nach einer verdammt kurzen Nacht klingelte der Wecker auch schon früh kurz vor sechs Uhr. Das war völlig unnötig, da mein Flieger auf Grund von Schneeproblemen in Berlin am Ende über eineinhalb Stunden Verspätung hatte, aber wer weiß solche Dinge schon im Voraus? Da ich im Flugzeug einen Fensterplatz hatte, konnte ich den Trondheimfjord, Trondheim, Jonsvatnet, Selbusjoen und all die anderen in den letzten vier Monaten lieb gewonnenen Orte noch einmal aus der Luft bewundern, ehe wir über die Wolken stiegen und unter uns nur noch eine wabrige weiße Masse zu erkennen war, welche eine gleichmäßige, einschläfernde Wirkung auf mich ausübte. Als ich wieder aufwachte, waren wir bereits wieder unterhalb der Wolkendecke und mein erster Gedanke beim Anblick der brandenburgischen Landschaft unter mir war: "Boah, ist das flach!" Wo waren die ganzen Berge hin? Zumindest war das Gebiet genauso verschneit wie in Norwegen, was das Gefühl der Entfernung verkleinerte. Schließlich berührte das Fahrwerk der 737 deutschen Boden. Ein halbes Augenzwinkern später sah ich einen Fuchs von der Landebahn auf die angrenzende, zugeschneite Wiese rennen. Bis wir am Terminal hielten, sah ich weitere drei Füchse die Wiesen entlang huschen. Berlin Schönefeld hat ein Fuchsproblem.
Good bye Persaunet.
Das wirklich letzte Bild von mir auf norwegischem Boden - für dieses Jahr. ^^
Blick über den Trondheimfjord.
Nachdem ich vom Gepäckband meine zwei 19,9 kg schweren Taschen heruntergewuchtet hatte, machte ich mich auf dem Weg zur S-Bahn und zu einer in Berlin wohnenden Freundin. Mit je einer großen Tasche ohne Rollen in den Händen und einem vollen Rucksack auf den Schultern  bei Schneematsch durch Berlin zu stapfen macht nur begrenzt Spaß.
Am Donnerstag wurde es dann interessant für mich - würde mein Plan aufgehen? Was war der Plan? Der Plan war, meine lieben Eltern, die noch nicht mit meiner Rückkehr aus Norwegen rechneten, zu überraschen. Meine Eltern wollten am dreizehnten Dezember nach Berlin kommen, um sich das Musical Hinterm Horizont anzuschauen.  Ich hatte das Hotel organisiert und mit den Hotelmitarbeitern geredet, dass ich schon in das Zimmer konnte und sie meinen Eltern nichts von mir verraten würden. Im Zimmer wartete ich geduldig, bis ich hörte, dass die Tür von außen geöffnet wurde. Der Überraschungseffekt war ganz auf meiner Seite. :) Später liefen wir zum Potsdamer Platz, schlenderten über den Weihnachtsmarkt und ließen uns vom Musical in die Vergangenheit entführen. Ein voller Erfolg.
Berlin - Potsdamer Platz.
Die Ausläufer des Weihnachstmarktes vor dem Stage Theater.
Willkommen Hinterm Horizont - frisch zurück aus Norwegen
bekommt das Ganze noch eine andere Bedeutung...

