Samstag, 17. Oktober 2015

Eichhörnchen klettern...

... zwar ohne Stahlseile und Karabiner, aber auch ich fühlte mich wohl, als wir am Wochenende mal wieder die Bäume in einem Kletterwald erklommen. Mittlerweile gibt es diesen Spaß ja an vielen Orten. In Kriebstein war ich schon, in Leipzig und nun auch mitten in der Dresdner Heide. Auf dem Gelände des alten Waldbad Klotzsches gibt es heute sieben verschiedene Parcours durch den Wald. Das Areal an sich ist sehr schön. Die Freundlichkeit der Mitarbeiter ließ zu wünschen übrig, aber wir hatten trotzdem unseren Spaß.
Zunächst geht es nach oben.
Drahtseilakt.
Selbst für Menschen mit einem gesunden Respekt vor der Höhe lässt sich ein Kletterwaldbesuch empfehlen. Zum Einen ist man immer mindestens doppelt gesichert und zum Zweiten gibt es auch Parcours, die keine zwei Meter über dem Boden verlaufen und so einen guten Einstieg ermöglichen. An sich ist es auf jeden Fall eine spaßige Aktivität in der Natur für den goldenen Herbst.
Warten auf einer Plattform bis das nächste Element frei ist.
Wie eine Hängebrücke - nur wackliger.
Bald schon werden statt herbstlicher Aktivitäten jedoch wohl wieder Winteraktivitäten auf dem Plan stehen. Nachdem wir am Mittwoch Mitte Oktober unseren ersten Schnee hatten,  ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis man von draußen schneebedeckt und mit frostig roter Nase und Wangen wieder rein kommt. Spätestens dann ist es Zeit für eine kuschlige Decke und eine heiße Schokolade -  aber das kann man sich natürlich auch schon nach einem Kletterwaldbesuch im goldenen Herbst gönnen.

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Rheinabwärts bis zum Neckar...

Brücke zwischen Mainz & Wiesbaden.
... ging unsere Reise weiter, nachdem unser Urlaub im oberen Mittelrheintal sich seinem Ende zu neigte. Im Grunde kann man, wenn man den Rhein entlang fahren will, immer der B9 folgen. Diese führte uns rheinaufwärts zunächst durch Mainz, wo wir zum Mittag einen kleinen Stopp einlegten. Nach einem kurzen Blick auf Wiesbaden in Hessen vom westlichen Rheinufer aus wollten wir das Römisch-Germanische Zentralmuseum besuchen. Unglücklicherweise war Montag und damit Museumsschließtag. Die freundliche Mitarbeiterin, die wir im Gebäude antrafen, bestätigte jedoch die Vermutung, dass zumindest die Ausstellung im Untergeschoss des Einkaufszentrums Römerpassage geöffnet habe.
Originalmauern aus dem 1. Jh. in Mainz.
Das Einkaufszentrum war fußläufig schnell zu erreichen und die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Ausstellung freuten sich über zwei junge Interessierte, denen sie die Geschichte des Isis und Mater Magna-Heiligtums näher bringen konnten. Der Grund dafür, dass in Mogontiacum (lateinischer Name von Mainz) im 1. Jh. ein Tempel zu Ehren einer Ägyptischen Gottheit errichtet wurde ist, dass die Wurzeln des heutigen Mainz auf ein römisches Militärlager zurückgeht. Es wurden 12.000 Soldaten aus allen Teilen des großen römischen Reiches nach Germanien an den Zusammenfluss von Rhein und Main geschickt. Diese Soldaten brachten alle ihre Religionen mit. Der ehrenamtliche Mitarbeiter, der uns alles erklärte war stolz betonen zu können, dass Mainz bereits bei seiner Entstehung so richtig 'multi-kulti' gewesen sei.
Im Süden von Mainz liegen viele Orte, die auf -heim enden. So fuhren wir vorbei an Bodenheim durch Oppenheim nach Dienheim. Ein schöner Ort für einen kleinen Spaziergang durch die Weinberge und ein Stück Apfelkuchen zum Kaffeetrinken mit Verwandten bevor die Reise vorbei an Alsheim und Mettenheim bis ans Westufer von Mannheim weiter bis nach Ludwigshafen ging.
Allee im Stadtparkt auf der Insel.
Mannheim und Ludwigshafen haben gemeinhin wahrscheinlich nicht den allerbesten Ruf und sind vor allem durch den Hauptsitz des weltweit größten Chemiekonzerns bekannt. Außerdem sind unlängst ein paar Freunde in die zweitgrößte Stadt Rheinland-Pfalz' gezogen und so war uns die Stadt einen Kurzbesuch wert. Hauptsächlich sahen wir die Gegend um die Parkinsel der Südlichen Innenstadt. Mit viel Grün, dem Rhein und einem freundlichen Blick auf Mannheim bei blauem Himmel und Sonnenschein hinterließ die Stadt dadurch bei uns einen angenehmen Eindruck.
Blick gen Osten nach Mannheim.
Moderne Häuser auf der Parkinsel.
Besucher und Besuchte in Ludwigshafen.
Als wir schließlich den Rhein überquerten, wechselten wir dann schließlich auch das Bundesland. In Baden-Württemberg wollten wir ebenso Freunde besuchen. Leider war uns das Wetter in Heidelberg diesmal nicht so hold. Nassgrau und regnerisch war es, als wir durch die Heidelberger Innenstadt schlenderten. Um die Stimmung ein wenig zu heben, war es also dringend von Nöten, sich einen leckeren Schneeballen zu organisieren.
Schneeballen sind ein Gebäck aus Mürbeteig, welches in Größe und Form einem Schneeball nahe kommt und klassisch in Puderzucker gewälzt auch optisch diesem sehr ähnelt. Rothenburg ob der Tauber in Bayern ist als ein Ursprungsort dieses Gebäcks wohl recht bekannt, aber da ich meinen ersten Schneeballen vor ein paar Jahren in Heidelberg gesehen und probiert hatte, verknüpfe ich die Schneeballen immer mit Heidelberg. Schmecken tun sie sicherlich überall.
Verregnete Hauptstraße in der Heidelberger Altstadt.
Ich habe den Schneeball nicht allein gegessen - aber ich hätte gekonnt. ^^

