Dienstag, 18. Oktober 2016

Museen besuchen...

... ist für den Herbst eine gute Freizeitbeschäftigung, wenn es draußen vielleicht gerade nicht das allerschönste Wetter ist. Zugegeben liegen meine Besuche in den beiden unten genannten Museen schon ein paar Wochen zurück, aber da der Oktober bisher nur selten golden war, wäre es auch derzeit ein guter Wochenendausflug.
Schon seit 8 Jahren gibt es mittlerweile die Terra Mineralia im Freiberger Schloss Freudenstein. Ich hatte mir seit vielleicht 7 Jahren vorgenommen, diese Mineralienausstellung, die mit über 3.500 Exponaten zu einer der größten weltweit gehört, auch einmal zu besuchen. Diesen September habe ich es dann endlich geschafft. Abgesehen von der äußerst unfreundlichen Dame an der Kasse war es ein sehr angenhemer Besuch mit vielen Einblicken in die Welt der Minerale. Manches Mal hätte ich mir noch ein paar mehr Erklärungen gewünscht, aber auch so sind es viel zu viele Informationen, um alle bei nur einem Besuch aufzunehmen. Die Darstellungen, mit denen man interagieren konnte, blieben dennoch am besten im Kopf. Bei vielen anderen leuchtenden oder interessant geformten oder farbig intensiven Mineralen blieb am Ende des mehrstündigen Besuchs leider häufig nur noch der Gedanke, dass sie auf jeden Fall sehr schön aussehen. Es muss ja aber nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich die  Dauerleihgabe einer privaten Sammlerin in Freiberg besuchte. 
Schloss Freudenstein in Freiberg.
Wunderschön grüne Malachite.
Ein lustig-intelligent bebildertes Periodensystem.
Das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz (SMAC) eröffnete vor 2 Jahren im ehemaligen Kaufhaus Schoken im Chemnitzer Zentrum. Das Museum habe ich seither schon zwei mal besucht - einmal in der Dauerausstellung und einmal die Sonderausstellung zu Geld, die noch bis Ende diesen Jahres im vierten Stockwerk zu sehen ist.
Die Dauerausstellung als archäologisch-kulturhistorische Aufarbeitung der letzten 300.000 Jahre auf dem Gebiet des heutigen Sachsens beginnt mit präparierten Tieren im Eingangsbereich, den Bewegungen der Eismassen während verschiedener Kältephasen auf der Erde und ersten in Markleeberg gefundenen Steinwerkzeugen aus der Altsteinzeit. Außerdem sind die Schädel verschiedener Homo-Spezien zu sehen und ein gläserner Neandertaler. Von einer Kamera fotografiert, kann man seinen eigenen Gesichtszügen auch eine Neandertaler-Schädelform geben. 
Gemorpht zu einem Neandetaler.
Jede Etage höher bringt einen näher zur Neuzeit. In der dritten Etage sind entlang einer gewölbten Wand über tausend Alltagsgegenstände aus dem Mittelalter ausgestellt. Doch nicht nur ein Blick auf die Wand, sondern auch hinter die Wand lohnt sich. Hinter der markanten gewölbten Fassade des Gebäudes befinden sich kleinere Ausstellungen zum Architekten Mendelsohn und zum Kaufhausgründer Schocken. Außerdem ist der Blick auf die Chemnitzer Straßen sehr gut.
1.200 Alltagsgegenstände aus dem Mittelalter.
Galleriegang hinter der verglasten Fassade.
In der vierten Etage befinden sich, wie schon erwähnt, wechselnde Ausstellungen. Momentan kann man viel über Geld lernen. Angefangen bei riesigen Steinrädern, über Muscheln und Edelmetalle zu Tulpenzwiebeln, Münz- und Papiergeld bis hin zu nicht mehr sichtbarer Währung, die elektronisch in großem Maße und Sekundenbruchteilen die Besitzer wechselt. Ein Rechenschieber von Adam Ries war ebenso zu betrachten, wie die größte und kleinste Banknote der Welt. An einer Station konnten Kinder sich ausrechnen lassen, mit welchem Alter sie wie viel Taschengeld bekommen sollten und an anderer Stelle wurde auf verschiedene Art und Weise vorgerechnet, wie viel ein Mensch wert ist - als Humankapital in der Arbeitswelt, als Organspender oder als Wert der im Körper enthaltenen chemischen Elemente. Die ethische Bewertung obliegt dem Museumsbesucher. Auch zum Nachdenken anregen tat eine Grafik, auf welcher die Entwicklung des Gesamtvermögens der ärmsten Hälfte der Weltbevölkerung und das der 62 reichsten Menschen auf der Welt dargestellt wurde. 2014 besaßen die reichsten 62 Menschen unserer Erde etwa 1,76 Billionen US Dollar - genauso viel wie die ärmsten 3,6 Milliarden Menschen zusammen genommen.
Das schwerste Geld der Welt direkt am Eingang.
Links oben die größte Banknote und links unten die Kleinste.
Die Rechte ist etwa so groß wie unsere Euroscheine.

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