Mittwoch, 19. November 2025

Hamburger Museen...

 ... sind vielfältig und reichen von der Hamburger Kunsthalle über das Museum für Hamburgische Geschichte und ein U-Boot-Museum bis zu moderneren Museen wie dem Miniaturwunderlan oder dem Museum der Illusionen. Während unseres Wochenendbesuchs bildeten wir uns in einem eher traditionellen Museum und einem etwas Moderneren weiter. 

Vor den Museumsbesuchen stand aber natürlich ein Frühstück an. Frisches Gebäck holt man am besten beim Bäcker. Wie ich feststellte, bekommt man in Hamburg-Ottensen jedoch nicht nur Brötchen und Kuchen beim Bäcker, sondern - positiv gesehen - auch Obst und - vielleicht nicht ganz so positiv gesehen - Zigaretten und reichlich hochprozentigen Alkokol. Nicht nur Museen bilden.  

Croissants und Brötchen unweit von
Wegwerfgrill, Zigaretten und Likör.
Ein Bäcker in Hamburg.
Alte Automaten wie aus Kindheitstagen.

Nach der Stärkung für den Tag (bei uns blieb es bei Gebäck) gingen wir Samstag Morgen auf Empfehlung eines Bekannten ins Altonaer Museum, welches sich nur fünf Gehminuten von unserer Unterkunft entfernt befand. Museumsbesuche mit Kindern sind nur begrenzt planbar, aber nach 2,5 Stunden hatten wir immer noch Interesse an mehr, mussten dann aber los, da der Magen wieder knurrte und das Musical am Nachmittag noch anstand. Die Ausstellungen in den verschiedenen Räumen setzen sehr unterschiedliche Schwerpunkte - von Schiff(smodell)en, über einen schwarz-weiß Stummfil über eine ehemalige Seilerei, der die Kinder besonders faszinierte, hin zu einer Galerie und alten Bauernstuben sowie Mitmachbereichen für Groß und Klein. Man bekommt die Zeit gut rum im Museum Altona. Der Eintritt für Kinder unter 18 Jahren ist zudem frei. Die Empfehlung für das Museum kann ich weiterreichen. 

Der Park am Platz der Republik vorm Altonaer Museum.
Das Gehirn sagt, dass es eine Nachbildung ist, aber
es fühlte sich an, als sei der Besitzer nur kurz aus
dem Raum gegangen. 
Schiffsschraube vor Kunst. 
Arbeitshandschuhe als Kunst. 
Dunkel und damit erdrückend, gleichzeitig aber
auch gemütlich und einladend wirkten die Bauernstuben.
Der Nachbau einer lebensgroßen Kate innerhalb des
Museums war besonders beeindruckend.
Blick in den Dufke Laden, ein Gemischt-
warenladen wie früher. 
In der Wunderkammer konnte man sich verkleiden
und mit den meisten Exponaten interagieren. 

Unser zweiter Museumsbesuch des Wochenendes war explizit an den Kindern ausgerichtet, wenngleich wir Erwachsenen auch auf unsere Kosten kamen. Unweit des Hauptbahnhofs befindet sich das Chocoversum. Hier geht es nicht um eine trockene Ausstellung, sondern um Erlebnisse. Die etwa 90-minütige Führung nimmt einen mit vom Kakaobaum über die Verarbeitung bis hin zur fertigen Tafel Schokolade, wobei es direkt am Eingang - quasi die nullte Station - einen rießigen Schokobrunnen inkl. Probiergelegenheit gibt, um die (kleinen) BesucherInnen in gute Stimmung zu versetzen. An der ersten Station konnte ich dann von der rohen Kakaofrucht probieren. Das weiße Fruchtfleisch ist eher bitter statt süß und fruchtig statt herb. Im Laufe der Tour lernten wir dann alle Verarbeitsungsschritte kennen und hatten immer wieder Gelegenheit die optische, geruchliche und natürlich geschmackliche Entwicklung zu verfolgen. Ein Highlight war natürlich die Kreation einer eigenen Tafel Schokolade, wobei wir zwischen weißer, Vollmilch- und Zartbitterschokolade als Basis und anschließend bis zu fünf Toppings wählen konnten. Das Chocoversum verband Genuss mit Wissen. Wir probierten, rochen, gestalteten und erfuhren nebenbei etwas über Herkunft und Nachhaltigkeit des Kakaos. Das die Tour im prall gefüllten Laden endete, ist natürlich wenig verwunderlich. 

