Freitag, 14. Juli 2023

Abtauchen...

... ist bei den gegenwärtigen Temperaturen eine der wenigen validen Optionen, wie man es draußen aushält. Es ist mittlerweile fast 20 Jahre her, dass ich das Gerätetauchen mit meinem Vater zusammen erlernt habe. Nach einer relativ intensiven Tauchphase pausierte dieses Hobby bei mir für fast ein Jahrzehnt, ehe ein neuer Tauchpartner mich wieder mit in die Tiefe zog. Familienbedingt folgte erneut eine längere Pause. Ende Juni dann hatten wir kinderfrei und besuchten in drei Tagen drei Seen.

Redhead unter Wasser.
Eine Stunde Fahrzeit mit dem Auto ist es von uns bis ins Lausitzer Seenland und ebenso rund eine Stunde Fahrzeit bis ins Leipziger Neuseenland. Neben dem Senftenberger und Geierswalder See in der Lausitz kenne ich auch Markkleeberger, Cospudener und Kulkwitzer See sehr gut, teilweise seit rund 30 Jahren. So wie in der Lausitz in den letzten Jahren weitere ehemalige Bergbaulöcher geflutet worden und weitere Seen wie der Partwitzer, Sedlitzer oder der Großräschener See entstanden, so kamen im Leipziger Süden bspw. der Zwenkauer, Hainer oder Störmthaler See dazu. 

Blick vom Auenhainer Strand am
Markkleeberger See auf alte Stahlriesen
im Bergbau-Technik-Park südlich
der A38.
Blick gen Norden in Richtung Leipziger Zentrum.

Über ein langes Wochenende bebadeten wir vor Kurzem den Markkleeberger, den Kulkwitzer und den Zwenkauer See. Jeder See und jede Ecke hat ihren eigenen Charme. In Zwenkau war ich noch nie gewesen und so spazierten wir an einem trüben Tag bei leichtem Nieselregen entlang des östlichen Zipfels vorbei an teils opulenten, oft hässlichen Würfelhäusern bis zum Zwenkauer Hafen neben dem sich auch der offizielle Badestrand befindet. Der nördliche Bereich des Strandes ist offiziell als Taucheinstiegsplatz ausgewiesen. 

Zu Beginn unseres Spaziergangs diente der Regen-
schirm eher als Wanderstock.
Am Zwenkauer See gibt es einige fertige Häuser
und viele Baustellen mit halbferigen Häusern und
sicherlich noch mehr  Planfeststellungsverfahren
für zukünftige Häuser mit Seeblick.
Die Kapitänin hat das Steuer fest im Griff. :)
Ich schaffte es noch ganz entspannt ein paar
Steine aufeinander zu drapieren, ehe der Regen
uns erreichte. Durch das suboptimale Wetter war
es wunderschön ruhig am See.

Im Zwenkauer See waren wir jedoch nicht tauchen, sondern im Kulkwitzer See, in dem die Sichtweiten deutlich besser sind und der mittlerweile seit genau 50 Jahren schon als Naherholungsgbiet gilt. Damit sind Pflanzen- und Tierbestand im Wasser natürlich auf einem anderen Niveau als im gerade einmal seit acht Jahren für die touristische Nutzung freigegebenen Zwenkauer See. 

Zunächst waren die Fische relativ weit weg.
Doch einigen Karpfen kamen wir ziemlich nah.
Der Schwebezustand beim Tauchen entspannt
Körper und Geist.
Nicht alle Pflanzen(reste) wurden als
Unterwasserpflanzen geboren.
Dieser Karpfen knabberte an den
Muscheln, die sich auf den alten
Stämmen festgesetzt hatten.
Wenn man die Augen offen hält, sieht man auch in
einem alten Tagebausee so einige Tiere.

Nach dem Tauchen mit Gerät planschten wir
noch unbeschwert herum.

Obwohl wir nur drei Tage weg waren, fühlten wir uns im Anschluss gleichzeitig erholt und durch viele neue Eindrücke angenehm aktiviert- vom Seegrund über den Seerand bis hinauf zu den Wolken. 

Steine aufeinander zu stapeln fordert Konzentration
und Geduld und hat gleichzeitig etwas entschleunigendes.
Faszinierende Naturgewalten.
Ich fand Gefallen am Steine stapeln. :)

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