Samstag, 3. Oktober 2015

Rund um die Loreley...

... erkundeten wir die Gegend bei diversen Tagesausflügen etwas besser. Gleich am ersten Abend fuhren wir noch nach Oberwesel. Zum einen hatte unsere Vermieterin uns das dortige Weinfest empfohlen und zum anderen gab es dort im Gegensatz zu St. Goar Supermärkte.
Blick von einem Turm der Stadtmauer rheinabwärts.

Marktplatz in Oberwesel zum Weinfest.
Das Weinfest war auch ohne den Genuss von Alkohol ganz nett. Allgemein stellten wir fest, dass Oberwesel ein schöner Rheinort mit Flair ist, während es in St. Goar eigentlich fast nur eine erwähnenswerte Fußgängerstraße gibt, die von "typical German souvenir"-Läden flankiert wird. Oberwesel ist definitiv der hübscherer Ort der beiden. Natürlich hat auch dieser eine Burg und natürlich mussten wir auch diese Burg auch unbedingt besichtigen. Von der Burg Schönburg aus hat man einen guten Blick über den ganzen Ort.
Brücke zur Burg.

Malerisch liegt der Ort Oberwesel im Rheintal.
Die Gegend ist natürlich zum Wandern prädestiniert. Gleich am ersten Tag früh morgens beim Bäcker (der nur von 6:30 Uhr bis 9:30 Uhr offen hatte - unpraktisch im Urlaub, wenn man mal länger schlafen will) wurde mir der Spitze Stein empfohlen. Dies ist ein ca. 20 Meter hoher Aussichtsturm auf einer Anhöhe mitten im Wald, von dem aus man viele Kilometer in alle vier Himmelsrichtungen schauen konnte. Unser Ziel für den ersten vollen Urlaubstag war also gesteckt.
Mit einem entpsannten Frühstück kann
man gut in den Tag starten

Aussichtsturm auf dem Spitzen Stein.
Wald, Felder, Wolken, Himmel, Rhein.
Nicht nur die großen Landmarken bieten Interessantes; auch entlang des Weges, der mal über Straßen, mal über Feldwege, Weinberge hinauf oder auch einfach mitten durch den Wald führte, gibt es Einiges zu entdecken. 
Blümchen am Wegesrand.
Trauben kurz vor der Lese.
Ein Pilzlein steht im Walde. ^^