Jungfräuliche Tafeln mit flüssiger Zartbitterschokolade.
Individuell gestaltete Tafeln. 
Drei Maschinen mit drei unterschiedlichen Namen
und an jeder Verarbeitungsstufe gab es eine Kostprobe.
Nach der ganzen Schokolade hatten wir
wieder Lust auf etwas Herzhaftes. 
Vom Chocoversum ging es für uns direkt zum Bahnhof und mit etwas Verspätung zurück nach Hause. 

Ich schließe diesen Blogbeitrag mit einem 
"Hamburger Stillleben". 

Mittwoch, 5. November 2025

Hamburg...

... – von manchen als Perle des Nordens bezeichnet – ist eine Stadt, die mich mit ihrer besonderen Mischung aus maritimem Flair, kultureller Vielfalt und norddeutschem Charme begeistert. Als Hansestadt an der Elbe verbindet sie Geschichte, Modernität und Weltoffenheit auf einzigartige Weise. Seit meiner Praktikumszeit 2013  hat Hamburg bei mir einen Stein im Brett. Ein Spaziergang entlang der Landungsbrücken oder durch die historische Speicherstadt zeigt sofort einige Aspekte, warum Hamburg faszinierend ist: alte Backsteinarchitektur trifft auf moderne Baukunst und Wasser auf Weltstadtgefühl. Kulturell hat Hamburg von klassischen Konzerten in der Elbphilharmonie, über diverse Musicals, historische Museen, Kunstmuseen bis hin zu Fußball und Reeperbahn (ja, auch das ist jeweils eine Art Kultur) das ganze Programm zu bieten.

Für Familien gibt es ebenfalls ein reichhaltiges Angebot. Ob das Miniatur Wunderland mit seinen detailverliebten Miniaturwelten, der Tierpark Hagenbeck, ein Besuch im Planetarium oder im Schokoladenmuseum – Hamburg hat für jeden etwas im Angebot, zumindest wenn man ausreichend Kleingeld hat, denn auch das gehört zur Wahrheit: Hamburg ist eine Großstadt und Übernachtungen und die meisten Angebote abseits von Spaziergängen entlang der Elbe oder Alster kosten Geld. Wir gönnten uns ein Wochenende Ende September in Hamburg. Anlass war ein Geschenk für das große Kind zum Schulanfang: ein Besuch im Musical der König der Löwen - ein Hamburg Klassiker und für die Kinder auch das Highlight des Wochenendes.

Hand in Hand zum Bahnhof.
Für mich der typische Hamburgblick. 
Mittags gab es Fish & Chips zur Stärkung.
Mit dem Shuttleboot setzten wir über zur...
... Musicalspielstätte. Seit fast 24 Jahren läuft Der
König der Löwen im Stage Theater im Hafen 
Hamburg auf der Elbinsel Steinwerder.
Über 15 Millionen BesucherInnen sahen
das Musical über die Jahre allein in Hamburg.
Für mich war es der erste Besuch von König der Löwen
in Hamburg. Vor über 20 Jahren durfte ich aber schon
einmal einer Aufführung in London beiwohnen, wo
das Musical bereits seit 1999 läuft. 
Nach dem Musicalbesuch lauschten wir noch diesen
talentierten Straßenmusikern. 

Sonntagmorgen vor unserer Rückfahrt mit dem Zug waren wir noch auf dem Fischmarkt und aßen dort direkt Fischbrötchen zum Frühstück. Insgesamt hatte ich den Fischmarkt mit etwas mehr Marktschreier-Feeling und weniger starkem Gedränge in Erinnerung, aber ersteres hängt sicherlich auch vom Anbieter ab und letzteres habe ich ohne Kinder, auf die man in Menschenmengen besonders aufpassen muss, vielleicht einfach nicht so wahrgenommen. Geschmacklich waren jedenfalls sowohl die verkauften Maiskolben, der Flammlachs als auch die Mangos vom Obststand sehr lecker. Dass ich kurz vor unserer sechsstündigen Rückfahrt mit dem Zug eine ganze Stiege Mangos (für 5€!) auf dem Fischmarkt kaufte, brachte mir verständlicher Weise zunächst ein perplexes Gesicht und anschließend hochgezogene Augenbrauen meines Mannes ein. Allerdings kam auch er nicht umhin anzuerkennen, dass die Mangos wirklich lecker waren. Wir mussten zwar alle innerhalb von zwei Tagen aufessen, damit aus reif nicht schlecht wird, aber dafür haben die Kinder jetzt einen neuen Geschmacksstandard. Gibt es jetzt irgendwo Mango fragen sie: schmecken die so gut wie die Hamburg-Mangos? 

