Freitag, 15. Mai 2026

Die Silberstadt im Herzen von Sachsen...

 ... war unser diesjähriger Ausgangs- und Endpunkt für die jährliche Osterwanderung in Familie. Die aktuell niedrigen Temperaturen rings um die Eisheiligen in Sachsen weckten in mir das Bedürfnis zunächst von aktuellen Ausflügen in Europa zu berichten, bevor ich die Japanberichte fortführe.  

Die Montanregion Erzgebirge vereint auf deutscher Seite 17 und auf tschechischer Seite 5 Bestandteile, die gemeinsam als ein UNESCO Welterbe klassifiziert sind. Die Bergbaulandschaft Freiberg gehört dazu. Über 800 Jahre wurde im sächsisch-böhmischen durchgehend Erzbergbau betrieben, was sich in einer vom Bergbau geprägten Kulturlandschaft widerspiegelt. Zu unserer kleinen Osterwanderung liefen wir liefen wir nur gut 6 Kilometer durch das Erzgebirge, kamen dennoch bereits an diversen Halden, Mundlöchern und Entwässerungsgräben vorbei. 

Ein Berggeist. :)
Eisen und Schlägel sind allgegenwärtig.

Unsere Osterwanderung begann an der Kletterwand des tourisistischen Erlebnispfads "Entdecker Spur" im Nordosten der Bergstadt, unweit des Krankenhauses, wo wir am nicht mehr ganz so frühen Morgen von einer Gruppe übers Feld springender Rehe auf den Tag eingestimmt wurden. Übers Feld ging es dann für uns zu den Außensportgeräten von Tuttendorf, wo wir uns alle fleißig ertüchtigten und dann die erste Rastpause einlegten. Osterwanderung heißt bei uns stets auch Osterpausen. :) 

Wir folgten einem abschüssigen Weg bis zum insgesamt 7,5km langen Roten Graben, welcher oberirdisch das Wasser führt, welches seit der zweiten Hälfte des 19. Jhd. aus dem Verträgliche Gesellschaft Stolln entwässert. Wir trafen rund zwei Kilometer vor dem Austritt aus dem Berg auf den Roten Graben, der über ein paar Kilometer parallel zur Freiberger Mulde verläuft. Es ist ein landschaftlich reizvolles Stück, welches an vielen verschlossenen Mundlöchern entlangführt. 

Übers Feld.
Natürlich ertüchtigten wir uns alle an den
Außensportgeräten von Tuttendorf.
Man kan nachvollziehen, weshalb der
Rote Graben Roter Graben heißt.
Ein landschaftlich sehr schöner Abschnitt zwischen
Rotem Graben und Freiberger Mulde.
Noch ein verschlossenes Mundloch.

Hier tritt das Wasser aus dem
Verträgliche Gesellschaft Stolln 
und wird zum Roten Graben.

Wir folgten dem Roten Graben flussaufwärts bis zu der Stelle bei Halsbach, an welcher der Entwässerungsgraben aus dem Berg tritt, liefen vom unteren Mundloch zum oberen Mundloch der Erzbahn und rasteten an dem neugestalteten Rastplatz "Am Davidschacht zu Freiberg". Der Rastplatz ist aus massiven Stämmen gebaut und mit einem Dach versehen. Eine Seite ziert das historische Gezähe, also Werkzeug, der Bergmänner: Eisen und Schlägel. Das Eisen war traditionell der bergmännische Meißel der ans Gestein gesetzt und mit dem Schlägel (Hammer) eingeschlagen wurde.

Kurz nach dem Rastplatz trafen wir auch schon wieder auf autobefahrene Straße. Über den Fuchsmühlenweg liefen wir vorbei am städtischen Friedhof Freibergs und kleinen Spielplätzen zum Ausgangspunkt unserer gut 6km langen Runde.

Oberes Mundloch der Erzbahn in Halsbach.
Im Erzgebirge geht es stets hoch und runter.
Rastplatz "Am Davidschacht zu Freiberg" - 
gemütlich und informativ.
Selbst die Spielplätze entlang des Weges waren
im Bergbauthema gestaltet.
Dort liegt die Stadt Freiberg. Dahin führt uns das
letzte Stück unserer Wanderung.

Selbst mit den kurzen Beinen von Kindern brauchten wir für diese Runde keinen ganzen Tag und so hatten wir genügend Zeit, um ab dem zeitigen Nachmittag den Tag entspannt auf dem Gelände eines Landgasthofs im Nordwesten von Freiberg mit Pony-Reiten, Osternester suchen und einem deftigen Abendessen auklingen zu lassen. 

Großer Außenbereich mit Spielplatz, Fußballplatz,
Teich und Pferdekoppeln am Landgasthof.
Ähnliche Mähnen. :)

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