Den darauffolgenden Tag fuhren wir gemeinsam zurück gen Heimat. Sehr praktisch, wenn man mit dem großen Gepäck nicht per Zug reisen muss, sondern sich entspannt in einem Auto zurücklehnen kann. Zwar fuhren wir nach Sachsen, aber noch nicht bis Chemnitz, denn es standen noch zwei weitere Überraschungen auf dem Plan – am Nachmittag ein Freund, der an dem Tag Geburtstag hatte und am Abend ging es zu meiner Oma. Niemand hatte mich erwartet. Es ist zauberte jeweils ein Lächeln auf mein Gesicht in große, erstaunte Augen zu blicken. 
Seit gestern Abend bin ich nun für drei Wochen wieder in Chemnitz - kleinere Ausflüge in die nähere Umgebung ausgenommen. Was ist anders hier als in Norwegen? Wenn ich acht Uhr aufwache ist es nicht mehr stockfinster. Statt minus fünfzehn Grad komme ich mir bei hohen einstelligen Plusgraden vor wie Anfang Oktober. Die Weihnachtsdekoration im Erzgebirge ist toll. Das Weihnachtsgebäck schmeckt wieder nach Weihnachten. Während mir das Heimweh in Trondheim fehlte, spüre ich hier schon etwas wie Sehnsucht, die gen Norden zieht. Es ist immer dasselbe: Es ist schön wieder zu Hause zu sein, aber die Gewissheit, dass es nie wieder so sein wird wie in den letzten Monaten, weil alle Menschen, die man in dieser Zeit kennen gelernt hat nun wieder über den Globus verteilt sind, verbreitet eine leicht melancholische Stimmung.
Aber jetzt steht Weihnachten vor der Tür - und bis ich Anfang Januar nach Hamburg ziehe, freue ich mich schon darauf viele meiner treuen Blogleser (im Schnitt 1000 Seitenaufrufe pro Monat) persönlich wieder zu sehen. :)

Samstag, 15. Dezember 2012

Soooo viele Dinge...

... sind in den letzten Tagen passiert, dass ich nicht sonderlich viel Zeit hatte, hier darüber zu berichten und auch jetzt soll dies lediglich ein Teaser für einen längeren, für morgen geplanten Blogbeitrag sein. Damit ihr bis dahin noch einmal die Schönheit Trondheims bewundern könnt, empfehle ich ein kleines Video.
Ihr erkennt doch bestimmt den TV tower, oder? :)

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Ich kann über Wasser laufen...

... zumindest wenn die Seen wie hier in Norwegen mittlerweile alle hübsch zugefroren sind. Mit Schlittschuhen macht das bestimmt noch mehr Spaß, aber die habe ich leider nicht mit hier.
Das Wasser im Bach ist komplett gefroren - alles Eis!
Sonnenuntergang kurz nach 15 Uhr.
Das Bild zeigt u.a. sehr schön, wie die Reflektoren am Rucksack funktionieren. 
So wirklich brauchte ich den Rettungsring nicht. :)
Ohne Worte.

Sonntag, 9. Dezember 2012

Prüfungen, Weihnachtsmarkt, Weihnachtsessen und...

... mehr gab es diese Woche, wobei die angenehmen Dinge erst Freitag Nachmittag nach Prüfungsende begannen. Die Prüfungsatmosphäre in Norwegen ist durchaus eine andere als in Deutschland. Um allen Prüflingen einen Platz zu bieten, werden viele Prüfungen in Turnhallen geschrieben - entweder in den Uni-eigenen oder in der größten Sport- und Mehrzweckhalle der Stadt. Die Aufsicht bei den Prüfungen wird generell von Damen und Herren im Alter 60 plus übernommen. Unimitarbeiter trifft man höchstens kurz nach Beginn an, um eventuelle organisatorische Fragen zu klären. Fünf Minuten vor Prüfungsbeginn kam ein ping-pang-pong-Ton über die Lautsprecherdurchsage, der den nahen Prüfungsstart verkündete und von einer Bandansage gefolt wurde, die den Ablauf der Prüfung erklärte. Die Prüfungen hier dauern in der Regel vier Stunden. Für die vier Stunden am Freitag hatte ich ganze drei Fragen zu beantworten. Natürlich sind die Fragen in einer anderen Art und Weise zu beantworten als in Deutschland, wo es für 90 Minuten teilweise 50 Fragen (inkl. MC) gibt.
Die Sport- und Mehrzweckhalle.
20 Minuten vor Prüfungsbeginn.

Nach der Prüfung war dann Zeit das Winterwetter zu genießen, zu entspannen und sich ein wenig in Weihnachtsatmosphäre zu versetzen. Ein Weihnachtsfilm am Freitag, Weihnachtsmarkt und Weihnachtsessen am Samstag taten ihr übriges.
Nidelva.
Nidarosdomen.
Trondheim Innenstadt.

Auf der Bühne gab es Geschichten mit Trollen.
Auf dem Weihnachtsmarkt.