Es war offensichtlich Maiszeit auf dem Fischmarkt.
Einige Stände verkauften leckeren Zuckermais.
Meerestiere gab es in groß und klein, in ganz oder
filetiert, in frisch oder verarbeitet. 
Der einzige Wagen mit Marktschreier-Flair. 
Flammlachs ist sooo lecker. 
Hamburger Fischmarkt - gern wieder.

Dienstag, 4. November 2025

Apfelsaft...

 ... gibt reichlich Kraft. Zumindest erzählen es manche Eltern so ihren Kindern. Den Zucker im Saft und dessen Auswirkungen auf die Gesundheit lassen wir aus der aktuellen Betrachtung mal raus. Fakt ist: frischer Apfelsaft von Streuobstwiesen in Deutschland ist vitaminhaltig, nachhaltig und vor allem lecker! 

Nach einem Totalausfall in vielen Gärten im vorigen Jahr durch einen späten, starken Frost während der Blüte Ende April, war 2025 ein echtes Apfeljahr. In vielen Gärten hingen die Bäume so voll mit saftigen Früchten, dass manche Äste abgestützt werden mussten, um nicht abzubrechen. Diese Apfelschwemme verhalf dem Apfelfest in Bad Schandau, welches wir wie jedes Jahr im Oktober begeistert besuchten, zu reichlich Äpfeln für Backwaren, Saft pressen, Herbstdekoration basteln und als Basiszutat für einen gesunden Obstsalat. Doch nicht nur das Apfelfest profitierte davon - auch unsere Familie wird noch lange von dem guten Apfeljahr zehren. Wir ernteten bei uns im Garten, bei den (Groß-)eltern im Garten, von Bäumen entlang öffentlicher Wege und  bei Nachbarn im Garten und bekamen so eine herrliche Apfelvielfalt zusammen, die wir einerseits zum Apfelfest in Bad Schandau von einem Pomologen bestimmen lassen konnten und andererseits für den Winter einlagern, zu Apfelmuß verkochen und natürlich zu Saft pressen lassen konnten. Wer schon mal Saft aus seinen eigenen Früchten frisch gepresst getrunken hat merkt: Da steckt mehr drin als nur Saft. Es riecht und schmeckt nach Sommer, Regen, Frische, Gemeinschaft und ein bisschen Heimat. 

Romantisiere ich das vielleicht ein bisschen? Kann sein, aber Lebensmittel, die man selbst angebaut, um die man sich während der Wachstumsphase bspw. durch gießen gekümmert hat; die man - vielleicht in Gemeinschaft mit anderen zusammen geerntet und weiterverarbeitet hat, schmecken einfach ganz anders, als Fertiglebensmittel aus dem Supermarkt. Apfelsaftkonzentrat ist Welten von frisch gepresstem Saft aus aromatischen, naturbelassenen Apfelsorten entfernt. In diesem Sinne hier auch nochmal ein Dankeschön an die fleißigen HelferInnen, die geholfen haben, dass wir uns die nächsten Monate mit 150 Liter Apfelsaft selbst versorgen können. 

Apfelernte auf einer Streuobstwiese...
... entlang eines öffentlichen Weges...
... und im eigenen Garten. 
Der Pomologe in Bad Schandau sprach
von rund 20.000 Apfelsorten weltweit,
3.000 in Deutschland und etwa 1.000,
die er auseinanderhalten kann.  
 

Die herbstliche Fährfahrt über die Elbe bei Bad
Schandau in der Sächsischen Schweiz. 
Vor Ort konnte man Äpfel einfach so probieren, 
oder in leckeren Obstsalat verwandeln, oder...
... mit eigener Muskelkraft frischen Apfelsaft pressen.
Die Wespen bekamen ihren eigenen Teller. 
Rückfahrt. Ausflüge vergehen stets so schnell. 
Möchte man Apfelsaft im größeren Stil herstellen,
sollte man nicht kleckern, sondern klotzen. 
Das gesammelte Gut schafften wir zu einer Mosterei
im Nachbarstadtteil. Dieses Jahr war es schwierig 
noch einen Termin zu bekommen. 
Den Trester und qualitativ minderwertige Äpfel
ließen wir zurück. 
Dafür nahmen wir einen Kofferraum voll Saft
mit nach Hause. 

Samstag, 1. November 2025

Halloween...