Samstag, 3. Oktober 2015

Rund um die Loreley...

... erkundeten wir die Gegend bei diversen Tagesausflügen etwas besser. Gleich am ersten Abend fuhren wir noch nach Oberwesel. Zum einen hatte unsere Vermieterin uns das dortige Weinfest empfohlen und zum anderen gab es dort im Gegensatz zu St. Goar Supermärkte.
Blick von einem Turm der Stadtmauer rheinabwärts.

Marktplatz in Oberwesel zum Weinfest.
Das Weinfest war auch ohne den Genuss von Alkohol ganz nett. Allgemein stellten wir fest, dass Oberwesel ein schöner Rheinort mit Flair ist, während es in St. Goar eigentlich fast nur eine erwähnenswerte Fußgängerstraße gibt, die von "typical German souvenir"-Läden flankiert wird. Oberwesel ist definitiv der hübscherer Ort der beiden. Natürlich hat auch dieser eine Burg und natürlich mussten wir auch diese Burg auch unbedingt besichtigen. Von der Burg Schönburg aus hat man einen guten Blick über den ganzen Ort.
Brücke zur Burg.

Malerisch liegt der Ort Oberwesel im Rheintal.
Die Gegend ist natürlich zum Wandern prädestiniert. Gleich am ersten Tag früh morgens beim Bäcker (der nur von 6:30 Uhr bis 9:30 Uhr offen hatte - unpraktisch im Urlaub, wenn man mal länger schlafen will) wurde mir der Spitze Stein empfohlen. Dies ist ein ca. 20 Meter hoher Aussichtsturm auf einer Anhöhe mitten im Wald, von dem aus man viele Kilometer in alle vier Himmelsrichtungen schauen konnte. Unser Ziel für den ersten vollen Urlaubstag war also gesteckt.
Mit einem entpsannten Frühstück kann
man gut in den Tag starten

Aussichtsturm auf dem Spitzen Stein.
Wald, Felder, Wolken, Himmel, Rhein.
Nicht nur die großen Landmarken bieten Interessantes; auch entlang des Weges, der mal über Straßen, mal über Feldwege, Weinberge hinauf oder auch einfach mitten durch den Wald führte, gibt es Einiges zu entdecken. 
Blümchen am Wegesrand.
Trauben kurz vor der Lese.
Ein Pilzlein steht im Walde. ^^

