... unterscheiden sich aufgrund klimatischer Gegebenheiten natürlich in einigen Aspekten von den in Deutschland heimischen Pflanzen, selbst wenn man berücksichtigt, dass in den vergangenen Jahrzehnten mit den immer wärmeren Temperaturen auch immer mehr wärmeliebende Pflanzen in Deutschland ansässig geworden sind. So wachsen bei uns bspw. auch Feigenbäume, allerdings meist etwas kältetolerantere Sorten und häufig sind die Feigenbäume relativ geschützt oder nah zu wärmereflektierenden Mauern. In Kroatien wachsen sie einfach überall. In einem Schlagloch am Straßenrand genauso wie direkt unterhalb einer Festungsmauer.
Doch nicht nur Feigenbäume sahen wir überall. Olivenbäume sind natürlich auch allgegenwärtig. Gerade für die Kinder war das Entdecken neuer Pflanzen spannend. Dazu gehörte es natürlich auch, sofern sicher, Dinge zu probieren. Also pflückten wir eine Olive vom Baum und hielten die Zunge dran. Bitter und ungenießbar! Pfuiteufel! Die Bitterstoffe müssen erst ausgeschwemmt werden, bevor man die Frucht verzehren kann.
Direkt vom Baum essen konnten wir Mandeln - zumindest von dem einen Baum, den wir auf der Festung in Knin entdeckten. Auch ich hatte noch nie bewusst einen Mandelbaum gesehen oder Mandeln direkt geerntet. Ein bisschen ist es wir bei einer heimischen Walnuss: Zunächst muss eine mehr oder minder weiche Schale entfernt werden. Dann heißt es eine harte Schale zu knacken, wobei diese bei der Mandel noch durch Faserstränge durchzogen ist und schließlich kommt man innen an die Nuss. Wir knackten so einige Mandeln und naschten diese. Als wir neben einer kleinen Burgruine in Drniš einen Mandelbaum entdeckten, der noch sehr voll hing, freuten wir uns und während meine Tochter versuchte eine Nuss mit Steinen zu knacken, machte ich mich eifrig daran viele Nüsse zu ernten. Am Ende ließen wir jedoch alle geernteten Nüsse zurück, denn als meinte Tochter mit zwei Steinen schließlich erfolgreich ihre Nuss geöffnet und freudig in den Mund gesteckt hatte, spuckte sie diese gleich darauf wieder mit einem lauten "Bäh!" aus - und darüber bin ich sehr froh. Ich probierte zwei weitere Nüsse - und spuckten sie ebenfalls wieder aus. Offensichtlich handelte es sich um einen Bittermandelbaum und Bittermandeln setzen ohne vorheriges Erhitzen im Verdauungsprozess giftige Blausäure frei. Fünf bis zehn Bittermandeln reichen, um ein Kind zu töten. Gut, dass unser Körper automatische Abwehrmechanismen (Ekel) gegen eine Vielzahl gefährlicher Dinge aufweist!
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| Mandeln - hinten frisch vom Baum gefallen, mittig mit hartem Kern und vorn geknackt und essbereit. |
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| Das Mandelbäumchen auf dem Gelände der Festung von Knin hoch über der Stadt. |
Welche anderen Nutzpflanzen entdeckten wir, die in Deutschland nicht so verbreitet sind, dass sie überall wachsen, aber dennoch bekannt genug, damit wir wussten, womit wir es zu tun hatten? Bei unserer ersten Gastgeberin sah ich zum ersten Mal einen Khakibaum. Kaktusfeigen entdeckten wir ebenso. Rosmarin und Salbei wucherte überall - sei es zwischen Steinen auf dem Supermarktparkplatz oder in kleinen Pflanzkübeln entlang der Uferpromenade. In Festungsmauern entdeckte ich bspw. auch Thymian, der sich in kargen, nährstoffarmen Böden wohlfühlt. Blühende Oleanderbüsche überragten mich oft.
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| Kaktusfeigen |
| Blümchen entlang der Krka. |
| Noch mehr Blümchen entlang der Krka. |
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| Sommerflair am Meer mit Oleander. |
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