... bietet auf recht engem Raum recht verschiedene Landschaften und Attraktionen. Nach der Flusspaddeltour und der Wanderung durch die Vulkanlandschaft entspannten wir erst mal zwei Tage in Taupo am See Taupo - einem großen mit Wasser gefüllten Vulkankrater. Wir kamen dort am 4.3. an und somit einen Tag nach dem diesjährigen Ironman von Taupo. Trotzdem noch einige Wettkämpfer im Ort waren, fiel es uns leicht eine freie Unterkunft zu finden. Auf der Nordinsel gibt es deutlich mehr Übernachtungsmöglichkeiten als auf der Südinsel. Es leben auch etwa dreimal so viele Einwohner auf der Nordinsel verglichen mit der Südinsel. Natürlich ist es für ein paar zivilisatorische Dinge wie ein Bett für die Nacht ganz gut ein paar menschliche Ansiedlungen zu haben die aus mehr als drei Häusern und einer Tankstelle (keine Über- oder Untertreibung) bestehen, aber insgesamt hat mir die Südinsel besser gefallen.
In Taupo ließen wir es jedenfalls ruhig angehen: Wir kauften wieder mal ein und kochten uns etwas. Wir machten einen Abstecher zu den Huka Falls, wo sich der aus dem See Taupo entspringende Waikato Fluss durch einen schmalen Canyon drängt und über mehrere kleine Stufen tosend weiter gen Norden fließt und durch die Wasserverwirblungen dabei eisblau aussieht. Ähnlich sieht es auch am Aratiatia Damm noch etwas weiter nördlich aus, nur dass der Fluss zur Stromerzeugung dort künstlich durch eine entsprechende Engstelle gezwängt wird.
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| Der Waikato Fluss nördlich des Aratiatia Damms. |
Eigentlich wollten wir auch das Vulcanic Activity Zentrum besuchen, das u.a. einen Erdbebensimulator hat, aber ein kleines unscheinbares Schild am Ziel informierte uns darüber, dass es umgezogen sei - ins gut
50km entfernte Turangi, durch das wir am Tag zuvor gefahren waren. Vorherige Hinweisschilder hatten von dem Ortswechsel nichts angedeutet. Wir strichen den Besuch und beobachteten stattdessen etwas länger die schwarzen Schwäne auf dem See Taupo und sprangen natürlich auch selbst ins Wasser. Das Wasser war kühl, aber nicht kalt. Auffällig war ein anderes Temperaturempfinden: unsere Füße waren sehr warm. Es gibt in ganz Neuseeland kostenfreie und auch kommerziell genutzte heiße Quellen. An vielen Stellen im Land merkt man die Aktivitäten der Erde. Während des Tongariro Crossings hatte ich bspw. an mehreren Stellen Dämpfe aus der Erde austreten sehen. Am See Taupo war der Boden warm. Es war natürlich ungewohnt und ein bisschen beängstigend, aber vor allem angenehm. Ich setzte mich an die Wasserkante und buddelte mich mit dem warmen schwarzen Sand ein - bis es mir am Allerwertesten zu heiß wurde.
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| Schwarze Schwäne am Lake Taupo. |
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| Sonnenuntergang am See. |
Am Folgetag fuhren wir ins
80 km nördlich gelegene Rotorua. Unterwegs stoppten wir an blubbernden Schlammtümpeln und einer heißen Quelle, in die ich mich bis zum Hals hineinbegab. Das Wasser war sehr angenehm und doch achtete ich penibel darauf mit Nase und Ohren nicht ins Wasser zu kommen. Insgesamt ist Neuseeland ein sehr sicheres Land, sowohl von Flora und Fauna wie auch anderen Menschen. Ein paar Gefahren gibt es allerdings schon. Dazu gehört eine Amöbe, die in heißem Süßwasser vorkommen und eine Art Hirnhautentzündung hervorrufen kann. Die Wahrscheinlichkeit sich damit zu infizieren ist extrem gering, aber die Letalität bei einer Infektion liegt bei über