Ein weiterer lohnender Aussichtspunkt ist der Loreleyblick, wobei es wohl nicht den Loreleyblick gibt. Offiziell gibt es natürlich schon den Loreleyblick (an dem man dann auch ein Ausflugsrestaurant findet), aber an vielen Stellen entlang des westlichen Rheinufers gibt es schöne Aussichtspunkte, um auf den sagenumwobenen Felsen zu blicken.Wie fast an jedem Tag unseres Urlaubs konnten wir am frühen Abend dort die Sonne genießen, nachdem es früh wieder geregnet hatte.
Ruhe und Besinnlichkeit während die Schiffe um den
Loreleyfelsen navigieren.
Der Tag neigt sich dem Ende entgegen.
Bei vielen Wanderungen landet man am Ende doch immer wieder am Rhein. In gewisser Weise ist es praktisch, denn man kann sich so auch nicht verlaufen. Im Zweifel geht man bergab und entlang des Rheins dann nach Nord oder Süd. Wenn man jedoch auf der Höhe wohnt, so wie wir, sollte man aufpassen, dass man nicht erst den ganzen Weg nach unten geht, um am Ende den Berg nicht noch einmal hochkraxeln zu müssen.
634 Treppenstufen lagen zwischen dem Rhein und dem
Ortsteil Biebernheim, in dem wir wohnten.
Bild von St. Goar nach St. Goarshausen mit der Burg
Katz auf der Höhe.
Einen Tag hatten wir uns für die Erkundung der Burg Rheinfels reserviert. Die Burg Rheinfels ist die größte Burgruine entlang des Rheins. Gleichzeitig ist heute nur noch ein kleiner Teil der einstigen Wehranlage erhalten.
Burg Rheinfels.
Der Burgeingang wird von einer
mutigen, tapferen Ritterin bewacht.
Ihre Ursprünge hat die Burg Mitte des 13. Jh., als der Herr Graf von Katzenelnbogen sie als Zollburg errichten ließ. Und ja, der Herr hieß Katzenelnbogen. Wenn man den Namen einmal gelesen hat, vergisst man ihn nicht wieder. Außerdem liefert die ein reichliches Jahrhundert später gebaute Burg Katz auf der gegenüberliegenden Rheinseite eine gute Erinnerungsstütze. Eigentlich heißt die Burg Neukatzenelnbogen, aber schon damals verkürzte der Volksmund sie zu Burg Katz. Auch die Burg Maus nur ein kurzes Stück weiter rheinabwärts hatte ursprünglich einen anderen Namen: Burg Peterseck. Die Burg Maus erhielt wohl ihren leicht schmähenden Namen, da sie im Schatten der zwei von Katzenelnbogen gebauten Burgen stand. Auch wenn es mir die Burg Katz irgendwie ganz besonders angetan hatte, komme ich doch wieder zurück zur Burg Rheinfels, denn diese konnten wir besichtigen. Burg Katz hingegen ist seit etwa einem viertel Jahrhundert im Privatbesitz eines Japaners und nur wenige Male im Jahr werden öffentliche Führungen angeboten.
Steil abfallend bis zum Rhein.
Die Burg Rheinfels ist wie ein großer Abenteuerspielplatz. Wer Burgen mag, wird hier sicherlich auf seine Kosten kommen. Es gibt viele alte Steine, Mauern, Türme, Gewölbe, Gänge und Keller. Die Wege sind teilweise wirr und ein Markenzeichen der Burg Rheinfels sind ihre noch immer begehbaren Minengänge. Teilweise sind die Gänge durch kleine Fenster in der Seite nur in Dämmerlicht getaucht, teilweise gehen sie tief durch den Fels und bieten keinem Lichtstrahl Sonnenlicht Einlass, da man sie erst über eine in die Tiefe führende Wendeltreppe erreicht. Es gibt wohl auch einige Minengänge, die nur einen knappen Meter hoch und damit nur für Anti-Klaustrophobiker geeignet sind, allerdings waren diese während unseres Besuchs geschlossen. Auch so hatten wir in den Burghöfen, unterirdisch, auf den Zinnen oder im Burgmuseum genügend zu entdecken.
Manche Gänge wurden von
Tageslicht durchflutet...
... in anderen brachten nur
Taschenlampen Erleuchtung.
Ein bisschen Spaß muss sein.
Blick von der Burg Rheinfels nach Osten.

Bunt beleuchtete Schiffe bei
Rhein in Flammen.
Ein Höhepunkt, auf den wir uns im Urlaub freuten, war für Samstag Abend angesetzt: Rhein in Flammen. Dies ist eine Veranstaltungsreihe, bei der an insgesamt fünf Orten entlang des Rheins an verschiedenen Wochenenden große Feuerwerke gezündet werden. Wir hatten schon viel von Rhein in Flammen gehört und uns auf das 45 minütige Feuerwerk sehr gefreut. Vielleicht hatten wir zu hohe Erwartungen aufgebaut oder vielleicht war es einfach wirklich nicht so gut wie angekündigt. Unser Fazit war jedenfalls: ganz nett, aber man muss dafür definitiv nicht extra hin fahren. Das 15 minütige Feuerwerk zum Abschluss des Dresdner Stadtfests empfanden wir beide besser konzipiert und mit "Wow-Effekt", der uns am Rhein leider fehlte. 
Gezündet wurde das Feuerwerk an drei Stellen: Burg Katz,
Schiff im Rhein und Burg Rheinfels - jedoch nie zeitgleich.