... wird häufig als Synonym für die Stadt genommen, die niemals schläft und ein Schmelztiegel der Kulturen sein soll. New York City hat sicherlich viele Beinamen und auch viele Menschen unterschiedlichster Herkunft und sozialen Standes, die die Stadt zu dem machen, was sie ist - neben all den berühmten Sehenswürdigkeiten wie der Freiheitsstatue, dem One World Trade Center, der Brooklyn Brücke, dem Empire State Building, dem Times Square, dem MoMa, dem Central Park und vielem, vielem mehr mehr. Vor mittlerweile einem Monat erkundeten wir diese Stadt als die Touristen, die wir waren. Was kann man an einem Tag in New York City fußläufig alles so erleben?
Wir begannen unsere Tour am Schauplatz der Anschläge vom 11. September 2001, denn mittels dem Path (Port Authority Trans Hudson) Zug kamen wir genau dort an - in der Station des World Trade Centers. Die Path verbindet unterirdisch Manhattan mit New Jersey, was prinzipiell total logisch und einfach klingt und zudem auch bitter nötig ist, da werktäglich über 250.000 Menschen diese Verbindung nutzen, und doch sind die Systeme des ÖPNV in NJ und in NY kaum kompatibel. Eine Zeitkarte bei der Path gilt nicht auch in Manhatten und auch nicht in NJ. Wenn man also Grenzgänger ist, sollte man immer am besten mehrere Fahrscheine haben. Wir hatten nur Tickets für die Path, denn den Hudson Fluss zu Fuß zu queren war uns nicht möglich, aber in Manhattan kamen wir mit bequemen Schuhen auch fußläufig gut zurecht.
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| Das 1776 Fuß hohe One World Trade Center. |
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| Die Friedenstaube umgeben von Wolkenkratzern. |
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| Der frisch eröffnete WTC Transportation Hub von innen. |
An dem ersten Sonntag unserer Reise konnten wir zwar schon am WTC aussteigen und hinter einigen Bauzäunen das weise Gerippe der Oculus genannten Haupthalle erkennen, aber eben noch nicht richtig betreten. Die Terroranschläge sind zwar bereits fast 15 Jahre her, doch im Bereich des WTC wird noch immer gebaut - sei es oberirdisch oder unterirdisch und die Haupthalle des neuen WTC Transportation Hubs wurde erst in der ersten Märzwoche 2016 eröffnet. Wir waren also einige der ersten Besucher. Von außen soll das weiße Stahlgerippe eine Friedenstaube darstellen. Es ist sicherlich ein hübsches Symbol, aber eingezwängt zwischen die Hochhäuser des Finanzdistriktes und momentan noch mitten in einer Baustelle stehend, schwindet die Symbolkraft ein wenig.
Draußen bestaunten wir das neue höchste Gebäude der USA von unten und betrachteten die Reflexionen der Sonne in seiner Glasfasade. Der neue Freedom Tower steht leicht nördlich der Grundrisse der Twin Towers. Genau auf der Fläche dieser zwei Quadrate finden sich heute rießige Wasserfallbassins, die neben dem Museum das Herzstück der Gedenkstätte bilden. Der dunkle Stein und die zweifache Vertiefung in den Boden lassen die Becken so wirken, als würden sie Hoffnung und Freude verschlucken und gleichzeitig geht durch das sanfte Rauschen des über den Rand hinabfallende Wasser eine angenehme Stille und Ruhe aus, die einen gern verweilen lässt.
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Das nördliche Bassin. Am Rand sind die Namen derer eingraviert,
die den Anschlag im Turm nicht überlebt haben. |
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| Der berühmte Börsenbulle. |
Nachdem wir die Stätte auf uns haben wirken lassen, liefen wir über die Trinity Kirche und die Wall Street vorbei am Börsenbullen zum südllichsten Ende Manhattens: Battery Park. Obwohl wir noch gar nicht so lang in Manhattan waren und durch Sonntag das Treiben auf den Straßen ohnehin ein wenig ruhiger war als während der Woche, genossen wir doch die autofreie Zone, betrachteten die süßen kleinen Eichhörnchen und ließen den Blick gen Freiheitsstatue schweifen.