... in Deutschland ist längt keine Randerscheinung mehr. Immer mehr Nachbarschaften schmücken ihre Häuser, stellen geschnitzte Kürbisse vor die Tür und öffnen ihre Türen für kleine Geister, Hexen und Vampire, die „Süßes oder Saures!“ rufen. In meinen Kindheitstagen sind wir zu Fasching in Sachsen von Haus zu Haus gezogen und haben gebettelt - also einen lustigen Spruch aufgesagt und uns Süßigkeiten erbeten. Mittlerweile ist dies eher Brauch am letzten Tag im Oktober. 

Dieses Jahr haben wir zum ersten Mal selbst bei diesem Halloween-Ritual mitgemacht. Gemeinsam mit unseren Nachbarn sind wir mit den Kindern von Haus zu Haus gezogen und waren überrascht - überrascht, wieviele andere Familien wir trafen und überrascht, wieviele Türen sich öffneten und welch einen Aufwand einige mit ihrer Dekoration betrieben hatten. Es war richtig schön. 

Happy Halloween!

Süßes oder Saures! 
Traust du dich an mir vorbei zu langen und in die
Schüssel mit den Süßigkeiten zu greifen? 

Wir hatten natürlich auch einen unserer selbstgezogenen Kürbisse geschnitzt und mit Kerzen gruslig zum Leuchten gebracht. Viele Kürbisse gab es im Herbst auch wieder bei einigen Ausflugszielen zu bestaunen. Immer mehr Ausflugsziele entdecken die Kürbiszeit für sich - hübsch drapierte Kürbisse gestalten lustige Fotomotive und ziehen so zahlende Kunden an. Ich finde es witzig - und ich mag meine Kürbisse nach wie vor auch als wärmende Suppe, feurigen Auflauf oder süße Kekse. 

Redhead im Kürbisballon. 
Ende Oktober/ Anfang November begehen wir in
Deutschland je nach Region klassisch den Reformations-
tag oder Allerheiligen und Allerseelen, neuerdings auch
Halloween. Der mexikanische Tag der Toten als 
fröhliches Fest wird bei uns eher nicht gefeiert, 
erlangt aber zumindest immer mehr Bekanntheit. 
Es gibt kaum etwas, was man mit Kürbissen nicht
machen kann. 
Unser diesjähriges Exemplar. 

Der schiefe Turm…

... von Pisa ist weltbekannt. Vor meiner Rückreise aus Pisa hatte ich einen Abend zur freien Verfügung. Natürlich nutzte ich diesen, um mir die Monumente auf dem Piazza del Duoma anzuschauen, welcher auch unter Piazza dei Miracoli (Platz der Wunder bekannt ist). Der Platz entstand zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert und war Ausdruck der politischen und religiösen Macht der Seerepublik Pisa. Auf einer Fläche von 8,87 Hektar (das sind fast zwölfeinhalb Fußballfelder) befinden sich vier bedeutende Monumente der mittelalterlichen Baukunst: die Kathedrale Cattedrale di Pisa (Dom), das Baptisterium, das freistehende Campanile (aka Schiefer Turm von Pisa) sowie das Friedhofsgebäude Camposanto Monumentale. Die Bauten vereinen Romanik, byzantinische Einflüsse und Elemente der Spätgotik. Falls ihr, liebe Leserinnen und Leser, das bisher nicht wusstet: war mir auch nicht bewusst, aber auch ohne tiefgreifendes Architekturwissen hinterlassen die Monumente Eindruck. Ich hatte mir meine Runde so gelegt, dass ich den schiefen Turm nach Museum, Dom und Baptisterium kurz vor dem Sonnenuntergang besuche. 

Mein erster Blick auf den Platz der Wunde von
Westen her kommend. 
Am südöstlichen Eingang zum Platz warten
Pferdekutschen auf zahlende Kundschaft. 
Mutter und Kind wachen über den Haupteingang
des Doms. 
Eingang zum Baptisterium San Giovanni.
Es ist die größte Taufkappelle Italiens und
ist bekannt für seine außergewöhnliche
Akustik.
Während meines Besuchs begann
eine andere Touristen im Baptisterium zu
singen. Es klang wirklich sehr schön. Leider
unterbanden die Aufpasser das Konzert.  
Blick vom Baptisterium auf Dom und dahinter
den schiefen Turm. 
Die alte Stadtmauer grenzt an manchen
Stellen direkt an den Platz der Wunder.
Redhead auf dem Weg in den Dom. 
Der Blick ins Kirchenschiff. 
Decken können die Italiener! 
Die Deckenverzierungen beeindruckten mich
stets aufs Neue. 
Opa war auch da. ;) Diese Abkürzung sieht man im
Dom (und den anderen Monumenten) häufig. Es steht
für Opera della Primaziale Pisana - frei übersetzt: 
Verwaltung der erzbischöflichen Kirche von Pisa. Die 
OPA ist seit dem 12. Jhd. verantwortlich für Bau, 
Schutz und Restaurierung der gesamten Anlage. 
Die meisten BesucherInnen verließen am 
Ende recht achtlos den Dom. Die schweren
Türen sind aber in sich selbst beeindruckende
Kunstwerke. 