Auch die Zelte gehören zum Weihnachts-
markt. Und innendrin brennen vier...
...Feuer. Super zum Aufwärmen - und
zum Schafe-basteln. :)










Das Weihnachtsessen am Samstag fand in Persaunet, B4 statt. Neben den vielleicht nicht immer optimalen Lebensbedingungen hier (siehe bspw. voriger Blogeintrag) hat so ein Etagenessen mit über 30 Leuten, mit denen man die vergangenen vier Monate eine außergewöhnliche Zeit erlebt hat, schon seinen Charme. :)
Warten auf die Buffeteröffnung.
Noch mehr Betrieb als sonst in der Küche.











Und ein bisschen was ist noch in der Küche.
Our floor - B4!

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Persaunet...

... mein Dach überm Kopf für die vergangenden vier Monate, lässt einen einfach nicht zur Ruhe kommen. Wie sagte meine Zimmergenossin heute: Es gab wohl keine einzige Woche, in der nicht irgendwelche Probleme aufgetreten sind. Vieles hatte ich schon hier und dort mal erwähnt: Klimaanlage, überfüllte und dreckige Küche und Aufenthaltsraum, verschwindendes Essen, kalte Heizung, nicht funktionierendes Internet, durchgehend heiße Heizung, verschwindendes Geschirr. Im Grunde ist heute nichts Neues dazu gekommen, nur hat sich die Temperaturproblematik mal wieder in den Vordergrund gedrängt. Nach der für einige Tage feuerheißen Heizung, war die Heizung das vorvergangende Wochenende fast vollständig erkaltet. Als ich am Montag vom Hüttenausflug nach Flåkoia wiederkam, zeigte das in meine Uhr integrierte Thermometer knappe 15°C Raumtemperatur an. Natürlich setzte ich mich sofort mit SiT (entspricht dem Studentenwerk) in Verbindung und ab Dienstag feuerte unsere Heizung wieder auf vollen Touren und wir mussten von Zeit zu Zeit das Fenster öffnen, um es nicht über 22°C hochheizen zu lassen. Es scheint nur ein entweder - oder zu geben. Gestern Abend wurde es wieder merklich kühler im Raum. Ein Hand-an-die-Heizung-halte-test bestätigte: nur noch die reichliche Hälfte war warm. Um bei -15°C Außentemperatur nicht den gesamten Heizkörper erkalten zu lassen, erlag ich meiner Lieblingsbeschäftigung und schrieb SiT mal wieder eine e-mail. Heute Morgen, als der warme Heizungsanteil bereits auf ein reichliches Viertel zurück gegangen war, kamen auch prompt zwei nette Heizungsinstallateure und sorgten dafür, dass unser Heizkörper wieder voll feuerte. So langsam wärmte sich das Zimmer wieder auf 19°C und man hätte ja fast schon in Ruhe lernen können.
Dreiviertel zwei begann das Brummen. Es ist immer noch da. Es ist das Brummen des Ventilations-Klimaanlagen-Systems und natürlich bläst es kalte (!) Luft ins Zimmer. WARUM??? Ist die Heizungsproblematik von Zimmer zu Zimmer jeweils so verschieden wie die Möbel, die in jedem Zimmer stehen, betrifft das Ventillationssystem anscheinend alle auf unserer Etage. Zwar wurde SiT aus diesem Grund bereits von mehreren Stellen höflich um Abhilfe gebeten (oder anders gesagt: von uns allen zugespammt), aber als sich nach zwei Stunden immer noch nichts getan hatte, abgesehen davon, dass unsere Zimmertemperatur trotz voll funktionierender Heizung auf 17,2°C gesunken war, griffen wir zumindest behelfsmäßig zu Mülltüten und Klebeband, um die zwei in unserem Zimmer befindlichen Deckenventillatoren zumindest abzukleben, um die kalte Luft nicht ganz so frei zirkulieren zu lassen. Das hat die Temperatur auch schon um ein knappes Grad ansteigen lassen...
Derzeit schlürfe ich aus einem Thermobecher meinen letzten aus Deutschland stammenden Apfeltee und kann dem Rumor, dass Persaunet nächstes Jahr abgerissen werden soll, nur aus vollstem Herzen zustimmen.

