Mittwoch, 30. Juli 2025

Hakata...

 ... ist ein Stadtteil von Fukuoka. Ich würde es als das östliche Stadtzentrum bezeichnen. Hakata liegt zentral und östlich von Tenjin und des Naka Flusses. In Hakata liegt Fukuokas Flughafen und der große Bahnhof, von dem aus Shinkansen, Vorortzüge und natürlich auch die U-Bahnen abfahren. Hakata steht für einen klassischen Mix aus Moderne und Tradition in Japan. Jeden Tag schauten wir uns im Einkaufskomplex Canal City die Wasserspiele des riesigen Springbrunnens an, die besonders am Abend noch mit einer Lichtershow untermalt wurden. Auch bewunderten wir die Skyline entlang des Naka Flusses aus unserem Apartmenthotel heraus. Gleichzeitig gibt es in Hakata viele Schreine und Tempel und Hakata ist auch stolz auf seine Hakata Puppen, die auf 400 Jahre Kunsthandwerksarbeit zurückgehen. Besonders bei den historischen und traditionellen Aspekten fanden wir es super, dass unsere japanischen Freunde uns viel zur Geschichte und Bedeutungen erklären konnten. Lasst mich euch mitnehmen zum Bemalen von bereits aus Ton geformten und gebrannten Hakata Ningyo sowie zu den Wasserspielen von Canal City. Vom Kushida Schrein mit seiner beeindruckenden und großen Yamakasa Trage berichte ich zusammen mit weiteren Schreinen von Fukuoka später. 

Mit Licht in Szene gesetzte Hakata Ningyo. 

Die Menschen aus Fukuoka sind stolz auf ihre Hakata Puppen - aus lokalem Ton geformte, ohne Glasur gebrannte und anschließend kolorierte Tonfiguren. Zwar hatte ich vor unserem Besuch in der größten Stadt Kyūshūs noch nie davon gehört, aber bereits an unserem ersten Tag fielen mir die Figuren auf, die auch stolz im Hakata U-Bahn Bahnhof ausgestellt waren. Ich komme ursprünglich aus dem Randerzgebirge und bin daher mit der Kunst der Männelmacher aufgewachsen. Ich denke, das Verhältnis der Menschen vor Ort in Fukuoka zu den Hakata Ningyo ist ähnlich wie das der Sachsen zu Räuchermännchen, Pyramide und Nussknacker. 
Die Hakata Puppen kann man sammeln, zu Hause dekorativ hinstellen oder nach nah und fern als typisches Mitbringsel verschenken. Meine japanische Freundin hatte jedenfalls vorgeschlagen selbst Hand anzulegen und so einzigartige Souvenirs zu kreieren. In einem kleinen Raum einer umfunktionierten Wohnung zwischen Reisen Park und Kushida Schrein empfing ein netter Japaner uns und noch eine Gruppe malbegeisterter Personen, damit wir innerhalb einer Stunde ein paar Basics zu den Hakata Puppen lernen und auch eine selbst anmalen und anschließend direkt mit nach Hause nehmen konnten. 

Die Arbeitsplätze waren mit Schürze, Pinseln, 
Farben, Mischpaletten und Wasser vorbereitet.
Es gab verschiedene bereits gebrannte Rohlinge 
zur Auswahl. 
Einige Hakata-Puppen für die Inspiration
zierten den Raum. 
Dann machte ich mich an die Arbeit - ein 
individuell gestaltetes Souvenir. 
Während die Tradition der Hakata Puppen schon über 400 Jahre in die Vergangenheit reicht, ließen sich besonders die Kinder von einer moderneren Errungenschaft jeden Tag aufs Neue in ihren Bann ziehen: Die Wasserspiele im Einkaufszentrum Canal City. Canal City wurde for knapp 30 Jahren eröffnet und beherbergt neben diversen Einkaufsmöglichkeiten, einem Kino, Restaurants, Spielhallen und einem Hotel eben auch einen namensgebenden rund 180 Meter langen "Kanal". In dessen Zentrum finden über den Tag verteilt von zehn bis zehn verschieden aufwändige Springbrunnen-Shows statt. Manche dauern nur ein paar Minuten und werden stimmungsvoll mit ein paar Lichtern und Melodien unterlegt. Ein paar Shows am Tag (es gibt einen Spielplan!) sind jedoch deutlich länger und erzählen mit Hilfe von ans gegenüberliegende Hotel gebeamten Bewegtbildern und dramatischer Musik ganze Geschichten. Das alles ist kostenfrei - bzw. querfinanziert durch das Geld, was man im Shoppingzentrum lassen soll. Für uns war es jeden Tag, den wir in Fukuoka waren, ein fester Anlaufpunkt, meist als letzter Stopp des Tages, da Canal City genau zwischen der U-Bahnhaltestelle Kushida Shrine und unserem Hotel am Naka Fluss lag. 
Einige Wasserfontänen schossen sehr hoch.
Die stimmungsvoll leichten Shows
gefielen mir besser, als die Lauten.
Jeden Tag Faszination.
Unser Apartmenthotel war super ausgestattet mit Küche und Waschmaschine und direkt am Fluss gelegen, so dass wir einen schönen Ausblick hatten. Wie auch die aller-, allermeisten Wohnhäuser in Japan hatten wir auch einen kleinen Balkon. Meine japansiche Freundin erklärte mir, dass die Balkone eher selten genutzt werden, um es sich darauf gemütlich zu machen, sondern dass die Balkone primär dem Trocknen von Wäsche dienen. 

Blick von Hakata auf den Naka Fluss.
Auch wir nutzten den Balkon zum Wäschetrocknen.
In Japan ist es üblich, dass Hotelzimmer oder 
Ferienwohnungen eine eigene Waschmaschine haben. 
Stimmungsvoller Ausblick bei Nacht.

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