Fragen, die sich spätestens beim Besuch von Pisa wohl vielen BesucherInnen stellen: Warum eigentlich ist der schiefe Turm von Pisa schief und was wurde bisher alles versucht, um ihn zu stabilisieren? Eine witzige, kurze Zusammenfassung findet man bspw. im hier verlinkten Video. Ein so schiefes und hohes Gebäude ist schon eine Kuriosität. Ich fand es spannend, die Schieflage zu spüren. Natürlich machte ich wie alle anderen Touristen auch von unten neben dem Dom ein paar witzige Fotos, in denen ich versuche den Turm umzuschubsen oder wieder gerade zu biegen. Was sich trotz des Preises meines Erachtens nach jedoch besonders lohnt, ist ein Aufstieg auf den Turm. Bereits auf der Bodenplatte aber vor allem ganz oben beim Blick über die Stadt spürt man die Schieflage - und das fühlt sich wirklich seltsam an. Der Blick, den man von oben hat, besonders im Licht der untergehenden Sonne, ist auch traumhaft. Ich buchte für den Aufstieg zwar eine feste Zeit, konnte dann aber so lange oben bleiben, wie ich wollte. Erstaunlicher Weise war zum Sonnenuntergang gar nicht so viel los. 

So ein Bild muss einfach sein, wenn
man Pisa besucht. :)
Aus dem Museum heraus sieht man
nicht all die Leute, die am Fuße des Turms
herumwuseln. Es sieht fast so aus, 
als hätte man den Turm für sich. 
Die Außenfassade, wenn man direkt davor steht. 
Nüchtern und kalt der Blick innen an
der Bodenplatte. Bereits hier merkt 
und sieht man die Neigung. 
Der Aufstieg lohnt sich. 
Die Glocken läuten noch regelmäßig. Zum Glück taten
sie es aber nicht, während ich oben war. Da fallen 
einem bestimmt die Ohren ab. 
Die Aussicht vom knapp 60 Meter hohen Turm
reicht von Pisa bis zu ein paar Hügeln in der Ferne. 
Das warme Licht der Abendsonne.
Ein traumhafter Sonnenuntergang. 
Turm mit Mond. 

Nachdem die Sonne hinterm Horizont verschwunden und ich wieder abgestiegen war, zeigte die Uhr bereits acht. Ich schlenderte auf der Via Santa Maria an diversen Restaurants vorbei, sog ein letztes Mal das spätsommerliche Mittelmeerflair in mich auf und verschwand dann in meinem Hotel, um am nächsten Morgen ausgeruht den Heimweg anzutreten. Der Flughafen in Pisa ist hoffnungslos überlastet. Nach meinem eigenen Erleben und laut zahlreicher Rezensionen im Internet ist er den Touristenmassen, die ihn mittlerweile passieren, schlicht nicht gewachsen. Der Flug nach Frankfurt verlief dann immerhin unspektakulär und pünktlich. In Frankfurt hingegen war Geduld gefragt. Eine Viertelstunde vor dem geplanten Abflug nach Dresden stand mein Flieger noch in Nürnberg. Und die Reisenden mit Ziel Leipzig traf es kaum besser: Laut einer Durchsage des Bodenpersonals war ihr Flugzeug versehentlich in Stuttgart gelandet. Wenn man selbst nicht betroffen ist, kann man in solchen Momenten nur schmunzeln.

Der Eingang zu meinem Hotel. 
Blick am Nachmittag auf die Via Santa Maria.
Zwar nur mit Gemeinschaftsbad, aber die Zimmer
selbst waren geräumig. 
Das Wasser des Arno hat in Pisa schon Florenz
gesehen und mündet keine 10km weiter flussab-
wärts ins Mittelmeer. 
Vor dem Bahnhof von Pisa. 
Ciao, bella Italia!