Abschließend noch ein bisschen was zur Vergangenheit des Hauses: Ich rede zwar immer vom ehemaligen Pflegeheim, aber die Geschichte des Hauses geht bis in die erste Hälfte des letzten Jahrhunderts zurück. Im zweiten Weltkrieg waren die Deutschen bekannter Maßen sehr expansiv. Trondheim wurde mit seiner im Fjord geschützten Lage als strategisch wichtige Marinebasis gesehen und entsprechend militärisch ausgebaut. Neben verschiedensten Verteidigungsanlagen auf der kleinen Insel Munkholmen und auf den umliegenden Bergen, wurde bis 1944 ein U-Boot-Bunker (Dora 1; Darin befindet sich heute u. a. eine Bowlingmöglichkeit.) fertiggestellt. Ein weiterer U-Boot-Bunker befand sich im Bau und ein dritter in Planung. Natürlich mussten auch die deutschen Soldaten und teilweise Familienangehörige hier untergebracht werden. Der Stadtteil Persaunet, in dem ich wohne, war ein großes Lager. Das später als Pflegeheim und derzeit als Studentenwohnheim genutzte Gebäude wurde meinen Informationen nach als Kaserne erbaut. Auf dem Hügel auf der anderen Straßenseite liegt ein recht gutes Wohngebiet. Auf dem Hügel stehen ähnlich dem Hollywood-Zeichen in LA einige große Buchstaben, die das Wort "Luftkrigsskolen" (Luftkriegsschule) formen und nachts blau leuchten und auch vom Treppenhaus in Persaunet aus zu sehen sind.

Dienstag, 4. Dezember 2012

Was norwegische Kinder nicht umbringt...

... macht sie stark. Oder seht ihr irgendeinen Grund, weshalb man bei minus 15 Grad Celsius nicht draußen spielen sollte? Irgendwie habe ich das dumpfe Gefühl, dass die Erzieherinnen in Deutschland mit den Kleinen bei solchen Temperaturen nicht mehr in den Garten zum Spielen gehen aber wer weiß... Vielleicht fehlen mir in Deutschland auch nur die Möglichkeiten Kinder im Kindergarten zu erleben, da wir einfach nicht so viele haben. Hier ist ein Kindergarten im selben Gebäude, in dem ich wohne, auf einen schaue ich drauf, wenn ich aus dem Fenster blicke und an einem weiteren laufe ich auf meinem Weg zur Bushaltestelle vorbei. Wenn man nach den Kinderzahlen pro Frau im Internet schaut, erhält man Zahlen von um 1,36 für Deutschland und 1,9 für Norwegen. Damit schrumpft Norwegens Bevölkerung ohne Zuwanderung langfristig zwar ebenso wie die Deutsche, aber der Unterschied ist meines Erachtens schon sehr deutlich. Insgesamt erscheint mir Norwegen sehr kinder- und familienfreundlich.
Blick aus dem Fenster. Kindergarten mit spielenden Kindern im
Vordergrund, Fjord und Berge gen Norden.
Leider kein Schnee, aber dafür Eis.

Sonntag, 2. Dezember 2012

Die Ruhe vor dem Sturm...

... herrscht derzeit in Persaunet. Gestern begann hier der Prüfungszeitraum und deshalb war es bereits während der letzten Woche meist recht still im Pflegeheim. Alle lernen fleißig. Für mich beginnt der Prüfungsreigen morgen früh. Deshalb stand dieses Wochenende auch ausschließlich lernen auf dem Plan.
Drinnen sitzen und lernen ist derzeit auch recht gemütlich, da die Temperaturen den Breitengraden hier langsam gerecht werden (siehe Wetterbericht links). Dafür war es die letzten Tage immer super sonnig - sofern es denn hell war, was mich zur Auflösung des Rätsels vom Mittwoch bringt. Wie schon angedeutet, lag Kommentatorin drei mit ihrer Logik richtig. Bild 1 ist vom 15.08. abends halb elf und Bild 2 vom 28.11. nachmittags viertel fünf - und wir haben noch fast drei Wochen abnehmendes Licht.

