Mittwoch, 20. August 2025

Ramen, Udon, Somen...

 ... und sicherlich noch einige andere Nudelspezialitäten sind in Japan sehr verbreitet. Wer Nudeln in Form von Spaghetti mag, wird in Japan satt, wobei die konkrete Zubereitung und ganz besonders natürlich die Art des Servierens sich stark unterscheiden von Spaghetti mit Tomatensoße. 

Ramen haben wir so oft gegessen wie sonst nichts während unserer drei Wochen in Japan. Da meine Familie leider nicht gerade Sushi-affin ist und es Ramen sowohl im Imbiss an der Ecke, als auch im Restaurant oder als Instant-Nudeln im Supermarkt gibt, war dies immer eine Option. Wie es manchmal so ist, waren die Ramen in einem kleinen Imbiss an unserem ersten Tag in Fukuoka die besten (und von Instant-Ramen abgesehen auch die günstigsten) der gesamten Reise. In dem Laden gab es genau ein Gericht: Ramen in einer Brühe auf Schweinebasis getoppt mit etwas Schweinefleisch und Frühlingszwiebeln und natürlich etwas Sojasoße. Als Variationsmöglichkeiten gab es: Nudeln hart-, normal oder weichgekocht. Brühe light, normal oder reichhaltig/ besonders fettig. Auf dem Tisch standen noch eingelegter Ingwer und Sesam. Grünen Tee gab es kostenfrei dazu. Preis pro Portion 500 yen, also rund 3€. Es war ein super leckeres Mittagessen und Mitarbeiter sowie die offene Küche waren ein kulturelles Erlebnis für sich. Unsere Kinder übten sich zum ersten Mal im Essen mit Stäbchen und meisterten dies bald schon hervorragend. In Dazaiful gingen wir daher auch in einen Laden, in dem es nur Essstäbchen gab. Jedes Kind durfte sich als Urlaubsmitbringsel ein Paar Stäbchen aussuchen, auf die wir direkt vor Ort die Namen eingravieren lassen konnten. Damit essen wir nun zu Hause regelmäßig stilecht (Instant-)Ramen.

Vorbereitete Schüsseln für die Ramen im Ganso Ramen
Nagahamake nahe des Fischmarktes in Fukuoka.

Ein ganzer Laden nur für Essstäbchen in Dazaifu.
Während Ramen auf große Gegenliebe stießen, taten Udon dies nicht. Diese aßen wir nur einmal während unseres Japanaufenthaltes. Sie wurden sofort von beiden Kindern abgewählt. Ebenfalls nicht so beliebt wie Ramen waren Somen bei den Kindern, aber durch die Darreichungsform erinnern wir uns immer wieder gern an diesen Restaurantbesusch. 

Nagashi Somen gehören zur Sommerkultur in Japan, weshalb viele dieser Restaurants erst frühestens ab Mai öffnen. Diese spaghettiartigen Nudeln aus Weizenmehl werden kalt gegessen und in eine kalte Soße auf Sojabasis getunkt, um Geschmack zu bekommen. Meine japanische Freundin fand zum Glück ein total uriges kleines Restaurant, welches von einem älteren Paar geführt wird, im Ort Aso (nördlich von Mt. Aso - ich werde noch berichten), das auch im April schon geöffnet hatte. "Nagashi“ kommt vom Verb „ nagasu“ , was wörtlich „fließen lassen“ oder „ausgießen“ bedeutet. Nagashi Somen sind Somen , die in einen längs-halbierten Bambusstamm gelegt werden, durch den ständig frisches kaltes Wasser fließt und so die Somen im Bambus entlangfließen lässt. Möchte man welche essen, muss man diese vorbeifließenden Somen mit seinen Stäbchen fangen - ein Spaß für Groß und Klein! 

Kanzarashi no Mise Yui in Aso - ein halboffenes
Restaurant, welches von einem freundlichen älteren
japanischen Ehepaar geführt wird. 
Überall im Restaurant sieht man Bambus und
kaltes fließendes Wasser. 
Die Dame legt die Nudeln in den Bambus, diese
fließen mit dem Wasser und... 
... werden von den hungrigen Gästern mit den
Stäbchen gefangen. 
Als Nachtisch bestellten wir noch das hier abgebildete
Gericht: Kanzarashi. Es waren mehrere kleine Mochi-
Bällchen, dazu ein süßer Sirup eine Art Mehl und eine
einzelne Cocktailtomate. Ich frage mich bis heute, warum
die Tomate. :)

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