Samstag, 9. April 2016

Abseits ausgetretener Pfade...

... gibt es in NYC natürlich auch noch sehr viel zu entdecken und ich beanspruche für mich nicht, dass ich abseits ausgetretender Pfade unterwegs war (mit all den Menschen in NYC wahrscheinlich ohnehin ein Ding der Unmöglichkeit), aber wenn man halt noch ein paar Tage zum Explorieren hat, dann verschlägt es einen neben lower Manhatten eben auch mal nach Brooklyn, Staten Island, Harlem oder Jersey City.
Colgate Uhr am LibertyStatePark
Letzeres ist wohl nichts übermäßig besonderes, wenn man auf dieser Seite vom Hudson Fluss seine Bleibe hat. Was macht man also in NJ, wenn man nicht gerade die Skyline von Downtown Manhattan bewundert? Tatsächlich bin ich schon hauptsächlich an der Wasserfront entlanggelaufen oder in die andere Richtung bis zum großen Supermarkt zum Einkaufen gegangen. Doch bereits bei einem solchen Spaziergang kommt man entlang von Bootsanliegestellen, Geschäftshäusern, kleinen Pubs und der großen Colgate Uhr, die sich auch sehr gut von Battery Park in Manhatten aus betrachten lässt, bis zu einem erholsamen Park und auch in Jersey City muss niemand auf Hochhäuser verzichten. Zugegeben stehen sie nicht so eng und nicht so zahlreich wie auf der anderen Flussseite aber das ist auch mal ganz erholsam.
Wolkenkratzer in Jersey City.
Ein Teufel und ein Devils Fan
Das die Amerikaner ihren Football genauso lieben, wie die Deutschen ihren Fußball ist sicherlich weitreichend bekannt. Während in Deutschland in der Winterzeit dann bspw. beim Biathlon mitgefiebert wird, schauen die Amerikaner entweder Basketball oder Eishockey. Ich kam während meines Besuchs vor allem mit Eishockey in Kontakt. Warum nicht mal ein Spiel der Profiliga anschauen? Die Teamdichte aus der NHL ist in NY/NJ mit gleich drei Teams sehr hoch. Da es für den Madison Square Garden als prominenteste Spielstätte nur noch Tickets für einen halben Monatslohn und aufwärts gab, entschieden wir uns, ein Spiel der Teufel in Jersey anzuschauen und vorm MSG nur ein Erinnerungsfoto zu schießen. Am optisch ansprechensten fand ich jedoch die (Übergangs-)Arena der Islanders, welche in Brooklyn steht.
Lichtshow kurz vor Spielbeginn.
Kleiner Mensch vor großem Plakat im Madison Square Garden.
Architektonisch hüber Eingangsbereich...
... mit Loch in der Decke.









Da es ja immer nur und ausschließlich um den Sport geht, besitzen die meisten Menschen, die zu einem Eishockey-Spiel (oder in Deutschland eben Fußball) gehen, selbstredend ein paar Assesoirs, um sich noch besser mit ihrer Mannschaft zu identifizieren. Im Allgemeinen ist es sicherlich schön, wenn man Gleichgesinnte auch bereits optisch erkennt und dadurch ein Zusammengehörigkeitsgefühl stärkt, doch wie im Grunde alles übertreibt der Kapitalismus es mit Merchandise-Produkten ein wenig und das nicht nur im Sport. In NYC kann man einfach absolut alles von oder mit welcher Marke auch immer haben. Die Teddies mit Sportlogo sind sicherlich noch zu verkraften, doch in einen flauschigen, mit bunten m&ms bedruckten Bademantel würde ich selbst zu Hause hinter verschlossener Tür nicht gern schlüpfen und ob der Kinderstrampler bereits mit Sportteams bedruckt sein muss, bleibt ebenfalls fraglich. Auch die Marke NYC ist natürlich überall auf Leinwanddrucken, Kleidungsstücken aller Art vom T-Shirt bis zur Unterwäsche, Brieföffnern, Schlüsselanhängern oder eingraviert in Glasskulpturen käuflich zu erwerben. Ich fand es teilweise ganz interessant, in die einzelnen Läden von  Schokoladenherstellern, Sportteams oder auch der Traumfabrik Disney reinzuschauen, denn so stellte ich wieder einmal fest, dass es für so ziemlich alles einen Markt gibt - sofern das Angebot da ist und die Nachfrage zumindest künstlich erzeugt wird. Ebenfalls kaufen konnte man (vorrangig um den Times Square herum) ein Foto mit seiner Lieblings-Comic-(Helden-)Figur. Von den süßen kleinen Minions, über Mickey und Papa Schlumpf bis zu Spiderman und Batman waren sie alle da: Menschen, die den ganzen Tag in Kostümen um die Gunst der Touristen buhlten.
Eine m&m-Freiheitssatue direkt neben dem passenden Bademantel,
kostümierte Menschen, und viel mehr Kaufartikel.
Neben dieser schimmernden Glitzerwelt mit hübschem Anschein und viel Geld existiert eine zweite Welt, die manchmal ein paar Querstraßen entfernt ist, sich häufig genug aber direkt neben dem Hochglanzfotobild abspielt. Auf Bettler stößt man sehr oft in NYC und das Leben in der Großstadt ist teuer. Da versucht es der ein oder andere auch mal mit Tricks wie einem Rollstuhl, obwohl er problemlos laufen kann. Selbst da sind Schein und Sein im glitzernden Amerika manchmal schwer auseinander zu halten. Müllsäcke auf den Fußwegen sowie der allgegenwärtige Restmüll, der sich am Rand der Straßen sammelt, wenn das Behältnis oder die Serviette einer To-go-Mahlzeit ausgedient hat und achtlos fallen gelassen wird, tragen auch nicht zum Glitzerimage der Stadt bei. Beides sind zumindest in einem gewissen Grad sicherlich Nebeneffekte einer Großstadt in der sich Millionen von Menschen drängen.
Rollstuhl ohne 'Nutzer'
Warten auf die Müllabholung
Ein weiterer Nebeneffekt dabei ist, dass es zumindest in Manhattan ein chronisches Platzproblem gibt. Ständig hupen Autos, um am Ende doch nicht schneller voran zu kommen. Genauso ist es aussichtslos, auf den Fußwegen schnellen Schrittes vorwärts zu kommen, da man meist nur die Chance hat mit der Masse mit zu treiben. Zumindest muss man sich als Fußgänger aber nicht um Abstellmöglichkeiten für sein Auto kümmern, denn das wird in Manhattan richtig schnell richtig teuer (über 20$ die halbe Stunde) und kann auch abenteuerlich aussehen.
Happige Preise und trotzdem sind die Parkhäuser voll.
Autostapeln für Fortgeschrittene. Jeder Platz wird genutzt.

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