Mittwoch, 28. November 2012

Ein Ratespiel...

... gibt es heute für euch. Die Aufgabe: eine Schätzung von Datum und jeweiliger Uhrzeit bei der Aufnahme der folgenden zwei Bilder. Und versucht gar nicht erst zu schummeln. ^^
Fensterausblick 1.
Fensterausblick 2.









Den Preis für den Sieger überlege ich mir noch. :)

Dienstag, 27. November 2012

Yes, we can...

... go to Flåkoia, der statistisch gesehen beliebtesten Hütte von NTNUi. Wie ihr mittlerweile eventuell mitbekommen habt, mag ich Herausforderungen - die schwierigste Hütte, die Nördlichste, die Einzige in einem Nationalpark etc. Die Herausforderung diesmal bestand darin, die gewünschte Hütte zu bekommen. Im Blogeintrag vom 17.10. hatte ich schon einmal angedeutet, dass eine Nacht vor Akademika in der Uni nicht allzu ungewöhnlich ist. Diese Woche wollten wir es wissen. Am Dienstagvormittag bezog das erste Gruppenmitglied Position. Gewappnet mit Laptop und Büchern zum Lernen, geschmierten Broten für den kleinen Hunger zwischendurch, einer Thermoskanne mit heißem Tee und natürlich einem Schild mit dem Grund unserer Anwesenheit saßen wir vor Akademika. Ich schaute um die Mittagszeit für eine gute Stunde vorbei und amüsierte mich köstlich beim Studium der Gesichter der vorbeiziehenden Menschen. Manche schauten wissend, andere irritiert, wieder andere lächelten oder schüttelten den Kopf. Nach einem Abstecher ins Pflegeheim kehrte ich am Abend mit Schlafsack und Isomatte zurück. Was ich durch diese Nacht in der Uni gelernt habe ist, dass fleißig arbeitende Menschen durchaus bis nach Mitternacht in der Uni sind. Nach viertel eins kehrte dann jedoch Ruhe ein. Es waren nur noch drei Gruppen mit dem selben Anliegen übrig - und wir waren die Ersten! Unserem Ausflug nach Flåkoia stand also nichts mehr im Weg.
Wir waren die Ersten! :)
Am Samstag brachen wir auf. 8:20 Uhr sollte der Bus fahren. Zwischen acht und acht Uhr zehn waren wir alle an der Bushaltestelle und warteten und warteten und warteten. Es wurde 8:20 Uhr, 8:30 Uhr, 8:40 Uhr. Der Bus kam nicht. Ein unschöner Start, aber da das Warten in der Gruppe nicht ganz so dramatisch ist und der Weg zur Hütte nur um die zwei Stunden in Anspruch nehmen würde, verloren wir unsere gute Laune nicht, bis wir 10:20 Uhr in den nächsten, planmäßig fahrenden Bus einsteigen konnten.
Flåkoia hat zurecht eine leichte Schwierigkeitsbewertung. Der Waldweg führt bis fast zur Hütte und die letzten Meter sind durch einen deutlich ausgetretenen Trampelpfad ebenfalls gut zu finden. Das tut dem Charme der Hütte jedoch keinen Abbruch. Mitten im Wald an einem See gelegen, inklusive Sauna, einem Boot und während unseres Aufenthalts super Wetter.
Beim Aufbruch.
Wasser hier und da und überall.
Gruppenfoto im Sonnenlicht vor der Hütte.
Sauna und Boot am See.
So lässt es sich leben.

