... aus der Altstadt von Lucca könnten locker einen ganzen Katalog mit Fotos füllen. Mich haben die unterschiedlichen Hauseingänge, Fenster und auch Briefkasten während meiner Spaziergänge durch die Altstadt immer wieder fasziniert. Die Türen sind in der überwiegenden Anzahl der Fälle passend zum Alter der meisten Häuser und strahlen daher eine gewisse Wuchtigkeit und Erhabenheit aus. Alte, schwere Holztüren haben einfach mehr Charakter als eine moderne Mischung aus Kunststoff und Glas. Zudem sind viele der Türen mit kunstvoll gestalteten Türklopfern oder ähnlichem Kunsthandwerk verziert. Gelegentlich ist auch direkt der Briefkasten in die Tür eingearbeitet. Neben diesen historisch anmutenden Eingängen finden sich dann allerdings hin und wieder moderne Klingelsysteme mit Kamera. Ein teils unfreiwillig komischer Kontrast, wie ich finde.
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| Im Zentrum die Eingangspforte - einge- rahmt von Pflanzen, die mit wenig Wasser auskommen. |
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| Die Hauseingänge waren sehr divers. Auffallen war, dass fast überall Stufen involviert waren, welche einen behindertenfreundlichen Zugang erschwerten. Früher wurde nicht für Rollstühle gebaut. |
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| Heutige Wohnhaustüren sind selten aus massivem Holz und meist rechteckig. Auf die schönen Türen von Lucca's Altstadt trifft das Gegenteil zu. |
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| Ich war verliebt in die Türenvielfalt. |
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| Es fanden sich auch andere Türen und Tore im Stadtbild, aber teilweise fielen moderne Eingänge im Sinne eines Stilbruchs wirklich negativ auf, wie bspw. der Eingang zu einem Burgerladen. |
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| Abschließend nochmal ein ganz typisches Gassenbild: alte, schwere Holztür, vergitterte Fenster im EG und dunkelgrüne, ausgestellte Fensterläden in den OG. |
Die Fenster von Lucca wirken auf den ersten Blick uniformer. Die Fenster des Hochparterres bzw. der ersten Etage sind immer mit fingerdickem Eisen vergittert. Zum Glück habe ich eine Etage darüber geschlafen und musste mich nicht wie eine Gefangene fühlen. Selbst die Fenster, die auf den Innenhof des ehemaligen Klosters zeigten, in dem die Konferenz stattfand, waren im Erdgeschoss teilweise mit solchen Gittern versehen.
In den Etagen darüber wiederum prägen außenliegende Fensterläden das Bild, die die Sonne abschirmen, aber noch Licht ins Innere lassen. Der untere Teil dieser Fensterläden ist meist ausstellbar, so dass es aussieht, als wäre die untere Hälfte abgeklappt. Hinter diesen Fensterläden verbergen sich die eigentlichen verglasten Fenster. Anders als in modernen Gebäuden in Deutschland sind die Fenster jedoch nicht zwei- oder dreifach verglast, sondern haben nur eine dünne Glasschicht, die gut ist, um den Regen verlässlich abzuhalten, aber Einwohner bestätigten mir den Verdacht, dass im Winter viel Wärme durch die Fenster verloren geht und jetzt im Sommer bemerkte ich vor allem, dass auch Geräusche fast ungefiltert durch die Fenster ins Innere durchkommen. Da in Lucca immer etwas los ist und es auf den Straßen auch abseits der Notte Bianca selten vor 23 Uhr ruhiger wird, sorgte der Lärmpegel bei mir während meines Aufenthaltes regelmäßig für einen späten Schlafbeginn.
Zurück zu den optischen Aspekten der Fenster. Auch wenn diese auf den ersten Blick uniform erscheinen mögen - untereste Etage Gitter, die darüber dunkelgrüne Fensterläden - so fällt bei genauerer Betrachtung doch auf, dass die Art der Gitter variiert, dass die Begrünung der Fenster von üppig bis zu vertrocknet reicht und dass auch nicht alle Fensterläden ausschließlich in klassischem Dunkelgrün daherkommen.
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| Die typischen, abklappbaren Fensterläden, meist in dunkelgrün. |
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| Trotzdem sehen nicht alle Fenster gleich aus. |
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| Balkone sind manchmal nur ganz kleine Austritte, meist aber begrünt. |
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| Vergitterte Fenster sind nicht gleich vergitterte Fenster. |
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| Dennoch kommt es mir vor wie in einem Gefängnis. |
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| Mir erschlossen sich die Gitter nicht ganz. |
Die Briefkästen in Italien fand ich ebenfalls spannend. Der klassische Briefkasten, um Post zu versenden, ist größer als in Deutschland, rot und hat zwei Einwurfschlitze je nach Destination. Daneben sah ich in Lucca und Pisa immer mal wieder kleine orange Briefkästen, die bestenfalls halb offiziell aussahen, da sie ziemlich klein und aus Plastik waren und darüber hinaus oft einfach mit einem Faden an einer Hauswand befestigt wurden und nachts oftmals auch verschwanden.
Ich kaufte an meinem Ankunftstag in Lucca exakt eine Postkarte für die Familie zu Hause und die nette Dame im Laden meinte, dass sie auch Briefmarken habe und dass diese für die orangen Briefkästen sein, wie der, der sich direkt nebem dem Eingang zu ihrem kleinen Laden befand. Der orange Briefkasten sah seltsam aus, aber die Frau schien vertrauenswürdig, die Briefmarke legal und auf der Briefmarke stand auch drauf: oranger Briefkasten. Meine Vermutung war, dass die organgen Briefkästen für die sicherlich nicht geringe Touristenpost in Italien genutzt würden - und diese Vermutung trifft wohl auch zu, wenn man dem Internet Glauben darf, nur dass man die offiziellen roten Briefkästen - mit den richtigen Marken - auch für touristische Post ins Ausland nutzen könnte! Die orangen Briefkästen werden wohl von einem privaten Anbieter betrieben, der teurer ist und mit dem die Zustellung bedeutend länger dauert - oder gar nicht ankommt. Meine Postkarte kam an - nach 5 Wochen und 2 Tagen. Unnötig zu sagen, dass ich dann natürlich längst wieder zu Hause war.
Fazit: solltet ihr eine Italienreise machen und vor Ort Postkarten verschicken wollen, macht euch den kleinen Mehraufwand und kauft die Briefmarken für die roten Briefkästen direkt bei der italienischen Post.
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| Unterschiedliche private Briefkästen vor Hauseingängen. |
Die Briefkästen für die Postzustellung in der Toskana reichten von sehr schick und verziert, über in die Hauswand eingelassen bis zu praktisch aber hässtlich. Am liebsten würde ich hier noch mehrere Dutzend Fotos von Türen, Toren, Fenstern und Briefkästen hochladen, um euch einen umfassenden Eindruck zu vermitteln. Oder ihr fahrt einfach selbst mal in die Toskana. Von ein paar generellen Eindrücken, die ich in der Toskana gesammelt habe, wird auch der nächste Blogeintrag handeln.















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