... Essen und Kuriositäten, die sogenannten Jidōhanbaiki ("automatisches Verkaufsgerät"), findet man überall im Land. Und wenn ich schreibe "überall", meine ich überall! Man kann für 20 Minuten eine Straße irgendwo in einem ländlichen Gebiet gefahren sein. Dann ist da plötzlich eine kleine Haltebucht am Straßenrand und dort steht ein Getränkeautomat ausgestattet mit kühlen - und oft auch heißen! Getränken. Nach Internetquellen liegt Japans Automatendichte bei etwa einem Automaten auf 23 Einwohner (dabei sind Ticket- und Gashaponautomaten nicht eingerechnet). Dies ist - wenig verwunderlich - die höchste Automatendichte der Welt.
Soweit ich gelesen habe, kann jede und jeder mit Grundbesitz eine kleine Fläche an einen Automatenhersteller vermieten. Während die Grundbesitzter früher die Maschinen wohl komplett bezahlen mussten, ist es heutzutage wohl nur ein vergleichsweise geringer Initialbetrag. Danach übernimmt die Firma alles, von der Wartung bis zum regelmäßigen Befüllen und der/ die Grundbesitzer:in wird mit einer kleinen Provision beteiligt. Je nach Lage kann sich das mehr oder weniger lohnen. Wir hatten uns jedenfalls schnell an die Getränkeautomaten gewöhnt. Für gewöhnlich packen wir für einen Ausflug Flaschen mit frisch abgefülltem Leitungswasser ein. Damit alle in der Familie über den Tag hinweg genug zu trinken haben, kann da schon eine gewisse Menge zusammenkommen. Meist packe ich dabei immer mit etwas Reserve, da man schließlich nicht durstig sein möchte. In Japan sah ich das nach einer Weile etwas entspannter. Sollten wir mal nicht genug zu trinken dabei haben - der nächste Getränkeautomat wäre sicherlich keine fünf Minuten weit entfernt. Die Preise für die Getränke waren auch super - vergleichbar mit dem Kauf einer Flasche im Supermarkt.
Ich sprach jetzt vor allem von Getränkeautomaten, da wir vorrangig solche sahen und nur selten welche mit Essen. Hin und wieder mischte sich in das Getränkeangebot eine warme Suppe. Ja, aus demselben Automat kann man entweder eisgekühlte Limo, Eiskaffee oder eine warme Suppe oder heißen Kaffee ziehen. Schon cool! Ebenfalls cool und bei unseren Kindern hoch im Kurs standen Automaten, aus denen man sich Speiseeis ziehen konnte.
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| Getränkeautomaten am Straßenrand in Fukuoka. 600ml Wasser für umgerechnet ca. 60 Cent. Absolut Fair! |
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| Meist befindet sich direkt nebem dem Automaten ein Mülleimer für die leeren Flaschen oder Dosen. Selten ist dieser jedoch so hübsch eingekleidet wie hier am Fuße der Burg von Kumamoto. |
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| Ein Automat für ein kleines Snack- omelette für unterwegs. |
Getränkeautomaten dienen in Japan jedoch nicht nur dazu, dass man sich jederzeit bequem etwas Trinkbares kaufen kann. In Notsituationen, wie zum Beispiel nach Erdbeeben, übernehmen sie eine wichtige Versorgungsfunktion. Manche Automaten können per Funk auf freie Ausgabe geschalten werden. Das bedeutet in einer Krisensituation kann man sich, ohne bezahlen zu müssen, mit Flüssigkeit versorgen. Wenn man überlegt, dass in Japan auf 23 Leute ein Automat kommt, ist man zumindest eine Weile sicher, sollte man zum Beispiel festsitzen, weil der öffentliche Nahverkehr ausgefallen ist (wie es nach Erdbeben oft der Fall ist).
Die freie Ausgabe gilt nicht für alle Maschinen, doch es werden zumindest mehr und mehr Anstrengungen unternommen, sie krisensicherer zu machen. So haben nach Internetangaben neue Modelle sogar einen Hebel, der zur Stromerzeugung genutzt werden kann. 70 Mal kurbeln ist nötig, um sechs bis sieben Flaschen auswerfen zu können. Auch ohne externe Energieversorgung, ist es möglich an Getränke heran zu kommen.
Abschließend noch ein Wort zu den im ersten Abschnitt erwähnten Gashaponautomaten: Das Prinzip ähnelt klassischen Kaugummiautomaten, ist aber weiterentwickelt und auf Sammler ausgelegt. Man bezahlt für eine Kugel, in der sich irgendeine Figur befindet. Welche Figur man bekommt ist Glückssache. Haben wir nie probiert.



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