Montag, 31. Oktober 2016

Schlösser in Dresden...

... gibt es einige. Neben dem in der Altstadt und Pillnitz sind wahrscheinlich die drei Elbschlösser zwischen der Waldschlösschenbrücke und dem Blauen Wunder die Bekanntesten. Stolz überragen die drei die Elbe hoch oben am Hang. Bisher hatte ich sie nur von der gegenüberliegenden Elbseite bei Fahrradtouren erblickt, doch vor einer Woche schaute ich mir zwei von innen an: Schloss Albrechtsberg und Schloss Eckberg. Der Blick über die Elbe auf Dresden war bei beiden trotz grauem Nieselwetter hervorragend und sicherlich bieten und boten die Häuser eine ausgezeichnete Repräsentativität. Persönlich gefiel mir Schloss Eckberg mit seinen verspielten Türmen und verzierten Torbögen jedoch deutlich besser. Es wirkt noch mehr wie ein Märchenschloss. Zum mittleren, dem Lingnerschloss bzw. der Villa Stockhausen schafften wir es diesmal nicht.
Auffahrt zum Schloss Albrechtsberg.
Ausblick vom Gartensaal über das Elbtal auf Dresden.
Ein Bus brachte Gäste zu einer Hochzeit im Albrechtschloss.
Neben den Türmchen, Verzierungen und Details punktete das Schloss Eckberg im Herbst zusätzlich mit einem prächtigen Farbspiel der sich rot, orange und gelb gefärbten Blätter.
Roter Wein rankt am Gemäuer entlang.
Schwere Holztüren.


Erbaut im neugotischen Stil.

Blick in den Park von Schloss Eckberg.
So geht der Oktober zu Ende und November steht vor der Tür. Manche feierten heute Reformationstag, andere Halloween. Zu letzterem gehören Kürbis und schwarze Katze auf jeden Fall dazu. Auch wenn unser Kater nicht schwarz ist: Happy Halloween!
Der Kater hilft beim Vertilgen des 22kg Exemplars.

Dienstag, 18. Oktober 2016

Museen besuchen...

... ist für den Herbst eine gute Freizeitbeschäftigung, wenn es draußen vielleicht gerade nicht das allerschönste Wetter ist. Zugegeben liegen meine Besuche in den beiden unten genannten Museen schon ein paar Wochen zurück, aber da der Oktober bisher nur selten golden war, wäre es auch derzeit ein guter Wochenendausflug.
Schon seit 8 Jahren gibt es mittlerweile die Terra Mineralia im Freiberger Schloss Freudenstein. Ich hatte mir seit vielleicht 7 Jahren vorgenommen, diese Mineralienausstellung, die mit über 3.500 Exponaten zu einer der größten weltweit gehört, auch einmal zu besuchen. Diesen September habe ich es dann endlich geschafft. Abgesehen von der äußerst unfreundlichen Dame an der Kasse war es ein sehr angenhemer Besuch mit vielen Einblicken in die Welt der Minerale. Manches Mal hätte ich mir noch ein paar mehr Erklärungen gewünscht, aber auch so sind es viel zu viele Informationen, um alle bei nur einem Besuch aufzunehmen. Die Darstellungen, mit denen man interagieren konnte, blieben dennoch am besten im Kopf. Bei vielen anderen leuchtenden oder interessant geformten oder farbig intensiven Mineralen blieb am Ende des mehrstündigen Besuchs leider häufig nur noch der Gedanke, dass sie auf jeden Fall sehr schön aussehen. Es muss ja aber nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich die  Dauerleihgabe einer privaten Sammlerin in Freiberg besuchte. 
Schloss Freudenstein in Freiberg.
Wunderschön grüne Malachite.
Ein lustig-intelligent bebildertes Periodensystem.
Das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz (SMAC) eröffnete vor 2 Jahren im ehemaligen Kaufhaus Schoken im Chemnitzer Zentrum. Das Museum habe ich seither schon zwei mal besucht - einmal in der Dauerausstellung und einmal die Sonderausstellung zu Geld, die noch bis Ende diesen Jahres im vierten Stockwerk zu sehen ist.
Die Dauerausstellung als archäologisch-kulturhistorische Aufarbeitung der letzten 300.000 Jahre auf dem Gebiet des heutigen Sachsens beginnt mit präparierten Tieren im Eingangsbereich, den Bewegungen der Eismassen während verschiedener Kältephasen auf der Erde und ersten in Markleeberg gefundenen Steinwerkzeugen aus der Altsteinzeit. Außerdem sind die Schädel verschiedener Homo-Spezien zu sehen und ein gläserner Neandertaler. Von einer Kamera fotografiert, kann man seinen eigenen Gesichtszügen auch eine Neandertaler-Schädelform geben. 
Gemorpht zu einem Neandetaler.
Jede Etage höher bringt einen näher zur Neuzeit. In der dritten Etage sind entlang einer gewölbten Wand über tausend Alltagsgegenstände aus dem Mittelalter ausgestellt. Doch nicht nur ein Blick auf die Wand, sondern auch hinter die Wand lohnt sich. Hinter der markanten gewölbten Fassade des Gebäudes befinden sich kleinere Ausstellungen zum Architekten Mendelsohn und zum Kaufhausgründer Schocken. Außerdem ist der Blick auf die Chemnitzer Straßen sehr gut.
1.200 Alltagsgegenstände aus dem Mittelalter.
Galleriegang hinter der verglasten Fassade.
In der vierten Etage befinden sich, wie schon erwähnt, wechselnde Ausstellungen. Momentan kann man viel über Geld lernen. Angefangen bei riesigen Steinrädern, über Muscheln und Edelmetalle zu Tulpenzwiebeln, Münz- und Papiergeld bis hin zu nicht mehr sichtbarer Währung, die elektronisch in großem Maße und Sekundenbruchteilen die Besitzer wechselt. Ein Rechenschieber von Adam Ries war ebenso zu betrachten, wie die größte und kleinste Banknote der Welt. An einer Station konnten Kinder sich ausrechnen lassen, mit welchem Alter sie wie viel Taschengeld bekommen sollten und an anderer Stelle wurde auf verschiedene Art und Weise vorgerechnet, wie viel ein Mensch wert ist - als Humankapital in der Arbeitswelt, als Organspender oder als Wert der im Körper enthaltenen chemischen Elemente. Die ethische Bewertung obliegt dem Museumsbesucher. Auch zum Nachdenken anregen tat eine Grafik, auf welcher die Entwicklung des Gesamtvermögens der ärmsten Hälfte der Weltbevölkerung und das der 62 reichsten Menschen auf der Welt dargestellt wurde. 2014 besaßen die reichsten 62 Menschen unserer Erde etwa 1,76 Billionen US Dollar - genauso viel wie die ärmsten 3,6 Milliarden Menschen zusammen genommen.
Das schwerste Geld der Welt direkt am Eingang.
Links oben die größte Banknote und links unten die Kleinste.
Die Rechte ist etwa so groß wie unsere Euroscheine.

