Samstag, 14. März 2026

Andere Länder, andere Supermarkterlebnisse...

 ... trifft zu, egal in welches Land man reist. Ein paar kulturelle (Ess-)Gewohnheiten vermittelt einem bereits der Gang durch einen Supermarkt. Ich liebe es! Seien es endlose Kühltheken, an denen frische Meeresfrüchte oder fein marmoriertes Fleisch verkauft werden, ein teils exotisch anmutendes Angebot von Obst und Gemüse, 20kg statt 1kg Beutel mit Reis oder diverse süße Knabberein mit Matcha. Auch wenn Supermärkte in vielen Ländern der Welt heutzutage eine gewisse Standardisierung haben und man durch die Globalisierung fast alles überall bekommen kann, so unterscheiden sich die offensichtliche Auswahl und das Flair doch immer erheblich. So wie andere Leute im Ausland gern durch Klamotten- und Souvenirläden ziehen, so genieße ich es durch Supermärkte zu gehen und unbekannte Dinge zu bewundern und zu probieren. Für Norwegen fallen mir sofort Trockenfisch, Haifisch und brauner Käse ein. In den USA gibt es breite Gänge, eine große Auswahl an bunt bedruckten Fertigprodukten, 25 Sorten babbiges Toastbrot und Milch in 3,79l Plastikflaschen. In Südkorea hingegen entsprach ein halber Liter Milch im Tetrapack einer Großpackung. Dafür gab es bspw. Nudeln aus Reis und natürlich ein breites Angebot von Kimchi. 

Ein paar der japanischen Besonderheiten habe ich ganz oben schon angedeutet. Weitere inkludieren geschälter Knoblauch im Gemüseregal im 2kg Pack, super gepolstertes Obst  (Wer würde in Deutschland bspw. darauf kommen jeden Apfel einzeln zu polstern? Dafür kostet Obst in Japan aber auch fast immer ein kleines Vermögen.), 2 Liter Tetrapacks mit Sochu oder Sake (alkoholische Getränke auf Reisbasis), mindestens ein komplettes Regal mit verschiedenen Instant-Ramen (von denen wir auf unserer Rundreise  gern Gebrauch gemacht haben) und hinter der Kasse häufig eine Mikrowelle und heißes Wasser, um sich gekaufte Fertigessen direkt zubereiten zu können. 

Eine kleinere Menge Knoblauch - 
bereits geschält und küchenfertig.
Ist man in deutschen Supermärkten i.d.R. froh 
irgendwo Seetangblätter zu finden, stellt sich in 
Japan die Frage, welche man möchte.
Oktopus, Fische, Muscheln oder frischer Seetang -
alles kein Problem. 

Kleine Tüten mit Gemüsesticks, die an Chips erinnerten,
allerdings nicht ganz so ungesund waren: die haben
uns so manche Autofahrt oder kurze Wanderung
mit den Kindern gerettet! 


Dieses gefriergetrocknete Gemüse musste ich einfach
probieren. Getrockneter Brockoli, Rote Beete und
Pilze klang schräg - schmeckte aber erstaunlich gut
(mit all den Gewürzen darauf)!
Laut Internet ist diese trüb weiße Limo
auf Milchbasis hergestellt und fermentiert.
Ich finde, Calpis schmeckt wie eine sehr süße,
erfrischende Limo. Ich kannte sie schon
aus Südkorea.
Sochu, Sake, Bier - teilweise in interessanten
Abpackungsgrößen...
2 Äpfel im Doppelpack zum Schnäppchen-
preis von unter 3€. 
Diese Schale Erdbeeren für gut 4€ haben wir uns
gegönnt. Hatten ja schließlich Urlaub.
Die Premiumerdbeeren für knapp 11€ die Packung
überließen wir anderen. 
Japanische Wollmispeln für 8,60€. 

Dann gibt es aber auch immer ein paar Dinge aus dem heimatlichen Supermarkt, die findet man - egal, wo man in der Welt gerade ist. Die bekannte Nussnougatcreme mit der schwarzen und roten Schrift gehört bspw. dazu. Allerdings sahen wir auch eine ursprünglich mal aus Lucca in Italien stammende Olivenölmarke, schweizerische und amerikanische Schokolade sowie bayrisches Sauerkraut.

Bekannte Marken im Regal.

Zwar eine bekannte Eismarke, allerdings
mit landestypisch angepassten Geschmacksrichtungen.

Neben den 'neumodischen' Supermärkten gibt es dann natürlich noch die klassischen Märkte und da auf diesen typischerweise meist regionale und saisonale Waren angeboten werden, ist der Kontrast mit Deutschland häufig noch größer. Abseits von Japan erinnere ich mich an einen Wochenmarkt in Nizza an der Côte d'Azure mit unglaublich schmackhaften getrockneten Tomaten, Oliven, Antipasti und anderen Mittelmeerspezialitäten. Von einem Markt in Fukuoka ist mir am meisten ein noch lebender Octopus in einem mit Wasser gefüllten Plastikbeutel in Erinnerung geblieben, was die Kinder natürlich auch total spannend fanden - und vermuteten, dass das Tier für ein Aquarium bestimmt sei. 
In Kikuchi war ich etwas überrascht an dem einen Ende der Markthalle eine Paketversandaufgabe zu sehen. Man konnte dort Pakete mit den vor Ort gekauften Waren aufgeben. Primär genutzt zu werden schien es, um vorher teuer erstandene Melonen zu versenden (z.B. eine 6kg Wassermelone für umgerechnet gut 26€). Je nach Zielpräfektur und Paketgröße konnte man für 1-4€ sein Obst nach Hause oder zu Freunden und Familie schicken. 

Der Yanagibashi Rengo Markt in Fukuoka war wenig
belebt, als wir am Freitagmorgen hindurchgingen.
Frischer Fisch! Wer mag frischen Fisch?
Mein großes Kind und ich probierten auch mal noch
warme Seeigel-Kroketten. Wir beließen es bei der 
einen Portion. 
Kleine Melonen gab es auf dem Markt in Kikuchi zum
Schnäppchenpreis von unter 11€.
Am Rande der Markthalle konnte man seinen
Einkauf versenden. 
Frische Bambussprossen warten auf Käufer:innen.
Dürfen es ein paar Zierfische sein?
Vor den Zwiebeln in meiner Hand befinden sich zwei Bittermelonen,
auch Bittergurke oder Goya genannt. Sie werden
häufig in regionaltypischen Gerichten in Okinawa verwendet.
Ein behelfsmäßig aufgebauter Obststand am Straßen-
ran in der Mt. Aso Region. Hier konnte man wirklich
mal gute Preise für Obst und Gemüse erzielen! 
Direkt vom Erzeuger ohne Zwischenhändlerpreise und
schicke Präsentationen kauften wir gern ein.

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