An den Bäumen vor der Hütte findet man auch diverse Wegweiser zu allen erdenklichen Orten auf der Erde und zu Sphären außerhalb unserer Welt. Natürlich ließ ich es mir in den zwei Tagen nicht nehmen, eine noch nicht vorhandene Stadt zu dem Schilderwald hinzu zu fügen. :)
Himmel und Hölle.
Wegweiser in alle Himmelsrichtungen.
Sachsen ist gut vertreten!
Frisch an den Baum geschlagen.
Durch unsere kleine Busverzögerung konnten wir Samstagnachmittag nur noch eine kleine Wanderung gen Norden machen.  Flåkoia findet man ohne Probleme auch im Dunkeln wieder aber es hat einfach nicht so viel Reiz im Dunkeln durch den Wald zu stapfen. Zwar waren das Wasser im Boden großteils gefroren, aber trockene Füße bedeuten noch lange nicht, dass man nicht trotzdem böse umknicken kann. Außerdem gab es zurück bei der Hütte noch ausreichend zu tun: Holz sägen und hacken, das Boot ausprobieren und die Sauna hochheizen.
Zum Holz: Da das Sägeblatt der alten Säge gebrochen und die Axt alt war, hatten wir neues Equipment bekommen, welches wir mit zur Hütte hatten schleppen müssen. Dafür ging das Feuerholz machen wie von selbst. Es war gar nicht so einfach die Axt zu bekommen, um ein bisschen Spaß zu haben. ^^
Zum Boot: Eine Bootsfahrt ist immer super, aber die Stimmung wurde ein wenig dadurch ruiniert, dass wir ständig Wasser aus dem Boot schöpfen mussten, da durch vier kleine Löcher beständig Wasser ins Boot drang.
Zur Sauna: Unseren ursprünglichen Plan von Schneeengeln konnten wir aufgrund des fehlenden Schnees (wer hätte das Ende November erwartet??) leider nicht verwirklichen, aber der an manchen Stellen zugefrorene und das Mondlicht reflektierende See bot definitiv genügend Abkühlung. Nach drei Saunagängen und einer anstrengenden Uniwoche ging bei uns allen am Abend nicht mehr viel, so dass wir zeitig ins Bett gingen und auch nur zwei von uns die im Hüttenbuch von anderen Hüttenbesuchern häufig verfluchte Maus während der Nacht hörten.
11 Uhr.
14:30 Uhr.
16 Uhr.
Sonntag genossen wir nach einem ausführlichen Frühstück eine rucksackfreie Wanderung, was einige Kraxeleien erlaubte, die mit Rucksack nicht so einfach gewesen wären. Am Nachmittag teilte sich unsere Gruppe. Drei blieben eine weitere Nacht in der Hütte, drei mussten sich aus verschiedensten Gründen auf den Rückweg nach Trondheim machen. Es war seltsam anzuschauen, wie sich die Gruppe teilte. Wir Verbliebenen genossen noch eine angenehme Nacht in der gemütlichen Atmosphäre der behaglichen Hütte - Lernen für die anstehenden Prüfungen eingeschlossen. Wenn man allein in einer Hütte ist, könnte das Lernen fern ab von Computern, Internet und meist auch Handyempfang sicherlich recht effektiv sein. In der Gruppe finden sich jedoch immer wieder andere Aktivitäten. Außerdem wäre es doch wirklich ein Frevel gewesen nicht von den Vorzügen des Hüttenlebens (z. B. ein super Blick auf den unendlichen Sternenhimmel vom Hüttendach aus) zu profitieren. Ein wenig melancholisch waren wir auch. Wahrscheinlich war es der letzte Hüttenausflug für dieses Semester. :(
Wanderausflug am Sonntag.
Details entlang des Weges.
An dem See zwischen den Bäumen steht Flåkoia.
Coucou.
Sonne sollte genossen werden, solange sie sich zeigt.

The Blue Man Group ;)
Zurück am See.
Leichte Melancholie.
 Am Montag hieß es dann auch für uns Abschied nehmen. Der Rückweg war noch einfacher, als der Hinweg, da es zu neunzig Prozent bis zur Bushaltestelle nur bergab ging. Das Highlight am Montag war für mich ein Erlebnis im Bus: Der Busfahrer sprach kein Englisch. Ein nicht englisch-sprechender Norweger bildete für mich ein Novum. Ich fand es toll, denn so war ich zum ersten mal wirklich gezwungen Norwegisch zu sprechen.
Guten Morgen!
Das Hüttenbuch.

Auf dem Rückweg. Die Sonne ist immer nah am Horizont.
Zurück zur Zivilisation.