... Leipzig fuhr ich letzte Woche. Konkret fand in Leipzig die 50. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Psychologie statt und es war auch kein Zufall, dass dieser Jubiläumskongress an die Messestadt vergeben worden war. Durch die Gründung des ersten Instituts für experimentelle Psychologie an der zweitältesten Universität Deutschlands im Jahre 1879 durch Wilhelm Wundt gilt Leipzig als der Geburtsort der modernen wissenschaftlichen Psychologie. Die Tagung war inhaltlich sehr interessant, vom Ablauf her sehr gut organisiert und durch die Lage im Leipziger Zentrum gab es auch abseits des Kongresses viel zu entdecken.
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Am Originalschreibtisch von Wilhelm Wundt
sitzend und arbeitend. Das schreit nach großen Taten. |
Das Neue Augusteum als Universitätshauptgebäude ist geräumig und einladend. Ins Audimax mit seinen 800 Sitzplätzen passten zu den größten Veranstaltungen trotzdem nicht alle rein. Auch zum Psycho-Slam, der an einem Abend im Ring-Café stattfand, wollten mehr Besucher, als die Brandschutzbestimmungen zuliesen. Wir waren glücklicher Weise zeitig genug vor Ort gewesen, um einerseits die interessante und kurzweilige Veranstaltung und andererseits den Charme des 50er-Jahre Baus auf uns wirken zu lassen.
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| Blick vom Gewandthaus zu Mendebrunnen und Oper. |
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Blick vom Inennhof des Campus auf den Leipziger
Weißheitszahn/ Uniriesen/ City-Hochhaus... |
Natürlich hat Leipzig auch einiges im Zusammenhang mit der DDR zu erzählen. Neben den bekannten Ereignissen rund um die friedliche Revolution gibt es im Zentrum auch einen DDR Laden, in dem man Originale und Nachproduktionen kaufen und dank Pittiplatsch, Dedoron-Schürze und Plastegeschirr in Nostalgie schwelgen kann.
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| Im DDR Laden gab es bspw. viele Sandmann-Kuscheltiere. |
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Ein nach dem 2.WK zur Ent-
nazifizierung genutzter FB. |
Keine hundert Meter vom Markt entfernt befindet sich zudem das zeitgeschichtliche Forum Leipzig. Es ist ein Museum, welches von der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland getragen wird und bei kostenfreiem Eintritt Historisches vom Kriegsende 1945, über die Teilung Deutschlands bis zur Wiedervereinigung mit Fokus auf die ehemalige DDR vermittelt. Relativ viel wird mit Zeitzeugenberichten gearbeitet, was die Geschichte direkt erlebbar erscheinen lässt.
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| Blick ins Arbeitszimmer eines MfS-Mitarbeiters. |
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| KMS oder Chemnitz? |
Als es um die Wiedervereinigung ging, war natürlich auch die Benennung von Karl-Marx-Stadt/ Chemnitz ein Thema. Im April 1990 stimmten 76 Prozent für eine Rückbenennung zu 'Chemnitz',
nachdem die Stadt seit Mai 1953 den Namen Karl-Marx-Stadt getragen hatte. Das ca. 40 Tonnen schwere und mit Sockel über 13 Meter hohe Karl-Marx-Monument in der Chemnitzer Innenstadt wird als Wahrzeichen der Stadt aber zum Glück immer bleiben. Auch das ist Geschichte.
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| Die Umbenennung vor Ort. |
Insgesamt war es ein sehr informativer und weiterbildungsrelevanter Aufenthalt in Leipzig. Die Messestadt hat Flair, Kultur und tolle Seen zur Naherholung. Es ist verständlich, dass immer mehr Menschen nach Leipzig ziehen wollen.
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| Der Uni-Riese bei Nacht vom Ring-Café aus gesehen. |
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