... gilt mittlerweile als eine der lebendigsten Nächte des Jahres in Lucca – ein kulturelles und städtisches Universalereignis. Ich sah am Vortag der Notte Bianca zufällig einen Flyer in der Stadt, der auf das Fest hinwies. Es findet jedes Jahr am letzten Augustwochenende statt, um das Ende des Sommerst noch einmal so richtig zu feiern. Ab 18 Uhr wird das historische Zentrum der Stadt zur Bühne für Kultur, Musik, Kunst, Gastronomie, Ausstellungen und vieles mehr. Vereine haben ihre Türen geöffnet und stellen sich vor. Bühnen sind über die gesamte Stadt verteilt aufgebaut und werden teilweise bis 2 Uhr Nachts bespielt. Mitmachangebote laden zum Tanzen ein. Museen haben vergünstigten oder kostenfreien Eintritt. Der Glockenturm und der Guinigi Turm haben bis Mitternacht geöffnet und vieles mehr. Die Notte Bianca zielt darauf ab, die Stadt wach zu halten, Menschen aller Altersgruppen anzuziehen und Plätze, Kirchen, Museen und Gassen in ein gemeinsames Fest zu verwandeln. Mit über 60.000 Besuchern in einer Nacht ist es das Event mit der zweitgrößten Anzahl an Menschen innerhalb der Altstadtmauern nach dem Comic-Festival. Es war gut, dass sich die Angebote über den gesamten Altstadtbereich verteilten, so kam man auf den meisten Straßen und Plätzen noch irgendwie durch - meistens. Ich war froh, dass ich ohne Kinder unterwegs war. Die hätte man im Gedränge dann doch leicht verlieren können. Es gab aber auch stillere Ecken wie die Kasematten San Pietro am nordöstlichen Teil der Stadtmauer. Dort öffnete ein Verein seine Türen, der in historischen Gewändern die Vergangenheit mit Musik, Kampf und Flaggenwerfen am Leben hält. Insgesamt verbrachte ich über eine Stunde vor Ort, schaute zu, unterhielt mich mit Händen und Füßen mit Italienern oder auch auf Deutsch und Englisch mit Einwanderern, die im Verein Anschluss gefunden hatten.
Insgesamt war es ein glücklicher Zufall, dass die Konferenz im Zeitraum der weißen Nacht stattfand. Der Morgen nach der Feier war für alle Konferenzteilnehmdenen erwartungsgemäß schwierig. Vor Mitternacht war keiner der Teilnehmenden, mit denen ich sprach im Bett gewesen. Es wäre sicherlich auch schwierig gewesen zur Ruhe zu kommen, denn bis Mitternacht war überall offen und Musik und Gedränge am stärksten. Mitternacht gab es an der Kathedrale einen Drohnenshow. Diese hatte ich im (nur italienisch verfügbaren) Programmheft zwar nicht gesehen, aber gegen dreiviertel zwölf strömten auffällig viele Menschen in die Richtung der Kathedrale, so dass ich mich mit treiben ließ. Nach der Drohnenshow machte sich ein Großteil der BesucherInnen auf den Heimweg, mich eingeschlossen. Auf einigen Bühnen ging die Party aber wie erwähnt weiter bis früh um zwei und einfach verglaste Fenster in Apartments der Altstadt halten nur begrenzt Lärm ab. Für begrenzte Zeit ist so ein Leben voller Möglichkeiten und Angebote toll. Auf Dauer bevorzuge ich jedoch ruhigere Übernachtungsmöglichkeiten, wo ich mit offenem Fenster schlafen kann und nichts als das Rauschen eines Flusses, das Zirpen der Grillen oder ähnliche Geräusche höre.
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| Nachts auf dem Guinigi Turm. |
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| Bühne vor der San Francesco Kirche (Universitätsaula). |
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Historische Klamotten für die arbeitenden Menschen und... |
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| ... für die etwas besser Betuchten. |
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| Den Kostümen wurde auch Leben eingehaucht. |
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| Trommelwirbel und Marschmusik. |
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| Kunst im Innenhof des Guinigi Turms. |
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Wenn das keine Zeitmaschine ist, weiß ich auch nicht. |
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| Eine Kunstausstellung von Antonio Bueno. |
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| Die Stadtmauer bei Nacht. |
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Die Drohnen formten während der Show unterschiedliche Silhouetten markanter Objekte von Lucca: die Stadtmauer, den Gunigiturm, Glockentürme, das Stadtwappen oder das Batman-Zeichen als Symbol für das Comic-Festival. |
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| Die Notte Bianca ist wahrlich lebendig. |
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