Donnerstag, 21. Mai 2026

Die kleine Meerjungfrau...

 ... ist für Kopenhagen das, was das Kolloseum für Rom, das Brandenburger Tor für Berlin, der Eiffelturm für Paris, die Freiheitsstatue für NYC oder das Atomium für Brüssel ist. Nur ist die kleine Meerjungfrau deutlich kleiner als die oben benannten Städtewahrzeichen und wenn man ehrlich ist, sollte man beim Fotografieren dahingehend auf einen guten Winkel achten, um den Hintergrund möglichst unauffällig zu gestalten, denn die Wahrheit ist, dass man im Hintergrund ein wenig attraktives Industriegebiet sieht. Der Besuch bei der kleinen Meerjungfrau gehört bei einem Aufenthalt in Kopenhagen aber selbstverständlich dazu und da unsere Unterkunft gerade einmal 700 Meter entfernt lag, besuchte ich die Märchenfigur auch zweimal, denn wenngleich der Hintergrund auf der anderen Seite des Hønsebroløbet Kanals im Stadtteil Holmen durch seinen industriellen Charakter nicht so einladend wirkt, so lädt der Langelinie Park vor der Statue zum Schlendern und Entspannen ein. Tatsächlich standen im Park unweit des beieindruckenden Gefion-Brunnens Ende April zudem sehr viele Kirschbäume in voller Blüte, so dass ich mich fragte, ob ich vielleicht in Japan gelandet sei - nur um meinen Blick kurz darauf auf einer Windmühle ruhen zu lassen und mich selbiges mit Holland zu fragen. Die Atmosphäre war entspannt. 

Ein idyllisches Bild der Meerjungfrau.
Aus dieser Perspektive wirkt der Hintergrund 
nicht ganz so romantisch.

Eine Blütenpracht vor dem über 100
 Jahre alten Bronzespringbrunnen mit
 der nordischen Göttin Gefion, die
mit 4 Ochsen durch das Meer pflügt.
Der mehrstufige Gefionbrunnen.
Sankt Albans Kirche, Gefion Brunnen und ein
Sonnenuntergang. 
Im Langelinie Park standen viele Bäume in voller Blüte.
Ich fühlte mich ein reichliches Jahr zurückversetzt
zur Kirschblüte nach Japan.
Man wandelte unter einem Blütenteppich. 

Einen Nachmittag streifte ich mit zwei Kolleginnen vom Langelinie Park ausgehend durch die Stadt, um die Menschen und das Leben in der Stadt auf uns wirken zu lassen und uns ein paar Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Ohne touristische Vorbereitung nur bewaffnet mit dem Kartenmaterial unserer Smartphones und zwei Empfehlungen einer meiner Kolleginnen machten wir uns auf den Weg und kamen so bereits an einigen interessanten Orten vorbei. Beispielsweise liefen wir durch das historische Marineviertel Nyboder, welches für seine markanten, ockergelben Reihenhäuser bekannt ist. Es wurde im 17. Jahrhundert von König Christian IV. als Wohnsiedlung für Marineangehörige erbaut. Die zweistöckigen Häuser stehen in einem strengen Raster und werden wohl auch heute noch verstärkt von Marineangehörigen bewohnt. 

Start des historischen Marineviertels Nyboder.
Das markante Ockergelb der Reihenhäuser war nicht
von Beginn an die Farbe der Wahl. 
Ein ähnlichen Farbton hatte auch der Innenhof
unserer Unterkunft. :)

Gleichzeitig geschäftiges Treiben und eine entspannte Atmosphäre fanden wir in den zwei nebeneinanderliegenden Parkanlagen der Østre Anlæg und des botanischen Gartens vor, die wiederum nur durch eine Straße vom Rosenborg Schloss im Königsgarten getrennt sind. Es gibt meiner Meinung nach viel Grün im Zentrum von Kopenhagen, dazu viel Wasser und sehr viele FahrradfahrerInnen. Das alles entschleunigt und lässt mehr Raum für Natur und lässt die Stadt nicht so laut wirken, wie es sonst häufig der Fall ist, wenn Motorenbrummen, Hupen von genervten AutofahrerInnen und lange Blechlawinen zwischen eng stehenden Häusern das Stadtbild bestimmen. Zum Fahrradfahren in Kopenhagen werde ich noch einen eigenen Blogeintrag verfassen.

Die beeindruckende Halle des naturhistorischen
Museums am Rande des botanischen Gartens.
Rosenborg Schloss im Königsgarten.
Die dänische Flagge ist nicht omnipräsent, aber
doch an verschiedenen Stellen im Stadtbild zu sehen.

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