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| Im südlichsten Park Manhattans. |
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| Ein typisches US Eichhörnchen. |
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| Der Blick zur Freiheitsstatue. |
Nach einer kleinen Stärkung am Wasser drehten wir wieder um und begannen den Broadway, der deutlich länger als nur der Abschnitt um den Times Square und die bekannten Musicaltheater ist, nach Norden zu laufen. Der Weg führte uns vorbei an Chinatown und Little Italy, durch SoHo und NoHo (South and North of Houston Street - etwa ab dort haben die Streets von West nach Ost und die Avenues von Süd nach Nord Nummern, so dass man sich definitiv nicht verlaufen kann), durch Greenwich Village bis zum Union Square. Es ist nur ein kleiner Park dort, wo die vierte Avenue und der schräg verlaufende Broadway sich kreuzen - und er war voller Menschen. Es war ein herrlich sonniger Frühlingssonntag und die Menschen saßen und standen um die abgesehen vom Central Park nur sehr kleinen Grünflächen, die man in Manhattan findet und ließen sich die Sonne ins Gesicht scheinen. Es war nicht ansatzweise ruhig. Ruhig wird es in NYC nie, aber wenn man sich darauf einließ, war es doch möglich Geräusche und Menschen um einen herum großteils auszublenden und das Grün und die Sonne zu genießen. So saßen wir dort eine Weile, eher wir uns weiter nach Norden zum Flatiron Gebäude treiben ließen. In Manhattan muss man sich fast immer ein bisschen Treiben lassen, denn durch die vielen Menschen sind nicht nur die Straßen chronisch überlastet, sondern auch die Fußwege ständig voll. Wenn man es mal eilig hat, kann man zwar schneller gehen wollen, aber ob man auch wirklich schneller vorwärts kommt, ist die Frage, da zum einen ständig Leute im Weg stehen und die Ampelphasen von Straße zu Straße häufig gefühlt auch nicht auf ein schnelles Lauftempo abgestimmt sind. Nicht, dass eine rote Ampel Fußgänger aufhalten würde, aber sie nerven, wenn man einfach nur von A nach B kommen will.
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| Entlang der Straßen von Manhattan. |
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| Ein hübsches Fluchttreppenexemplar in Little Italy. |
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| Das Flatiron Gebäude hat Charm. |
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| Ein wenig Natur Mitten in NYC. |
Einige Avenues weiter westlich findet sich die über zwei Kilometer lange High Line - eine schon lange stillgelegte und seit einigen Jahren in einen Park umgewandelte Hochbahntrasse, die weite Teile entlang der 10ten Avenue verläuft und im Süden im Meatpacking District beginnt. Im Sommer ist der Parkcharakter sicherlich mehr zu spüren, als Ende Februar/ Anfang März, wenn die meisten Pflanzen noch im Winterschlaf sind. So genoss ich vor allem die Aussicht von ein paar Metern über dem Grund und das auto- und ampelfreie Laufen.
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| Blick von der High Line gen Empire State Gebäude. |
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| Stets in die Parklandschaft eingearbeitet sind die alten Gleise. |
Auch wenn die New Yorker Parks keine wirkliche Ruhe bieten, so sind sie doch sehr entspannend verglichen vor allem mit dem weltweit bekannten Times Square. Ich finde immer wieder, dass er das Herz von NYC ist. Dort pulsiert immer alles. Menschenmassen, Verkehrschaos, Touristen, Polizisten, Werbeleuchtreklame, Wolkenkratzer und Kapitalismus überall. Reizüberflutung.
Vom Times Square war es für unsere doch langsam müden Füße dann nur noch ein Katzensprung bis zum Rockefeller Center. Es gibt mindestens drei Optionen von den oberen Etagen bekannter Gebäude New York und Umgebung annhähern aus der Vogelperspektive zu betrachten. Wir entschlossen uns vom Top of the Rock auf das Häusermeer zu schauen. Zeitlich gut geplant erreichten wir die Aussichtsplattform kurz vor fünf am Nachmittag, was zu dieser Jahreszeit etwa eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang war, den wir uns natürlich ebenfalls von oben anschauten. Am Besten lasse ich einfach die Bilder für sich sprechen.
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| Blick gen Norden auf den Central Park... |
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| ... und gen Süden auf die weltbekannte Skyline. |
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| Die untergehende Sonne, zauberte schöne Farben an den Himmel. |
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| Empire, WTC und wir. |
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| Wenn die Sonne den Himmel rot färbt... |
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| ... gehen in den Häusern die Lichter an. |
Noch bevor es komplett dunkel war, fuhren wir mit dem Fahrstuhl wieder nach unten. Dort war dann gefühlt doch schon Nacht, wenngleich es durch all die Lichter in Manhattan natürlich nie richtig dunkel wird. Die Fassade des Rockefeller Centers wird genauso angestrahlt, wie viele andere markante und weniger markante Gebäude. Man soll die Skyline schließlich nicht nur tagsüber als unverwechselbar erkennen.
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| Das Rockefeller Center mit dem Eislaufring davor. |
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| Times Square bei Nacht. |
Das Eislaufen am Fuße des Rockefeller Centers vor der Promoetheusstatue verkniffen wir uns. Zum einen sind um die 40$ für ein bisschen Eislaufen absolut überteuert, zum zweiten ist der Eislaufring winzig klein und schien ohnehin gerade geschlossen zu haben, zum dritten können wir jederzeit zu Hause in Deutschland eislaufen und vor allem waren wir am Ende des Tages simpel und einfach knülle. Auf dem Rückweg zur U-Bahn kamen wir erneut am Times Square vorbei. Spätestens bei Nacht ist die Reizüberflutung durch die wechselnde, bunt leuchtend Werbung dann komplett. Wir kämpften uns zurück bis zur 33ten Straße, stiegen in die Path, fuhren zurück zum Hotel in New Jersey und fielen mit vielen neuen Eindrücken geschafft ins Bett.
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