Samstag, 8. Oktober 2016

Herbstzeit ist Erntezeit...

... und wenn das Wetter mitspielt und die Sonne lacht, dann pflückt man doch gern die letzten Brombeeren, Zucchini, Kürbisse, Kartoffeln, Äpfel und was der Garten momentan eben noch so hergibt. Auch wenn wir nur einen richtig großen Apfelbaum haben, so können wir dennoch nicht all seine Früchte schnell genug essen oder zu Apfelmus verarbeiten. Also legten wir einen Pflück-Aktions-Tag ein, an dem wir den Baum komplett abernteten und über 100 kg Äfpel zu einer Hofmosterei im Chemnitzer Stadtteil Adelsberg schafften, wo direkt die eigenen Früchte zu Saft verarbeitet und einem in praktischen 5 Liter Kisten mitgegeben werden. Wir sind für den Winter gerüstet.
Wieder eine Kiste voll.
Pflücker in Aktion.


Die gute Hälfte der Ernte.
Nach getaner Arbeit war dann noch Zeit, ein paar Kastanien zu sammeln und mit diesen die Wohnung hübsch herbstlich zu dekorieren. Jede Jahreszeit hat ihre schönen Seiten.

Montag, 3. Oktober 2016

Der Tag der deutschen Einheit...

... findet jedes Jahr am 3. Oktober statt und die Meisten freuen sich, wenn es ein Wochentag ist und ärgern sich, falls er auf das Wochenende fällt. Ansonsten verbindet wahrscheinlich nur eine Minderheit den Tag mit großen Emotionen bzw. nimmt an öffentlichen Veranstaltungen in Verbindung mit diesem Tag teil. So ging es mir auch die letzten Jahre. Dieses Jahr war es ein wenig anders. Sachsen hat die Bundesratspräsidentschaft inne und damit auch die Pflicht und Ehre die offizielle Einheitsfeier auszurichten und so kamen in den letzten drei Tagen hunderttausende nach Dresden, um die Einheit zu feiern, neugierig zu schauen, ein buntes Fest zu erleben und ein paar Wenige leider auch zum Pöbeln. Wir waren Samstag und Sonntag in der Stadt unterwegs und haben zwei wirklich schöne Tage erlebt, wenngleich das Wetter nicht immer ideal war. Die Polizei-Präsenz war nicht zu leugnen und fiel durchaus auch ins Auge - ebenso wie die weit über 1.000 'Nizza-Sperren' genannten Legosteine, die es Fahrzeugen unmöglich machen sollten, in die feiernde Menge zu fahren. Dennoch erlebten wir es als ein sehr entspanntes und buntes Fest für jeden. Es gab viel Informatives, Spielerisches, Lehrreiches und Lustiges: Ländermeile, Bundesratsinformationen, Bundestagssimulation, Sachsen als Gastgeberland, selbst werkeln bei den Handwerksständen, Posieren mit Maskottchen, Probieren lokaler Spezialitäten und alles in allem einfach ein buntes Miteinander. 
Schwarz rot goldene Flaggen zum Einheitsfest in Dresden.
Überdimensionale Legosteine umgrenzen den Festbereich.
Leipziger Messemännchen mit Miss Deutschland ^^
Zu den offiziellen Festakten heute in Frauenkirche und Semperoper waren wir leider nicht geladen und beschlossen auf Grund des Dauerregens dann auch zu Hause zu bleiben. So erfuhren wir am Ende nur aus den Nachrichten, dass die Stimmung bei der Ankunft unserer Bundeskanzlerin und unseres Bundespräsidenten wohl leider sehr negativ und respektlos war. Das ist sehr schade, denn die persönlichen Erlebnisse an den anderen beiden Tage waren wie oben geschildert sehr positiv. Besonders Sonntag Abend, als ab 22 Uhr die Altstadt-Silhouette von Dresden als Kulisse für eine wirklich beeindruckende Licht-, Ton- und Feuerwerks-Inszenierung diente, vermittelte tatsächlich ein Einheitsgefühl. Es sollen wohl zehntausende Besucher gewesen sein, die am Königsufer friedlich zusammen standen und sich freuten, dass wir heute in Frieden gemeinsam hier stehen konnten.
Wortprojektionen: Freiheit, Toleranz, Respekt u.v.m.
Ein wirklich gelungenes Feuerwerk beendete die Inszenierung.
Dresden feierte mit seinen Gästen aus nah und fern.

