Samstag, 1. November 2025

Der schiefe Turm…

... von Pisa ist weltbekannt. Vor meiner Rückreise aus Pisa hatte ich einen Abend zur freien Verfügung. Natürlich nutzte ich diesen, um mir die Monumente auf dem Piazza del Duoma anzuschauen, welcher auch unter Piazza dei Miracoli (Platz der Wunder bekannt ist). Der Platz entstand zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert und war Ausdruck der politischen und religiösen Macht der Seerepublik Pisa. Auf einer Fläche von 8,87 Hektar (das sind fast zwölfeinhalb Fußballfelder) befinden sich vier bedeutende Monumente der mittelalterlichen Baukunst: die Kathedrale Cattedrale di Pisa (Dom), das Baptisterium, das freistehende Campanile (aka Schiefer Turm von Pisa) sowie das Friedhofsgebäude Camposanto Monumentale. Die Bauten vereinen Romanik, byzantinische Einflüsse und Elemente der Spätgotik. Falls ihr, liebe Leserinnen und Leser, das bisher nicht wusstet: war mir auch nicht bewusst, aber auch ohne tiefgreifendes Architekturwissen hinterlassen die Monumente Eindruck. Ich hatte mir meine Runde so gelegt, dass ich den schiefen Turm nach Museum, Dom und Baptisterium kurz vor dem Sonnenuntergang besuche. 

Mein erster Blick auf den Platz der Wunde von
Westen her kommend. 
Am südöstlichen Eingang zum Platz warten
Pferdekutschen auf zahlende Kundschaft. 
Mutter und Kind wachen über den Haupteingang
des Doms. 
Eingang zum Baptisterium San Giovanni.
Es ist die größte Taufkappelle Italiens und
ist bekannt für seine außergewöhnliche
Akustik.
Während meines Besuchs begann
eine andere Touristen im Baptisterium zu
singen. Es klang wirklich sehr schön. Leider
unterbanden die Aufpasser das Konzert.  
Blick vom Baptisterium auf Dom und dahinter
den schiefen Turm. 
Die alte Stadtmauer grenzt an manchen
Stellen direkt an den Platz der Wunder.
Redhead auf dem Weg in den Dom. 
Der Blick ins Kirchenschiff. 
Decken können die Italiener! 
Die Deckenverzierungen beeindruckten mich
stets aufs Neue. 
Opa war auch da. ;) Diese Abkürzung sieht man im
Dom (und den anderen Monumenten) häufig. Es steht
für Opera della Primaziale Pisana - frei übersetzt: 
Verwaltung der erzbischöflichen Kirche von Pisa. Die 
OPA ist seit dem 12. Jhd. verantwortlich für Bau, 
Schutz und Restaurierung der gesamten Anlage. 
Die meisten BesucherInnen verließen am 
Ende recht achtlos den Dom. Die schweren
Türen sind aber in sich selbst beeindruckende
Kunstwerke. 

Fragen, die sich spätestens beim Besuch von Pisa wohl vielen BesucherInnen stellen: Warum eigentlich ist der schiefe Turm von Pisa schief und was wurde bisher alles versucht, um ihn zu stabilisieren? Eine witzige, kurze Zusammenfassung findet man bspw. im hier verlinkten Video. Ein so schiefes und hohes Gebäude ist schon eine Kuriosität. Ich fand es spannend, die Schieflage zu spüren. Natürlich machte ich wie alle anderen Touristen auch von unten neben dem Dom ein paar witzige Fotos, in denen ich versuche den Turm umzuschubsen oder wieder gerade zu biegen. Was sich trotz des Preises meines Erachtens nach jedoch besonders lohnt, ist ein Aufstieg auf den Turm. Bereits auf der Bodenplatte aber vor allem ganz oben beim Blick über die Stadt spürt man die Schieflage - und das fühlt sich wirklich seltsam an. Der Blick, den man von oben hat, besonders im Licht der untergehenden Sonne, ist auch traumhaft. Ich buchte für den Aufstieg zwar eine feste Zeit, konnte dann aber so lange oben bleiben, wie ich wollte. Erstaunlicher Weise war zum Sonnenuntergang gar nicht so viel los. 

So ein Bild muss einfach sein, wenn
man Pisa besucht. :)
Aus dem Museum heraus sieht man
nicht all die Leute, die am Fuße des Turms
herumwuseln. Es sieht fast so aus, 
als hätte man den Turm für sich. 
Die Außenfassade, wenn man direkt davor steht. 
Nüchtern und kalt der Blick innen an
der Bodenplatte. Bereits hier merkt 
und sieht man die Neigung. 
Der Aufstieg lohnt sich. 
Die Glocken läuten noch regelmäßig. Zum Glück taten
sie es aber nicht, während ich oben war. Da fallen 
einem bestimmt die Ohren ab. 
Die Aussicht vom knapp 60 Meter hohen Turm
reicht von Pisa bis zu ein paar Hügeln in der Ferne. 
Das warme Licht der Abendsonne.
Ein traumhafter Sonnenuntergang. 
Turm mit Mond. 

Nachdem die Sonne hinterm Horizont verschwunden und ich wieder abgestiegen war, zeigte die Uhr bereits acht. Ich schlenderte auf der Via Santa Maria an diversen Restaurants vorbei, sog ein letztes Mal das spätsommerliche Mittelmeerflair in mich auf und verschwand dann in meinem Hotel, um am nächsten Morgen ausgeruht den Heimweg anzutreten. Der Flughafen in Pisa ist hoffnungslos überlastet. Nach meinem eigenen Erleben und laut zahlreicher Rezensionen im Internet ist er den Touristenmassen, die ihn mittlerweile passieren, schlicht nicht gewachsen. Der Flug nach Frankfurt verlief dann immerhin unspektakulär und pünktlich. In Frankfurt hingegen war Geduld gefragt. Eine Viertelstunde vor dem geplanten Abflug nach Dresden stand mein Flieger noch in Nürnberg. Und die Reisenden mit Ziel Leipzig traf es kaum besser: Laut einer Durchsage des Bodenpersonals war ihr Flugzeug versehentlich in Stuttgart gelandet. Wenn man selbst nicht betroffen ist, kann man in solchen Momenten nur schmunzeln.

Der Eingang zu meinem Hotel. 
Blick am Nachmittag auf die Via Santa Maria.
Zwar nur mit Gemeinschaftsbad, aber die Zimmer
selbst waren geräumig. 
Das Wasser des Arno hat in Pisa schon Florenz
gesehen und mündet keine 10km weiter flussab-
wärts ins Mittelmeer. 
Vor dem Bahnhof von Pisa. 
Ciao, bella Italia! 

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