90 Prozent. Wie immer im Leben: einfach vorsichtig sein.
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| Blubbernde Schlammtümpel. |
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| Schlammtümpel von oben. |
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Hot and Cold - im Fluss fließt heißes und kaltes Wasser
zusammen und erzeugt eine angenehm heiße Badetemperatur. |
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| Das heiße Wasser entspannt. |
In Rotorua selbst verbrachten wir weniger Zeit als ursprünglich angedacht. Der Ort ist vor allem bekannt für seine geothermalen Aktivitäten, weshalb auch an vielen Stellen Schwefelgeruch in der Luft liegt, und eine relativ hohe Einwohnerdichte von Maori. Er gilt als Kurort und bietet verschiedene Möglichkeiten Maoritänze, -mahlzeiten und -handwerk zu besichtigen. Auf uns wirkte das Ganze jedoch zu künstlich und kommerziell, so dass wir nach einem kurzen Spaziergang und Mittagessen direkt weiterfuhren.
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Zaun mit Maori Verzierungen um eines der
Maori-Zentren in Rotorua. |
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| Das iSite (Touristeninformationszentrum) in Rotorua. |
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| Blick auf den See Rotorua und viele schlafende Vögel. |
Unser nächstes Ziel waren die Blue Springs, etwa auf halbem Weg zwischen Rotorua und Hamilton gelegen. Die Quelle dort ist nicht annähernd so bekannt wie die Te Waikoropupu Springs in der Golden Bay auf der Südinsel, die wir aufgrund der durch den Zyklon gesperrten Straße nicht besuchen konnten. Dadurch gab es auch kaum andere Touristen auf dem kurzen Spazierweg vom Parkplatz zum Wasser. Sehr angenehm. An der Quelle sollen
42 m3 Wasser pro Minute austreten, was ein
25 Meter Schwimmbecken mit sechs Bahnen in gut zwölf Minuten füllen würde. Etwa
60 Prozent von Neuseelands in Flaschen abgefülltem Wasser sollen aus der Gegend kommen. Die ganzen Zahlen klingen beeindruckend und waren mir beim Spaziergang doch relativ egal. Ich bewunderte einfach nur das extrem klare, blau schimmernde Wasser und füllte mir ein bisschen zum Trinken ab.
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| Das klare Wasser der Blue Springs. |
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Die Sandkörner am Grund konnte ich durchs
Wasser blickend zählen. |
Zurück zum Auto nahmen wir den letzten Streckenabschnitt des Tages in Angriff: gut
30 km nach Matamata, besser bekannt unter "Hobbiton". Unweit des kleines Ortes mit rund
7.000 Einwohnern befindet sich das aus den Herr der Ringe und Der Hobbit bekannte Filmset vom Auenland. Prinzipiell hätte ich mir dieses durchaus einmal angeschaut, aber entschied mich dagegen. Der mit Autos volle, große Parkplatz entlang der Straße führt lediglich zu einem überteuerten Souvenir- und Ticketshop. Auf der anderen Straßenseite gab es ein Tor, das immer geöffnet und wieder geschlossen wurde, um die großen dunkelgrünen Reisebusse voll mit Touristen hindurchzulassen. Vom Eingangstor fährt man noch mehr als einen Kilometer über die grünen Hügel, bis man das Filmset erreicht. Ohne
50€ Eintritt sieht man von der Straße aus nichts. Wir begnügten uns damit, uns die Touristeninformation in Matamata anzuschauen. Diese wurde
2013 nämlich in Stile eines Hobbithauses neu eröffnet und kostet keinen Eintritt.
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| Die Tourbusse zweigen auf die Privatstraße zum Auenland-Set ab. |
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| Das iSite in Matamata. |
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| Ganz romantisch unser eigenes kleines Hobbithäuschen. |
Die ganzen Insel voll Fußbodenheizung klingt sehr genial!!
AntwortenLöschenWäre das ein Haus für euch, so Hobbit gleich? Den Eintrittspreis könnt ihr dann auch verlangen 😋
Blue Springs war wieder unschwefelhaft, wenn es alle trinken, nu?
Schaut sehr schick aus!
Naja, nicht die ganze Insel. ;)
AntwortenLöschenJa, das Wasser war super klar und lecker.