Sonntag, 2. Oktober 2016

Zur Dienstreise nach...

... Leipzig fuhr ich letzte Woche. Konkret fand in Leipzig die 50. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Psychologie statt und es war auch kein Zufall, dass dieser Jubiläumskongress an die Messestadt vergeben worden war. Durch die Gründung des ersten Instituts für experimentelle Psychologie an der zweitältesten Universität Deutschlands im Jahre 1879 durch Wilhelm Wundt gilt Leipzig als der Geburtsort der modernen wissenschaftlichen Psychologie. Die Tagung war inhaltlich sehr interessant, vom Ablauf her sehr gut organisiert und durch die Lage im Leipziger Zentrum gab es auch abseits des Kongresses viel zu entdecken.
Am Originalschreibtisch von Wilhelm Wundt
sitzend und arbeitend. Das schreit nach großen Taten.
Das Neue Augusteum als Universitätshauptgebäude ist geräumig und einladend. Ins Audimax mit seinen 800 Sitzplätzen passten zu den größten Veranstaltungen trotzdem nicht alle rein. Auch zum Psycho-Slam, der an einem Abend im Ring-Café stattfand, wollten mehr Besucher, als die Brandschutzbestimmungen zuliesen. Wir waren glücklicher Weise zeitig genug vor Ort gewesen, um einerseits die interessante und kurzweilige Veranstaltung und andererseits den Charme des 50er-Jahre Baus auf uns wirken zu lassen.
Blick vom Gewandthaus zu Mendebrunnen und Oper.
Blick vom Inennhof des Campus auf den Leipziger
Weißheitszahn/ Uniriesen/ City-Hochhaus...
Natürlich hat Leipzig auch einiges im Zusammenhang mit der DDR zu erzählen. Neben den bekannten Ereignissen rund um die friedliche Revolution gibt es im Zentrum auch einen DDR Laden, in dem man Originale und Nachproduktionen kaufen und dank Pittiplatsch, Dedoron-Schürze und Plastegeschirr in Nostalgie schwelgen kann.
Im DDR Laden gab es bspw. viele Sandmann-Kuscheltiere.
Ein nach dem 2.WK zur Ent-
nazifizierung genutzter FB.
Keine hundert Meter vom Markt entfernt befindet sich zudem das zeitgeschichtliche Forum Leipzig. Es ist ein Museum, welches von der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland getragen wird und bei kostenfreiem Eintritt Historisches vom Kriegsende 1945, über die Teilung Deutschlands bis zur Wiedervereinigung mit Fokus auf die ehemalige DDR vermittelt. Relativ viel wird mit Zeitzeugenberichten gearbeitet, was die Geschichte direkt erlebbar erscheinen lässt.

Blick ins Arbeitszimmer eines MfS-Mitarbeiters.
KMS oder Chemnitz?
Als es um die Wiedervereinigung ging, war natürlich auch die Benennung von Karl-Marx-Stadt/ Chemnitz ein Thema. Im April 1990 stimmten 76 Prozent für eine Rückbenennung zu 'Chemnitz', nachdem die Stadt seit Mai 1953 den Namen Karl-Marx-Stadt getragen hatte. Das ca. 40 Tonnen schwere und mit Sockel über 13 Meter hohe Karl-Marx-Monument in der Chemnitzer Innenstadt wird als Wahrzeichen der Stadt aber zum Glück immer bleiben. Auch das ist Geschichte.

Die Umbenennung vor Ort.
Insgesamt war es ein sehr informativer und weiterbildungsrelevanter Aufenthalt in Leipzig. Die Messestadt hat Flair, Kultur und tolle Seen zur Naherholung. Es ist verständlich, dass immer mehr Menschen nach Leipzig ziehen wollen.
Der Uni-Riese bei Nacht vom Ring-Café aus gesehen.