... ist das beschauliche, 55.000 Einwohner zählende, in Sachsen gelegene Görlitz. Selbst aus Sachsen kommend, wusste ich natürlich ein paar Dinge über die dank der hübschen Altstadt gern als Filmkulisse genutzte Kleinstadt. Bis vor gut zwei Wochen war ich jedoch noch nie selbst vor Ort gewesen. Dabei lohnt es sich. Der großteils renovierte Stadtkern verströmt mittelalterliches Flair, Fußgänger beleben den Ort ohne, dass er überlaufen ist, und individuelle kleine Läden in den Erdgeschossen der historischen Häuser laden zum Bummeln abseits großer Ketten ein, die überall auf der Welt die selben Namen tragen und das gleiche Sortiment führen.
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| Blick vom Rathausturm gen Obermarkt. |
Ich besuchte eine Freundin in Görlitz, die dort groß geworden ist und eine hervorragende Stadtführerin gab. Da wir ungeplant genau am Tag des Denkmals durch die Gassen zogen, konnten wir in einige der sanierten oder auch eins der wenigen noch unsanierten Häuser hineinschauen. Seit 1995 durfte Görlitz sich jährlich über die stattliche Summe von 1 Million DM (seit 2002 umgerechnet in Euro) freuen, die eine unbekannte Spenderin oder ein unbekannter Spender der Stadt überweisen ließ und die als sogenannte "Altstadtmillion" sicherlich einen großen Teil dazu beitrug, dass die alten Häuser wieder so schön erstrahlen, wie sie es jetzt tun.
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| Untermarkt. |
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Blick aus polnischer Richtung von der Altstadtbrücke auf die
St. Peter und Paul Kirche auf deutscher Seite. |
Nach einer fußläufigen Runde über die schmalen Straßen und verwinkelten Innenhöfe bis zur Altstadtbrücke über die Neiße nach Polen gingen wir zurück zum Rathaus, denn wir wollten noch hoch auf den Turm, um bei dem spätsommerlichen Wetter einmal von oben über die roten Dächer der Stadt zu blicken. Auf dem Weg nach oben und nach unten konnten wir auch jeweils den Löwen brüllen lassen - eine vergoldete Steinfigur, deren Brüllen durch tiefe Orgeltöne hervorgerufen wird. Nach dem Abstieg probierten wir uns abschließend noch am Flüsterbogen, einer Kielbogenarchivolte an einem spätgotischen Portal am Untermarkt, welches Schallwellen sehr gut weiterleitet und so das leise Austauschen von geflüsterten Nachrichten zwischen zwei Menschen gut ermöglicht.
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Nur 250 Meter Luftlinie sind es vom Rathaus
bis zur Neiße - dem Grenzfluss zu Polen. |
Insgesamt war mein Besuch in der Görlitzer Altstadt mit zweieinhalb Stunden gerade so ausreichend, um einen ersten Eindruck zu bekommen, aber das Gefühl sagt mir, dass die Stadt noch viel mehr zu bieten hat. Ich werde auf jeden Fall wiederkommen.
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