Ein weiterer lohnender Aussichtspunkt ist der Loreleyblick, wobei es wohl nicht den Loreleyblick gibt. Offiziell gibt es natürlich schon den Loreleyblick (an dem man dann auch ein Ausflugsrestaurant findet), aber an vielen Stellen entlang des westlichen Rheinufers gibt es schöne Aussichtspunkte, um auf den sagenumwobenen Felsen zu blicken.Wie fast an jedem Tag unseres Urlaubs konnten wir am frühen Abend dort die Sonne genießen, nachdem es früh wieder geregnet hatte.
Ruhe und Besinnlichkeit während die Schiffe um den
Loreleyfelsen navigieren.
Der Tag neigt sich dem Ende entgegen.
Bei vielen Wanderungen landet man am Ende doch immer wieder am Rhein. In gewisser Weise ist es praktisch, denn man kann sich so auch nicht verlaufen. Im Zweifel geht man bergab und entlang des Rheins dann nach Nord oder Süd. Wenn man jedoch auf der Höhe wohnt, so wie wir, sollte man aufpassen, dass man nicht erst den ganzen Weg nach unten geht, um am Ende den Berg nicht noch einmal hochkraxeln zu müssen.
634 Treppenstufen lagen zwischen dem Rhein und dem
Ortsteil Biebernheim, in dem wir wohnten.
Bild von St. Goar nach St. Goarshausen mit der Burg
Katz auf der Höhe.
Einen Tag hatten wir uns für die Erkundung der Burg Rheinfels reserviert. Die Burg Rheinfels ist die größte Burgruine entlang des Rheins. Gleichzeitig ist heute nur noch ein kleiner Teil der einstigen Wehranlage erhalten.
Burg Rheinfels.
Der Burgeingang wird von einer
mutigen, tapferen Ritterin bewacht.
Ihre Ursprünge hat die Burg Mitte des 13. Jh., als der Herr Graf von Katzenelnbogen sie als Zollburg errichten ließ. Und ja, der Herr hieß Katzenelnbogen. Wenn man den Namen einmal gelesen hat, vergisst man ihn nicht wieder. Außerdem liefert die ein reichliches Jahrhundert später gebaute Burg Katz auf der gegenüberliegenden Rheinseite eine gute Erinnerungsstütze. Eigentlich heißt die Burg Neukatzenelnbogen, aber schon damals verkürzte der Volksmund sie zu Burg Katz. Auch die Burg Maus nur ein kurzes Stück weiter rheinabwärts hatte ursprünglich einen anderen Namen: Burg Peterseck. Die Burg Maus erhielt wohl ihren leicht schmähenden Namen, da sie im Schatten der zwei von Katzenelnbogen gebauten Burgen stand. Auch wenn es mir die Burg Katz irgendwie ganz besonders angetan hatte, komme ich doch wieder zurück zur Burg Rheinfels, denn diese konnten wir besichtigen. Burg Katz hingegen ist seit etwa einem viertel Jahrhundert im Privatbesitz eines Japaners und nur wenige Male im Jahr werden öffentliche Führungen angeboten.
Steil abfallend bis zum Rhein.
Die Burg Rheinfels ist wie ein großer Abenteuerspielplatz. Wer Burgen mag, wird hier sicherlich auf seine Kosten kommen. Es gibt viele alte Steine, Mauern, Türme, Gewölbe, Gänge und Keller. Die Wege sind teilweise wirr und ein Markenzeichen der Burg Rheinfels sind ihre noch immer begehbaren Minengänge. Teilweise sind die Gänge durch kleine Fenster in der Seite nur in Dämmerlicht getaucht, teilweise gehen sie tief durch den Fels und bieten keinem Lichtstrahl Sonnenlicht Einlass, da man sie erst über eine in die Tiefe führende Wendeltreppe erreicht. Es gibt wohl auch einige Minengänge, die nur einen knappen Meter hoch und damit nur für Anti-Klaustrophobiker geeignet sind, allerdings waren diese während unseres Besuchs geschlossen. Auch so hatten wir in den Burghöfen, unterirdisch, auf den Zinnen oder im Burgmuseum genügend zu entdecken.
Manche Gänge wurden von
Tageslicht durchflutet...
... in anderen brachten nur
Taschenlampen Erleuchtung.
Ein bisschen Spaß muss sein.
Blick von der Burg Rheinfels nach Osten.

Bunt beleuchtete Schiffe bei
Rhein in Flammen.
Ein Höhepunkt, auf den wir uns im Urlaub freuten, war für Samstag Abend angesetzt: Rhein in Flammen. Dies ist eine Veranstaltungsreihe, bei der an insgesamt fünf Orten entlang des Rheins an verschiedenen Wochenenden große Feuerwerke gezündet werden. Wir hatten schon viel von Rhein in Flammen gehört und uns auf das 45 minütige Feuerwerk sehr gefreut. Vielleicht hatten wir zu hohe Erwartungen aufgebaut oder vielleicht war es einfach wirklich nicht so gut wie angekündigt. Unser Fazit war jedenfalls: ganz nett, aber man muss dafür definitiv nicht extra hin fahren. Das 15 minütige Feuerwerk zum Abschluss des Dresdner Stadtfests empfanden wir beide besser konzipiert und mit "Wow-Effekt", der uns am Rhein leider fehlte. 
Gezündet wurde das Feuerwerk an drei Stellen: Burg Katz,
Schiff im Rhein und Burg Rheinfels - jedoch nie zeitgleich.

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