Mittwoch, 31. Mai 2023

Die böhmische Schweiz...

 ... bildet den tschechischen Teil des Elbsandsteingebirges. Wir verbrachten ein paar Tage glamourös zeltend ('Glamping') in Růžová und erkundeten von dort die Gegend. 

Unsere Unterkunft für das lange Wochenende.

Geräumig und gemütlich war es im Zelt.
Ich schweige mich darüber aus, was
hier passiert sein könnte...
Gut gestärkt starteten wir immer in den Tag.
So ganz vertrauten wir dem Fahrrad
nicht. Wir gingen lieber wandern.

Das Prebischtor, das bekannteste Wahrzeichen der böhmischen Schweiz, kann man bei einem Besuch in der Gegend natürlich nicht ignorieren. Allerdings wanderten wir nicht direkt zum Prebischtor, sondern schauten lediglich mehrfach aus der Ferne auf die größte Sandsteinfelsenbrücke Europas. Durch die ausdauernden Waldbrände in der böhmischen Schweiz im letzten Herbst, sind viele Wanderwege aus Sicherheitsgründen noch immer nicht wieder freigegeben. Daher kommt man bspw. aktuell nur von Hřensko aus zum Prebischtor aber nicht von Mezni Louka über den Gabrielensteig. Auch die Edmundsklamm ist komplett gesperrt und wird dies wohl noch das ganze Jahr bleiben. Lediglich ein kurzer Abschnitt der Wilden Klamm ist für Besucher aktuell geöffnet und auf diesen offenen Wegen drängen sich bei schönem Wetter am Wochenende dann natürlich die Massen. Bereits das Finden eines Parkplatzes war nicht ganz einfach. Ursprünglich wollten wir unseren Wandertag in Hřensko starten. Halb elf (wir sind nicht besonders zeitig aufgestanden) waren alle 8€ Parkplätze jedoch schon weg. In Mezni Louka zwängen die Sandsteinformationen die Gegend nicht so stark ein, so dass auch mehr Platz für Parkplätze ist. Also begannen wir unsere Wanderung von dort. 

Wir liefen zunächst nach Mezni mustek, von wo der Abstieg ins Kammnitztal begann. Ich hatte nicht wirklich Lust die Stufen, welche ich auf dem Rückweg zählte, deren Anzahl ich jetzt, da ich den Blog schreibe, jedoch bereits wieder vergessen habe, nach dem Besuch der Wilden Klamm wieder nach oben zu laufen. Tatsächlich war der Abstieg rückblickend gesehen aber sogar fast schwieriger, da wir auf dem abschüssigen, leicht feuchten und teils glibberigen Boden stets acht geben mussten, um nicht auszurutschen. Der Rückweg war ein gutes Training fürs Herz. 

Wie viele, viele andere Touristen auch liefen wir im Kammnitztal gen Osten bis zur Bootsanliegestelle. Dann fuhr ich mit einem dieser Stakenkähne mit und anschließend machten wir uns auf den Rückweg nach Mezná. Von dort nahmen wir den Mühlenweg, der uns durch viel verbranntes Gebiet führte. Durch die Waldbrände vom letzten Herbst fehlen aktuell natürlich Bäume dort, wo früher Wald war. An einer Stelle nach ca. einer halben Stunde Laufen haben die findigen Menschen vor Ort aus der Not eine Tugend gemacht und kurzerhand einen neuen Aussichtspunkt eingerichtet. Ohne die Bäume vor der Nase kann man von dort herrlich auf das Prebischtor schauen.

Diese online zu findende Karte vereinfachte die
Planung der Strecke indem auch gut gekennzeichnet
war, welche Routen aktuell noch gesperrt sind.

Zunächst ging es immer nur bergab.
Redhead hat die Kammnitz erreicht.
Ein schönes Tal.
Die Wege in der Wilden Klamm waren
sehr gut befestigt.
Recken und strecken.
Kaum war der Kahn leer, stiegen die
nächsten Touristen ein.
Trotz der vielen anderen Leute im Boot hatte es
etwas beruhigendes übers Wasser zu schippern.
Da der folgende Wanderweg ebenso gesperrt
ist, drehte das Boot mitsamt allen Insassen
wieder um.
Viel verbrannter Wald und ein Blick aufs...
... Prebischtor.
In Ruhe den Ausblick genießen.

Auch wenn der Gabrielensteig leider geschlossen war, liefen wir am späten Nachmittag in dessen Richtung. Dabei kamen wir am Luchspfad vorbei. Dort gibt es eine große und eine kleine Walderkundungsrunde. Das macht nicht nur mit kleinen Kindern Spaß. Auch wir Erwachsenen haben auf kurzweilige Art einiges gelernt.

Baumartenbestand im Wald früher und heute.
Viele verkohlte Baumstümpfe.

Wenn man eine straffe Tageswanderung plant, kann man für die Strecke, die wir gelaufen sind, auch direkt von Růžová aus zu Fuß starten. Wir verkürzten uns die Anreise mit dem Auto. Dennoch ließen wir unsere Füße uns auch durch Růžovás Umgebung tragen. Auf jeden Fall zu empfehlen ist ein Ausflug den Hutberg hinauf bis zum Aussichtsturm Růženka. Dieser erst vor fünf Jahren eröffnete Aussichtsturm ist selbst zwar nur gut sechs Meter hoch, aber zum einen architektonisch mal etwas anders als gewöhnliche Aussichtstürme und da er auf dem höchsten Punkt des Hutberges steht, ist diese niedrige Bauwerkshöhe auch absolut ausreichend. Das Tolle ist, dass im Inneren der Kuppel eine Horizontlinie die wichtigsten Landmarken zeigt und benennt, so dass wir auch als nicht perfekt Ortskundige wussten, auf was wir blickten. Wenn man etwas länger in der Gegend um Růžová wandern möchte, kann man auch den benachbarten Rosenberg besteigen. Vielleicht machen wir das bei unserem nächsten Besuch.

Blick vom Hutberg über die böhmische Schweiz.
Mit Fernglas oder gutem optischem Zoom an der
Kamera erkennt man auch von hier das Prebischtor.
Das Betongerüst wird von einem Gitter überzogen,
an dem sich wilde Rosen und andere Rankpflanzen
gut festhalten können. In ein paar Jahren kann man
im Aussichtsturm entsprechend sicherlich ein
Dornröschenfeeling erleben.
Im Inneren ist ringsum die Horizontlinie mit markanten
Punkten gezeichnet und die Landmarken sind benannt.
Wir genossen die Zeit in der böhmischen
Schweiz. Danke an die Sponsoren des Ausflugs.

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